Ulrike Linnenbrink

 5 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Fühl mal, Schätzchen, Mylopa und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ulrike Linnenbrink

Fühl mal, Schätzchen

Fühl mal, Schätzchen

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Erschienen am 20.12.2013
Mylopa

Mylopa

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Erschienen am 31.12.2013
Herbstliebe

Herbstliebe

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Erschienen am 18.02.2010
Spinnenküsse

Spinnenküsse

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Erschienen am 01.01.2008
Pflegekind Stephan

Pflegekind Stephan

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Erschienen am 25.12.2013
Mylopa. Paradies hinter dem Horizont.

Mylopa. Paradies hinter dem Horizont.

 (0)
Erschienen am 01.07.2016

Neue Rezensionen zu Ulrike Linnenbrink

Neu

Rezension zu "Fühl mal Schätzchen" von Ulrike Linnenbrink

Berührendes Porträt einer misshandelten Frau
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Ich bin sicher, dieses Buch lässt keine Frau kalt, auch wenn das Thema „Gewalt in der Ehe“ heute sicher kein derartiges Tabu mehr in Deutschland ist wie zur Erstveröffentlichung im Jahr 1994. Ein heißes Thema ist es jedoch auf alle Fälle immer noch.

INHALT:
Lisas Ehe steckt in einer Krise. Seit ihr Mann arbeitslos wurde, trinkt er regelmäßig und reagiert sich dann an ihr mit Prügel und sexueller Gewalt ab. Lange versucht sie, vor den Kindern und Nachbarn den Schein zu wahren, doch irgendwann geht das nicht mehr. Lisa wehrt sich – mit schrecklichen Folgen.

MEINUNG:
Lisas Geschichte hat mich sehr berührt. Die Nähe zu den Lesern unterstreicht die Autorin zusätzlich durch die Ich-Form und das Präsenz des Textes. Dadurch entwickelt sich ein Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Ich habe verstanden, warum die Protagonistin so handelt, wie sie es tut, auch wenn sie mich immer wieder wütend gemacht hat. Wie kann sie sich so klein machen? Ganz offensichtlich hat die Geschichte bei mir einen Knopf gedrückt …
Gut gefallen hat mir, dass Ulrike Linnenbrink dabei nicht auf der Mitleidsmasche geritten ist. Sie lässt ihre Leser mitfühlen, aber eben nicht mitleiden.
Sprachlich liest sich der Roman sehr flüssig. Die Handlung ist logisch aufgebaut, und die Dramaturgie absolut stimmig. Auch die Figuren sind lebensecht angelegt. Ich konnte mich in die Geschichte fallen und mitreißen lassen.
Für mich persönlich war es eine schöne Reise in die Vergangenheit, bei der ich in das Leben Anfang der Neunziger Jahre eintauchen konnte. In Zeiten, zu denen es zum Beispiel noch keine Handys gab und man dann eben nicht erreichbar war, wenn gerade kein Festnetztelefon in der Nähe war.

WERTUNG:
„Fühl mal, Schätzchen“ ist ein emotionales Buch, sprachlich und inhaltlich sehr gut gemacht, das auch heute, nach genau zwanzig Jahren, noch bewegt und mitreißt. Für mich ist es genau aus diesem Grund auch ein wunderbares Dokument seiner Zeit. Dafür gibt es mein persönliches „Sehr gut“ und fünf Wertungspunkte.
Mein Fazit: Berührendes Porträt einer misshandelten Frau

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Rezension zu "Mylopa" von Ulrike Linnenbrink

Gelungenes Eintauchen in Erinnerungen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Ich hatte nicht erwartet, dass mich eine Lebensschilderung mit vorwiegend innerer Entwicklung so sehr in ihren Bann schlagen kann wie dieses Buch. Der Autorin Ulrike Linnenbrink ist dieses Kunststück mit der Neuauflage ihres Romans „Mylopa“ gelungen.

Inhalt:
Christine und Robin, beide Lehrer im Ruhrgebiet, träumen von einem Leben im Grünen. Nach einer Umweltkatastrophe wird ihr Wunsch so drängend, dass sie abseits vom nächsten Dorf einen ehemaligen Bauernhof kaufen, liebevoll renovieren und sich dort mit allerlei Tieren einrichten. Ihre Einliegerwohnung vermieten sie. Nach mehreren Mieterwechseln erhoffen sie sich von Karin und ihrer Familie ein wenig mehr Stabilität, doch das Gegenteil ist der Fall: Karin drängt sich zwischen Christine und Robin. Alles bricht auseinander.

Meinung:
Bei meiner Lektüre hat mich sofort die Sprache der Autorin gefangen genommen. Ich hatte das Gefühl, nach Hause zu kommen. Eine erste Auflage der Geschichte stammt aus dem Jahr 1999. Das merkt man dem Buch im positiven Sinn an. Die Sprache ist ausgewogen und lässt Bilder in meinem Kopf entstehen. Ich konnte mich fallen lassen und mich durch all die Höhen und Tiefen des von der Autorin geschilderten Lebens tragen lassen.
Neben den Sprachbildern lebt die Geschichte von ihren Dialogen. Sie sind stimmig und passen in die geschilderte Zeit der 1980er und 1990er Jahre. Auch die Themen der damaligen Zeit greift die Autorin auf und erinnert an das, was viele von uns beeinflusst und geprägt hat. Den einen mehr, den anderen weniger. Dazu gehören die selbstgestrickten Pullover, die romantisch verklärte Landflucht, Tschernobyl und das allmähliche Zunehmen von Scheidungen, was bis in die 1960er Jahre gesellschaftlich geächtet war.
Ulrike Linnenbrink schildert das Leben ihrer Hauptfigur Christine, die autobiographisch motiviert ist, über einen Zeitraum von rund fünfzehn Jahren. Entsprechend lang und ausführlich wird der Leser in all ihre Gedanken, Veränderungen und Entwicklungen mitgenommen. Es sind die persönlichen Katastrophen wie Fehlgeburt, Verrat durch Freundin und Partner sowie der körperliche Zusammenbruch nach der Scheidung, die mich sehr bewegt haben. Das gelingt der Autorin mit einer angenehmen Lässigkeit, die zugleich vermittelt, dass das Leben trotz aller Hürden weiter geht. Letztlich zeigt sie, dass sich alles zum Guten wendet, auch wenn es in der Krise selbst so nicht aussieht.

Wertung:
Mit ihrer Sprache und ihrem Stil ist es der Autorin gelungen, mich durch einen episch langen Lebensbericht zu leiten und mir die Neugierde auf die weitere Entwicklung der Handlung zu bewahren. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, bis es zu Ende war. Sehr gut gefallen hat mir, wie die Autorin die Zeit des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts einfängt und für die Nachwelt erlebbar macht. Für meinen Geschmack ist der Text psychologisch sauber reflektiert, und auch der autobiographische Aspekt ist schön verpackt. „Mylopa“ erhält mit 5 Sternen meine Höchstwertung.
Mein Fazit: Lebendiges Zeitporträt der 1980er und 1990er Jahre

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