Ulrike Damm

 4,2 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf

Ulrike Damm schreibt ihre Texte immer zweimal: am Rechner und später auf Papier. Neben ihren Büchern entstehen begehbare Texte, sichtbar in Ausstellungen und Installationen. Durch Handschrift und Größe essentiell in ihrer Wirkung, sind die Schriftbilder visuelle Psychogramme ihrer Romanfiguren. So verknüpft Ulrike Damm kongenial ihre beiden Leben als Schriftstellerin und Künstlerin. Ulrike Damm lebt, lehrt und arbeitet in Berlin und Südfrankreich. Im Drava Verlag erschienen: Kulp und warum er zum Fall wurde Roman, 2021

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ulrike Damm

Cover des Buches Kulp und warum er zum Fall wurde (ISBN: 9783854359586)

Kulp und warum er zum Fall wurde

(2)
Erschienen am 10.03.2021
Cover des Buches Die Poesie des Buchhalters (ISBN: 9783991381013)

Die Poesie des Buchhalters

(1)
Erschienen am 01.03.2025
Cover des Buches unpublished 1 + 2 (ISBN: 9783981835731)

unpublished 1 + 2

(1)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches schweige wund das wort (ISBN: 9783981529470)

schweige wund das wort

(1)
Erschienen am 01.11.2015

Neue Rezensionen zu Ulrike Damm

Cover des Buches unpublished 1 + 2 (ISBN: 9783981835731)
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Rezension zu "unpublished 1 + 2" von Ulrike Damm

FinJa
Ein sprachlich dichter Lesegenuss, aufwendig gestaltet. Ein Schatz im Buchregal!

Das kunstvolle Wendebuch von Ulrike Damm umfasst den Roman „Musik stört beim Tanzen“ und die Erzählung „Ich bin nicht müde, ich bin verrückt“.  Die beiden Werke sind in zwar ähnlicher und doch unterschiedlicher Schriftart gedruckt.

Ulrike Damm überzeugt mit einem außergewöhnlich präzisen, dichten und poetischen Schreibstil, der tief berührt. Ihre klugen Texte entfalten eine intensive, fast malerische Sprachkraft, die großes „Kopfkino“ erzeugt und zum Nachdenken anregt. Die beiden Texte geben keine Antworten, eröffnen jedoch einen eindringlichen Einblick in den geistigen Verlust, das Erleben von Vergessen und die Frage nach einem würdevollen Leben im Heim. Ein bewegendes, nachhallendes Leseerlebnis mit einer Schwere, wiederum durchzogen mit Leichtigkeit. Und diese Schwere war es wohl auch, warum ich das Buch so oft weggelegt habe, obwohl ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. 

INHALT: 

Das Wendebuch vereint zwei Perspektiven auf das Leben der Protagonistin. In „Musik stört beim Tanzen“ ist Augustes Schweigen selbst gewählt. Sie schildert in tagebuchartiger Form ihren Alltag in einem Pflegeheim. Als krank diagnostiziert, lebt sie anderthalb Jahre lang ohne sich zu widersetzen mit Demenzkranken. Als Leser:innen bekommen wir Einblick in den Heimalltag und erhaschen bruchstückhafte Erinnerungen an ihr früheres Leben. 

„Ich bin nicht müde, ich bin verrückt“ erzählt Augustines Lebensgeschichte vor und zu Beginn ihrer Demenzerkrankung. Sie will verstehen und begreifen, bevor sie das Leben vergisst: eine unglückliche erste Ehe mit Harald, Alkoholabhängigkeit, drei Kinder und später die liebevolle Begleitung durch ihren zweiten Mann, Walther. Mit Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verliert Augustine zunehmend ihre sprachliche Sicherheit, bis sie schließlich verstummt. 

Zur Gestaltung/Haptik: 
Das Werk ist sehr aufwendig und schön gestaltet. Ich habe meine Exemplare direkt beim Verlag Damm und Lindlar bestellt, und sie kamen nochmal sehr sorgfältig und schön in die handgeschriebenen Zeilen, die wir auch im Buch eingewoben finden, verpackt an. Eine feine Wertschätzung den Käufer:innen und Leser:innen gegenüber! 

Schon haptisch mochte ich das Buch mit seinem feinen Papier. Es ist relativ gewichtig und wirkt durch das Schwarz auch schwer, aber die Seiten mit ihrer Feinheit bringen wieder eine Leichtigkeit und Sanftheit hinein. 

Fazit: 

Wenn ich einmal gezwungen wäre, nur zehn Bücher mit – in die Zukunft – nehmen zu dürfen, wäre dieses auf jeden Fall eines davon!  

Cover des Buches Die Poesie des Buchhalters (ISBN: 9783991381013)
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Rezension zu "Die Poesie des Buchhalters" von Ulrike Damm

aus-erlesen
Faktencheck mal anders

Erstmal ein Bad. Hu, ha, ist das heiß! Die Haut verfärbt sich in Windeseile rot. Ein scharfer Kontrast zum Büroweiß des Restes am Körper. Jetzt kann Justus Kratz sich den Dreck des Tages, den Schmutz des Büros und vor allem den Gestank der Schmach vom Körper schrubben. Und dann gleich noch mal. Und noch mal. Was ist passiert?

Seit Jahren nimmt er für seine Vermieterin Rose Briefe entgegen, um sie in der Poststelle seiner Arbeitsstätte abzugeben. Sie spart sich den Weg zur Post, er freut sich, wenn er ihr helfen kann. So ist Justus eben. Zweimal pro Woche ist er die gute Seele. Was nicht bedeutet, dass ansonsten sein herz nicht rein sei. Ganz im Gegenteil. Er hat seien Routinen. Damit fühlt er sich wohl. Das passt!

Doch irgendwann – wann, das weiß er gar nicht einmal – packt es ihn. Seine Neugier siegt über die Pflichterfüllung. Mit einem Mal ist Justus Kratz Patient seiner eigenen Irrationalität. Neugier muss eine Krankheit sein. Abwehrmechanismus oder simpler Erklärungsversuch? Und Justus geht noch einen Schritt weiter. Er öffnet nicht nur den Brief, er liest ihn auch. Er weiß, dass das einen enormen Vertrauensbruch darstellt. Ja, die gute Rose schreibt ihrem Paul. Fleißig, zweimal pro Woche. Paul ist das pragmatischer. Und bei Weitem nicht so fleißig.

Justus ist nun gefangen in seiner Krankheit. Die ganze Situation überfordert ihn sichtlich. Er ist schnippisch, wo er sonst gelassen ist. Er ist im Dauerstress mit seinem Gewissen, wo sonst die Ausgeglichenheit ein Beet mit sich sanft in der Kraft der Ruhe hin und her wiegt. Was, wenn alles, was Justus ausmacht mit einem Mal ins Dunkel der falschen Attitüde verschwindet? Puh, da hat er sich was eingehandelt…

Justus geregelter Tagesablauf mit all seinen Macken steht über allem. Auch sichtbar im Buch. Justus’ Gedankenspiele, was Rose und Paul betrifft, treten immer öfter hinter dem Schleier des Unbekannten hervor. Auch das ist im Buch exzellent dargestellt. Ein Kunstgriff, der seinesgleichen sucht. Optisch mehr als nur ein Hingucker.

Ulrike Damm verwandelt in ihrem Roman einen durch und durch strukturierten Menschen in ein Wesen, das sich selbst in Frage stellt und mit einer Außenwelt konfrontiert, die er nie an sich, geschweige denn in sich, heranlassen würde. Alles Lüge oder doch nur eine Zäsur? Die Leichtigkeit der Worte überstrahlt die Ernsthaftigkeit des Themas derart, dass man mit schwitzigen Händen Seite für Seite mit den Augen verschlingt.

Cover des Buches Kulp und warum er zum Fall wurde (ISBN: 9783854359586)
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Rezension zu "Kulp und warum er zum Fall wurde" von Ulrike Damm

HEIDIZ
Emotional und spannend zugleich

"Kulp und warum er zum Fall wurde" erzählt von Edgar Kulp, der in der Vogelsbergregion aufwuchs und noch immer hier liebt. Er ist mittlerweile in den 50ern. Er hat das Dorf nie verlassen - erblindete vor 10 Jahren ...

 

Die Handlung geht dann zurück in die Vergangenheit vor 30 Jahren, als ein Einbrecher in seinem Elternhaus den Vater erschlug. Vera, Edgars Schwester und Edgar selbst sahen den Einbrecher flüchten. Die Mutter verkraftete das alles nicht, starb kurz darauf und Vera verließ den Ort. Kulp blieb im Elternhaus und im Ort - ihn plagen seither Albträume und dann erblindet er auch noch ... und wird zum Schriftsteller ...

 

aber ...

da ist jemand im Haus ...

 

Was eigentlich zu lesen ist, wie ein Krimi ist keiner - ist vielmehr eine Geschichte um das Verdrängen und die Einsamkeit - hintergründig zu lesen und zu begreifen ...

 

Die Autorin schaffte es, mich zu involvieren in die Handlung - die Charaktere - besonders natürlich Kulp - lässt sie lebendig werden in ihren Taten, vielmehr aber noch in ihren Gefühlen und Bewegungen. Man kann sich sehr gut hinein versetzen in deren Emotionen.

 

"Auch Suche kann zur Sucht werden" - diese und andere Sätze haben mich beeindruckt - ja, auch nachdenklich zurück gelassen, ein wirklich eingängiges und emotional spannendes Buch - sehr bewegend und sehr wahr !!!

 

Es gibt auch einige Zeichnungen im Buch, die die Geschichte von der Sache her total gut unterstreichen - passen einfach zum emotionalen Inhalt - sind von der Autorin selbst.

 

Absolute Empfehlung !!!

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