Vor dem Erben kommt das Sterben

von Ulrike Blatter 
4,1 Sterne bei20 Bewertungen
Vor dem Erben kommt das Sterben
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Eine nicht alltägliche Geschichte mit viel Kölner Lokalkolorit

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Ein Köln-Krimi, dem die Stadt aus jeder Pore dringt, sprich: auf jeder einzelnen Seite zu greifen ist.

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Inhaltsangabe zu "Vor dem Erben kommt das Sterben"

Ein literarischer Krimi-Leckerbissen. Wahrsagerin Blanche will reich werden – sehr reich. Noch haust sie im Kölner Severinsviertel, wo die Häuser bröckeln. Bald wird sie sich jedoch ein exklusive­res Domizil gönnen, denn sie treibt ihr Spiel mit der ebenso naiven wie wohlhabenden Sybille. Aber die Geister der Vergangenheit hetzen sie Tag und Nacht. Als das Stadtarchiv einstürzt, wendet sich das Blatt. Ob zum Guten oder Schlechten, weiß nur Cleo, die mysteriöse Katze. Aber wer fragt eine Katze?
Ulrike Blatter, geboren im Mai. Wann sonst? In Köln. Wo sonst? Danach viel herumgekommen. Als Ärztin in der Rechtsmedizin sammelte sie Themen für ihre Krimis, in der Sozialpsychiatrie lernte sie Menschen mit originellen Biographien nicht nur kennen, sondern auch lieben. Heute lebt sie im südbadischen Exil, wo sie ihre große Liebe fand. Es zieht sie aber immer wieder zurück ins Rheinland. Da geht es ihr nicht anders als Blanche, der Protagonistin dieses Romans. Mehr Informationen unter: www.ulrike-blatter.de oder auf facebook.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783881909273
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:INFO Verlag
Erscheinungsdatum:08.08.2016

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    kaengus avatar
    kaenguvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine nicht alltägliche Geschichte mit viel Kölner Lokalkolorit
    Ein Krimi für Köln Fans

    Zum Inhalt:
    Die vierzigjährige Lara kehrt nach über zwanzig Jahren als Blanche nach Köln zurück. Die Stadt hatte sie nach dem Tod ihr Freundin „Schneewittchen“ verlassen. Blanche fühlt sich schuldig am Tod ihrer besten Freundin und stürzte in eine schwere Lebenskrise. Sie wurde drogenabhängig und hat mehrere Entziehungskuren hinter sich. Doch sie konnte sich aus dem Sumpf ziehen. Jetzt will sie sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen.

    Ihre Mutter überlässt Blanche die Wohnung ihrer Omma im Severinsviertel, um dort für ein halbes Jahr gratis zu wohnen – in ihren Augen eine letzte Chance für ihre Tochter, das Leben endlich in den Griff zu bekommen.

    Blanche möchte als Trance- und Hypnosetherapeutin so schnell und so einfach wie möglich viel Geld verdienen und das nicht unbedingt auf ehrlichem Weg. Sie richtet in der Wohnung ihrer Omma eine Wahrsager-Praxis ein. Als ihr kurz darauf die gutgläubige und wohlhabende Witwe Sybille über den Weg läuft, rückt das grosse Geld in erreichbare Nähe. Skrupellos verfolgt Blanche ihr Ziel, damit sie Sybille beerben kann. Noch ahnt sie nicht, welche Konsequenzen ihr Handeln haben wird – nämlich als Leiche in der Badewanne ihrer Omma zu enden.

    Meine Gedanken
    Im Roman „Vor dem Erben kommt das Sterben“ hat Ulrike Blatter verschiedene Genres wie Krimi, Mystik und Historisches vermischt. Immer noch aktuelle Themen wie Immobilienhaie, Mietwucher und Bauschäden werden geschickt in die Handlung eingeflochten. Unter anderem spielt die wiedergeborenen Cleopatra, die heute als Katze Cleo ihr Dasein fristet, einen wichtige Rolle beim Lauf der Dinge.

    Ich hatte jedoch sehr Mühe, mich in die Geschichte einzufinden. Nach dem rasanten Start – die tote Blanche in der Badewanne – kam zunächst kein Schwung in die Handlung und es wirkte langatmig. Die historischen Rückblicke, die Blanche Sybille während der Hypnose-Sitzungen erzählt, sind zwar gut recherchiert, hätten aber kürzer gehalten werden können. Auch sind die Reinkarnationen für mich „too much“. Weniger wäre hier mehr gewesen.

    Dennoch nimmt die Geschichte nach und nach an Fahrt auf. Ich wollte das Buch nicht zur Seite legen und erfahren, warum die Protagonistin tot in der Badewanne endet.

    Ausserdem sind der Autorin die Darstellung der Naivität von Sybille und die des widersprüchlichen Charakters von Blanche gut gelungen. Man fühlt sich von Blanche abgestossen, entwickelt aber gleichzeitig ein gewisses Mitgefühl und kann sogar ihr Handeln nachvollziehen - trotz ihrer mehr als verwerflichen Tat.

    Das Kölner Lokalkolorit verleiht der Geschichte einen weiteren Reiz. Einheimische und Köln-Fans werden sich sofort in der Geschichte zurechtfinden und sich wohlfühlen. Das Verweben von realen Geschehnissen (der Einsturz des Stadtarchivs) mit Fiktion macht den Krimi - trotz der mich störenden oben genannten Aspekte - durchaus lesenswert, besonders  wenn einen nicht alltägliche Themen interessieren. Hinzu kommt der lockere und flüssige Schreibstil von Ulrike Blatter, der dem Lesegenuss eine angenehme Note verleiht.



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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Köln-Krimi, dem die Stadt aus jeder Pore dringt, sprich: auf jeder einzelnen Seite zu greifen ist.
    Erben auf gut Kölsch

    Erben in Köln geht auch nicht wesentlich anders vonstatten als in anderen Gefilden - wer viel hat, um den scharen sich die Geldgierigen wie die Schmeißfliegen - nur haben sie in der Regel eher nicht allzugroßen Erfolg, wenn sie nicht mit der Zielperson verwandt sind. Lebenskünstlerin bzw. zu ihrem Leidwesen eher Möchtegern-Lebenskünstlerin Blanche, die mittellos an die Stätte ihrer Kindheit - eine Familienwohnung in der Südstadt, wie Gott es will, genau neben dem noch nicht eingestürzten Archiv zurückkehrt, hat da einen Plan: Sie möchte die reiche, aber hoffnungslos naive Sybille nämlich mit Übersinnlichem um ihr Erbe bringen - und lässt sich dazu einiges einfallen.

    Und nicht nur Blanche, sondern auch Autorin Ulrike Blatter erweist sich als ausgesprochen originell: Die Geschichte ist ein virtuoser Mix von realen und erfundenen Elementen, auch Fantastisches und Märchen- bzw. Sagenhaftes gibt die Autorin in ihren bunten (Krimi)Cocktail, wobei sie es für meinen Geschmack an der ein oder anderen Stelle ein bisschen zu bunt treibt und den roten Faden kurzfristig aus den Augen verliert.

    Doch insgesamt ist dies ein überaus unterhaltsamer, stellenweise tollkühner Krimi mit ordentlich kölscher Atmosphäre, lässt die Autorin doch sogar den Karnevalsspirit walten - und das mitten in der Südstadt. Und hier sind wahrlich die echten Karnevalisten zugange, die die Bräuche mit der Muttermilch eingesogen haben und nicht irgendwelche Touristen oder Imis, wie der Kölner Dazugezogene nennt. Wer noch nie einer das Ende des Karnevals markierenden Nubbelverbrennung beigewohnt hat, kann dies durch die Lektüre des Buches in großen Teilen kompensieren ebenso wie einen der traditionellen katholischen Aschermittwochsgottesdienste - beides wird überaus eindrucksvoll beschrieben.

    Ja, Ulrike Blatter vermag es wirklich wie selten ein Autor, Köln von seiner ursprünglichen Seite darzustellen, die kölsche Seele offenbart sich hier auf jeder einzelnen Seite. Nicht nur, dass jede Menge Sehenswürdigkeiten - und zwar nicht nur die touristischen "Sights" eine Rolle spielen, nein, in die Handlung sind auch jede Menge kölscher Sagen eingeflochten. Und jede Menge real existierender Südstadtoriginale! Dazu einer der dunkelsten Momente Kölns in den letzten Jahren, nämlich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Und natürlich kommt auch das Idiom der Stadt, das Kölsch, immer wieder zum Tragen und es ist nicht, wie so oft, irgendetwas Gestelltes, Künstliches, sondern so schwaden die Leute wirklich!

    Doch der absolute Höhepunkt ist aus meiner Sicht ein Spaziergang des real existierenden, überregional bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke mit der Protagonistin Blanche über den Kölner Melatenfriedhof. Doch welche Rolle der "echte" Herr dabei spielt, der im Übrigen auch noch an anderen Stellen im Buch auftaucht, das erfahren Sie erst, wenn Sie sich selbst an die Lektüre wagen.

    Für mich ist dies ganz klar der originellste Köln-Krimi, der bisher geschrieben wurde und ich empfehle ihn sowohl kölschen Krimifreunden als auch solchen, die die Stadt mal von ihrer echten Seite kennenlernen wollen!

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    Mari-Ps avatar
    Mari-Pvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Jede einzelne Zeile eine Liebeserklärung an Köln und ihre Bewohner. Das Buch ist spannend bis zum Ende
    Gelungener Roman mit Überraschungspotential

    Meine Zusammenfassung:

    Blanche hat viel Pech in ihrem Leben gehabt. Mitverantwortlich für den Tod ihrer besten Freundin wird sie in Jugendtagen drogenabhängig und hat Köln verlassen.  Zwanzig Jahre später, und mit dem festen Ziel mit ihrem früheren "Ich"  abzuschließen, kommt sie zurück nach Köln ins Severinsviertel, wo gerade ein U-Bahntunnel gebaut wird. Blanche erhofft sich durch Wahrsagerei reich zu werden und so ein besseres Leben führen zu können.

    Allerdings ist das gar nicht so einfach, mit Telefonwahrsagerei verdient sie nicht viel und so erhofft sie sich durch persönliche Betreuung mehr.  Bei ihrem Einzug finde Blanche eine streuende Katze, die sie Cleo nennt. Katze Cleo passt nicht nur zu ihrer mystischen Einrichtung, sondern hat auch faszinierende Augen.  Was Blanche nicht weiß ist, dass die Katze eine Wiedergeburt von Kleopatra ist und sie schon seit längeren beobachtet.

     Cleo zieht nicht nur Blanche in den Bann, sondern auch ihre erste Kundin, die naive und reiche Sybille, die ihren Mann verloren hat und jetzt völlig verzweifelt ist. Blanche erhofft sich durch Sybille reich zu werden, wenn sie sich da mal nicht geirrt hat.

     

    Bewertung:

    "Jede einzelne Zeile eine Liebeserklärung an Köln und ihre Bewohner"

    RTL hat mein Bild über Köln und ihre Bewohner zerstört. Ulrike hat es wieder ins rechte Licht gerückt. Vielen Dank dafür.

    Die Handlung, mit dem dazu passenden Kölner Akzent hat das lesen viel interessanter gemacht und einen die Kölner näher gebracht.  In diesem Buch kann man auch viel über die Kölner Stadtgeschichte lernen. Das Buch ist super gut geschrieben und stimmig. Interessant finde ich mit dem Ende anzufangen und dann die Geschichte dahinter zu erzählen.

    Die Kombination von Krimi und einem Hauch Magie bzw. Fantasy ist sehr gut. Gerade die Gedanken von Cleo, der Katze die in ihrem früheren Leben Kleopatra war, sind göttlich. Auch ist Blanche trotz dass sie nicht so nett ist ganz sympathisch. Dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert und gehört auf jeden Fall ab jetzt zu einen meiner Lieblingsbücher.

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    yesterdays avatar
    yesterdayvor 2 Jahren
    Historisch, spirituell, aktuell und in sich stimmig

    Der Autorin ist es hier gelungen, eine Geschichte zwischen Realität, Schwindel und kompletter Fiktion zu entfalten und die drei Bereiche so aufeinander abzustimmen, dass man geneigt ist, weit mehr davon zu glauben, als das, was geschichtlich tatsächlich verbürgt ist.
    Zu Beginn ist es noch eigenartig, von einem Erzähler angesprochen zu werden und als man sich dann daran gewöhnt hat, kommt die nächste Überraschung. Wer erzählt und warum erfährt der Leser erst nach und nach. Diese Tatsache und ein Mord hält die Spannung über das erste Drittel des Buches hoch, in dem viel erklärt werden muss, Örtlichkeiten beschrieben werden und die Geschichte langsam ins Laufen kommt.
    Die Hauptfigur, Blanche, hat ein bewegtes Leben hinter und noch vor sich, als sie in ihre Heimatstadt Köln zurückkehrt. Ihre größte Gabe, Menschen manipulieren zu können, ist gleichzeitig ihre größte Schwäche (abgesehen von materiellen Dingen) und führt letztlich zu einem tragischen Ende. Als Lebensberaterin erzählt sie Klienten viel Übersinnliches, glaubt aber selbst nicht daran. Das ist nur einer der zahlreichen Fehler, die sie teils aus Unwissen, teils mit der Absicht begeht, dass sich bald alles für sie zum Guten wendet und es dann wohl keine Bedeutung mehr hätte.
    Da sich neben Blanches Weisheiten noch vieles in diesem Buch um Spiritualität, Glaube und Wiedergeburt dreht, könnte es dem einen oder anderen mit Fortdauer immer „unlogischer“ erscheinen, doch die Fäden sind auf amüsante Weise miteinander verknüpft, sodass man sich um Logik in dem Sinne weniger Gedanken macht, sondern eher auf das Ende der Erzählung hinfiebert. Und da wird man als Leser wieder hart in die Realität zurückgeholt, was noch durch das Nachwort und die Quellenerklärungen der Autorin verstärkt wird.

    Ein Buch, in dem Kölner wohl vieles wiedererkennen, aber das auch für andere Leser durchaus viel zu bieten hat, ob man nun an Wiedergeburt glaubt oder nicht.

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    wicked_fairys avatar
    wicked_fairyvor 2 Jahren
    Vor dem Erben kommt das Sterben

    Dieses Buch gehört dem Genre Krimi an. Nach dem Lesen des Klappentextes wusste ich nicht recht, wie das beides zusammen passen sollte. Das weiß ich auch nach dem Lesen des Buches nicht. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich bisher immer nur die klassischen Krimis von Agatha Christie gelesen habe.

    Was ich gerade am Anfang schwer fand, war in die Geschichte reinzukommen. Die Perspektiven wurden immer wieder verändert und dann wurde eine andere Geschichte erzählt. Das war wohl auch der Grund, weshalb ich zwischendurch immer mal wieder eine Phase hatte, in der ich aufhören wollte, zu lesen. Irgendwann kam dann aber der Punkt, an dem ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte endet.

    Als nächstes möchte ich gern auf die Charakteren eingehen.
    Chleo ist ein Charakter, mit dem ich überhaupt nicht klar gekommen bin. Sie stellt sich bereits im Prolog als die Beobachterin vor und übernimmt die Erzählung der Geschichte. Dabei schweift sie immer mal wieder in Erzählungen aus einem ihrer früheren Leben ab und dass sie endlich als Katze wiedergeboren wurde. Sie wird auch nicht müde immer wieder darauf hinzuweisen, dass sie so viele Leben bereits hinter sich bringen musste, ohne endgültige Ruhe zu finden, da sie in ihrem ersten Leben als Kleopatra irgendetwas falsch gemacht hat. So richtig verstanden, welche Rolle sie in der Geschichte hat, habe ich leider nicht. Ich empfand diesen Charakter meist nur als störend.
    Blanche ist der Hauptcharakter und die Geschichte begleitet sie. Leider ist es nur schwer, sich mit ihr zu identifizieren. Gerade am Anfang ist es schwer, da man als Leser zwar die Information bekommt, dass etwas in ihrem Leben passiert ist, was dies aber ist, bekommt man nicht erzählt (erst später wird man von Chleo in diese Geschichte eingeweiht).

    Der Schreibstil ist gut, wenn man sich dran gewöhnt hat. Woran ich mich leider nicht so richtig gewöhnen konnte, ist das Kölnisch zwischendurch. Das war für mich als nicht Kölnerin eher störend und hat den Lesefluss leider häufig unterbrochen.

    Leider hat mit die Geschichte mit der Reincarnation von Kleopatra überhaupt nicht zugesagt. Der Rest der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Daher würde ich gern 2,5 Sterne geben, was in 3 Sterne endet.

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    Sulevias avatar
    Suleviavor 2 Jahren
    Mal ein etwas anderes Buch

    Meinung zum Cover: Leider finde ich das Cover nicht sehr ansprechend, meinen Geschmack trifft es nicht. 
    Meinung zum Inhalt: Das Buch ist anders, als alles was ich bisher kenne. Es ist ein Krimi, mit Katzen. Und vielen Infos über Köln und seine Geschichte. Außerdem ist noch ein Hauch Mystik dabei. Ich fand es sehr angenehm geschrieben und bin flüssig durch das Buch gekommen. Die Personen und Schauplätze sind sehr genau beschrieben, dadurch hatte ich leicht ein Bild im Kopf. Die Protagonistin Blanche war mir anfangs sehr unsympathisch. Das hat sich gegen Ende des Buches etwas gebessert, zu meiner liebsten Protagonistin wird sie jedoch nicht mehr. Chloe war mir allerdings sehr sympathisch, auch wenn sie ‚nur‘ eine Katze ist. Ich war sehr fasziniert wie viele verschiedene Genres man so harmonisch miteinander in einem Buch verbinden kann. Allerdings betrachte ich Katzen, eigentlich meine Lieblingstiere, nun mit ganz anderen Augen…
    Fazit: Eine wunderbar gelungene Mischung. Ein Krimi mit doch recht viel Humor, vielen Infos über Köln, etwas Mystik und natürlich Katzen.

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    Tamileins avatar
    Tamileinvor 2 Jahren
    Vor dem Erben kommt das Sterben

    Klappentext 

    Gibt es das - wahre Freundschaft und die ganz große Liebe? Oder ist das Ganze doch nur ein mieser Betrug, der nach Rache schreit? Als Blanche wieder nach Köln zurückkehrt, hofft sie, dass endlich Gras über die Sache von damals gewachsen ist. Als Wahrsagerin fängt sie wieder bei Null an. Ihr Ziel: Mit vertretbarem Arbeitsaufwand schnell reich zu werden. In der wohlhabenden Witwe Sybille findet sie ein wohlfeiles Opfer.

    Es ist der Herbst 2008: Bauschäden, Mietwucher und Immobilienhaie. So sieht es aus im Kölner Severinsviertel, wo Blanche wohnt. Das stört Blanche aber nicht im Geringsten: denn bald wird sie genug Geld haben für ein Penthouse mit Panoramablick auf Rheinufer und Dom. Sie macht ihre Sache wirklich gut. Vielleicht zu gut? Eines Tages treibt sie ihr Spiel zu weit. An dem Tag, als das Kölner Stadtarchiv einstürzt, wendet sich das Blatt. Ob zum Guten oder zum Schlechten, weiß nur Cleo, die geheimnisvolle weiße Katze – aber wer fragt schon eine Katze?


    Meine Meinung 

    Zu aller erst möchte ich nocheinmal hervorheben, was für eine tolle Aktion hinter dem Buch steht. Ulrike Blatter spendet 10% der Einnahmen an die Kölner Stiftung Stadtgedächtnis. Das finde ich durchaus erwähnens- und lobenswert!

    Das Buch beschäftigt sich mit dem Thema Reinkarnation, also der Wiedergeburt. Für mich ein sehr spannendes Thema, auch wenn man sich an diesen Gedanken erst einmal gewöhnen muss. Das Buch ist definitiv nicht für "mal eben nebenbei". Ich musste mich konzentrieren, am Ball bleiben. Es durfte kein zu großer Abstand zwischen den Lesezeiten liegen, da ich sonst schnell den Überblick verloren habe. Das ist auch der Grund dafür, dass ich eine Eule abziehen musste.

    Dennoch überzeugt das Buch durch Spannung, kölsche Sprache und Authentizität. Man merkt, Ulrike kennt sich aus in Köln. Ich selbst war erst zweimal dort und habe noch nicht viel von der Stadt gesehen. Allerdings malte Ulrike Blatter in meinem Kopf ein detailliertes Köln, das ich sicherlich nochmal gerne auf meinem Tolino wiederbeleben werde.


    Fazit 

    Wer sich auch gerne einmal auf eine andere spirituelle Ebene begeben möchte und neues ausprobieren möchte, der sollte sich an dieses tolle Buch ranwagen. Durch Echtheit, Witz und Mord ist das Buch spannend gestaltet. Auch wenn man aufpassen muss, ist die Story schlüssig und ich habe das Buch gerne gelesen.

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 2 Jahren
    wunderbares Köln

    «Wie verwöhnte Kinder waren sie stets auf der Jagd nach dem versprochenen Kitzel. Schnell. Billig. Laut und bunt und von allem immer viel zu viel. Sie waren innerlich leer und gleichzeitig übersättigt bis zum Brechreiz.»

    Blanche ist verstorben, wo sie doch noch so viel vorhatte … Wie konnte das passieren? Hören wir Cloe zu, der Katze, die uns von Blanche berichtet. Blanche war lange fort, kommt nach 20 Jahren an ihren Geburtsort zurück, nach Köln. Warum war sie fortgegangen? Ein Geheimnis, das später gelüftet wird, ein Päckchen, das sie ewig tragen wird. Bisher hat es Blanche zu nichts gebracht. Ihre Mutter hat reich geerbt, macht ihr aber gleich klar, dass sie gedenkt, das Vermögen selbst auszugeben und macht sich gleich auf den Weg in den Urlaub, auf ein Traumschiff. Blanche darf noch ein paar Monate in einer abgewrackten Wohnung leben, die der Mutter gehört. Cleo erzählt „Sie“ von Blanche und wer Sie ist, löst sich am Ende auf. Überhaupt, das Ende ist köstlich. Cloe, die weiße Katze ist die Reinkarnation von Cleopatra und einigen anderen. Hin und wieder berichtet sie aus ihrem eigenen Leben. Ihr Job ist es, Typen wie Blanche davon abzuhalten, in diesem jetzigen Leben die Fehler aus dem alten Leben zu wiederholen. Blanche war schon in vorigen Leben ein Schlawiner und so wird Cloe ihre Mühe haben …

    Blanche, die Hauptfigur ist Trance- und Hypnosetherapeutin und in ihrem Fach ein Meister. Eigentlich heisst sie Lara. Sie schlendert durch ihr altes Stadtteil, ein Viertel das in seinen Sozialstrukturen im Wandel ist. Es ist das Viertel der sozialen Unterklasse. Allerdings fallen die verkommenen Häuser in die Hände von Immobilienhaien, die Totalsanierung in Luxusimmobilien planen und verdrängen die Bewohner. Blanche schlendert mit ihren Gedanken in den Siebzigern durch Veedel, erkennt Bekanntes, entdeckt Unbekanntes. Sie sehnt sich nach Reichtum. Gern besäße sie eine Luxusisuite in einem der neuen Hochhäuser. Doch wie kommt man schnell an Geld? Sie hat einen Job als Wahrsagerin angenommen. Am Telefon muss sie die Anrufer bequatschen, sie möglichst lange in der Leitung halten, denn jede angefangene Minute ist ihr Verdienst. Damit kann man aber nicht reich werden. Da ruft Sybille an, ist fasziniert von Blanche, sie möchte Aug in Aug mit ihr sprechen, sich von ihr die Zukunft voraussagen lassen. Sybille ist reich, sehr reich und sie ist unglücklich, sehr unglücklich, denn der von ihr geliebte Mann ist verstorben. Blanche wittert ein Geschäft, sie will Sybille von sich emotional abhängig machen, sich ein Kuchenstück von ihrem Vermögen abschneiden. Sybille ist fixiert auf ihren verstorbenen Gatten. Blanche ist in Trance, sieht, dass diese Liebe schon über Jahrhunderte zusammenhält, die beiden immer zueinanderfinden. Um den Schwindel zu untermauern, muss Blanche in der Historie von Köln recherchieren, welche berühmten Liebespaare sie Sybille als Reinkarnation vortäuschen kann. Sybille ist fasziniert von Blanche.
    Man erfährt viel über Köln und Kölsch, über kölschen Klüngel, die kölsche Seele und die 11 Gebote von Köln. In humorvoller Art führt uns Ulrike Blatter durch das Köln der Jahrhunderte. Aber Humor und Historie sind nur Facetten dieser vielschichtigen Geschichte. Blanche, die Hauptprotagonistin der Geschichte ist ein ausgekochtes Miststück. Mit psychologischer Berechnung zieht sie Sybille in ihren Bann, trickst, sucht in Sybilles gebrochener Seele die Punkte, um Anker zu schlagen, sich einzunisten. Vertrauen und Hoffnung schaffen, das ist ihr Ziel. Sybille muss muss ihr hörig werden, um sie lenken zu können. Und Sybille ist ein gutes Opfer, eine trauernde Frau, die den Halt im Leben verloren hat, einsam ist und an die Seelenwanderung glaubt. Ein «Guru» kommt ihr gelegen. Sybille ist eine unsichere Frau, der früher das Leben von ihrem Mann gelenkt wurde, sie sucht einen neuen Kaptein, jemand der sie versteht, der mit ihr fühlt, ihrem Leben Sinn gibt. Zwei Personen, die sich gesucht und gefunden haben. Auf der anderen Seite ist aber auch Blanche eine Suchende, ein Mensch, der in früher Jugend einen Fehler gemacht hat und sich die Schuld für ein schreckliches Ereignis gibt. Dieses Trauma verfolgt sie ihr ganzes Leben. Die Mutter von Blanche verachtet ihre Tochter. Auch hier hat sie nicht viel zu erwarten, weil sie den Erwartungen nicht entsprach. Blanche hat ihr Glück überall gesucht, es aber nie gefunden, auch sie hat keine Freunde. Enttäuscht kehrt sie zu den Wurzeln zurück, kann sich in der veränderten Stadt nicht zurechtfinden. Der Traum vom Glück hat sich in ihr materiell verfestigt, das ist das einzige was bleibt: reich sein. Zu jedem Täter gehört ein passendes Opfer und oft sind die Täter Opfer ihrer selbst. Ulrike Blatter hat sehr fein herausgearbeitet, wie psychologische Abhängigkeit funktioniert, wie Manipulation von Menschen von statten geht. Die Autorin ist nicht nur eine gute Beobachterin, sie teilt auch ihre Feinsicht mit dem Leser: «Vom umfangreichen Busen-Balkon dieser Fleischfachverkäuferin grinste dagegen ein quietschrosa Schweinekopf. Auch ohne anatomische Verbindung zu einem dazugehörigen Körper schien dieses Kittelschwein wunschlos glücklich zu sein.»

    Ein vielschichtiger Roman, der auch den sozialen Zerfall von Stadtteile in Großstädten beschreibt. Nicht nur Blanche ist habgierig und korrupt. Die Autorin beschreibt anschaulich und tiefgründig ihre Protagonisten und Situationen. Ein Krimi ist es eindeutig nicht. Es gibt kein Verbrechen, dem die Polizei nachgeht und keine Ermittler. Für mich ist das Buch ein Sozialdrama mit einem Schuss Humor. Mir hat es gut gefallen. 

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    mistellors avatar
    mistellorvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kölner Krimi
    Spannend Krimi im Kölner Milieu

     Ein Krimi, der im Kölner Milieu spielt und den Kölner Karneval und den Einbruch des Kölner Stadtarchivs zum Thema hat.

    Ich bin mit diesem Roman nicht warm geworden. Die menschliche Protagonistin ist bei allem Verständnis für ihre Vergangenheit eine sehr unsympathische Zeitgenossin, die tierische Protagonistin, eine Katze namens Cleo ist zwar sehr sympathisch aber bis fast zum Ende allzu rätselhaft.

    Der Krimi ist eine Mischung zwischen Mysterie und Kriminal-roman. Diese Mischung ist gelungen. Obwohl dieses Genre von mir kaum gelesen wird, hat diese Mischung mir gefallen.

    Dieser Krimi ist gut geschrieben, hat zwar einige Längen, ist aber spannend. Die Autorin ist sehr authentisch was das Kölner Milieu angeht, man spürt im ganzen Buch ihre große Liebe zur Stadt Köln.

    Die Idee der ständigen Wiedergeburt der Katze Cleo führt einerseits zu einer gewissen Komik und zum anderen zu einem Exkurs über die Kölner Geschichte. Dieser Teil hat mir am besten gefallen, zumal ich mir sicher bin, dass die Autorin wahrheitsgemäß und genau recherchiert hat.

    Gefallen hat mir auch die kritische Haltung der Autorin zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Sie hat die Problematik anhand der Kölner Bürger und deren unglaublichen Schwierigkeiten mit dem Tunnelbau beschrieben, nur nebenbei werden die politischen Verwicklungen erwähnt. Als jemand, der nur unzureichend über die damaligen Zustände in Köln informiert war, bin ich nach dieser Lektüre zutiefst entsetzt über diesen Kölner Klüngel, und die Tatsache, dass betroffene Kölner Bürger von der Politik allein gelassen wurden, sie aber die Konsequenzen einer unglaublichen Schlamperei ausbaden mussten, bei der sogar 2 Menschen ihr Leben verloren.

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    Sillests avatar
    Sillestvor 3 Jahren
    Geschichte mal anders

    In der Geschichte von Ulrike Blatter geht es um die 40-Jährige Lara alias Blanche die nach vielen Jahren wieder nach Köln zu ihrer Mutter kommt. Ihr einziger Gedanke ist es schnellstmöglich an Geld zu kommen.
    Und dann gibt es da noch Cleo. Sie ist über zweitausend Jahre alt und erzählt die Geschichte in ihrer Gestalt als Katze. Mit eingebaut wird in dieser Geschichte auch der Einsturz des Köllner Stadtarchives 2009.


    Mein Fazit:
    Ich hatte viel Spaß beim Lesen. Ebenso finde ich es bewundernswert, dass sie sich so für ihre Heimatstadt Köln einsetzt, denn 10% vom Erlös dieses Buches spendet die Autorin der Kölner Stiftung Stadtgedächtnis. Die Stiftung rettet beschädigte Dokumente aus dem Archivabsturz vom 3. März 2009.
    In diesem Buch gibt es einen wahnsinnig extremen Genremix, den ich so noch nie erlebt habe: Krimi, Mystik, Humor und viel Geschichte prägen den Charakter der Erzählung. Auch wenn der Einstieg aufgrund der ständig wechselnden Szenen und Zeiten etwas schwierig war, konnte ich mich schnell in die Figuren verlieben. Besonders gelungen ist dabei der extrem widersprüchliche Charakter von Blanche. Aufgrund ihrer Geschichte hatte ich wahnsinnig viel Mitleid mit ihr. Viele Historische Rückblicke lassen darauf schließen, dass die Autorin für ihr Werk sehr gut recherchiert hat und ihr an dieser Geschichte etwas liegt.

    Außerdem Liebe ich Katzen :D

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    Ulrike_Blatters avatar
    Ich lade ein zur Leserunde und zu einer Zeitreise! Worum geht es? Sybille trauert um ihren verstorbenen Mann – der Reichtum, den er ihr hinterlassen hat, interessiert sie wenig. Blanche ist Wahrsagerin und Hexe – das viele Geld Sybilles interessiert sie sehr! Köln ist eine Stadt, in der Altes und Neues zusammenstößt und das Stadtarchiv still versinkt. Erbschleicherei: das ist das, was Blanche im Sinne hat, Sybille nicht versteht … und ihre Katze Cleo errät. 400 Seiten gefüllt mit prallem Leben und mörderischem Sterben aus dem Herzen Kölns - aber Mietwucher und Immobilienschacher gibt es auch in anderen Städten.

    ACHTUNG: bis zum 13.2.2016  steht das Buch gratis zum Download auf allen üblichen Plattformen. Wer sich danach bewirbt, macht mit beim großen Gewinnspiel, bei dem 10 Bücher verlost werden - der Hauptgewinn ist eine Wohnzimmerlesung!

    https://www.facebook.com/ulrike.blatter.vor.dem.erben/?pnref=story

    mabuereles avatar
    Letzter Beitrag von  mabuerelevor 2 Jahren
    Danke für den Link!
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