Ulrich Woelk Pfingstopfer

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Inhaltsangabe zu „Pfingstopfer“ von Ulrich Woelk

Ein bizarrer Mord: Im Garten eines freikirchlichen Gemeindehauses wird die Leiche einer Prostituierten gefunden. In ihrem Schädel findet sich ein Zettel mit einer religiösen Botschaft: "Die Wahrheit wird euch frei machen." Als der Kriminalbeamte Anton Glauberg vom Tatort nach Hause kommt, sitzt überraschendseine ehemalige Kollegin Paula Reinhardt vor der Tür. Reinhardt war vor Jahren selbst wegen Mordes verurteilt worden jetzt ist sie auf Bewährung wieder frei. Glauberg nimmt Paula mit auf seine Ermittlungen, die ihn bald zu einem Forscher am Max-Planck-Institut für Neurobiologie führen.Dieser hatte aus wissenschaftlicher Perspektive Gott für tot erklärt und damit die Vertreter der Freikirche gegen sich aufgebracht.

Spannender Krimi vo dem Hintergrund des Konflikts zwischen Glauben und Wissenschaft.

— Smberge

Großartig! Ich jedenfalls bin fasziniert und will mehr - mehr Woelk, mehr große Themen, aber vor allem: mehr Menschlichkeit!

— TochterAlice

Religion, Wissenschaft unf Psychopathie im kriminellen Kontext. Ein Krimi mit wenig Spannung, aber grandiosen Einblicken!

— Floh

Spannend und mit Tiefgang. Sehr beeindruckend.

— janine-s

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    Pfingstopfer

    Smberge

    Inhalt: Im Garten eine freikirchlichen Gemeinde wird eine Leiche gefunden, eine junge Protiuierte, die grauenvoll hergerichtet wurde. Bei der Obduktion findet man unter ihrer Schädeldecke einen Zettel mit einer Botschaft. Anton Glauber nimmt die Ermittlungen auf, erste Spuren führen ihn zu einem Hirnforscher nach Plön, die Ermittlungen gehen aber auch in Richtung der freikirchlichen Gemeinde. Meine Meinung: Es handelt sich hier um eine wirklich spannend geschriebenen Krimi mit einem sehr interessanten Hintergrund hinter dem eigentlichen Fall. Auf der einen Seite haben wir hier einen sehr sympathischen Ermittler, der sich auf die Suche nach dem Täter macht, auf der andern Seite erfahren wir viel über den Hintergrund vor dem der Fall spielt, dem Konflikt zwischen Glaube/Kirche und Forschung/Wissenschaft.  Wir erfahren viel von Glaubergs Privatleben, die Probleme seiner Frau und seines Sohnes. Mir gefällt es immer sehr gut, wenn man neben den spannenden Ermittlung auch den Ermittler als Menschen kennenlernt, mit seinen Problemen und Sorgen, aber auch mit seiner Vergangenheit. Da ist in diesem Buch absolut erfüllt worden.  Ein weiterer Punkt, der dieses Buch ausmacht ist der Konflikt Kirche/ Wissenschaft, der als Hintergrund zu diesem Fall sehr spannend aufgearbeitet wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Thema in den entsprechenden Kreisen zu erheblichen Konflikten führen kann und das kann es auch zu extremen Handlungen führen. Das Thema wurde sehr glaubwürdig in den Fall eingeknüpft und mit vielen Hintergrundinformationen unterfüttert.  Die Ermittlungen waren von der ersten Seite an glaubwürdig erzählt und waren bis zum Ende hin logisch aufgeführt. Die Spannung war immer auf hohem Niveau. Das Buch ist absolut lesenswert, für alle Leser, die einen spannenden Krimi gerne mit einem interessanten Hintergrund verbinden. 

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

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    kubine

    01. July 2015 um 15:47
  • Glaube vs Wissenschaft

    Pfingstopfer

    buecherwurm1310

    04. June 2015 um 12:44

    Im Garten eines freikirchlichen Gemeindehauses wird eine Leiche entdeckt. Es ist die Leiche einer Prostituierten. Man hat ihr die Haare abrasiert und den Schädel geöffnet. In ihrem Kopf findet die Polizei einen Zettel mit einer religiösen Botschaft. Wer hat die Frau getötet und warum musste sie sterben? Die Hinweise führen den Kriminalbeamte Anton Glauberg zwischen die Fronten, wo auf der einen Seite ein Prediger der christlichen Freikirche und auf der anderen Seite ein Wissenschaftler stehen. So stehen sich der Glaube an Gott und das wortwörtliche Befolgen der Bibel und wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Hirnforschung gegenüber. Professor Reiters These „Gott ist T.O.T.“ erbost die Gläubigen der Freikirchen, allen voran den Prediger und Führer Halik, der sich gut in Szene zu setzen weiß. Doch ist das ein Motiv für den Mord? Dem Autor gelingt es wunderbar die kontroversen Argumente sachlich zu präsentieren ohne Stellung zu beziehen. Dafür wird der Leser angeregt, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Jeder muss für sich entscheiden, was ihm Orientierung in seinem Leben gibt, welche Entscheidungen er trifft und ob sein Handeln ethisch vertretbar ist. Dieses nicht einfache Thema ist gut mit der Krimihandlung verwoben. Der Schreibstil ist klar und flüssig. Von Anfang an zieht einen die Geschichte in den Bann. Kommissar Anton Glauberg ist ein Mensch, der schon lange seine Probleme mit sich herumschleppt und dem es nicht gelingt sich davon frei zu machen. Seine Schwächen machen ihn menschlich. Er wünscht sich sehnlichst eine heile Beziehung und doch ist es ihm nicht möglich, die richtigen Worte zu finden, wenn es darum geht, Nähe zu anderen Menschen zuzulassen. Er ist hilflos, wenn sich seine Exfrau mit Depressionen herumschlägt. Auch bei seinem Sohn Felix gelingt es ihm nicht, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, so dass schwierige Situationen gemeinsam gelöst werden können. Als Paula Reinhard, eine ehemalige BKA-Mitarbeiterin und Mörderin, bei Anton auftaucht, fühlt er sich hingezogen und kann doch keine Beziehung aufbauen. Dabei ist er durchaus mitfühlend, wenn er dem Kollegen Spiller den Rücken freihalten will, damit der sich um seine todkranke Frau kümmern kann. Nicht immer verhält er sich wie ein Polizist und handelt manchmal auch gegen die Richtlinien. Paula Reinhard ist eine interessante Person, die eine schwierige Vergangenheit hat, was immer wieder zu Gewaltausbrüchen führt. Mich hat diese überzeugende Geschichte gut unterhalten, aber auch nachdenklich zurückgelassen.

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  • Die Leiche einer jungen Frau auf dem Grundstück einer freikirchlichen Gemeinde

    Pfingstopfer

    TochterAlice

    29. May 2015 um 19:49

    Die Leiche einer jungen Frau auf dem Grundstück einer freikirchlichen Gemeinde - ein grauenvoller, ja dramatischer Fund, der sich bald als Mord entpuppt und für mich ein recht klassisches Sujet für einen Krimi mit allem Zipp und Zapp darstellt. Glaube und was sich darum rankt - falsch verstandene Religiosität, aber auch Andacht, Gottesfurcht, Besinnung, bestimmte Grundsätze und natürlich die zehn Gebote - das waren immer schon Themen, die in Krimis und auch Thrillern große Beachtung fanden und aufs Unterschiedlichste, ja, oft auch aufs Waghalsigste interpretiert wurden. Ulrich Woelk geht mit dem Thema ausgesprochen behutsam um, wobei er die genaue Richtung der von ihm dargestellten freikirchlichen Gemeinde zunächst offen lässt, nach und nach deren Mitglieder einführt und - wie auch mit Wort und Stil - überaus eloquent und auch elegant agiert. Sein maßgeblicher Protagonist ist Kommissar Anton Glauberg, ein einerseits typischer, andererseits ungewöhnlicher Ermittler mit diversen Altlasten und einer alten Geschichte, die Autor Ulrich Woelk vor etwa zehn Jahren im Roman "Die letzte Vorstellung" behandelte. In allererster Linie ist Glauberg jedoch Mensch - ein Mensch mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Neigungen, Defiziten, Wünschen und Sehnsüchten. Und das ist ein ganz zentraler Punkt in Woelks Buch - es sind Menschen, die er hier beschreibt, Menschen wie auch wir es sind und gerade das macht die Lektüre so nachvollziehbar. Auch wenn der Autor einen gewissen Abstand zu seinen Protagonisten einhält, spricht stets eine gewisse Empathie, ja Warmherzigkeit aus seinen Worten - wenn auch das Handeln seiner Figuren nicht immer nachzuvollziehen ist, nachzuempfinden ist es allemal. Und es sind große Themen, mit denen er sich auseinandersetzt: neben dem Glauben in all seinen Facetten sind es politische Interessen, Neigungen und Seilschaften, Forschung und Ethik und immer wieder die Suche nach der Wahrheit - oder sollte man sagen, nach den Wahrheiten? Woelk bringt seine Leser zum Nachdenken, doch tut er es ohne viel Mühe - so scheint es zumindest. Seinen Worten wohnt stets eine gewisse Leichtigkeit, ein eleganter Fluss inne, der es dem Leser leicht macht, in die so gehaltvollen Themen einzutauchen - einzig und allein ein Verdienst des so meisterhaften Autors. Ich jedenfalls bin fasziniert und will mehr - mehr Woelk, mehr große Themen, aber vor allem: mehr Menschlichkeit!

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  • Spannend und unterhaltsam

    Pfingstopfer

    Sternenstaubfee

    23. May 2015 um 21:49

    Im Garten eines freikirchlichen Gemeindehauses wird eine Leiche entdeckt. Es ist die Leiche einer Prostituierten. Man hat ihr die Haare abrasiert und den Schädel geöffnet. In ihrem Kopf findet die Polizei einen Zettel mit einer religiösen Botschaft. Wer hat die Frau getötet und warum musste sie sterben? Mein Leseeindruck: "Pfingstopfer" ist mein erstes Buch von Ulrich Woelk, und es hat mir sehr gut gefallen! Die Handlung ist hochinteressant und hat viel Tiefgang, was mich angenehm überrascht hat. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet; ich konnte mir ein gutes Bild von ihnen machen. Gerade von Anton Glauberg, dem Ermittler, erfährt man sehr viel - auch sehr viel Privates, was mir sehr gefallen hat. So wirkt er auf mich echt, authentisch und menschlich. Die Krimihandlung ist sehr spannend; man möchte einfach wissen, wer der Frau das angetan hat und warum. Was hat die Freikirche damit zu tun, und welche Rolle spielt ein Plöner Hirnforscher? Die Handlung ist nicht vorhersehbar, und die Auflösung des Mordfalles konnte mich am Ende überraschen, so wie ich es mag. Für mich ist "Pfingstopfer" ein Krimi, der mich überzeugen konnte, und den ich mit großer Freude gelesen habe!   

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  • Allerhöchste Krimikunst, die höchsten literarischen Ansprüchen gerecht zu werden vermag.

    Pfingstopfer

    WinfriedStanzick

    15. April 2015 um 09:00

    Im neuen Roman von Ulrich Woelk, "Pfingstopfer", einer lesenswerten und spannenden Fortsetzung von Woelks Roman "Die letzte Vorstellung", der unter dem Titel "Mord am Meer" verfilmt wurde, geht es um religiösen Fanatismus und um die Erkenntnisse der Hirnforschung. Neben einer genial konstruierten Handlung werden zentrale Fragen von Religion und Philosophie diskutiert: Was macht den Menschen aus? Was treibt ihn an? Was gibt ihm Orientierung und Halt? Am Sonntag vor Pfingsten wird eine junge Frau tot im Garten eines freikirchlichen Gemeindehauses gefunden. Sie ist nackt wie auf einem Opferstein aufgebahrt, und in ihrem aufgesägten Schädel befindet sich ein Zettel mit den Worten: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ In der Öffentlichkeit geht man davon aus, der Täter sei ein religiöser Fanatiker. Kriminalkommissar Anton Glauberg, der mit Religion nicht viel anfangen kann, führen die Ermittlungen von der nordfriesischen Pfingstgemeinde zu Hamburger Prostituierten und Tätowierern, zu einem Professor für Neurobiologie und zum schleswig-holsteinischen Bildungsministerium in Kiel. Er entdeckt, wie sich fanatische Prediger und Wissenschaftler mit Worten bekriegen. Dabei geht es um persönliche Eitelkeiten, Einfluss und Geld und Fragen wie: Wer verkündet die Wahrheit von der Entstehung und den Gesetzmäßigkeiten des Lebens? Macht die Religion oder die Wissenschaft uns frei? Hat der Mensch überhaupt einen freien Willen, oder ist alles von Gott oder den Genen vorherbestimmt? Ist Wissenschaft heute unsere Staatsreligion, wie ein evangelikaler Prediger im Buchbehauptet? Und wie sehr wird unsere Gesellschaft von religiösen Fundamentalisten heute und in Zukunft unterwandert? Der Berliner Schriftsteller Ulrich Woelk veröffentlicht seit den neunziger Jahren zeitgemäße Romane, die in die deutsche Geschichte und Gegenwart eintauchen. Er erzählt präzise beobachtet und in klarer Sprache von Verletzungen und dem Umgang damit. In seinem neuem Roman „Pfingstopfer“ fragt sich Anton Glauberg, wann und warum sein Leben so aus den Fugen geraten ist. Seine Frau Sylvia befindet sich in der Psychiatrie, nachdem sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Zu seinem Sohn Felix hatte er noch nie einen guten Draht, jetzt soll dieser wegen Dealens von der Schule verwiesen werden. Und dann taucht an dem Sonntag vor Pfingsten auch noch Paula Reinhardt wieder auf. Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte sie seinen Halbbruder Hans erschossen. Hans war Terrorist, Paula BKA-Beamtin. „Pfingstopfer“ ist ein Roman, den man nicht aus der Hand legen mag, so spannend, fesselnd, aber auch intellektuell fordernd ist er. Allerhöchste Krimikunst, die höchsten literarischen Ansprüchen gerecht zu werden vermag.

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  • Bei dieser Thematik braucht es nicht nur Spannung um den Leser zu fesseln!

    Pfingstopfer

    Floh

    Autor Ulrich Woelk befasst sich mit seinem neuen Krimi „Pfingstopfer“ mit zwei, oder eher drei sehr interessanten Themen. Religiöser Fanatismus, Naturwissenschaften und Psychopathie. Neben Drogen, Geheimdienst, Prostitution und einer alten Liebe flammen in diesem spektakulären und pressehungrigen Fall lodernd auf und erhitzen die Gemüter der Kirche, der Ermittler und Anton Glaubergs Privatleben. Mit seinem Ermittler, dem eigensinnigen Anton Glauberg setzt der Autor Woelk einen vorherigen Krimi gekonnt fort, ohne eine Fortsetzung aus dem neuen Krimi zu machen. Hier stoßen Kirche, Glaube, Moral, Wissenschaft, Ethik, Gesetz und Korruption aufeinander. Erschienen im dtv Verlag (http://www.dtv.de/) „Du sollst nicht töten. Wenn sie es mit einem religiösen Fanatiker zu tun hatten, dann hatte er dieses Gebot missachtet.“ (Seite 48) Inhalt: "Ein bizarrer Mord: Im Garten eines freikirchlichen Gemeindehauses wird die Leiche einer Prostituierten gefunden. In ihrem Schädel findet sich ein Zettel mit einer religiösen Botschaft: »Die Wahrheit wird euch frei machen.« Als der Kriminalbeamte Anton Glauberg vom Tatort nach Hause kommt, sitzt überraschendseine ehemalige Kollegin Paula Reinhardt vor der Tür. Reinhardt war vor Jahren selbst wegen Mordes verurteilt worden – jetzt ist sie auf Bewährung wieder frei. Glauberg nimmt Paula mit auf seine Ermittlungen, die ihn bald zu einem Forscher am Max-Planck-Institut für Neurobiologie führen. Dieser hatte aus wissenschaftlicher Perspektive Gott für tot erklärt – und damit die Vertreter der Freikirche gegen sich aufgebracht." Handlung: Alles fängt ganz unverfänglich mit einem ruhigen und verregneten Sonntag an, an dem in der Freikirche ein Gottesdienst stattfinden soll, als der Gemeindevorsitzender Pohlsen einen erschreckenden und grauenhaften Fund im Park der Kirchengemeinde macht. Eine Frau, rasiert, nackt , schutzlos und tot liegt im Regen auf einer Art symbolischen Altar samt Opferbeigaben. Ein Anblick des Grauens, direkt auf die entblößte Scham der jungen Frau. Allein der inszenierte Tod und die Darbietung dieser Frau reicht nicht aus, es ist die Botschaft, die diese Tötung und Zurschaustellung preis gibt, die den eigensinnigen Ermittler Anton Glauberg fast an seine beruflichen, moralischen und privaten Grenzen bringt. Eine Recherche und Ermittlung im Kontext zwischen Religion, Fanatismus, Besessenheit und Wissenschaft, Erkenntnis und einer längst vergangenen, aber nie vergessenen Geschichte. Was bedeutet schon der Tod einer lästigen Prostituierten? Und dann auch noch einer drogenabhängigen jungen Prostituierten, die wohl niemand so schnell vermissen wird? Was wiegt höher? Der kirchliche Glaube an Gott und die Schöpfung, oder fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse? Die Macht des Geldes und des Ansehens, oder die kirchliche Reinheit und Korruption? Glauberg, der aufgrund seiner über zehn Jahre zurückliegenden Vergangenheit gebranntmarkt ist und sich auch in seinen Vorgehen und Methoden nicht immer korrekt verhalten hat, stößt auch hier wieder einmal auf Moral versus Gesetz. Glauberg nimmt diesen Fall ernst, und ahnt nicht, dass diese Ermittlungen ihm immer wieder auch seine eigene Vergangenheit, Verletzlichkeit und Grundwerte drastisch vor Augen führen wird. Ein Gewissenskonflikt zwischen Recht, Ordnung, Dienst, Gerechtigkeit, Verpflichtung, Verantwortung, Gefühlen, Emotionen und Prioritäten entsteht. Gnadenlos ermittelt Glauberg, auch wenn seine alte Liebe Paula seine Wege unergründlich kreuzt, er ermittelt auf eigene Faust weiter und bizarre und erschütternde Abgründe tun sich auf. Wird Anton Glauberg den Bruch zwischen Religion und Glaube und Wissenschaft und Fakten brechen? Wird er den Fall aufklären? Kann er für Gerechtigkeit sorgen? Kann er mit seiner Vergangenheit abschließen? Wird er für seinen Sohn Felix nach 17 Jahren da sein? Wird er den Spalt, die Kluft zwischen Glaube und Fakt schließen? Oder liegt das Fundament der Tötung im Bereich der Besessenheit und Psychopathie? „Die kreuzförmige Naht im Schädel der Frau war aufgetrennt und die Kopfhaut zur Seite geklappt worden. Dort, wo die einzelnen Hautlappen einander berührt hatten, klaffte ein kreisrundes Loch in der darunterliegenden Knochenschale. Das Gehirn darunter war ausgehöhlt worden.“ (Seite 43) Schreibstil: Der Schreibstil des Autors besitzt eine grade Linie. Autor Ulrich Woelk weicht wenig von seinem Haupthandlungsstrang ab und hält den Fokus überwiegend auf den mysteriösen und scheinbar nebensächlichen Mordfall einer Prostituierten aus der Drogenszene. Ulrich Woelk taucht ein in die Welt der christlichen Riten, Predigten, Grundsätze und Denkweisen. Er öffnet aber auch die erschreckenden Wahrheiten der damaligen DDR-Regierung, der Staatssicherheit, des BKA und letztendlich der Vergangenheit von Glauberg. Er durchleuchtet die Kirche, die Gebote und einige für den Fall interessante Bibelbotschaften. Autor Woelk taucht erschreckend in die Welt der Hirnforschung, der Neurowissenschaften und der Bildungsregierung ein. Moral und Ethik. Geld und Macht. Bestechung und Erpressung...Der Autor Ulrich Woelk greift gekonnt Vorkommnisse aus einem vorherigen Krimi mit Protagonist Glauberg und seiner damaligen Liebe Paula auf und verwebt Stücke daraus in seinen aktuellen Fall, die gravierende private und berufliche Wendungen für Glauberg bedeuten. Der Autor U. Woelk besitzt neben dem schreiberischen Können, ein geballtes Wissen über Medizin, Polizeiarbeit, Kirche und Kultur, Religion und Glaube, Wissenschaft und Forschung. Hier merkt man, dass der Autor gute Recherche betrieben hat, und somit einen schlüssigen Krimi aufweisen kann. Gerne gibt er diese Eindrücke und das Wissen an die Leser weiter. Dieser Krimi liest sich eher wie ein Roman. Die Spannung und die Wendungen sind eher flach und fließend. Hier dominieren vorwiegend die Charaktere und die Thematik. Durch sein Knowhow schreibt er klar, überzeugt, selbstbewusst und lässt durch Realität und Entsetzen diesen Krimi so glaubwürdig wirken. Der Leser hat bis zum Schluss das Gefühl, selber nicht zu wissen, wo der Täter zu suchen und zu finden ist. Der überraschende Showdown führt einen Täter zu Tage, den man wirklich nicht erahnt hätte. Dennoch hätte ich mir insgesamt mehr Höhen und Tiefen im Bereich der Spannung und des Nervenkitzels gewünscht. So habe ich einen soliden und bodenständigen Krimi lesen dürfen, der dahin ermittelt und erst gegen Ende sagenhaftes Erstaunen im Mordfall bietet. „Man könnte von einer Form des chirurgischen Exorzismus sprechen.“ (Seite 107) Charaktere: Eine raffinierte Auswahl an Protagonisten und Charakteren begegnen wir hier in diesem Buch. Hier lernen wir Rollen und Nebenrollen aus allen Kulturschichten, Bildungsschichten, religiöse und politisch und wissenschaftlich motivierte Kreise, unterschiedlichste Berufsfelder und aber auch Charaktere mit unterschiedlich verlaufenden Vergangenheiten kennen. Hier schöpft der Autor aus den Vollen, und überzeugt durch seine Charaktere. Anton Glauberg, ein ambitionierter Ermittler, der seinen Job ernst nimmt und für Gerechtigkeit sorgt, dafür geht er auch mal über Freundschaft und Befangeheit. Mit allen Mitteln und Wegen. An seiner Seite, sein Kollege Spiller, der trotz aller Skepsis an Glaubergs Seite währt. Ein Hauptprotagonist, die vielen Vieze-Hauptprotagonisten und die schmückenden Nebendarsteller. Autor Woelk hat so viele Charaktere erschaffen, und bringt sogar altbekannte aus anderen Veröffentlichungen in die Story ein. Jeder der beschriebenen Protagonisten ist auf seine eigene Art speziell und dennoch gegensätzlich. Die Darstellung der handelnden Personen ist authentisch und personifiziert geschildert. So bekommt der Leser die Möglichkeit Handlungen zu verstehen und sich auch mit ihnen zu identifizieren. „Und nur das ist meine Lebensmission: Der Himmel voll, die Hölle leer.“ (Seite 151) Schauplätze: Hier weiß es der Autor besonders zu glänzen, hier beschwört er eine unglaublich reale Atmosphäre der nordfriesischen Küstenregion hervor, er bietet Blicke in das Landleben, der Idylle, ein Ausflug ins pulsierende Hamburg, das verschlafene Plön und in die Welt der Freikirche und der Forschungseinrichtungen, sowie der Schule, einem Tatoostudio und der Psychiatrie. Die einzelnen Schauplätze sind so vielzählig und flächendeckend wie das ganze Konstrukt an Problemen und Puzzleteilen für diesen Krimi und wie die einzigartigen Charaktere in dem Buch. Bizarre Orte, tiefe Abgründe, neue Welten, entsetzliche Kulissen, aber auch die gute biedere Gemütlichkeit und Geborgenheit einer einst heilen Familie kommen nicht zu kurz. Der Autor Ulrich Woelk bietet dem Leser einen Blick in die Welt des Glaubens, der Wissenschaft und der Psychopathie und in die Welt des Ermittlers Anton Glauberg. „Vielleicht würde die Wissenschaft deshalb immer ein Gedankengebäude für wenige bleiben: Mit dem Glauben konnte man leben – mit der Wissenschaft konnte man sich nur abfinden.“ (Seite 154) Meinung: Dieser Krimi liest sich eher wie ein Roman. Als Roman grandios, als Krimi leider etwas schwach. Doch auch wenn es Schwächen gibt ist genügend Potential nach oben und lässt mich nichtsdestotrotz auf einen weiteren Fall um und mit Glauberg hoffen. Mich beeindruckt besonders die intensive Recherche und das faktische Wissen des Autors. Sehr gelungen! Gerade das Team um A. Glauberg und seine private Einstellung bieten genügend Stoff für weitere Werke. Fasziniert bin ich davon, wie es dem Autor gelingt, diese unzähligen Facetten, Themen und Eindrücke in einem Plot zu verarbeiten. Dieser Krimi bedient viele Emotionen. Er wandert nicht nur auf der Schiene von Abscheu, Ekel und Mord, nein dieser Krimi stößt an, weckt Gedanken auf, informiert und bewegt zum Sinnieren. Sprachlich sehr gewandt und von Intelligenz und Know how geprägt. Der Roman zog mich (nicht als Krimi, sondern als einfacher Roman) von Beginn an in das Geschehen und ich konnte das Buch ungern aus der Hand legen. Faszination, Empörung, Leid und Neugier packen den Leser und binden ihn an die Ereignisse. Das Buch schwächelt leider auch an bestimmten Punkten, die ich trotz meiner positiven Stimmung nicht ungenannt lassen möchte. Hier liegen dann auch die anderthalb Sterne Abzug, da es das Genre Krimi bedient, und das leider nicht genügend Spannung bietet... Das Buch bewegt sich oft zu weit vom Kern Krimi und polizeilicher Ermittlung weg und die Erkenntnisse und Zusammenhänge erschließen sich leider erst recht spät. Wäre das Buch nicht so geballt an Informationen, Hintergründen und Wissen, wäre es mir bestimmt etwas langatmig vorgekommen... Hier hat der Autor sicher noch Potential. Cover / Buch: Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang. Das Cover gefällt mir mehr als gut. Wunderbar. Es passt zum Titel und zum spannenden und vielversprechenden Klapptext, der auf die brisante Thematik hindeutet. Der Autor: „Ulrich Woelk, 1960 geboren, in Köln aufgewachsen, studierte in Tübingen Physik und promovierte 1991 an der TU Berlin, wo er bis 1994 als Astrophysiker tätig war. Literarische Arbeiten seit den 1980er Jahren; »Aspekte«-Literaturpreis für das Debüt ›Freigang‹ (1990). Seither erschienen Romane, Erzählungen, Theaterstücke. Der Roman ›Die letzte Vorstellung‹ wurde mit Heino Ferch und Nadja Uhl für das ZDF verfilmt (›Mord am Meer‹). Ulrich Woelk lebt in Berlin.“ Fazit: Als Roman unschlagbar, als Krimi aber bis auf den Showdown doch etwas schwach! Dennoch sehr lesenswert! 3,5 Sterne gerundet zu fairen 4 Sternen!

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