Ulrike Müller

 4.4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Die klugen Frauen von Weimar, Bauhaus-Frauen und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Bauhaus-Frauen

Erscheint am 11.03.2019 als Hardcover bei Elisabeth Sandmann Verlag.

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Bauhaus-Frauen

Bauhaus-Frauen

 (3)
Erschienen am 06.03.2009
Die klugen Frauen von Weimar

Die klugen Frauen von Weimar

 (3)
Erschienen am 01.07.2009
Salonfrauen

Salonfrauen

 (2)
Erschienen am 06.09.2013
Perserkatzen

Perserkatzen

 (1)
Erschienen am 01.05.1999
Kochbuch der Familie und Freunde

Kochbuch der Familie und Freunde

 (0)
Erschienen am 07.10.2017
Bauhaus-Frauen

Bauhaus-Frauen

 (0)
Erschienen am 11.03.2019

Neue Rezensionen zu Ulrike Müller

Neu

Rezension zu "Salonfrauen" von Ulrike Müller

Die Salonkultur gibt es nicht erst seit dem 19. Jahrhundert
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

"Der Salon war (...) das höchste Ziel der Pariserin, der Trost ihrer reifen Jahre, der Ruhm ihres Alters.
... Sie verwandte ihre ganze Intelligenz darauf, opferte ihm alle übrigen Neigungen, erlaubte sich von dem Augenblick an, in dem sie sich dazu entschlossen hatte, keinen anderen Gedanken mehr, keine Zerstreuung, keine Zuneigung, keine Krankheit, keine Traurigkeit. Gattin, Mutter und Liebende war sie nur mehr in zweiter Linie."
Madam Marie d'Agoult, in ihren Memoiren (Bd. 2), um 1835

Vor noch gar nicht langer Zeit war der Zugang zur Bildung den Frauen verschlossen. Von Gymnasien und Universitäten waren sie ausgeschlossen und eine Berufsausbildung kaum möglich. Doch der Bildungshunger war ungebrochen.So entstanden Salons. Sie wurden hauptsächlich von Frauen gegründet und gestaltet - privat oder öffentlich.
Die Salonnièren boten so "einen unkonventionellen Freiraum für intellektuellen Gedankenaustausch, Dichtung, Philosophie und Politik, Musik und Bildende Kunst". Drei Gruppierungen haben sich mit der Zeit herausgebildet:

1. Regentinnen und Repräsentantinnen des Adels an den europäischen Höfen
2. hochgebildete, oft adlige Vertreterinnen der freien und käuflichen Liebe, die eher neben der Gesellschaft lebten: Hetären, Kurtisanen, auch Künstlerinnen
3. Frauen aus dem Großbürgertum und Bürgertum, besonders Frauen des liberalen Judentums
 
In der Einleitung wird weiterhin erklärt, woher der Begriff "Salon" kommt, wie lange es die Salonkultur schon gibt (sie ist nämlich keine Erfindung der Frauen des 19. Jahrhunderts) und was die Frauen sich von einem Salon erhofften.

Ulrike Müller stellt uns in ihrem Buch Frauen zu vier verschiedenen Salonthemen vor:

1. Die Sprach- und Sprechlustigen: Literatur und mehr
2. Die Intellektuellen: Zwischen Politik und Philosophie
3. Musen, Mütter, Meistersängerinnen: Schwerpunkt Musik
4. Jägerinnen und Sammlerinnen: Schwerpunkt Bildende Kunst

Obwohl ich mich ja ganz allgemein für das Leben von Frauen interessiere, sind für mich die Sanonnièren der Literatursalons am interessantesten. Vorgestellt werden hier Caroline Schlegel-Schelling, Rahel Varnhagen, Sinaida Wolkonskaja, George Sand und Natalie Clifford Barney.

Aber auch viele unbekanntere Namen werden hier erwähnt.
Bevor die Frauen genauer vorgestellt werden, gibt es zu jeder Thematik noch ein kleines Vorwort, in dem weitere Salonnièren aufgeführt werden, denen man bei Interesse nachspüren kann.

Über Politik und Philosophie ließ es sich vortrefflich streiten bei u. a. Marie d'Agoult, Fanny Lewald und Berta Fanta.
Für Frauen ändern sich die Zeiten; sie streiten für Demokratie und Menschenrechte, gehen 1848 dafür sogar auf die Barrikaden.

Der musikalische Salon blühte in Europa um 1830 auf wie nie zuvor. Vorrangig in Paris. In diesem Kapitel wird über die sechs Salonfrauen in der Zeit von der Romantik bis zu den Anfängen der Neuen Musik  berichtet: Amalie Beer, Johanna Kinkel, Livia Frege, Carolyne von Sayn-Wittgenstein, Pauline Viardot-Garcia und Winnaretta Singer-Polignac.

Zum Schluss wird das Thema Bildende Kunst aufgegriffen. Hier sind vertreten: Valtesse de La Bigne, Berta Zuckerkandl, Marianne von Werefkin und Gertrude Stein.
Dass Frauen ebenso wie Männer große Mäzeninnen und Sammlerinnen waren, ist schon längst bekannt. "Gründlich erforscht werden müsste allerdings noch die Bedeutung der Salonkultur für die Förderung und gesellschaftliche Akzeptanz innovativer Kunstrichtungen und KünstlerInnen."

Ein interessanter Blick in die Salonkultur, den ich sehr genossen habe. Lesenswert wären sicherlich auch Briefe und Tagebücher dieser Damen. Da werde ich mal schauen, ob ich fündig werde.

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mondys avatar

Rezension zu "Die klugen Frauen von Weimar" von Ulrike Müller

Von Anna Amalia bis Marianne Brandt
mondyvor 2 Jahren

Inhalt
In diesem Buch stellt die Autorin das Leben und Tun einiger bekannter Frauen aus Weimar vor. Sie beschränkt sich dabei nicht auf die Weimarer Klassik, sondern nimmt auch die Nachklassik und die Zeit des Weimarer Bauhauses in den Blick. Folgende Frauen sind vertreten:

Frauen der Weimarer Klassik
Anna Amalia (Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach)
Charlotte von Stein (Hofdame, Literatin)
Corona Schröter (Sängerin, Schauspielerin, Komponistin)
Caroline von Wolzogen (Schriftstellerin)
Christiane Vulpius (Lebensgefährtin Goethes)
Johanna Schopenhauer (Salondame, Schriftstellerin)

Frauen der Nachklassik
Maria Pawlowna (Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach)
Henriette von Schorn (Dichterin, Märchensammlerin, Salondame)
Jenny Lind (Sängerin)
Natalie von Milde (Frauenrechtlerin)

Frauen am Weimarer Bauhaus
Gunta Stölzl (Weberin)
Friedl Dicker (Grafikerin, Innenarchitektin, Pädagogin)
Marianne Brandt (Metallgestalterin, Fotografin) 

Meine Meinung
Bei meinem letzten Besuch in Weimar habe ich mir dieses Buch gekauft, da mich sowohl die Stadt Weimar als auch die Weimarer Klassik begeistern. Mir ist schon lange aufgefallen, dass sich im Dunstkreis von Goethe und Schiller einige interessante Damen aufhielten, über die ich gerne mehr erfahren wollte. Im Bereich der Nachklassik wurde mein Wissen schon deutlich dünner und über das Bauhaus wusste ich quasi nichts. 

Durch dieses Buch habe ich zumindest einen kleinen Einblick erhalten. Die Frauen werden auf jeweils ca. 10 Seiten kurz vorgestellt. Dass man so nur eine gewissen Anzahl an Informationen unterbringen kann, ist klar. Zu Beginn jeder Epoche gibt es einen kurzen Einführungstext, so dass man über die Umstände und die Umgebung der Damen Bescheid weiß. 

Die Autorin bemüht sich auch darum, jede Frau als eigenständige Künstlerin oder Politikerin darzustellen. Gerade in der Weimarer Klassik gelingt das aber nur bedingt. Ich glaube, Goethe und Schiller waren zu ihrer Zeit sehr dominante Persönlichkeiten, so dass jeder, der heute noch bekannt ist, zwangsläufig mit ihnen zu tun hatte. Besonders beeindruckt haben mich überraschenderweise die "Bauhaus-Frauen". Wie bereits erwähnt hatte ich mit dieser Kunstrichtung bisher wenig am Hut, aber die Erläuterungen zu dieser Zeit haben mir besonders gut gefallen. Auch der Bereich "Frauen der Nachklassik" war sehr interessant, obwohl Jenny Lind für mich keine Frau aus Weimar ist (sie hat dort lediglich ein Jahr verbracht) und man sie gut hätte weglassen können.    

Die Texte an sich sind gut zu lesen. Irritiert hat mich allerdings, dass bei einigen Frauen zuerst berichtet wird, was sie alles geleistet haben und danach erst der grobe Lebenslauf erzählt wird. Dadurch fiel es mir teilweise schwer, alles einzuordnen. Besser finde ich es, wenn die Leistungen in den Lebenslauf integriert sind. 

Insgesamt hat das Buch mir einen guten Überblick über die herausragenden Frauenpersönlichkeiten Weimars verschafft. Die Aufmachung ist auch sehr ansprechend, mit Ausnahme des Titels, den ich persönlich nicht besonders gelungen finde. Zusammen mit ein paar weiteren, bereits oben genannten Kritikpunkten vergebe ich 3 Sterne.

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