Ulrike Blatter

 4,5 Sterne bei 117 Bewertungen
Autorin von Der Hütejunge, Vor dem Erben kommt das Sterben und weiteren Büchern.
Autorenbild von Ulrike Blatter (©privat)

Lebenslauf von Ulrike Blatter

Ulrike Blatter, geboren 1962 in Köln, promovierte in Rechtsmedizin und arbeitete als Ärztin in der Psychiatrie. Knapp fünfjähriger Aufenthalt in Slowenien. Seit dieser Zeit ehrenamtliches Engagement für junge Menschen auf dem Balkan – widersprüchliche Themen voller Tragik und Lebensfreude, die sich auch in ihren Texten wiederfinden. 

Ulrike Blatter veröffentlichte u.a. Kriminalromane, zahlreiche Kurzgeschichten, mehrere Kinderbücher und Lyrik. Sie wurde für ihre Texte ausgezeichnet und erhielt mehrere Schreibstipendien. Sie schreibt regelmäßig die Kolumne "Am Rande" im Südkurier und berichtet dort über ihren Schreiballtag, ihre Radreisen oder den ganz normalen Wahnsinn .

Ulrike Blatter engagiert sich seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit Schulen und Bibliotheken, für die Leseförderung bei Kindern. Sie ist Mitglied im "Verband deutscher Schriftsteller", bei den "Mörderischen Schwestern" und im "Syndikat". 

Ulrike Blatter lebt mit ihrer Familie im Hegau, nahe der Schweizer Grenze. Wenn sie nicht im Garten arbeitet, unternimmt sie gemeinsam mit ihrem Mann wochenlange Radreisen quer durch Europa.

Alle Bücher von Ulrike Blatter

Cover des Buches Der Hütejunge (ISBN: 9783870622954)

Der Hütejunge

 (27)
Erschienen am 01.09.2018
Cover des Buches Vor dem Erben kommt das Sterben (ISBN: 9783881909273)

Vor dem Erben kommt das Sterben

 (21)
Erschienen am 08.08.2016
Cover des Buches Töchter des Todes (ISBN: 9783945782453)

Töchter des Todes

 (15)
Erschienen am 17.06.2019
Cover des Buches Der Mann, der niemals töten wollte (ISBN: 9783940077967)

Der Mann, der niemals töten wollte

 (13)
Erschienen am 01.10.2010
Cover des Buches H.L. Weens - Horrortrips (ISBN: 9783945195475)

H.L. Weens - Horrortrips

 (13)
Erschienen am 01.03.2015
Cover des Buches Vogelfrau (ISBN: 9783899777611)

Vogelfrau

 (7)
Erschienen am 07.02.2008
Cover des Buches Verliebt, verlobt, tot! (ISBN: 9783944581088)

Verliebt, verlobt, tot!

 (4)
Erschienen am 15.08.2015
Cover des Buches Nur noch das nackte Leben (ISBN: 9783942446129)

Nur noch das nackte Leben

 (4)
Erschienen am 01.04.2011

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Neue Rezensionen zu Ulrike Blatter

Cover des Buches Der Hütejunge (ISBN: 9783870622954)W

Rezension zu "Der Hütejunge" von Ulrike Blatter

Verführt zum Krieg
Waschbaerinvor 3 Monaten

Kann eine erwachsene Autorin aus der Sicht eines Kindes schreiben? Ja, sie kann! Mit diesem Buch "Der Hütejunge" erbringt Ulrike Blatter den Beweis. Als Leser schlüpfen wir in eine andere Haut, übernehmen eine kindgerechte Wahrnehmung, sprechen eine anfangs kindliche Sprache, die sich später der Entwicklung des jugendlichen Protagonisten anpasst.

Der Junge, aus dessen Sicht die Zeit vor, während und auch noch nach dem WWII beschrieben wird, bleibt bis ans Ende namenlos. Einfach nur der Junge. Er ist der Jüngste in der vaterlosen Familie. Seine Mutter verlor ihren Mann durch das Regime, dem sich dieser nie beugen wollte. Jedoch, alleinerziehende Mütter waren zu dieser Zeit nicht vorgesehen. 

Das neue, tausendjährige Reich hält auch in diesem Dorf in der Eifel Einzug. Wie ein Wunder mutet es an, dass der Führer in einem Auto durch diesen vergessenen Landstrich, weit weg von Berlin fährt. Wie wichtig müssen sich da die Bewohner vorgekommen sein? Er, der große Führer lässt sich bei ihnen blicken und diese Beachtung durch diesen Übermenschen war für viele wohl wie die Begegnung mit einem Propheten. Endlich werden auch sie im hintersten Winkel der Eifel wahrgenommen, bekommen Versprechungen auf ein besseres Leben. Fallen darauf rein. Die Kinder winken begeistert mit den Fähnchen weil es alle tun. Nur die Mutter des namenlosen Jungen wird wütend, zerbricht die dünnen Holzstiele der Fähnchen und verbietet ihren Kindern diesen Spaß. Der Ärger ihrer heranwachsenden Kinder, dass ihnen diese Freude verdorben wird, bleibt nicht aus. Auch die Braunhemden der HJ sind ihr ein Dorn im Auge. Wogegen die Jungs sich nichts sehnlicher wünschen als zu ihren Freunden dort dazu zu gehören. Die Töchter freuen sich auf den Bund dtsch. Mädchen. Endlich kein Außenseiter mehr sein. 

Der Krieg beginnt und die Menschen sind im Taumel. Höchstens wenige Wochen, dann einige Monate und der Sieg gehört dem Führer - sagt man ihnen und die Leute glauben es, wollen es auch glauben. Was niemand auf dem Schirm hatte, die ersten Männer aus dem Dorf fallen für Führer Freund und Vaterland. Noch immer geht es den Dörflern recht gut, bis alles Vieh gezählt wird und niemand mehr schlachten kann wie er will. Der Hunger kommt erst später. Lustig zu lesen, wie die Landbevölkerung es schafft, dem Regime ein "Schnippchen zu schlagen" und sich Essensrationen auf die Seite zu schaffen. Welch ein Festmahl, als die Kuh unerwartet ein nicht angemeldetes Kalb zur Welt bringt,  das aber schon kurz nach der Geburt heimlich geschlachtet wird, damit es nicht abgegeben werden muss. Bauernschläue nennt man sowas. 

Der Titel "Hütejunge" ergibt sich aus der Tätigkeit des Jungen. Den Sommer über hütet er die Kühe einiger Bauern auf der Weide, träumt davon schnell erwachsen zu werden, damit er das Abenteuer Krieg noch an vorderster Front miterleben kann. 

Ist der Krieg zu Beginn auch noch so weit, irgendwann erreicht er auch diesen kleinen, grenznahen Ort in der Eifel, in dem deutsche Soldaten Quartier haben. Die Nächte im Bombenhagel verbringt die Mutter mit ihren Kindern nun im Keller. Nur noch überleben wollen sie. Wo mag ihr Ältester sein, der trotz seiner Jugend eingezogen wurde? Lange kamen keine Briefe mehr. Da ist die Angst ihn zu verlieren für den Leser greifbar. Angriffsziel wird der Bahnhof und irgendwann auch ihr Haus. Obwohl es verboten ist, wird dort geplündert. Doch wer interessiert sich noch für die Verbote des Regimes: Jeder ist sich selbst der Nächste. 

Dem namenlosen Junge wurde die Kindheit geraubt und niemand fand sich schuldig. Als er in dem Alter war mit seinen Freunden im Wald oder auf den Wiesen zu spielen, waren sie damit beschäftigt wachsam zu sein und im Bunker oder in einem Keller rechtzeitig Schutz zu suchen. Es war für sie wie ein "Abenteuer" sicher den Ortskern zu erreichen, ohne von Bordschützen der Tiefflieger erschossen zu werden. Sie wurden Meister darin, mit der Natur zu verschmelzen, damit sie aus der Luft nicht gesehen werden konnten. Für die Kinder ist der Krieg ihr Alltag.

Doch irgendwann ist der Krieg vorbei. Tagelang wurde um das Dorf gekämpft, bis endlich die Amerikaner einziehen. Endlich Frieden. Doch friedlich geht es unter den Bewohnern nicht zu. Für die Dorfbewohner geht der Kampf ums Essen weiter. Zuerst der Hunger und als wäre dies noch nicht genug, diese entsetzliche Kälte im Winter und nichts, mit dem man heizen könnte. "Fringsen" - war die Erlaubnis sich in der Not am Überfluss Anderer zu bedienen.  

Dem Buch liegen wahre Begebenheiten zu Grunde - ist also Realität, angereichert durch Phantasie. Die Autorin formte viele kluge Sätze. Etwas möchte ich aufgreifen, der wohl immer Bestand haben wird (S. 316): "...Philippine war keine Frau wie die anderen. Und der Junge lernte von ihr, dass es besser war, die oberflächlichen Erwartungen der Mitmenschen zu erfüllen, wenn man im Leben etwas erreichen und gleichzeitig seine Ruhe haben wollte. Hauptsache, die Nachbarn und Verwandten nahmen ihn so wahr, wie alle meinten, dass er sein müsste. Der Rest war dann egal. Dann hatte man seinen Frieden und konnte machen und denken, was man wollte. ..."


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Cover des Buches Der Hütejunge (ISBN: 9783870622954)pardens avatar

Rezension zu "Der Hütejunge" von Ulrike Blatter

Die Chronik einer Kindheit, eines Dorfes, eines Krieges...
pardenvor 3 Monaten

DIE CHRONIK EINER KINDHEIT, EINES DORFES, EINES KRIEGES...


Ein kleines Eifeldorf. Der Mittelpunkt der Welt. Hier wird 1934 ein Junge geboren, der keinen Namen hat. Das macht aber nichts: Er muss nur schnell erwachsen werden, bevor der Krieg vorbei ist. Denn Helden brauchen keine Namen. 

1934! Diese Zahl elektrisierte mich gleich, denn das Geburtsjahr des Jungen in diesem Roman ist auch das Geburtsjahr meines Vaters. Dass Kriegserlebnisse nicht spurlos an Menschen vorübergehen, auch und gerade nicht an Kindern, zeigte sich ganz gewiss auch an meinem Vater. Immer wieder erzählte er Episoden aus seiner Kindheit, die den Zuhörenden staunen oder fassungslos werden ließen. Er hat überlebt, seine Familie ebenso, aber den Preis hat er gezahlt - und die Generation nach ihm mit Sicherheit auch.

Daher traf die Autorin bei mir einen Nerv, als sie in der Leserunde schrieb: "Er wächst in einem totalitären Staat auf, wo sich Angst und Misstrauen ins Leben fressen. Ein Kind, dessen Lebenstraum es ist, ein Held zu werden, wird vom Krieg eingeholt. Dieser Roman beruht auf Zeitzeugeninterviews und sucht Worte für das, worüber viele Kriegskinder nie sprechen konnten. Diese Erfahrungen prägen auch die nächsten Generationen – was bedeutet das für unsere Gesellschaft heute? "

In ihrem Roman entblättert Ulrike Blatter aus Sicht des bis zum letzten Satz namenslosen Jungen die Chronik der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg in einem kleinen Eifeldorf. Dabei hangelt sie sich eng an den tatsächlichen Geschehnissen in Deutschland zu dieser Zeit im Allgemeinen und in dem kleinen Eifeldorf Sadtkyll im Besonderen entlang und verknüpft Erinnerungen ihres eigenen Vaters mit Erzählungen von anderen Interviewpartnern, die ihr von ihrer eigenen Kindheit im Krieg berichteten. 

In kurzen Kapiteln wird hier mosaikhaft das Leben des Jungen und seiner Familie skizziert, stets im Gefüge der Dorfgemeinschaft mit Lehrer und Dechant als obersten Respektperonen. Die unvoreingenommene und naive Sicht des Jungen verändert sich im Laufe der Geschehnisse und seines Älterwerdens. Die vor allem anfangs sehr kindliche und dadurch eher distanzierte Sicht auf die Dinge nimmt manchen Szenen den Schrecken, der erwachsene Leser verspürt ihn dennoch. Nicht immer hält die Autorin allerdings die kindliche Perspektive aufrecht - stellenweise weicht sie wohl bewusst davon ab, um z.B. zu verdeutlichen, vor welchen Zerreißproben die Familie des Jungen stand. Diese Zusammenhänge hätter er in seinem jungen Alter nicht erfassen können. 

Der Schreibstil ist flüssig, und die Aneinanderreihung der kurzen Kapitel mit ihren Zeitsprüngen bietet einen guten Einblick in das Heranwachsen des Jungen, verleitete mich zwischendurch allerdings auch immer wieder, das Buch beiseite zu legen, bevor ich ins nächste Kapitel eintauchte. Dass der Junge keinen Namen hat, fand ich zunächst befremdlich. Dann aber bekam die Erzählung gerade dadurch etwas Allgemeingültiges, und es stimmt ja auch: das war die Realität vieler Kinder zu dieser Zeit. Die Verändung des Geschehens von anfänglicher Kriegsbegeisterung über Ernüchterung und Ungeduld bis hin zur Resignation und Verzweiflung kommt hier gut rüber.

Dem Roman ist nicht nur anzumerken, dass die Autorin einen engen persönlichen Bezug zu der Erzählung hat, sondern auch dass sie hierfür eine akribische und umfassende Recherchearbeit geleistet hat, die sich in zahllosen erwähnten Details niederschlägt. Im Mittelteil des Buches befinden sich seitenweise Fotos, die den Text hervorragend ergänzen und das Erzählte anschaulich belegen. Und auch die Chronik und das Glossar im Anhang stellen eine interessante Ergänzung des Textes dar. Das verknüpft das Geschehen in dem abgeschiedenen Dorf und das  Erleben des Kindes mit dem Weltgeschehen. In meinen Augen gelungen...

Mit dem Lesen dieses Buches kamen bei mir tatsächlich wieder Erinnerungen an die Erinnerungen meines Vaters hoch. Ich finde es wichtig, ihnen auch heute noch einen Raum zu geben, denn je mehr Menschen nachvollziehen können, was Krieg mit einem Menschen, Familien, einer ganzen Generation und denen danach anstellt, desto eher besteht vielleicht die Möglichkeit, sich in kommenden Krisenzeiten dagegen zur Wehr zu setzen. Wer sagt, dass Träume mit der Kindheit enden müssen?

Ein lesenswerter, ein empfehlenswerter Roman um einen Jungen, dem die Kindheit genommen wurde...


© Parden

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Cover des Buches Der Hütejunge (ISBN: 9783870622954)SunshineBaby5s avatar

Rezension zu "Der Hütejunge" von Ulrike Blatter

Geht sehr nah
SunshineBaby5vor 3 Monaten

Der Autorin ist hier ein ganz besonderes Portrait eines kleinen Jungen gelungen. Der Junge, der erst einmal keinen Namen hat, während während der Kriegszeit auf. Seine Bedürfnisse muss er zurückstecken, auch er selbst ist nicht wichtig. Er muss wirklich viel erleiden. Es wird dem Leser seine Sicht auf die Welt nahegebracht; wie hat er all das erlebt und überstanden? Die Sprache der Autorin vermittelt dem Leser eindrucksvoll diese Gefühle. Auch nach der Lektüre lässt einen der kleine Junge nicht mehr los. So kann man nun auch die ältere Generation viel besser verstehen und in ihre Sorgen und Erfahrungen hineinversetzen. Sehr empfehlenswerter Roman!

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Gespräche aus der Community

Er wächst in einem totalitären Staat auf, wo sich Angst und Misstrauen ins Leben fressen. Ein Kind, dessen Lebenstraum es ist, ein Held zu werden, wird vom Krieg eingeholt. Dieser Roman beruht auf Zeitzeugeninterviews und sucht Worte für das, worüber viele Kriegskinder nie sprechen konnten. Diese Erfahrungen prägen auch die nächsten Generationen – was bedeutet das für unsere Gesellschaft heute?

Hallo! Ich freue mich sehr, dass der cmz-Verlag 10 Exemplare der hochwertigen Hardcover-Ausgabe für diese Leserunde zur Verfügung stellt und möchte gern mit Euch in die Diskussion einsteigen. 

Ich hatte zum 60. Geburtstag meines Vaters eine Rede mit Anekdoten aus seiner Kindheit und Jugend geschrieben und wurde danach immer wieder von Zeitzeugen angesprochen, die mir ihre Erlebnisse erzählen wollten. Gemeinsam haben wir eine Sprache gefunden und ich war immer tief berührt von dem Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde. Ich habe dann über 20 Jahre an diesem Buch gearbeitet.

In diesem Jahr ist der 2. Weltkrieg 75 Jahre vorbei. Es gibt nur noch wenige ZeitzeugInnen, die aus eigener Anschauung aus dieser Zeit berichten können. Viele von ihnen waren damals Kinder und haben allein aus diesem Grund eine sehr eigene Sicht der Dinge - mit Lücken und Verzerrungen. Viele sind auch verstummt oder haben die Botschaft verinnerlicht, dass man "darüber" nicht spricht.

Die Geschichte, die ich niedergeschrieben habe ist zwar Fiktion, orientiert sich aber am "wahren" Leben. Als Kind der 60er Jahre habe ich lange nicht begriffen, wie stark die Kriegserlebnisse meiner Eltern auch mein eigenes Leben geprägt haben. Endlich Worte für all dies zu finden, hat viel bewegt. In diesem Sinne freue ich mich auf LeserInnen unterschiedlicher Altersgruppen, um gemeinsam mit Euch Eure ganz spezifische Sicht der Dinge zu diskutieren - immerhin ist das Thema Kriegskindheit heute auch wieder von beklemmender Aktualität.

256 BeiträgeVerlosung beendet
W
Letzter Beitrag von  Waschbaerinvor 2 Monaten

Endlich habe ich meine Rezension so, dass diese meiner Meinung nach passt.

https://www.lovelybooks.de/autor/Ulrike-Blatter/Der-H%C3%BCtejunge-1629749338-w/rezension/2914383050/

Nochmals danke, dass ich mitlesen durfte.

Veröffentlicht wird auf weltbild, Thalia/buch.de, buecher. de (dafür muss aber auf 4.000 Zeichen gekürzt werden), Lesejury und natürlich meine fb Seite (das Buch hatte ich vorab schon dort eingestellt)

Ein faszinierendes Kaleidoskop des Alltags im Dritten Reich – betrachtet mit dem unvoreingenommenen Blick eines Kindes. Ulrike Blatters vermutlich persönlichster Roman.

"Ein Buch für jeden, der von lieblosen Historienschinken die Nase voll hat und
lieber echte Geschichte liest."

W. Pichler (Generalanzeiger Bonn)

Begonnen hatte die Arbeit an diesem Buch, nachdem ich zum 60. Geburtstag meines Vaters Familienanekdoten sammelte und anschließend von Zeitzeugnissen "überschwemmt" wurde. Ich begann dann systematisch Gespräche mit Menschen zu führen, die während des Dritten Reiches ihre Kindheit und Jugend verlebten - darunter waren "in der Wolle gefärbte Nazis" aber auch Überlebende von KZ und politischer Verfolgung. Jahre später verschlug mich das Leben nach Bosnien - seitdem begleite ich ehrenamtlich Projekte für kriegstraumatisierte Menschen, insbesondere Kinder und junge Erwachsene. So ließ mich das Thema Kriegskindheit nie mehr los und allmählich verstand ich immer besser, wie sehr auch unsere Generation durch diese Erfahrungen geprägt wurde - auch und ganz besonders dann, wenn nie darüber gesprochen wurde. Ich gebe dem "Hütejungen" eine kindliche Sicht auf die Dinge, die damals geschahen. Das schützt die LeserInnen, erlaubt aber auch freien Raum für eigene Erfahrungen und Emotionen. Eine Frage beschäftigt mich sehr: Was bedeuten diese Dinge für uns heute - ganz konkret?

170 BeiträgeVerlosung beendet

Ein traumatisierter Scharfschütze taucht in Deutschland in die Illegalität ab und entführt ein Kind - der erfolgreichste Titel der Bloch-Trilogie hat an Brisanz und Aktualität nichts verloren. Der KBV-Verlag und die Autorin freuen sich auf eine ebenso spannende wie herzbewegende Leserunde und verlosen 10 E-Books und 5 Taschenbücher.

Warum eine Leserunde mit einem "alten" Buch?! Dieses Buch ist mein zweiter Roman und erschien 2010 - nach einer turbulenten Entstehungsgeschichte: Ich hatte für den Text ein Schreibstipendium bekommen und daraufhin die Zusage und das komplette Lektorat bei einem großen Publikumsverlag durchlaufen, als der Verlag wenige Wochen vor der geplanten Veröffentlichung "kalte Füße" bekam und absprang. Begründung: Zu politisch. Zu anspruchsvoll. Es dauerte dann zwei weitere Jahre, bis ich einen neuen Verlag gefunden hatte und dort sogar einige Kapitel dazuschreiben durfte (bzw. es wurde weniger rigoros gekürzt). Das Buch wurde dann recht erfolgreich, aber mittlerweile ist die Printausgabe vergriffen. Ich habe jetzt noch ein paar Taschenbücher im Lager gefunden und der Verlag steuert 10 E-Books bei. Ich habe zwei Gründe für eine Leserunde mit diesem "alten" Titel; erstens: die angesprochenen sind Themen aktueller als je zuvor. Und zweitens: Mit "Töchter des Todes" habe ich 2019 einen ähnlich brisanten Titel herausgebracht, der allerdings im deutschen Buchhandel flächendeckend ignoriert wird - trotz begeisterter Leserechos. Ich habe mich nicht damit abgefunden, dass kritische Bücher in kleinen Verlagen einfach so untergehen und möchte daher mit euch in eine engagierte Leserunde starten! Es sind nämlich vor allem meine Fans, die mir Mut machen und Kraft geben, weiter durchzuhalten mit Themen, die nicht gerade Mainstream sind. Danke dafür!

121 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Ulrike Blatter wurde am 29. Mai 1962 in Köln (Deutschland) geboren.

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