Ulrike Draesner

 3,8 Sterne bei 104 Bewertungen
Autorin von Kanalschwimmer, Eine Frau wird älter und weiteren Büchern.
Autorenbild von Ulrike Draesner (© Jürgen Bauer)

Lebenslauf

Ulrike Draesner wurde 1962 in München geboren und studierte Jura, Anglistik, Germanistik und Philosophie. 1995 erschien mit dem Gedichtband "gedächtnisschleifen" ihr Debüt. Mit ihrem aktuellen Roman "Sieben Sprünge vom Rand der Welt" steht sie auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2014. Außerdem arbeitet Draesner als Übersetzerin, leitet Seminare, Workshops, sowie Vorlesungen über Poetik. Die Autorin lebt derzeit in Berlin.

Neue Bücher

Cover des Buches Radio Silence (ISBN: 9783866487819)

Radio Silence

Neu erschienen am 25.09.2026 als Gebundenes Buch bei mareverlag.

Alle Bücher von Ulrike Draesner

Cover des Buches Kanalschwimmer (ISBN: 9783866482883)

Kanalschwimmer

(18)
Erschienen am 20.08.2019
Cover des Buches Eine Frau wird älter (ISBN: 9783328600022)

Eine Frau wird älter

(13)
Erschienen am 15.10.2018
Cover des Buches Schwitters (ISBN: 9783328107828)

Schwitters

(10)
Erschienen am 01.11.2021
Cover des Buches Sieben Sprünge vom Rand der Welt (ISBN: 9783328109051)

Sieben Sprünge vom Rand der Welt

(12)
Erschienen am 13.12.2021
Cover des Buches zu lieben (ISBN: 9783328114352)

zu lieben

(6)
Erschienen am 18.03.2026
Cover des Buches Die Verwandelten (ISBN: 9783328112211)

Die Verwandelten

(8)
Erschienen am 14.05.2025
Cover des Buches Vorliebe (ISBN: 9783328111238)

Vorliebe

(7)
Erschienen am 23.10.2024
Cover des Buches Spiele (ISBN: 9783328109129)

Spiele

(6)
Erschienen am 08.03.2022

Neue Rezensionen zu Ulrike Draesner

Cover des Buches Spiele (ISBN: 9783328109129)
Schmuck_Guggerins avatar

Rezension zu "Spiele" von Ulrike Draesner

Schmuck_Guggerin
Spiele, die historisch wurden

Nachdem Katja, eine erfolgreiche Fotojournalistin, ihres Berufes müde geworden ist, bemerkt sie, wie sehr das eigene Leben von den großen Geschehnissen des Lebens mitbestimmt werden. Sie erinnert sich an das Jahr 1972, und daran, was dieses Jahr für sie ganz persönlich einst bedeutet hat.Auch hierbei ist Privates nicht von den großen Geschehnissen zu trennen. Es war das Jahr der Geiselnahme bei den Olympischen Spielen in München. Katja erinnert sich in diesem Roman an ihre erste Liebe und wie sie damals und letztlich auch heute, damit umgeht.

Ich habe als eine der großen Fragen des Romans herausgelesen, wie wir mit den Dingen der Vergangenheit umgehen, die uns vielleicht nie mehr in unserem Leben loslassen.

Die Autorin hat ein umfangreiches Buch von nahezu 500 Seiten vorgelegt. Ihr Sprachstil bedarf einer kurzen Eingewöhnungsphase. Er passt aber letztlich zur Schwere des Textes, der teilweise von detailreichen Beschreibungen durchzogen ist.   


Cover des Buches doggerland (ISBN: 9783328601661)
Trishen77s avatar

Rezension zu "doggerland" von Ulrike Draesner

Trishen77
Untergegangene Welten

Letztens lass ich einen elektrisierenden Gedanken (in Randall Munroes Buch “What if 2”), nämlich, dass alle jetzt lebenden Menschen zwangsläufig von ein paar wenigen hundert Menschen abstammen müssen, mit denen uns eine nie abgebrochene Fortpflanzungskette verbindet. Kein besonders überraschender Gedanke, aber doch elektrisierend, weil darin die generelle Erkenntnis steckt, dass unsere ganze unübersichtliche Gegenwart aus dem entstanden ist, was sich durchgesetzt und überlebt hat (während vieles andere auf der Strecke blieb). Wir stehen sozusagen nicht auf dem Höhepunkt der bisherigen Schöpfung, wir liegen hinter dem Nadelöhr (oder die Gegenwart ist sogar das Nadelöhr).

Und somit ist auch die Vergangenheit nicht einfach die Geschichte vom Wandel, der zur Gegenwart führt, sondern das Zuhause einer Vielfalt, die heute nicht mehr existiert oder nur noch in Fragmenten und Bruchstücken erhalten geblieben ist. “Doggerland” eine Region zwischen Norddeutschland und Großbritannien, vor über 8000 Jahren vom Meer verschlungen, kann als Sinnbild für diese riesige Vergangenheit, die nur in Teilstücken fortlebt, angesehen werden.

Zum einen lebt sie in den Mythen fort, den Geschichten um Atlantis und den Garten Eden, in den gräulichen Phantasien von Lebensraum und Germanentum. Aber man landet auch zwangsläufig in doggerland, zumindest abstrakt, wenn man sich rückwärts in der Sprache bewegt, in einem Raum, in dem sich das Angelsächische und Deutsche annähern, bis zwischen ihnen zahlreiche Funken von Bedeutung überspringen.

Was erhellen diese Funken? Manchmal nur eine fast schon kalauerische Verwandtschaft, aber oft genug kann man im Lichte dieser Funken einen Blick auf die Vergangenheit erhaschen. Wie in einem Teilchenbeschleuniger, werden die Sprachteilchen aufeinander geschossen, mit der ungeheuren Geschwindigkeit, die Jahrtausende in wenigen Sekunden überbrückt, und die Reaktionen reichen von Verpuffen, über Leuchten bis hin zu stabilen neuen Elementen, unbekannten Bausteinen der Wirklichkeit.

Wie viel kann uns die (Sprach)Geschichte über uns selbst sagen? Was aus der Vergangenheit tragen wir in uns mit und inwieweit sind wir diesem Erbe verpflichtet? Diese Fragen sind schwer zu beantworten, aber Draesner liefert mit Doggerland eine Möglichkeit, sich auf ihren Grund zu begeben. Man muss sich teilweise auf ihre Assoziationen einlassen, teilweise kann man aber auch seine ganz eigenen Wege gehen. In jedem Fall erwartet einen eine spannende Reise.

Cover des Buches Die Verwandelten (ISBN: 9783328112211)
Wolf-Macbeths avatar

Rezension zu "Die Verwandelten" von Ulrike Draesner

Wolf-Macbeth
Wenn Wunden sprechen – und nicht heilen

Ich habe Die Verwandelten nicht „gelesen“, ich habe es durchlebt. Dieses Buch ist kein Wohlfühlroman, es will nicht trösten, nicht leichtmachen, nicht unterhalten. Es ist ein Werk über ein Jahrhundert Gewalt, Verlust und Nachhall – erzählt von Frauen, deren Stimmen sich durch Krieg und Nachkrieg hindurch verändern, brechen und dennoch bestehen. Drei Generationen, verbunden durch etwas, das sie nicht gewählt haben, aber tragen müssen.


Was dieses Buch so besonders – und so anstrengend – macht, ist die Art, wie Draesner erzählt. Die Zeit ist nie linear. Der Roman springt unaufhörlich zwischen 1938, 1945, den 1960er Jahren, der Gegenwart und den Orten, an denen die Familiengeschichte abgelagert ist: München, Hamburg, Warschau, Breslau/Wrocław. Jeder Zeitsprung zieht einen wie ein Strudel nach unten, bevor man wieder zur Oberfläche zurückkommt. Dieses „retardierende Erzählen“ macht das Lesen körperlich, manchmal fast erschöpfend.


Dazu kommt das Thema selbst. Die Verwandelten zeigt nicht die Gewalt im Moment, sondern das Danach:

Flucht. Vergewaltigungen. Lebensborn. Tote Kinder. Verstümmelte Identitäten.


Es ist die Frage, wie ein Krieg weiterlebt in Menschen, die ihn überlebt haben – und in denen, die nach ihnen kommen. Der Roman bleibt beunruhigend nah an der Frage, wie man überhaupt leben soll, wenn Sprache, Herkunft und Körper durch Gewalt geprägt sind.


Und dann die Sprache. Draesner schreibt hochliterarisch, verdichtet, ohne Entlastung. Dialekt, Polnisch, Schlesisch, Mythologie, Biologie, Bilder und abrupte Gedankensprünge – alles verschmilzt zu einem Rhythmus, der manchmal wie Musik, manchmal wie Atemnot wirkt. Man liest fünf Seiten und hat das Gefühl, es seien dreißig gewesen. Trotzdem ist der Roman nie langweilig: Er hat eine Kraft, einen Drive, der einen trotz aller Schwere weiterzieht.


Mich hat besonders beeindruckt, wie Draesner die Gewalt nie ausschlachtet, sondern spürbar macht. Die Verwundung ist nicht das Spektakel, sondern die Spur. Es geht nicht um das Ereignis, sondern um das Weiterleben. Um das, was Frauen über Jahrzehnte nicht sagen konnten. Um das, was die Sprache selbst erlitten hat.


Als ich die letzten Seiten gelesen habe, war ich erschöpft, aber voller Bewunderung. Die Verwandelten ist ein großes literarisches Werk – hart, traurig, fordernd und gleichzeitig zärtlich gegenüber seinen Figuren. Ulrike Draesner gehört für mich mit diesem Buch zu den bedeutendsten literarischen Stimmen der Gegenwart.


Ein Roman, der lange nachhallt. Vielleicht ein Leben lang.



Gespräche aus der Community

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aba

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Liebe Lovelybooks-Leserinnen,

am 15. Oktober erscheint mein Mémoir „Eine Frau wird älter. Ein Aufbruch“ im Penguin Verlag. Vor ein paar Jahren bat mich ein Freund, ihm aus weiblicher Sicht über die sogenannten „Wechseljahre“ zu erzählen. Wir saßen am Küchentisch, fünf Stunden lang. Ich sagte offen, was ich wahrnahm. Körperlich. Seelisch. An mir. An anderen. Wie ich angesehen wurde. Wie man mich behandelte. Wie ich selbst es tat. Wie wenig meine Mutter mit mir über all das gesprochen hatte. Danach wusste ich: Hier muss etwas geschehen. Es ist höchste Zeit, neu über unsere Konzepte von Alter nachzudenken. Für Frauen und Männer, doch besonders für Frauen. Mein Buch beruht auf selbst Erlebtem, auf Gesprächen mit Freunden und Freundinnen. Es erzählt traurige und komische Geschichten und blickt in die westliche Kulturgeschichte. Das fünfte und sechste Lebensjahrzehnt tragen viele Gesichter. Man steht in der Mitte zwischen den Generationen. Hat noch Kraft, hat Erfahrung, hat mit (spät)pubertierenden Kindern zu tun, eine leeres Nest zu verwalten, alte Eltern zu versorgen. Ich bin gespannt auf Eure eigenen Erfahrungen und Lebensherausforderungen.  Auf eine anregende Leserunde gemeinsam mit euch freue ich mich!

Herzlich,

Ulrike Draesner


Zum Buch

Wenn Frauen nicht mehr 35, nicht mehr 45 und bald nicht mehr 55 sind...

Frauen wollen immer 39 bleiben, sagte ihre Mutter und färbte sich die Haare bis weit über 80. Sie selbst hat inzwischen auf Partys manchmal den Eindruck wie ein sprechendes Möbelstück behandelt zu werden. Wie sehen sich Frauen eigentlich in der Mitte des Lebens? Mit oder ohne Mann, mit oder ohne Kind, jedenfalls mit sich veränderndem Körper, Denken, Fühlen. Ulrike Draesner hat einen glänzenden Text geschrieben, am eigenen Leben und dem anderer Frauen entlang erkundet sie die Vielschichtigkeit dieses Lebensabschnitts, in dem alles nebeneinander vorkommt: Sie weiß noch, wie sie als Mädchen unbedingt älter werden wollte. Und nun tun alle so, als gäbe es so etwas wie Wechseljahre gar nicht? Pointiert, scharfsinnig und heiter findet Draesner einen neuen Umgang mit dem Verstreichen der Jahre: Aufbruchsgeist, Feuer statt Herd. Zuhause in der eigenen Verwandlung.

Hier vorab reinlesen!

Wie könnt ihr an der Leserunde teilnehmen?

Es sind alle willkommen an der Leserunde teilzunehmen, die sich mit dem Thema Älterwerden beschäftigen und dazu austauschen wollen. Wir verlosen außerdem 15 Exemplare von »Eine Frau wird älter. Ein Aufbruch«.

Für die Verlosung bewerbt ihr euch (Bewerbungsende: Mittwoch, 10. Oktober), indem ihr uns erklärt, warum ihr gerne an der Leserunde teilnehmen möchtet und folgende Frage beantwortet: Was bedeutet Älterwerden für euch?

Ulrike Draesner und das Penguin-Team sind gespannt auf eure Antworten und wünschen viel Glück bei der Verlosung!

112 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Ulrike Draesner wurde am 20. Januar 1962 in München (Deutschland) geboren.

Ulrike Draesner im Netz:

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