Rückspiel

von Ulrich Woelk 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Rückspiel
Bestellen bei:

Zu diesem Buch gibt es noch keine Kurzmeinung. Hilf anderen Lesern, in dem du das Buch bewertest und eine Kurzmeinung oder Rezension veröffentlichst.

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Rückspiel"

Die Hochzeit endet mit einen Eklat: Auf seine »Jugendsünden« während der Studentenproteste Ende der sechziger Jahre angesprochen, beschimpft der Bräutigam seinen ehemaligen Lehrer als alten Nazi, der einen Schüler in den Tod getrieben habe. Ein politischer Generationskonflikt bricht auf, der wie Stirner, der jüngere Bruder des Bräutigams, weiß, - auch private Ursachen hat. Scheinbar unbeteiligt und nur aus Neugier, spürt Stirner den Gründen des Streits nach, der sowohl in der Zeit des Nationalsozialismus als auch in jenem legendären Jahr 1968 wurzelt. Seine Recherchen führen ihn nach Berlin, doch was er in den Wirren der deutschen Vereinigung aufdeckt, erweist sich als ein Liebesdrama, das auch ihn selbst betrifft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423135597
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.05.2007

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne0
  • 4 Sterne3
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    abschaffels avatar
    abschaffelvor 11 Jahren
    Rezension zu "Rückspiel" von Ulrich Woelk

    entgegen der darstellung des klappentextes ist dieser roman mitnichten eine beschreibung des debakels der APO-generation. durch die alte gleichsetzung des ich-erzählers mit dem autor hat der rezensent kapitalen schiffbruch erlitten. vielmehr entlarvt woelk im laufe der handlung die eindimensional-kritische aversion des ich-protagonisten als folge einer weitreichenden psychogenese, die auf den ungeheuren generationenkonflikt der 60er und 70er jahre folgte. die großen sprüche seines APO-bruders sind zu hohlen phrasen einer gelähmten generation gefroren. der "kleine bruder" ist enttäuscht über die ausgebliebene revolte, über das einknicken des bruders vor der elterlichen/staatlichen gewalt, vor dem über-ich.
    in zweimal sieben tagen legt der kleine bruder bekenntnis ab, über seine flucht nach berlin, über seine recherche der vergangenheit des bruders, nachdem es bei dessen hochzeit, diesem inbegriff des bürgerlichen scheiterns, zu einem eklat gekommen ist, als der vater seinen späten triumph über den ehemals renitenten sohn auskosten wollte - im beisein des alten faschistischen geschichtslehrers.
    genial ist der kunstgriff, die rekonstruktion der ernüchternden 68er-ereignisse im taumel der stattfindenen wiedervereinigung zu spiegeln. etwas allerdings trübt den gesamteindruck.
    dass die handlung in rückblenden 2 erinnerungsebenen ausleuchtet ist nicht das problem, es ist eher der versuch des autors in diese handlungsdichte, die von einem ernüchternd melancholischen grundton bestimmt wird, noch eine analog verlaufende, scheiternde liebesgeschichte einzubauen. somit verliert das ende verstörend an aussagekraft.
    ulrich woelk, von dem wir bislang eher leichte, durchaus intellektuell anregende kost kannten, hat hier einen großen generationenroman vorgelegt, der den vergleich mit uwe timm nicht zu scheuen braucht.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    RexLibriss avatar
    RexLibris
    Buecherstapels avatar
    Buecherstapel

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks