Ulrich Woelk Was Liebe ist

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Inhaltsangabe zu „Was Liebe ist“ von Ulrich Woelk

Eine Liebesgeschichte, eine TragödieRoland Ziegler ist 36 Jahre alt, Unternehmer und ein kluger, selbstbewusster Mann. Im Herbst 1999 lernt er in Berlin zufällig Zoë kennen, eine etwas jüngere Jazzsängerin. Überraschend begleitet sie ihn auf eine Reise nach Amsterdam, wo sie für Roland zu seiner großen Liebe wird. Die Geschichte seiner eigenen Familie und des Unternehmens aber holt ihn ein: Er wusste zwar, dass sein Unternehmen während des Kriegs Zwangsarbeiter beschäftigte, aber erst jetzt erfährt Roland, dass sich seine Eltern deshalb in den Sechzigerjahren getrennt hatten. Plötzlich steht infrage: Wer ist Zoës Mutter, und wer ist Zoë? Ein Roman, der mit viel Spannung auslotet, wie unsere Geschichte die Gegenwart prägt – und unsere Liebe.

Unaufgeregt und sehr ergreifend wird ein nicht ganz neues Thema zum Inhalt dieses schönen Romanes

— Schuemel
Schuemel

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    Was Liebe ist
    Juana

    Juana

    24. June 2013 um 14:53

    Roland Ziegler ist ein kluger, besonnener Mann Mitte dreißig, Jurist und Mitinhaber eines elektrotechnischen Familienunternehmens mit Sitz in Frankfurt, das sein Großvater in den dreißiger Jahren gegründet hat. Trotz Epilepsie hat er sein Leben unter Kontrolle; dank des richtigen Medikaments und der nötigen Disziplin ist er seit zehn Jahren anfallsfrei. Als er für ein paar Tage in Berlin ist, um an einer Konferenz über die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg teilzunehmen, lernt er in einem Café Zoe kennen. Sie ist Ende zwanzig, Jazz-Sängerin, lebt mit einem viel älteren Musikprofessor zusammen und ist so ganz anders als er: impulsiv, experimentierfreudig, hat ihre Liebe zur Musik zum Beruf gemacht. Zoe und er fühlen sich stark zueinander hingezogen, und er merkt bald, dass es mit ihr anders ist als mit anderen Frauen, dass er sich mit ihr fallen lassen kann. Ist das Liebe? Fühlt Zoe auch so? Woher kommen ihre häufigen Stimmungsschwankungen und warum verschwindet sie immer wieder? Dann muss er für ein paar Tage beruflich nach Amsterdam und sie taucht spontan am Flughafen auf. So beginnt ihre gemeinsame Zeit in Holland. Eine Woche, in der er seine Pflichten als Unternehmer verdrängt und sich ganz seiner großen Liebe hingibt. Als ob er ahnen würde, dass sie schon bald nur noch als Geschichte, die er niemandem erzählen kann, in seinem Kopf herumspuken wird. Ulrich Woelk verknüpft in seinem neuen Roman „Was Liebe ist“ geschickt Liebesgeschichte und Familiendrama. „Was ist Liebe?“, fragt sich Roland Ziegler immer wieder. Als er sechs Jahre alt war, wurden er und sein Vater von seiner Mutter verlassen; er hat nie mehr etwas von ihr gehört. Ab und zu quälen ihn noch Albträume und er glaubt nicht ans große Glück. Aber es geht ihm gut, er ist zufrieden mit seinem Leben, selbstbewusst und stolz, wie er es geschafft hat, sich trotz seiner Krankheit beruflich zu behaupten und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Die Beschäftigung mit seiner Familiengeschichte und die gleichzeitige Entdeckung seiner Zweisamkeit mit Zoe führt dazu, dass Ziegler in Holland gleich mehreren Familiengeheimnissen auf die Spur kommt. Ulrich Woelk lässt dabei ein paar Zufälle zu viel zum Einsatz kommen, dadurch erhält der Roman zwischenzeitlich etwas Märchenhaftes, was so gar nicht zur bestechend klaren, eindringlichen Sprache passt. Glücklicherweise findet Woelk einen Schluss, der diesen überaus fesselnden Roman wieder erdet.

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  • Leserunde zu "Was Liebe ist" von Ulrich Woelk

    Was Liebe ist
    UlrichWoelk

    UlrichWoelk

    Herbst 1999. Roland Ziegler reist als Mitinhaber eines Familienunternehmens nach Berlin, um an einer Konferenz über die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen. In einem Café lernt er Zoe kennen, eine junge Jazz-Sängerin, die ihm abends bei einem Konzert einen klassischen Song widmet: ›You don't know, what love is.‹ Zoe begleitet Roland nach Amsterdam und wird für ihn zu seiner großen Liebe. Befreit von alltäglichen Zwängen erleben sie eine vorher nie gekannte Nähe. Doch die Familie, die Firma und deren Vergangenheit melden sich bald zurück. Und Zoe ist plötzlich verschwunden. Was ist Liebe? Können wir lieben, ohne unsere Vergangenheit zu kennen? ›Was Liebe ist‹ erzählt von zwei sehr gegensätzlichen Menschen, die eines verbindet: Angehörige einer Generation zu sein, die den Versprechungen der großen Gefühle misstraut. Und die am Ende genau das erleben, was ihnen unmöglich erschien: Eine große Liebesgeschichte. Auf literaturmarkt.info hieß es über den Roman: ›Was Liebe ist‹ von Ulrich Woelk ist eine zarte Versuchung, der kein Leser widerstehen kann. Dieser Roman bringt die Seele zum Klingen und gehört zu den (literarischen) Highlights dieses Jahres. Zweifellos! Das hört man als Autor natürlich gern. Wer Lust hat mitzulesen, sei hiermit herzlich eingeladen. Ulrich Woelk

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  • "Was Liebe ist" berührt

    Was Liebe ist
    Gela_HK

    Gela_HK

    14. June 2013 um 23:25

    Der Unternehmer Roland Ziegler ist in Berlin auf dem Weg zu einer Konferenz die über Entschädigungsfragen für Zwangsarbeiter tagen soll. Bevor er dort eintrifft, ahnt er, dass er einen Epilepsie-Anfall bekommen könnte. Schutzsuchend wählt er ein Cafe aus und setzt sich auf einen freien Platz, der eigentlich schon von Zoe besetzt war. Als diese erscheint, nimmt sie Roland spontan mit hinauf in ihre Wohnung, um ein Schmerzmittel für ihn zu suchen. Überrascht stellen beide fest, dass sie die gemeinsame Leidenschaft für Musik verbindet. Bevor sie sich jedoch richtig kennenlernen können, taucht Zoe's wesentlich älterer Lebensgefährte auf und Roland verläßt die Wohnung. Doch es soll nicht bei dieser zufälligen Bekanntschaft bleiben. Ulrich Woelk erzählt sehr direkt und schonungslos über eine schicksalhafte Begegnung zweier Menschen. Durch die leisen aber intensiven Töne und teilweise nur angedeuten Emotionen der Protagonisten spürt man die Leidenschaft, Krankheit, Liebe, Trauer und Verzweiflung hautnah. In verschiedenen Erzählsträngen erfährt man, wie das bisherige Leben von Roland Ziegler verlaufen ist. Die Entstehungsgeschichte der Fa. Ziegler und die damit verbundene Vergangenheit mit Zwangsarbeitern im Dritten Reich wird beleuchtet. Mit allem verknüpft ist die Liebesgeschichte zwischen Roland und Zoe, die ungeahnte Weiten eröffnet. Mit der Hauptperson Roland Ziegler fühlt man sich gleich verbunden. Durch seine Krankheit unterlegt er sich einem klar festgelegten Rhythmus. Er verbietet sich sogar Gefühle, damit er durch seine Epilepsie einer Partnerin nicht zur Last fällt oder bemitleidet wird. Die selbstzerstörerische, charismatische Zoe bringt dann plötzlich sein Gefüge ins Wanken und reißt Wunden auf. Dabei spielt immer wieder Musik eine große Rolle. Sie verbindet die beiden und führt sie zusammen. Was als ungewöhnliche Liebesgeschichte beginnt kristallisiert sich immer mehr als schicksalhafte Begegnung heraus, die den Leser in ihren Bann zieht. Man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hofft mit den beiden Protagonisten. Bis zum Schluss gibt es immer wieder überraschende, bewegende Momente, die einen innehalten lassen. Mich hat dieses Buch sehr berührt. Eine Leseempfehlung für garantiert bewegende Gefühle.

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  • Trifft mitten ins Herz

    Was Liebe ist
    Dreamworx

    Dreamworx

    02. June 2013 um 12:46

    Im Herbst 1999 reist Firmenmanager Roland Ziegler für eine Konferenz, die sich mit der Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter während des zweiten Weltkriegs beschäftigt, nach Berlin und lernt dort die junge Jazz-Sängerin Zoe in einem Café kennen. Roland ist ein Mann in den mittleren Jahren, aufgrund seiner Epilepsieerkrankung Single und in seinem Leben sehr strukturiert, was typisch ist für Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen. Zoe lebt mit ihrem sehr viel älteren Professor zusammen, hat ein zerrissenes und teilweise auch selbstzerstörerisches Wesen und wirkt wie ein Mensch auf der Suche. Im Café erleidet Roland einen Anfall und Zoe nimmt ihn mit in ihre Wohnung, damit er sich kurz sammeln kann. Als Roland den Flügel in der Wohnung sieht, kann er sich nicht zurückhalten und spielt nach Jahren einige Takte eines Liedes, die das Band dieser beiden zufällig Begegneten fest aneinander schmiedet, von einem Moment auf den anderen. Zoe begleitet Roland auf seiner weiteren Reise, die Vertrautheit zwischen den beiden wird immer inniger. Nebenbei beschäftigt sich Roland mit der Vergangenheit seines Familienunternehmens und ganz langsam kristallisiert sich heraus, dass auch Zoe etwas mit seiner Vergangenheit zu tun hat. Ulrich Woelks Roman „Was Liebe ist“ ist ein sehr berührendes Buch, auf das sich der Leser einlassen muss. Man kann gar nicht anders. Woelks Schreibstil ist sehr direkt, beinahe emotionslos und dadurch noch viel intensiver, da er nichts beschönigt oder ausschmückt, sondern einfach nur erzählt. Dadurch werden die Gefühle und Emotionen der Geschichte umso deutlicher hervorgehoben. Die Protagonisten, vor allem Roland, sind hervorragend herausgearbeitet, so dass man sich ihnen irgendwie nahe und verbunden fühlt und ihre Verzweiflung, Liebe, Leidenschaft und auch ihre Trauer geradezu spüren kann. Ulrich Woelk hat ein außerordentliches Talent, eine wunderschöne traurige Geschichte in leisen Tönen zu erzählen. Dieses Buch berührt einen bis tief in die Seele und wirkt noch lange, lange Zeit nach. Eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die sich von einer besonderen Geschichte einfangen lassen möchten und die vor tiefen Emotionen keine Angst haben!!!

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  • Die Facetten der Liebe

    Was Liebe ist
    Bella5

    Bella5

    22. May 2013 um 12:30

    "Herbst 1999. Roland Ziegler reist als Mitinhaber eines Familienunternehmens nach Berlin, um an einer Konferenz über die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen. In einem Café lernt er Zoe kennen, eine junge Jazz-Sängerin, die ihm abends bei einem Konzert einen klassischen Song widmet: ›You don't know, what love is.‹ Zoe begleitet Roland nach Amsterdam und wird für ihn zu seiner großen Liebe. Befreit von alltäglichen Zwängen erleben sie eine vorher nie gekannte Nähe. Doch die Familie, die Firma und deren Vergangenheit melden sich bald zurück. Und Zoe ist plötzlich verschwunden. Was ist Liebe? Können wir lieben, ohne unsere Vergangenheit zu kennen? Eindringlich und klar erzählt Ulrich Woelk von zwei sehr gegensätzlichen Menschen, die eines verbindet: Angehörige einer Generation zu sein, die den Versprechungen der großen Gefühle misstraut. Und die am Ende genau das erleben, was ihnen unmöglich erschien: Eine große Liebesgeschichte." Ulrich Woelk packt in seinem Roman ein" heisses Eisen " an. Zwangsarbeit im "Dritten Reich". Manche Unternehmen in Deutschland verdanken diesem Umstand auch heute noch ihren Wohlstand (von den Enteignungen ganz zu schweigen), und als die Verhandlungen um Entschädigungen durch die Presse gingen, hatte man nicht unbedingt den Eindruck von Einsicht.  Diesen Themenkomplex verbindet er mit einer Liebesgeschichte, die als amour fou angelegt ist, mich aber nicht so sehr berühren konnte. Stilistisch und sprachlich bewegt sich der Roman auf hohem Niveau. Der Protagonist ist eine ausgezeichnet ausgearbeitete Figur. Die Geschichte verfügt über eine erzählerische Tiefe, die man in der Unterhaltungsliteratur nicht mehr oft findet. Für mein Empfinden stand jedoch die Liebesgeschichte zu sehr im Vordergrund. Die story fordert den Leser heraus und regt zum Nachdenken an. Viele Themen werden angeschnitten - wie weit darf Selbstverwirklichung gehen, kann man die Vergangenheit so einfach "abhaken" und wie verhält sich die Gesellschaft gegenüber  chronisch Kranken ? Woelk umschifft dabei so ziemlich alle Klischeeklippen und gibt der Erzählung am Ende eine überraschende Wendung.

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  • Rezension zu "Was Liebe ist" von Ulrich Woelk

    Was Liebe ist
    Rosen-Rot

    Rosen-Rot

    22. May 2013 um 09:35

    Roland reist im Jahr 1999 nach Berlin, um an einer Konferenz über Zwangsarbeiter im Dritten Reich teilzunehmen. In einem Cafe lernt er die Jazz-Sängerin Zoe kennen, die sofort eine starke Anziehungskraft auf ihn ausübt. Gemeinsam reisen die beiden nach Amsterdam und erleben dort eine Zeit voller Liebe und Leidenschaft. Doch dann erfahren sie etwas über die Vergangenheit und über sich selbst, das alles verändert. „Was Liebe ist“ ist nicht einfach nur ein Liebesroman. Es geht um Krankheit, Geheimnisse und die Geschichte der deutschen Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg. All diese Ereignisse verwebt der Autor geschickt zu einer Geschichte, in der die Fäden immer mehr zueinander laufen. Roland und Zoe verlieben sich ineinander, müssen dann aber erkennen, dass man nicht lieben kann, ohne die Vergangenheit des anderen zu kennen. Doch diese Vergangenheit bringt viele Probleme mit sich, und als Leser wird man immer wieder von den Geschehnissen überrascht. Insgesamt ist dies ein sehr schön erzählter Roman. Doch leider steht die Vergangenheit im Dritten Reich viel zu sehr im Vordergrund, so dass die Liebesgeschichte ein bisschen zur Nebensache wird.

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  • Was Liebe ist

    Was Liebe ist
    Manu2106

    Manu2106

    21. May 2013 um 08:26

    Herbst 1999. Roland Ziegler reist als Mitinhaber eines Familienunternehmens nach Berlin, um an einer Konferenz über die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen. In einem Café lernt er Zoe kennen, eine junge Jazz-Sängerin, die ihm abends bei einem Konzert einen klassischen Song widmet: ›You don't know, what love is.‹ Zoe begleitet Roland nach Amsterdam und wird für ihn zu seiner großen Liebe. Befreit von alltäglichen Zwängen erleben sie eine vorher nie gekannte Nähe. Doch die Familie, die Firma und deren Vergangenheit melden sich bald zurück. Und Zoe ist plötzlich verschwunden. Was ist Liebe? Können wir lieben, ohne unsere Vergangenheit zu kennen? ›Was Liebe ist‹ erzählt von zwei sehr gegensätzlichen Menschen, die eines verbindet: Angehörige einer Generation zu sein, die den Versprechungen der großen Gefühle misstraut. Und die am Ende genau das erleben, was ihnen unmöglich erschien: Eine große Liebesgeschichte. Roland wirkt sehr sympathisch, man fühlt im laufe des Buches mit ihm mit. Auch die anderen Protagonisten werden toll Beschrieben. Man bekommt einen Einblick, wie es ist mit Rolands Krankheit, der Epilepsie, zu leben, diese wird sehr ausführlich Beschrieben. Es ist eine Liebesgeschichte, die eigentlich im ganz klassischem Sinne beginnt...Doch Endet sie auch so? Das am besten selber lesen. Es passiert sehr vieles in dieser Geschichte womit man nicht rechnet. Sehr geschickt wurden die Vergangenheiten der im Roman mitwirkenden Personen miteinander verstrickt, es ist sehr interessant. Auch spielt die deutsche Vergangenheit hierbei eine Rolle, die führt uns zurück in die Zeit des Nationalsozialismus. Es ist ein sehr schönes Buch, man findet sich schnell ein. Der Schreibstil ist super, die Kapiteleinteilung ist klasse gemacht, es lässt sich flüssig lesen, man möchte es auch kaum mehr aus der Hand legen, weil man wissen möchte wie es weitergeht.

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  • Was Liebe ist von Ulrich Woelk

    Was Liebe ist
    Helli

    Helli

    14. May 2013 um 00:12

    Was Liebe ist von Ulrich Woelk Buch:     Herbst 1999. Roland Ziegler reist als Mitinhaber eines Familienunternehmens nach Berlin, um an einer Konferenz über die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen. In einem Café lernt er Zoe kennen, eine junge Jazz-Sängerin, die ihm abends bei einem Konzert einen klassischen Song widmet: ›You don't know, what love is.‹ Zoe begleitet Roland nach Amsterdam und wird für ihn zu seiner großen Liebe. Befreit von alltäglichen Zwängen erleben sie eine vorher nie gekannte Nähe. Doch die Familie, die Firma und deren Vergangenheit melden sich bald zurück. Und Zoe ist plötzlich verschwunden. Was ist Liebe? Können wir lieben, ohne unsere Vergangenheit zu kennen? ›Was Liebe ist‹ erzählt von zwei sehr gegensätzlichen Menschen, die eines verbindet: Angehörige einer Generation zu sein, die den Versprechungen der großen Gefühle misstraut. Und die am Ende genau das erleben, was ihnen unmöglich erschien: Eine große Liebesgeschichte.   Autor:     Ulrich Woelk, 1960 geboren, in Köln aufgewachsen, studierte in Tübingen Physik und promovierte 1991 an der TU Berlin, wo er bis 1994 als Astrophysiker tätig war. Heute lebt der Erzähler und Dramatiker als freier Schriftsteller in Berlin. Literarische Arbeiten seit den 1980er Jahren; »Aspekte«-Literaturpreis für das Debüt ›Freigang‹ (1990). Weitere Romane und Erzählungen: ›Rückspiel‹, ›Amerikanische Reise‹, ›Liebespaare‹, ›Die letzte Vorstellung‹, ›Einstein on the lake‹, ›Die Einsamkeit des Astronomen‹, ›Schrödingers Schlafzimmer‹ und ›Joana Mandelbrot und ich‹. Im Frühjahr 2013 erscheint der Roman ›Was Liebe ist‹.   Meinung:      Das Buch ist eine Wucht und es verleitet zum Nachdenken. Ich habe viel weniger von der Geschichte erwartet und habe viel mehr bekommen. Die Story hat mich dermaßen berührt, in jeder Hinsicht, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Der Schreibstill des Autors verleitet aber auch zum schnellen lesen. Es handelt um eine Familiegeschichte, die verwoben wird durch Gegenwart und Vergangenheit. Die Geschichte der Protagonisten ist so tief geschildert, dass man sich sehr gut in sie hineinversetzen kann. Zum Schluss merkt man, dass alle Themen behandelt wurden - wie Trauer, Leidenschaft, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung – und auch so Detailgetreu, dass man in der Geschichte eintaucht.   Fazit:      Ein Werk mit vielen Emotionen geladen. Wer sich mit diesen Gefühlen berühren möchte, der ist genau richtig bei diesem Buch. Lesenswert!

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  • Ein großer Roman

    Was Liebe ist
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    28. March 2013 um 16:21

    Ulrich Woelk, der sich als ehemaliger Astrophysiker nach seinem Berufswechsel in die Schriftstellerzunft  zunächst in drei „Naturwissenschaftler-Novellen“ mit Einstein, Schrödinger und Joana Mandelbrot befasste, hat nun in seinem neuen Roman zwei Themen meisterhaft zusammengeführt, die ich in dieser Zusammenstellung noch nicht beschrieben gelesen habe.   Eingedenk der Einsicht, dass besonders in Deutschland das Vergangene noch längst nicht vergangen ist, verknüpft er die Geschichten seiner Protagonisten mit der Geschichte der Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Wie diese Vergangenheit mit der aktuellen Gegenwart zunächst dunkel und dann im Laufe des Romans immer offensichtlicher werdend, verknüpft ist, muss die männliche Hauptperson des Buches schmerzlich, letztlich aber befreiend erleben.   Als der Mitinhaber der Ziegler-Gruppe,  der ledige Roland Ziegler im Jahr 1999, mit dem das Buch beginnt, in Berlin an einer Konferenz unter der Leitung von Bundeskanzler Schröder zur damals noch ungelösten Entschädigungsfrage für noch lebende Zwangsarbeiter der Nazis teilnimmt, äußert er sich zum Erstaunen vieler seiner Unternehmerkollegen sehr klar und deutlich für eine großzügige Lösung, bevor er wegen eines drohenden Anfalls die Konferenz plötzlich verlassen muss. Der noch ledige Roland Ziegler ist seit  langem Epileptiker und hat die Krankheit aber mit Medikamenten und eine großen Selbstdisziplin im Griff.   Kurz vorher hat er die Jazzsängerin Zoe kennengelernt, die auf ihn von der ersten Sekunde eine Anziehungskraft ausübt, die er so noch nie erlebt hat. Von nun an jongliert Ulrich Woelk sehr gekonnt mit drei Erzählfäden. Da ist zunächst die Lebensgeschichte von Roland Ziegler, der als kleiner Junge über Nacht von seiner Mutter verlassen wurde, als die sich vom Vater trennte und dann ohne Nachricht verschwand. Es ist dieses Trauma des Verlassenwerdens, die nicht nur seine Krankheit beförderte. Es ist auch die Tatsache, dass er, obwohl als Erbe materiell abgesichert und auch sehr gut aussehend, die Liebe zu einer Frau nie zugelassen hat. Dann ist der Strang, der aus einer länger zurückliegenden Vergangenheit in die Gegenwart hineinspielt, die Geschichte der Zwangsarbeiter der Firma Ziegler. Und zuletzt die Liebesaffäre Roland Zieglers mit Zoe, für die er seine Aufgaben vernachlässigt und auch die Sorge um seine Krankheit. Zoe ist liiert mit einem älterem wohlhabenden Mann namens Piet, der sie von sich abhängig gemacht hat, und dem gegenüber Roland zeigen will, dass Zoe für ihn selbst bestimmt ist.   Als Roland Ziegler nach Holland zu einer lange nicht gesehenen Tante reist, begleitet ihn Zoe, und ihre Liebe und Leidenschaft wird fast unerträglich stark. Starker Tobak für ihn sind aber auch die Informationen, die er von seiner Tante erhält über das, was damals geschehen ist, und warum sowohl sie als auch Rolands Mutter die Familie verlassen mussten.   Er muss an einer zentralen Stelle schmerzlich erkennen: „Aber unter der Oberfläche gab es etwas, das wir nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten: die Vergangenheit.“   Sehr geschickt verwebt Ulrich Woelk diese Einsicht mit den Lebensgeschichten der Hauptpersonen und gibt ihnen am Ende eine erstaunliche und hoffnungsvolle Wendung. Ich halte „Was Liebe ist“ für einen großen Roman, dem es hervorragend gelungen ist, auf dem Hintergrund einer verdrängten deutschen Familiengeschichte von der großen Kraft der Liebe und der Versöhnung zu sprechen.              

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  • Rezension zu "Was Liebe ist" von Ulrich Woelk

    Was Liebe ist
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    01. March 2013 um 13:14

    Wie die Vergangenheit die Gegenwart formt Das Hauptthema dieses neuen Buchs von Ulrich Woelk ist die enge Verflechtung der gegenwärtigen Personen mit dem, was ihre Vergangenheit ausgemacht und geprägt hat und wie dieses die Gegenwart der Beziehungen verändert, sobald es bekannt wird. Eine Linie, die Woelk an mehreren Fäden aufzieht, die in den Protagonisten in der ein oder andern Form sich verbinden. Verbindungen im Übrigen, die sich bei vielen der auftretenden Personen erst nach und nach, in der „Hauptgeschichte“ gar erst ganz zum Schluss, dem Leser in Gänze erschließen. Vater und Großvater Roland Zieglers, der männlichen Hauptfigur des Romans, sind mit verstrickt in die Frage der Zwangsarbeiter im dritten Reich. 1999, das Jahr, in dem der Roman beginnt, ist auch das Jahr, in dem Kanzler Schröder mit der Wirtschaft einen Weg sucht, den Klagen überlebender Zwangsarbeiter in den USA zu begegnen und Roland Ziegler ist in Berlin, um an einer Konferenz zum Thema teilzunehmen. Ein Erzählfaden, der zunächst etwas zusammenhanglos in der aufflammenden Liebesgeschichte zwischen Roland und der Berliner Jazz Sängerin Zoe wirkt. Aber ein historisches Geschehen, das durchaus sein Gewicht noch haben wird, auch in der Lebensgeschichte Rolands, ein massives Gewicht sogar für diese neue Liaison mit Zoe. Ein historischer Blick, der neben die „innere“ Geschichte tritt. Roland ist Epileptiker, ist als Junge von seiner Mutter verlassen worden, die sich damals ohne weitere Begründung von seinem Vater trennte und nie mehr gesehen war. Auch wenn er als Miteigentümer der alten Firma materiell gut versorgt ist, auch wenn er durchaus als attraktiv zu bezeichnen wäre, die Liebe lässt er nicht wirklich an sich heran. Als so traumatisch Verlassener und Epileptiker. Aber Zoe kann er kaum widerstehen. Vielleicht noch angestachelt durch den weit älteren Lebensgefährten der jungen Frau, der in aufgesetzter Souveränität beständig damit beschäftigt ist, sein Revier zu markieren, sprich, allen zu zeigen, dass Zoe die Seine ist. Als Roland Berlin wieder verlässt, um nach Holland zu einer Tante zu reisen, begleitet Zoe ihn spontan und Liebe und Leidenschaft nehmen ihren Lauf. Für eine Woche. Doch unerbittlich nähern sich die losen Fäden der Vergangenheit und mit dramatischen Wendungen erfährt Roland (und der Leser), das eine „Liebe im Vakuum der Zeit“ nicht möglich ist. Zur echten Liebe gehört auch das Wissen um die Geschichte des anderen. „Aber unter der Oberfläche gab es etwas, das wir nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten: die Vergangenheit“. Ein Gedanke, der im Übrigen von Woelk noch einmal für eine ganz andere Wendung zum am Ende des Buches nutzt. Da, wo man um die gegenseitige Vergangenheit gut weiß. Da ist anderes möglich dann doch. In klarer und einprägsamer Sprache erzählt Woelk seine Geschichte, hier und da vielleicht etwas zu sachlich wirkend, dafür aber mit Finesse. Erst im Nachhinein erschließen sich gesetzte Hinweise als solche, die auf mehr deuten, als es den Anschein hat. Der Hintergrund der Aufarbeitung der Zwangsarbeiterproblematik allerdings wirkt doch zu ausführlich beleuchtet und als Begründung für manche Geschehnisse zu konstruiert. Alles in allem ein ruhiger, wunderbar zu lesender und bildkräftiger Roman, der mit gewissen Übertreibungen (und hier und da zu erhobenem Zeigefinger) seine Grundidee der Bedeutung des Wissens um die Geschichte des anderen (und seiner eigenen) für die Liebe lesenswert in Szene zu setzen vermag.

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