Ulrich Wickert Neugier und Übermut

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Inhaltsangabe zu „Neugier und Übermut“ von Ulrich Wickert

Ulrich Wickert erzählt ein halbes Jahrhundert in Geschichten von Agenten, Attentätern, Dichtern, Bombenbastlern, Cowboys, Kabarettisten, Kaisern, Kanzlern, Käsehändlern, Mördern, Philosophen, Präsidenten, Psychiatern und Revolutionären. "Es wird eine japanische Fee gewesen sein, die mir Neugier und Übermut in die Wiege legte", sagt Ulrich Wickert. Denn: als Sohn eines Diplomaten in Tokio geboren, am Fuß des Fuji aufgewachsen, in Paris zur Schule gegangen, in den USA studiert, wurde sein Blick für Neues früh geschärft. Schon als Kind hat er gelernt, auf Menschen zuzugehen. Journalist ist er wohl geworden, weil er, ohne aufdringlich zu wirken, Menschen treffen konnte, die ihn interessierten und bewegten. So zeigte ihm der Bruder des letzten Kaisers von China, Pujie, in der Verbotenen Stadt in Peking, wo der Kaiser Fahrrad fuhr und widmete ihm eine Kalligraphie mit einem Mao-Spruch, hatte ihn Bill Cody, der Enkel von Buffalo Bill, zu einem zehntägigen Ritt durch die Rocky Mountains überredet, spielte er mit Arthur Miller auf dem Tennisplatz von Dustin Hoffman, wurde zum Ziehsohn von Eugène Ionesco, dem Vater des Absurden Theaters und ewigen Gottsucher und bekam mit kurioser Hilfe von dessen Leibwächtern eine Einladung zum privaten Abendessen mit Bill Clinton. Ulrich Wickert zeichnet mit seinen Geschichten über Menschen, die er traf, ein überraschendes Bild der letzten fünfzig Jahre.

Mit Neugier den Begegnungen aus der Politik und dem Feuilleton lauschen. Sehr interessant.

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

Überblick über 40-Jahre als Journalist. Spannende Persönlichkeiten und ihre Geschichten. Hat mir sehr gut gefallen. Eine klare Empfehlung!

— Wedma
Wedma

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  • Aus dem Leben eines Auslandkorrespondenten und Fersehjournalist

    Neugier und Übermut
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    28. July 2016 um 16:09

    Ich habe dieses Hörbuch gewählt, weil ich Ulrich Wickert unheimlich gerne zuhöre. In diesem Buch erzählt er, wie er den Weg zum Journalismus gefunden hat. Denn dies war nicht sein eigentliches Berufsziel. Interessante Einblicke in das Leben eines  Auslandskorrespondenten und Tagesschau-Sprechers. Seine Beruf hat in mit vielen Begegnungen aus der Politik und der Prominenz.  Da gibt es durchaus Erzählungen, die er kürzer halten hätte können. Ihm war es wohl wichtig, dass der Hörer alle politischen Hintergründe kennt. Wahrscheinlich geht er davon aus, dass nicht alle seine Leser bezw. Hörer, sich in der Politik auskennen. In allem ist es ein interessantes Hörbuch mit vielen Einblicke hinter Kulisse eines Auslandkorrespondenten und Fernsehjournalisten.

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  • Toll, informativ, unterhaltsam. Spannende Persönlichkeiten und ihre Geschichten

    Neugier und Übermut
    Wedma

    Wedma

    20. January 2016 um 14:36

    Hörbuch(2012), 25 Kapitel, Spieldauer ca. 186 Min., gelesen von Ulrich Wickert. Ulrich Wickert erzählt in seinem Buch „Neugier und Übermut. Von Menschen, die ich traf“ über die bekannten Persönlichkeiten aus der Gesellschaft und Politik, die er in seiner Laufbahn als Journalist kennengelernt hat. Es fängt 1968 und der Geschichte an, wie sich Ulrich Wickert, damals Jura Student in Bonn, Zugang zum Presseball verschafft und mit Werner Fink, dem damals sehr bekannten Kabarettisten persönliche Bekanntschaft gemacht hat. Über Finks Arbeit in Kriegszeiten spricht er in weiteren Kapiteln. Kap. 4 „Neugier als Lebensinhalt“ spielt im Jahr 1968, darin erklärt Ulrick Wickert, dass er nie Journalist werden wollte, aber bereits mit einem Hörfunkfeature sein erstes gutes Geld verdient hat. Seine Freunde rieten ihm, zum Fernsehen zu gehen, was Wickert auch tat und schon jettete er in der Zeitgeschichte und wirkte bei diversen internationalen Projekten mit. Kap. 6 spielt im Jahr 1975. „Die politische Auseinandersetzung war in den siebzieger Jahren war sehr viel härter und unversöhnlicher als heute, ja, manchmal auch voller Feindschaft und Hass. Und sie wurde auch innerhalb der Fernsehanstalt mit Verve geführt, denn die CDU ging damals davon aus, dass sie die Bundestagswahl nur wegen der Berichterstattung der kritischen Journalisten des Linksfunks verloren hat. Damals wurden leitende Posten in den Sendern weitgehend nach Parteiproporz besetzt.“, schreibt Wickert. DA geht es weiter um die Innenpolitik in Deutschland. „Washington, Paris, New York mit Abstechern nach China“ waren die Stationen von Ulrich Wickert in seinen Zeiten als Auslandskorrespondent.  Er erzählt über seine Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten wie Maryl Streep, Woody Allen, Arthur Miller, über seine spannende Zeit in Paris, auch Geschichten über den Käsehändler um die Ecke, bei dem auch Katherine Deneuve und Madame Mitterand geduldig in der Schlange warteten, etc. Im Kap. 10 „Der Bruder des Kaisers von China“ geht es um ebendiesen Bruder, über den Ulrick Wickert einen Doku drehen wollte. Er traf den fragilen Mann einige Male und erfuhr einige interessante Details über die Chinesische Geschichte und die Kaiserbrüder, die er den Lesern/Hörern nun gut aufbereitet präsentiert. Kap. 11. „Maos Feldchirurg aus Düsseldorf“ ist nicht nur interessant, es erzählt über einen Mann namens Hans Müller, der als Rheinländer in China zu großer Anerkennung als Arzt gebracht hat. Kap. 15. Auch Wickerts Überlegungen zu Neugier, was sie für ihn bedeutet und welche Konsequenzen sie für ihn gehabt hat, sind lesens- bzw. hörenswert. Im Kap. 18. „Hans-Dietrich-Genscher und der fehlende Fisch“ geht es im Wesentlichen um das Treffen von Genscher mit Schewardnadse im 1989. Eine schöne Geschichte, die auf diese Persönlichkeiten und die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit einen ungewohnten wie bereichernden Blick ermöglicht. Auch in weiteren paar Kapiteln geht es um Hans-Dietrich-Genscher und seinem Wirken auf dem internationalen politischen Parkett, insb. im Verhältnis zu Frankreich und seine Rolle in der deutschen Wiedervereinigung. Kap. 21 „Mit Günther Grass in Peking. Schnarchen in der Oper.“ China im Jahr 1979. Ulrich Wickert interviewt Günther Grass in Peking, da er dort eine Doku über China dreht. Auch im Kap. 23 und 24 geht es um Grass, diesmal über sein Buch „Beim Häuten der Zwiebel“ und seinem umstrittenen Gedicht „Was gesagt werden muss“. Jahrelange Freundschaft von Ulrich Wickert mit Günther Grass erlaubt ebenfalls spannende Details und Einsichten, die man aus anderen Quellen kaum erfahren kann. Auch Wickerts Überlegungen zur Rolle des Journalismus, zu der Art der Berichterstattung, zum Umgang mit Tabufragen im Denken und Schreiben, und was dies in der Öffentlichkeit bewirkt, haben mir sehr zugesagt. Das Kap. 25 schließt das Buch mit dem Fazit, was die Neugier und Übermut (dies in seiner eigenen Interpretation) bewirkt und im Leben  von Ulrich Wickert gebracht haben. U.a. sagt er, er wollte in seinen Büchern über Frankreich zum Ausdruck bringen, nicht nur dass Franzosen anders sind, sondern auch warum sie anders sind. Fazit: Insgesamt geht es schon viel um die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse. Ulrich Wickert hat sie gekonnt und pointiert präsentiert. Man bekommt nicht nur über vierzig Jahre des Lebenswegs von Ulrich Wickert mit, sondern viel mehr von den Menschen, die er traf und von ihren spannenden Geschichten. Kraft der ungewöhnlichen und bisher unbekannten Einsichten und Darstellungen bildet man sich beim Hören des Buches weiter, erhält gute Anstöße zum Nachdenken und fühlt sich dabei gut unterhalten. Mit ging es jedenfalls so. Ich habe mich gefreut, Ulrich Wickert als eine facettenreiche Persönlichkeit, einen spannenden Autor und Journalisten kennenzulernen. Auch weitere seiner Werke stehen auf meiner Liste.  

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