Während man sich auf Juist auf ein Cluedo-Festival vorbereitet, geschehen Morde in Cluedo-Manier. Kriminalschriftsteller Leo Marquardt, der persönlich involviert ist, kann nicht umhin, sich an den Ermittlungen zu beteiligen.
Ich las den Roman während eines Urlaubsaufenthaltes auf Juist, und das ist meiner Meinung nach der passende Ort dafür, es macht Spaß, wenn die Charaktere sich an Orten aufhalten, die man kennt und an denen man selbst schon war, an die man sich sogar direkt begeben kann:
Aber auch darüber hinaus hat mich der Kriminalroman unterhalten, ich mag die Charaktere, allen voran Leo Marquardt und seine Haushälterin, die Baronin Morgana Nobel von Nobelsdorff-Felsenstein-Hochburg, aber auch sonst sind der Autorin echte Charaktertypen gelungen, vielleicht etwas überspitzt gezeichnet, aber gerade deshalb erinnerungswürdig.
Der Fall ist ein typischer Whodunit, bei dem man als Leser gut mitraten kann. Man darf hier keinen raffiniert konstruierten Kriminalfall erwarten, sondern einen Cosy-Crime mit Inselfeeling – für mich eine gute Urlaubslektüre. Mehr will dieser Roman, glaube ich, auch gar nicht sein.
Wer keinen allzu anspruchsvollen und komplexen Roman erwartet, sich einfach nur unterhalten will, womöglich sogar gerade auf Juist verweilt, sollte einen Blick riskieren, von mir gibt es 4 Sterne.
Ulrich Wellhöfer
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Tod in den Dünen
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Ein richtig netter und ruhiger Krimi, der auf Juist während des Cluedo-Fiebers spielt. Leo Marquart, ein Krimiautor, dessen Haus gerade renoviert wird, zieht während dieser Zeit bei seinem Nachbarn Enno Graf ein, dem das Hotel "Zauberland" gehört. Enno Graf will wieder einmal für ein paar Tage verreisen, um seine Mutter im Pflegeheim zu besuchen. Während dieser Zeit kümmert sich Leos Haushälterin um das Hotel, was wegen der Renovierungsarbeiten in Leos Haus gerade gut passt.
In der letzten Nacht vor dem Umzug wird Leo von dem Einheimischen Buddel Hansen geweckt und aufgefordert mitzukommen, da Enno Graf tot in seinem Hotel liegt, mit einem Heizungsrohr erschlagen. Als beide dort ankommen, ist von einem Toten weit und breit nichts zu sehen. Wahrscheinlich hat sich Buddel Hansen das nur eingebildet.
Leo Marquart zieht am nächsten Tag ins Hotel und geht der Sache nach. Enno Graf wollte am frühem Morgen zu seiner Mutter fahren, aber niemand konnte mit Sicherheit sagen, ob er auf der Fähre war. In der darauffolgenden Nacht liegt plötzlich ein Toter in der Küche, ein Hotelgast. Und kurz darauf findet man in den Dünen einen weiteren Toten.
Nun beginnt auf Juist die Polizeiarbeit und die Recherchen sind nicht so einfach, weil alle und vor allem auch viele Hotelgäste sich gerade im Cluedo-Fieber befinden. Dabei geht es um das bekannte Brettspiel, welches von Personen nachgespielt wird, Graf Eutin wird umgebracht und man muss herausfinden, welcher der sechs Hausgäste der Täter war etc.
Ein ruhiger Krimi, der aber trotzdem schön zu lesen ist, die Personen sind auch alle sehr gut dargestellt und man kann richtig mitraten. Sehr interessant auch der "Zufall", dass sich im Hotel "Zauberland" genau sechs ähnliche Personen (Namen und Berufe) aufhalten, die auch im Cluedo-Spiel vorkommen. Ich habe jedenfalls ein paar schöne und unterhaltsame Lesestunden mit diesem Buch verbracht und werde sicher auch noch die anderen Bücher lesen.
Meine Meinung:
Mein erster Roman von Bettina von Cossel, jedoch bestimmt nicht mein letzter.
Der ruhige und teilweise einfache Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen.
Aufgrund der bildlichen Schreibweise konnte ich mir alles sehr gut vorstellen.
Der Spannungsbogen bleibt aufrecht erhalten. Auch wenn keine "Action" geschieht, hat es Bettina von Cossel geschafft, mich zu fesseln. Von Anfang an hat man mitraten können, wer wohl der Mörder ist.
Erst im letzten Drittel hatte ich einen Verdacht, der sich letztendlich auch bestätigt hatte.
Doch fand ich die Zusammenhänge gut gewählt, genauso wie die Idee, die Geschichte mit dem Spiel "Cluedo" zu verbinden.
Fazit:
Ein kurzes, aber spannendes Krimivergnügen für Zwischendurch.



