Ulrike Giesselmann Hotel China

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(1)
(1)
(1)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Hotel China“ von Ulrike Giesselmann

Gibt eindeutig bessere Kurzgeschichtensammlungen!

— Ayanea
Ayanea
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Hotel China" von EPIDU Verlag GmbH

    Hotel China
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. June 2011 um 18:55

    - Die Zeit verging unmerklich: Stunden vergingen in einem Augenblick und der Mond ging über den Lichtern des Hotels in einem einzelnen Bogen auf. Ich verließ mein kleines Zimmer und schloss die Tür hinter mir ab. - Bei dem Buch "Hotel China" handelt es sich um eine Anthologie, die Arbeiten verschiedener Mitglieder des Hong Kong Writers' Circle beinhaltet. Dieser wurde 1991 gegründet und dient als Anlaufstelle für viele Schreiber, die in Hong Kong leben. Kreative aus allen möglichen Bereichen (Film, Literatur, Theater), die auf völlig unterschiedlichen Entwicklungsstufen mit ihren Arbeiten stehen, treffen sich in Workshops, publizieren gemeinsam, kritisieren ihre Werke gegenseitig und führen Veranstaltungen durch. Da Hong Kong bis 1997 eine britische Kronkolonie war und heute eine Sonderwirtschaftszone darstellt, gibt es auch viele englischsprachige Mitglieder, die sich zeitweise oder für immer in China niedergelassen haben. Ich hebe dies besonders hervor, weil man nicht davon ausgehen sollte, dass man beim Aufschlagen des Buches einen Einblick in DIE moderne Literatur Chinas erhält. Hong Kong ist eigentlich eine Welt für sich und hat nicht viel mit dem eigentlichen China zu tun. Um was für eine Welt es sich dabei handelt, hat schon Richard Mason in den 50er Jahren in seinem Buch "Suzie Wong" beschrieben. Die Liebesgeschichte eines Malers und einer Prostituierten prägte das Hong Kong-Bild vieler englischsprachiger Leser. Genau diese Geschichte bildet eine Art Aufhänger für die Kurzgeschichten, welche in "Hotel China" versammelt sind. Das Hotel liegt in dem Finanzdistrikt Hong Kongs, den man vielleicht am besten mit einzelnen Bezirken in Frankfurter Main vergleichen kann. Auf der einen Seite finden sich gläserne Geschäftshäuser und eine Vielzahl von Brokern, Stararchitekten und Finanzberatern. Auf der anderen Seite gibt es Nachtclubs, Prostitution und Drogenhandel. Wobei natürlich alles eine Spur diskreter und in einem gehobenen Stil abläuft, als man sich das gemeinhin vorstellt. Diese beiden Welten treffen sich täglich in der Intimität der Hotelzimmer. Prostituierte befriedigen ihre Freier, Geschäftsleute übernachten dort, Familien gehen in das Hotelrestaurant und eine Vielzahl von Menschen arbeitet schlichtweg täglich in dem Haus. Schaut man hinter die Zimmertüren, entdeckt man wunderbare und verstörende Geschichten und man lernt die guten und die schlechten Seiten des Lebens kennen. Der Leser betrachtet diese Welt durch die Augen fast aller Personengruppen, die im Hotel anzutreffen sind und erhält dadurch einen sehr differenzierten Blick, da die exemplarisch ausgewählten Personen wirklich sehr unterschiedlich sind. Es gibt zum Beispiel den Pagen, der mit dem Hotel verschmelzen möchte, das Zimmermädchen, das zu viel weiß, die Prostituierte, die zu sexuellen Handlungen gezwungen wird und den liebenden Ehemann, der in kriminelle Kreise gerät. Der Stil der einzelnen Autoren ist sehr unterschiedlich und gerade das macht für mich den Reiz einer Anthologie aus. Es gibt Erzählungen, die auf verschiedenen Ebenen spielen und mich ein wenig an die Werke von Murakami erinnern. Gleichzeitig gibt es jedoch auch sehr einfach strukturierte Texte, die allein durch den interessanten Handlungsgang Spannung erzeugen und den Leser an sich fesseln. Sehr interessant finde ich auch die Bezüge, die teilweise zwischen den einzelnen Geschichten hergestellt werden. Einzelne Personen, die zuvor eine Hauptrolle spielten, tauchen in Nebenrollen wieder auf, wirken aber nicht deplatziert oder störend. Zudem werden auch immer wieder Bilder aus dem Roman von Richard Mason erwähnt und den aktuellen Gegebenheiten gegenübergestellt. Eine klare Sprache, die leicht verständlich ist udn einen guten Lesefluss erzeugt zeichnet alle Texte aus und stellt aus meiner Sicht einen weiteren Pluspunkt dar. Fazit: Wer einen Einblick in die Welt Hong Kongs erhalten möchte und Kurzgeschichten mag, die zum Nachdenken anregen, witzig, aber auch skurril und erschreckend sind, sollte zu diesem Buch greifen.

    Mehr
  • Rezension zu "Hotel China" von EPIDU Verlag GmbH

    Hotel China
    Sumpflicht

    Sumpflicht

    Grellbunte Neonlichter über geschäftige Straßen, Bars, Restaurants, Pubs; Clubs, Garküche, Discos und Hotels. Das ist das Wan Chai in Honkong. Inhalt: 16 verschiedene Autoren und jeder schreibt seine eigene kleine Kurzgeschichte über das Hotel China. Hinter jeder Tür befindet sich eine andere Geschichte. Mord, Liebe, Drogenhandel, Geldgeschäfte. Alles scheint in der Intimität des Hotels möglich. Cover: Es war das Erste, was mir in die Augen gesprungen ist und mich veranlasst hat den Klappentext zu lesen. Die gesamte Aufmachung des Covers passt sehr gut zum Inhalt des Buches. Leider muss ich den Einband des Buches ein wenig bemängeln. Die Buchseiten sind nicht richtig geklebt und leider habe ich auch leichte Kleberückstände am Buch. Außerdem kann man das Buch unmöglich lesen ohne den Buchrücken zu brechen. Meine Meinung: Ich war enttäuscht von dem Buch, hatte ich mich doch sehr darauf gefreut. Bis auf eine Kurzgeschichte hat mir keine mehr gefallen. Wäre dies kein Rezensionsexemplar gewesen hätte ich es womöglich nach der vierten Geschichte sogar abgebrochen. So habe ich mich aber tapfer bis zur letzten Seite durchgeschlagen und war wirklich froh, dass ich es endlich beenden konnte. Laut Cover und Klappentext sollte ich mich in China befinden, für mich hätte es aber auch England oder sonst ein anderes Land sein können. Dass man in China ist fällt sehr wenig auf. Da hätte ich mir gerne mehr chinesischen Einfluss gewünscht. Vor allem weil fast alle Namen, großteils auch von denen die in China geboren sind, sehr europäisch klingen. Ich möchte einfach in einem Buch, das in China und von China handelt keinen Paul oder Jennifer lesen! Bei vielen Kurzgeschichten hat mich besonders die Schreibweise und vor allem der Satzbau abschrecken lassen. Manchmal wild zusammen gewürfelte Sätze, die für mich überhaupt keinen Sinn gegeben haben oder man nicht wusste was der Autor mir damit jetzt mitteilen will. Besonders ist mir das bei „Nachtschicht“ aufgefallen. Da wusste ich oftmals gar nicht wer jetzt sprach. Und der Sprung von einer Person zur anderen fand oftmals im gleichen Satz statt. Verwirrend und fördert nicht den Lesespaß! Dann gab es Geschichten, wo ich gedacht habe: „Super, jetzt befinde ich mich direkt im Porno, oder warum muss der Autor jedes kleinste Detail beschreiben.“ Für mich absolut unnötig, da hätte ich auch ein Groschenblatt lesen können, was, wenn ich mir den Preis des Buches anschaue, auch noch billiger kommt. Schön fand ich, das Protagonisten wie der Page oder das Zimmermädchen in mehreren Geschichte vorkamen. Von diesem Zusammenspiel, hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Fazit: Für mich als Roman Liebhaberin war dieses Buch nichts, aber jeder der gerne Kurzgeschichten ließt, wird mit diesem Buch gut bedient sein.

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Hotel China" von EPIDU Verlag GmbH

    Hotel China
    Ayanea

    Ayanea

    16 Geschichten. 1 Hotel und KEINE 4. Etage Hotel China ist ein Buch der etwas anderen Art. Auf 252 Seiten werden insgesamt 16 Kurzgeschichten von 16 verschiedenen Autoren erzählt, die sich alle mit dem Hotel in Hong Kong beschäftigen. In einer Geschichte begleiten wir einen Pagen, in der anderen eine Nutte aus dem Wan Chai Rotlichtviertel und in einer wieder anderen 2 Fremde die sich in der Hotelbar treffen und schließlich zu Bekannten und Freunden werden. Denn eins ist sicher, hinter jeder Tür, hinter jedem Zimmer spielen sich die unterschiedlichsten Menschenschicksale ab und der Leser wird zum stummen Beobachter. Die Idee dahinter fand ich sehr nett und gelungen. Zudem eignet sich dieses Buch absolut für Pendler die in Zugfahrten zum Buch greifen wollen, da eine Kurzgeschichte recht schnell gelesen ist. Die verschiedenen Autoren haben auch sehr unterschiedliche Stile und somit wird das Lesen sehr abwechslungsreich, auch weil man nie weiß, welche Wege die neue Geschichte gehen wird. Die einzelnen Geschichten gehören dabei aber nicht zusammen und fügen sich nicht zu einem großen Gesamtbild zusammen. Jemand der also nicht gerne Kurzgeschichten liest, wird also lieber zu einem anderen Buch greifen. Die Kurzgeschichtensammlung wurde vom "Hong Kong Writers Circle" geschrieben. Ich hatte daher gedacht, dass die 16 Geschichten von chinesischen Autoren geschrieben worden sind, es handelt sich bei den Autoren aber viel mehr um Autoren die laut der offizellen Homepage von überall her stammen. Zudem fand ich die Namen der Protagonisten recht irritierend. Wenn es um Zimmermädchen, Hotelmanager oder Pagen ging, dann hatten sie nie, wie ich das erwartet hätte einen chinesischen Namen, weil sie Chinesen sind, sondern westliche. Das fand ich sehr störend und nicht der Umgebung entsprechend. Dadurch ging mir etwas an Atmosphäre und Stimmung im gesamten verloren. Einige Geschichten waren auch besser als manch andere, das ist aber wohl immer Geschmacksache. Im großen und ganzen schwanke ich bei "Hotel China" zwischen 3 und 4 Sternen. Ich habe mich letztenendes aber doch für 3 Sterne entschieden, weil bei mir nicht so recht die "chinesische" Stimmung aufkommen wollte und mir zu viele von den Geschichten nicht so zu sagten. Andere werden das sicherlich ganz anders empfinden. Meine Lieblingsgeschichte aus Hotel China war "Die Erbschaft". 3 Sterne für Hotel China mit Tendenz nach oben. Mein Rat: Lesen und selbst entscheiden!

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Hotel China" von EPIDU Verlag GmbH

    Hotel China
    Rosentraeume

    Rosentraeume

    06. June 2011 um 09:47

    Wan Chai, das Vergnügungsviertel von Hongkong. Wo sich Besucher in Bars und Restaurants mit jeglicher Art von Speisen die Bäuche vollschlagen können um sich anschließend in Pubs, Clubs oder Tanztempeln zu vergnügen. Inmitten dieser berüchtigten Gegend steht das Hotel China mit einem Türsteher, der die Gäste persönlich begrüßt, umherflitzenden Pagen, die beflissentlich Gepäckstücke transportieren und seiner einladenden Hotellobby, die jeden Gast willkommen heißt. Viele verschiedene Angestellte gibt es in diesem Hotel, die sich stets darum bemühen, daß alles für die Gäste zur vollsten Zufriedenheit abläuft: Das Zimmermädchen, das die Augen verschließt vor dem, was sie aus leeren Zimmern entfernt… Der Koch, der selbst sehr anrüchig erscheint, jedoch vorzüglich mit zwei Messern gleichzeitig hantieren und zubereiten kann… Sowie der Barkeeper, der stets ein offenes Ohr für seine Gäste in der Bar hat, auch wenn er nur einen katastrophalen Margarita hinbekommt. Eine große Anzahl verschiedener Zimmer stehen jedem zahlungswilligen Gast zur Verfügung. Und jeder dieser Räume hat unzählige Geschichten zu erzählen. Einige davon finden sich in diesem Buch. Da wird betrogen, gemordet, verunsichert und geliebt. Fremde treffen sich in der Hotelbar und werden im Laufe einer Nacht zu Freunden. Ein Mann, der versucht mit Brutalität an einer Prostituierten seine Sexlust zu stillen, wird zum Retter einer anderen Hure. Da entstehen Beziehungen und zerbrechen Ehen. Viele verschiedene Storys, wie sie nur das Leben schreiben kann. Dieses Buch zu lesen hat sehr viel Spaß gemacht, da es durch die Kurzgeschichten und den unterschiedlichen Schreibstilen der Autoren nie langweilig wurde. Außerdem wird Hongkong und ganz speziell Wan Chai sehr gut beschrieben und die Lust selbst Teil einer dieser Geschichten zu werden nahm beim Lesen ständig zu. Wer es noch nicht wußte: in Hongkong bedeutet die Zahl “8888″ Glück – und wer nicht daran glaub, ist selber schuld!

    Mehr