Ulrike Draesner

 3,8 Sterne bei 72 Bewertungen
Autorin von Kanalschwimmer, Eine Frau wird älter und weiteren Büchern.
Autorenbild von Ulrike Draesner (© Jürgen Bauer)

Lebenslauf von Ulrike Draesner

Ulrike Draesner wurde 1962 in München geboren und studierte Jura, Anglistik, Germanistik und Philosophie. 1995 erschien mit dem Gedichtband "gedächtnisschleifen" ihr Debüt. Mit ihrem aktuellen Roman "Sieben Sprünge vom Rand der Welt" steht sie auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2014. Außerdem arbeitet Draesner als Übersetzerin, leitet Seminare, Workshops, sowie Vorlesungen über Poetik. Die Autorin lebt derzeit in Berlin.

Neue Bücher

Cover des Buches Kanalschwimmer (ISBN: 9783328106876)

Kanalschwimmer

Erscheint am 14.06.2021 als Taschenbuch bei Penguin.

Alle Bücher von Ulrike Draesner

Cover des Buches Kanalschwimmer (ISBN: 9783866482883)

Kanalschwimmer

 (13)
Erschienen am 20.08.2019
Cover des Buches Eine Frau wird älter (ISBN: 9783328600022)

Eine Frau wird älter

 (11)
Erschienen am 15.10.2018
Cover des Buches Sieben Sprünge vom Rand der Welt (ISBN: 9783442713202)

Sieben Sprünge vom Rand der Welt

 (11)
Erschienen am 11.01.2016
Cover des Buches Schwitters (ISBN: 9783328107828)

Schwitters

 (7)
Erscheint am 09.11.2021
Cover des Buches Vorliebe (ISBN: 9783442743063)

Vorliebe

 (7)
Erschienen am 12.12.2011
Cover des Buches Spiele (ISBN: 9783442736362)

Spiele

 (5)
Erschienen am 02.07.2007
Cover des Buches Schöne Frauen lesen (ISBN: 9783630621210)

Schöne Frauen lesen

 (3)
Erschienen am 03.09.2007
Cover des Buches kugelblitz (ISBN: 9783630620848)

kugelblitz

 (3)
Erschienen am 01.05.2005

Neue Rezensionen zu Ulrike Draesner

Cover des Buches Schwitters (ISBN: 9783328601265)Zauberberggasts avatar

Rezension zu "Schwitters" von Ulrike Draesner

Schwer zugängliches Meisterwerk
Zauberberggastvor 4 Monaten

Der Begriff "Innere Emigration" bezeichnet Künstler und Intellektuelle, die im Widerstand zum NS-Regime standen, aber nicht ins Exil gingen, also aus Deutschland auswanderten. Der Hannoveraner Künstler (Maler, Dichter, Grafiker, etc.) Kurt Schwitters gehörte laut Geschichtsschreibung in den ersten Jahren der NS-Zeit auch der "Inneren Emigration" an. Der fiktive Schwitters im Buch lehnt diesen Begriff nach dem Krieg, immer noch im Exil, ab. Eine "geschützte Innerlichkeit des Künstlers" (S. 290) könne es innerhalb der menschenverachtenden Diktatur nicht gegeben haben. Es ist also eine Frage der Definition. Der reale Schwitters floh jedenfalls am ersten Tag des Jahres 1937, nachdem seine dadaistischen Werke von den Nazis als "entartet" diffamiert wurden, ins Exil nach Norwegen. Dorthin war sein Sohn Ernst bereits 1936 ausgewandert. Als die Deutschen in Norwegen einmarschierten, emigrierte Schwitters mit Sohn und Schwiegertochter nach Großbritannien. Nach verschiedenen Stationen in Internierungslagern fand Kurt Schwitters seine letzte Heimat in England, wo er 1948 starb.

Ulrike Draesner schenkt uns in ihrem opulenten “Künstlerroman”, der keiner ist, wie sie im Nachwort sagt, Einblicke in Schwitters Leben. Die Kapitel bestehen aus fiktiven Momentaufnahmen, die sich aus der Biografie des Dada-Künstlers speisen. Da "Schwitters" aber vor allem ein Roman der Entwurzelung ist, beginnt die erzählte Handlung mit der Zeit kurz vor Schwitters’ Entscheidung zum Gang ins Exil, beschreibt vor allem die Zeit in Großbritannien, in der er sich in der neuen Lebenssituation zurechtfinden muss und endet mit seinem Nachleben, reflektiert aus der Sicht des Sohnes.

Kurt Schwitters ist als Protagonist genau wie seine Poesie, wie seine Kunst: schwer greifbar, sperrig bis unzugänglich. Kein einfacher Mensch, den die Autorin zur Hauptfigur ihres Romans gemacht hat. Noch dazu im "schwierigen" mittleren Mannesalter, voller Todes- und Existenzängste, sich wie ein Ertrinkender ans Leben klammernd. Eine sehr vielschichtige Künstlerpersönlichkeit, dieser Schwitters, mit einer nicht minder komplexen Gedankenwelt. Dada und Merzbau eben, schwer vorstellbar für den Leser, was das eigentlich ist. 

Im Roman gibt es auch Kapitel, die aus der Sicht von Schwitters’ Familienmitgliedern geschrieben wurden. Zum einen aus der Perspektive seiner Ehefrau Helma. Als ihr Mann ins norwegische Exil ging, musste sie in Deutschland bleiben, um sich in Hannover um die alten Mütter der Eheleute sowie um den Immobilienbesitz (u.a. Mietshäuser) zu kümmern. Mir gefällt sehr dass auch sie, die körperlich ewig betrogene Ehefrau, zu Wort kommt und wir als Leser ihren Gedanken und Reflexionen folgen dürfen. Helma Schwitters war Muse und Modell ihres exzentrischen Künstler-Ehemanns, musste aber auch seine zahlreichen Affären und seine Launen verkraften. 1944, kurz vor Ende des Krieges, starb sie an Krebs, ihren Mann und Sohn hatte sie seit Jahren nicht mehr gesehen. Ernst, das einzige überlebende Kind von Kurt und Helma, kommt wie bereits gesagt ebenfalls im fiktiven Rahmen zu Wort. Der 1918 geborene Fotograf arbeitete sich als "Sohn von" an seinem Künstler-Vater ab, verwaltete sein Erbe, profitierte davon und machte in Norwegen, wo er nach 1945 zurückkehrte, eine ganz eigene Karriere. Auch über Schwitters’ letzte Lebensgefährtin, Edith Thomas, genannt Wantee, lernen wir viel im Roman. Sie gibt ihm die menschliche Nähe, die er fernab der Heimat braucht und die Sprache, die ihm anfangs fehlt: Englisch.

Draesners Roman ist ein Sprachkunstwerk, voller rhetorischer Stilmittel und Erzählweise, "zusammentapeziert" wie eine Collage. Sie hat eine kraftvolle, bildhafte, poetische Sprache, die Stimmung erzeugt, eine ganz eigene Atmosphäre. Draesner versucht uns verschiedene Facetten dieses vielschichtigen Künstlermenschen Schwitters nahezubringen. Um die Komplexität seiner Persönlichkeit und der Welt, in der er lebte, zu erfassen, greift sie häufig auf das Stilmittel der Accumulatio zurück. Aber auch sonst entlehnt sie Sprachbilder aus Schwitters’ Kunstrichtung, dem Dadaismus, für ihre Romanbiografie. Sie weist in einem Nachwort darauf hin, dass alles, was sie schreibt, Fiktion ist (bis auf die belegbaren Daten und Fakten natürlich).

"Schwitters" ist mit Sicherheit das anspruchsvollstes Buch, welches kein Klassiker ist, das ich seit langem gelesen habe. Ich habe mit dem Buch gehadert, mich teilweise durchgequält und Passagen überblättert. Dennoch käme es mir schändlich vor, es nicht mit fünf Sternen zu bewerten. Was will ich einfache Leserin schon eine so versierte Schriftstellerin wie Ulrike Draesner kritisieren? Mir fehlte jegliche Legitimation. Überdies ist DADA ebenso unzugänglich wie Draesners Roman es stellenweise ist. Ich denke es ist die Intention der Autorin dass ihr Roman enigmatisch, sperrig und unzugänglich wie ein dadaistisches Kunstwerk und gleichzeitig wunderbar poetisch und paradiesisch schön wie eine Landschaftsmalerei von William Turner ist.

Man sollte sich dessen bewusst sein, wenn man es zur Hand nimmt. Ein intellektueller Roman über einen Intellektuellen und eine Geschichte der Entwurzelung eines Künstlers, die sehr berührt. In diesem Roman steckt wahnsinnig viel Kreativität, Kunstfertigkeit und Arbeit, insofern steht er dem Werk von Kurt Schwitters in nichts nach. Der Roman ist opulent und collagenhaft, manchmal nur schwer greifbar. Ein großartiges Werk, aber ich darf und kann eben nicht verhehlen, dass es nicht einfach zu lesen war. 

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Cover des Buches Schwitters (ISBN: 9783328601265)HEIDIZs avatar

Rezension zu "Schwitters" von Ulrike Draesner

Exzellente Romanbiografie und Zeitdokument
HEIDIZvor 7 Monaten

Mit Witz, unterhaltsam und auch tiefgründig liest sich der Roman von Ulrike Draesner mit dem Titel "Schwitters", der die Geschichte von Kurt Schwitter zum Inhalt hat.

 

Exil - bedeutet, seine Heimat, sein Land verlassen zu müssen, seine Familie, Sprache und ein Publikum zu verlieren. Bedeutet aber auch, sich nicht unterkriegen zu lassen und trotz allem heiter im Gemüt zu bleiben.

 

Die Autorin dieses Buch erzählt von Schwitters Lebensreise, von seiner Flucht, dem Exil und dem Leben als Künstler mit all seinen Höhen und Tiefen.

Dieser Roman ist ganz besonders, er ist fesselnd, mitreißend und informativ zugleich und er ist lebensklug. Sprachlich ausgefeilt hat mir diese Romanbiografie extrem gut gefallen.

 

Schon dem Umschlag, der doppelt um das Buch gefaltet ist, gebührt ein Pluspunkt, da er Kurt Schwitters gute und andere Lebensseiten beinhaltet, auf ganz unnachahmliche Art - lasst euch überraschen ...


 Im Alter von 49 Jahren muss Schwitters vor den Nationalsozialisten fliehen. Seinen gesamten Besitz ideell und materiell muss er zurücklassen, so auch seine Frau. Nun muss er eine andere Kunst ausüben, nämlich die Kunst des Überlebens. Irgendwann ist eine neue Frau an seiner Seite, sie hält ihn oben, hebt ihn immer wieder auf ...

 

Wir steigen in Hannover in der Waldhausenstraße 5 in die Handlung ein - hier möchte ich gern das Museum in Hannover empfehlen, hier kann man Schwitters und sein Schaffen erleben.

 

Es sind Fakten und Ausgedachtes, was Ulrike Draesner zu einem Lebensroman zusammenfügt, der ans Herz geht, der auch humorvoll ist, aber unbedingt tiefgründig die Kunst aus einem anderen Blickwinkel betrachtet ... aus dem schwieriger und dunkler Zeiten ...

 

Widersprüchliches und Historisches, Absurdes .... das Leben mit der Kunst im Exil ...

Eine zu 100 Prozent gelungene Publikation !!!

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Cover des Buches Schwitters (ISBN: 9783328601265)Prinz_Rupis avatar

Rezension zu "Schwitters" von Ulrike Draesner

Highlight am Bücherhimmel
Prinz_Rupivor 9 Monaten

Der am 20. Juni 1887 geborene Kurt Schwitters zählt zu den prägendsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts. In Deutschland nahezu vergessen, gilt er heute vor allem in Großbritannien, wo er auf der Flucht vor den Nazis seine letzten Lebensjahre verbrachte, als anerkannter Collagist und Installationskünstler. In einem biographischen Roman schildert Autorin Ulrike Draesner feinsinnig und unterhaltsam Schwitters Jahre als Migrant im Exil. 

 

Schwitters erfand einen braunen Hasen, der um Ecken sprang, die es nicht gab. Er erzählte vom stärksten Mann der Welt, der Frauen über das Radio schwängerte, so dass jede Dame in »deutscher Präzisionsarbeit« nach neun Monaten einen Zwerg gebar. Zu Beginn seines Auftrittes nahm er das obligatorische Hitler-Bild von der Wand, stellte es an den Rand der Bühne und forderte sein Publikum auf, den »Führer« anzuspucken. Das akzeptierte er als Applaus. Das erfährt der Leser von Ulrike Draesner.

 

In seinem von den Eltern geerbten Haus in Hannover, Waldhausenstraße 5, schuf er sein wohl größtes Kunstwerk, den begehbaren »MERZ-Bau«. 17 Jahre lang arbeitete er sich in dem Gebäude vom Wohnzimmer im Erdgeschoss bis zum Dach des Hauses. Schwitters verwandelte das Wohnhaus in eine begehbare Höhle, in der Menschen und auch Tiere hausen. Unter einer Drehorgel beispielsweise lebt Schweinchen Schwarz, kurz »SS« genannt, das den Klang der Musikmaschine liebt. Der Einzug einer Kuh hingegen wird nach einem erbitterten Ehestreit aufgegeben.

 

Was ist MERZ? 

 

Auf dem Theaterplatz in Hannover hat der Künstler einen Zeitungsfetzen aus einer Regenlache gefischt. Darauf entdeckt er eine Annonce der »Kommerz- und Privatbank«. Schwitters schneidet daraus die Silbe »MERZ« aus und nutzt es für eine Collage. Auf diesen Namen tauft er dann auch seine Technik, in die er zufällig gefundene Alltagsabfälle wie Scherben, Nägel und Schnürsenkel einarbeitet. Konsequent behält er den Begriff bis zuletzt für seine Kunst bei und nennt auch sein Wohnhaus »MERZ-Bau«.

 

Schwitters zählt zur künstlerischen Avantgarde. Er bewegt sich als bildender Künstler auf eigenen Pfaden zwischen Expressionismus, Kubismus, Konstruktivismus und Dada. Gleichzeitig verfasst er Lyrik und Prosa, die häufig auf skurrile oder grotesk-phantastische Pointen hinauslaufen. Er spricht von »MERZ-Dichtung«. Seine Arbeit versteht er als Revolte gegen eine von Politik, Presse und Unterhaltungsindustrie missbrauchte Sprache. Er gibt eine eigene Zeitschrift namens »MERZ« heraus, verfasst Theaterstücke und das Libretto einer grotesken Oper.

 

Sein Gedicht »An Anna Blume« wird an Litfaßsäulen in Hannover plakatiert. Die meisten Passanten können mit seiner MERZ-Lyrik, die traditionelle lyrische Sinngebung boykottiert, wenig anfangen. Heute wird der Text als Wegbereiter der konkreten Poesie gesehen.

 

Schwitters in zehnjähriger Arbeit entstandene »Ursonate« wird mit ähnlichem Unverständnis aufgenommen. Dieses MERZ-Lautgedicht fußt auf seinem zuvor entstandenen Plakatgedicht »fmsbwtözäu pggiv?mü«. Es schenkt ungewöhnlichen Genuss, dem von ihm selbst gesprochenen Text zu lauschen.

 

Schwitters auf der Flucht vor den Nazis 

 

Kein Wunder, dass die Nazis sofort nach der Machtergreifung Schwitters Arbeiten als »entartete Kunst« denunzieren und die Gestapo den Künstler verfolgt. Doch Schwitters ist bis zum letzten Tag in Hannover mit seinem MERZ-Bau verbunden, so dass es mehrerer Gestapo-Heimsuchungen bedarf, um ihm die Dramatik der Situation klar zu machen. 

 

Schwitters hat einen Raum der Erinnerung, Liebe, Verrücktheit geschaffen, eine begehbare Skulptur, die sich inzwischen über mehrere Stockwerke erstreckte. Und nun muss er gehen, denn die Gestapo lädt ihn immer wieder vor, und der 49-jährige wartet eigentlich täglich darauf, abgeholt zu werden. Dabei ist ihm klar, was ihn erwartet: brutale Quälereien, medizinische Experimente und der Tod, denn Kurt ist Epileptiker und für die Nazis damit doppelt »unwert«. 

 

Schweren Herzens flieht der Künstler im Januar 1937 aus seiner MERZ-Burg, die ihm keinen Schutz mehr bietet. Er geht nach Norwegen, dort glaubt er sich sicher. Doch die Deutschen rücken in ihrem Blitzkrieg vor und verschlingen das Land. Im letzten Augenblick fliehen Vater und Sohn weiter nach Schottland. Dort wird Schwitters zunächst als Deutscher interniert wird, bevor er entlassen wird und schließlich nach London geht.

 

Draesner begleitet Schwitters ins Exil

 

In dieser Lebensphase setzt Ulrike Draesner mit ihrem biographischen Roman »Schwitters« ein. Die Autorin begleitet den Künstler auf seinem Weg ins Exil. Sie beschreibt diese Fahrt ins Ungewisse so dicht und einfühlsam, als habe sie Schwitters mit einer Kamera begleitet und derweil seine Gedanken gescannt. Die unvermeidbare literarische Fantasie bildet die eine Seite des Romans, auf der anderen Seite steht die Akribie der Recherche und des persönlichen Augenscheins der Autorin.

 

Das Besondere an Draesners Werk ist der wiederholte Perspektivwechsel. Mal erzählt sie aus der Sicht Kurt Schwitters, dann mit den Augen seiner Frau Helma. Sohn Ernst kommt ebenso zu Wort wie Kurts spätere Londoner Freundin und Geliebte Edith »Wantee« Thomas. Immer sind es blitzlichtartig ausgewählte Szenen, die von der Autorin szenisch derart genau geschildert werden, als erzähle die jeweilige Person selbst.

 

Ulrike Draesners Buch ist ideal für Leser, die gern tief eintauchen in die Geschichte des Genies Schwitters, die sich beim Lesen Zeit nehmen und dem Fluss der Erzählung folgen. Für staubsaugerartig Fakten aufsaugende Sachbuch-Leser ist der Roman weniger geeignet. »Schwitters« ist ein biographischer Roman, der Spielfreudigkeit und Erfindungsraum in Bezug auf die Beschreibung eines fremden Lebens demonstriert. 

 

Die Autorin sagt dazu: »Unser Leben besteht nicht primär aus Daten und Fakten, sondern aus den Geschichten, die wir uns und anderen darüber erzählen. Schwitters´ äußeres Leben ist für mich das Gerüst für eine innere Geschichte.«

 

Ulrike Draesner erzählt Schwitters´ innere Geschichte mit Empathie und Bravour. Ihr Buch ist ein Highlight am spätsommerlichen Bücherhimmel. 

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Gespräche aus der Community


Liebe Lovelybooks-Leserinnen,

am 15. Oktober erscheint mein Mémoir „Eine Frau wird älter. Ein Aufbruch“ im Penguin Verlag. Vor ein paar Jahren bat mich ein Freund, ihm aus weiblicher Sicht über die sogenannten „Wechseljahre“ zu erzählen. Wir saßen am Küchentisch, fünf Stunden lang. Ich sagte offen, was ich wahrnahm. Körperlich. Seelisch. An mir. An anderen. Wie ich angesehen wurde. Wie man mich behandelte. Wie ich selbst es tat. Wie wenig meine Mutter mit mir über all das gesprochen hatte. Danach wusste ich: Hier muss etwas geschehen. Es ist höchste Zeit, neu über unsere Konzepte von Alter nachzudenken. Für Frauen und Männer, doch besonders für Frauen. Mein Buch beruht auf selbst Erlebtem, auf Gesprächen mit Freunden und Freundinnen. Es erzählt traurige und komische Geschichten und blickt in die westliche Kulturgeschichte. Das fünfte und sechste Lebensjahrzehnt tragen viele Gesichter. Man steht in der Mitte zwischen den Generationen. Hat noch Kraft, hat Erfahrung, hat mit (spät)pubertierenden Kindern zu tun, eine leeres Nest zu verwalten, alte Eltern zu versorgen. Ich bin gespannt auf Eure eigenen Erfahrungen und Lebensherausforderungen.  Auf eine anregende Leserunde gemeinsam mit euch freue ich mich!

Herzlich,

Ulrike Draesner


Zum Buch

Wenn Frauen nicht mehr 35, nicht mehr 45 und bald nicht mehr 55 sind...

Frauen wollen immer 39 bleiben, sagte ihre Mutter und färbte sich die Haare bis weit über 80. Sie selbst hat inzwischen auf Partys manchmal den Eindruck wie ein sprechendes Möbelstück behandelt zu werden. Wie sehen sich Frauen eigentlich in der Mitte des Lebens? Mit oder ohne Mann, mit oder ohne Kind, jedenfalls mit sich veränderndem Körper, Denken, Fühlen. Ulrike Draesner hat einen glänzenden Text geschrieben, am eigenen Leben und dem anderer Frauen entlang erkundet sie die Vielschichtigkeit dieses Lebensabschnitts, in dem alles nebeneinander vorkommt: Sie weiß noch, wie sie als Mädchen unbedingt älter werden wollte. Und nun tun alle so, als gäbe es so etwas wie Wechseljahre gar nicht? Pointiert, scharfsinnig und heiter findet Draesner einen neuen Umgang mit dem Verstreichen der Jahre: Aufbruchsgeist, Feuer statt Herd. Zuhause in der eigenen Verwandlung.

Hier vorab reinlesen!

Wie könnt ihr an der Leserunde teilnehmen?

Es sind alle willkommen an der Leserunde teilzunehmen, die sich mit dem Thema Älterwerden beschäftigen und dazu austauschen wollen. Wir verlosen außerdem 15 Exemplare von »Eine Frau wird älter. Ein Aufbruch«.

Für die Verlosung bewerbt ihr euch (Bewerbungsende: Mittwoch, 10. Oktober), indem ihr uns erklärt, warum ihr gerne an der Leserunde teilnehmen möchtet und folgende Frage beantwortet: Was bedeutet Älterwerden für euch?

Ulrike Draesner und das Penguin-Team sind gespannt auf eure Antworten und wünschen viel Glück bei der Verlosung!

113 BeiträgeVerlosung beendet

Lieblingsorte für die Handtasche!

Sommerzeit – Urlaubszeit! Packt ihr gedanklich auch schon die Koffer für die große Urlaubsreise? Oder verbringt ihr die Ferien auf Balkonien?

Egal, ob ihr zu einer großen Expedition aufbrecht oder in heimischen Gefilden bleibt, wir haben für euch vier Titel vorbereitet, die so richtig Lust aufs Reisen machen! In der "Lieblingsorte"-Reihe aus dem Insel Verlag nehmen uns Einheimische an die Hand und zeigen uns ihre versteckten Lieblingsorte in Hamburg, Rom, Wien oder Barcelona. Egal, ob ein versteckter Park, ein heimeliges Restaurant oder die besten Shopping-Tipps – hier wird jeder fündig und erlebt sein Reiseziel aus einer völlig neuen Perspektive! Und auch Bewohner der Stadt können neue Lieblingsorte entdecken.




Neugierig geworden? Wir verlosen 20 Exemplare der Lieblingsorte, damit ihr für die nächste Reisesaison optimal vorbereitet seid!

Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch bis einschließlich 12.06.2016 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und verratet uns, welcher Ort euer absoluter Lieblingsort ist und warum – und verratet uns, welche der vier Städte ihr gern mit dem passenden Lieblingsorte-Band erkunden möchtet. 
Denn wenn ihr gewinnt, erhaltet ihr direkt den passenden Reiseführer für genau diesen Ort!

Die vier Lieblingsorte im Überblick:


Hamburg von Birgit Haustedt
Wie könnte ein perfekter Tag in Hamburg aussehen? Zum Beispiel so: Er beginnt in einem der schönsten Cafés der Stadt mit herrlich-nostalgischem Flair. 'In die Gänge' kommen Sie anschließend im gleichnamigen Viertel, und in der benachbarten Poolstraße entdecken Sie im Hinterhof einen versteckten Tempel. Am Mittag lauschen Sie einem Lunchkonzert an der Börse und fahren danach Paternoster im Slomanhaus. Am frühen Abend genießen Sie die außergewöhnliche Aussicht vom nördlichsten Weinberg Deutschlands auf den Hamburger Hafen und stärken sich an den Landungsbrücken Nr. 10 mit den besten Fischbrötchen der Stadt, um dann beim Nachtflohmarkt im Schanzenviertel den Tag (vorerst) zu beschließen. 



Barcelona von Peter Schwaar
Barcelona ganz anders: Peter Schwaar, der Übersetzer von Eduardo Mendoza und Carlos Ruiz Zafón, führt Sie durch die »Stadt der Wunder«. Er zeigt Ihnen Spaniens älteste Synagoge, besucht mit Ihnen die umgebaute Stierkampfarena auf der Plaça Espanya und schlendert mit Ihnen durch Sant Andreu. Auf dem Büchermarkt Sant Antoni entdecken Sie seltene Filmplakate, alte Postkarten und schön illustrierte Bücher. Mit der Hafenseilbahn gondeln Sie von der Barceloneta auf den Montjuic, und am Abend kommen Sie in den Genuss der Spezialitäten der katalanischen Küche und probieren die besten Tapas der Stadt.



Wien von Susanne Schaber
Wien hat viel zu bieten: die berühmtesten Cafés der Welt, die wertvollsten Kunstsammlungen, herrliche Parks und die schönsten Märkte. Doch welches Kaffeehaus ist das charmanteste, wo schmeckt die Sachertorte wirklich am besten und wo das Wiener Schnitzel? Susanne Schaber gibt en passant Antworten auf diese Fragen und zeigt Ihnen dabei die schönsten und wundersamsten Ecken der Stadt: Entdecken können Sie zum Beispiel die Schönlaterngasse, klein, verwinkelt, aus der Zeit gefallen. Oder Sie spüren zwischen Ahorn und Flieder Mozarts (leeres) Grab auf dem St. Marxer Friedhof auf. Und am Abend kehren Sie ein ins Schwarze Kameel, eine Oase in der Wüste der Großstadt, wo Sie den Tag bei einem Diplomatensandwich und einem Glas Grünen Veltliner ausklingen lassen können. 



Rom von Stefan Ulrich
Wie könnte ein perfekter Tag in Rom aussehen? Sie frühstücken auf einem der stimmungsvollsten Plätze der Stadt, der Piazza Santa Maria in Trastevere, mit Cappuccino und Cornetto. Dann bummeln Sie über den Gianicolo-Hügel, mit Blick auf Rom und die Abruzzen-Gipfel, hinüber zum Vatikan und entdecken unterwegs zwei Heldinnen des römischen Freiheitskampfes. Nach einem Besuch im kleinsten Staat der Welt erholen Sie sich bei einer grattachecca, einem Wassereis mit Fruchtsirup. Am Nachmittag erleben Sie die geheimnisvolle Welt der Etrusker in der Villa Giulia, bevor es zum Abendessen ins Testaccio-Viertel geht. Hier genießen Sie römische Spezialitäten wie eine Coda alla vaccinara oder Carciofi alla romana. Anschließend wartet die Bar auf der Dachterrasse des Hotels Atlante Star auf Sie, mit einem späten caffè oder einem Drink mit Blick auf die Kaiserforen. 




Neben diesen vier Lieblingsorten erwartet euch im September noch ein weiterer Band – es geht nach London! 
410 BeiträgeVerlosung beendet


Die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 steht seit Kurzem fest und hier könnt ihr auch schon bei LovelyBooks für euren persönlichen Favoriten abstimmen.

Jetzt haben wir noch eine besondere Aktion für euch vorbereitet: Ihr habt nun die Möglichkeit, den Autoren, die es mit ihren Büchern auf die Longlist geschafft haben, Fragen zu stellen und natürlich auch ihre Bücher zu gewinnen!

Die Autoren von Diogenes, dem Luchterhand Literaturverlag, dem Residenz-Verlag und dem Rowohlt Verlag haben bereits zugesagt, die Liste ist aber noch nicht final, sondern wird noch erweitert werden. Seid gespannt!

Hier die Termine für die Fragerunden, die bisher feststehen:

Montag, 8. September 2014:
Thomas Melle - "3000 Euro"
Hier geht es zur Fragerunde!

Matthias Nawrat - "Unternehmer"
Hier geht es zur Fragerunde!

Michael Ziegelwagner - "Der aufblasbare Kaiser"
Hier geht es zur Fragerunde!

Dienstag, 9. September 2014:

Christoph Poschenrieder - "Das Sandkorn"
Hier geht es zur Fragerunde!

Mittwoch: 10.September 2014:

Saša Stanišić - "Vor dem Fest"
Hier geht es zur Fragerunde!

Dienstag, 16. September 2014:

Ulrike Draesner - "Sieben Sprünge vom Rand der Welt"
Hier geht es zur Fragerunde!

Mittwoch, 17. September 2014
Martin Lechner - "Kleine Kassa"
Hier geht es zur Fragerunde!

Sobald die Fragerunden eröffnet sind, werden wir sie auch hier verlinken. Ihr könnt den Autoren am jeweiligen Tag im entsprechenden Thema (also nicht hier im Thema!) Fragen stellen, die sie euch dann natürlich auch beantworten! Bitte beachtet, dass die Fragerunden teilweise nicht bis Mitternacht geöffnet sein werden, sondern die letzten Fragen schon am Abend gestellt werden müssen! Wie auch bei unseren Fragefreitagen werden wir unter allen Fragestellern einige Exemplare der Bücher verlosen, mit denen die Autoren nominiert sind.

Unter den Teilnehmern an allen Fragerunden verlosen wir 3 tolle Buchpakete mit den folgenden Büchern aus der Longlist:


Ich wünsche euch schon einmal viel Spaß bei den Fragerunden! Seid ihr schon gespannt? :)


Nachtrag: Die Shortlist des Deutschen Buchpreises ist nun auch veröffentlicht! Hier könnt ihr sehen, welche Titel es geschafft haben!
82 Beiträge
Flohs avatar
Letzter Beitrag von  Flohvor 6 Jahren
Oh Danke, da habe ich ja noch gar nicht mit gerechnet!
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Ulrike Draesner wurde am 20. Januar 1962 in München (Deutschland) geboren.

Ulrike Draesner im Netz:

Community-Statistik

in 133 Bibliotheken

auf 36 Wunschzettel

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 3 Lesern gefolgt

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