Hendrikje, vorübergehend erschossen

von Ulrike Purschke 
3,9 Sterne bei122 Bewertungen
Hendrikje, vorübergehend erschossen
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Positiv (84):
8

In diesem Roman von Ulrike Purschke ist am Ende nichts so, wie es am Anfang schien.

Kritisch (12):
engineerwifes avatar

naja, das ist wohl schon alles ein bisschen weit hergeholt, oder? Wirklich nur mäßig witzig und spritzig ...

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Inhaltsangabe zu "Hendrikje, vorübergehend erschossen"

Von Einer, die sich immer selber die Schuld gibt
»Ach, Hendrikje. Ein Bild des Jammers, eine, die sich selbst die Schuld gibt und nicht weiß, wie stark sie ist. So stark, flott, jung und liebenswert wie dieses Buch.« Tiroler Tageszeitung
Hendrikje Schmidt ist eine Pechvogelin. Und jetzt sitzt sie auch noch im Gefängnis und erzählt der spröden Psychologin Frau Dr. Palmenberg ihre Geschichte. Denn eigentlich hatte Hendrikje ihr Leben mal ganz gut im Griff. Tagsüber arbeitet sie als Bedienung in einem Café, nachts malt sie Bilder. Doch an Weihnachten schlägt das Schicksal knüppeldick zu: Von einem Tag auf den anderen ist Hendrikje bis über beide Ohren verschuldet, allein und todunglücklich. Und weil ihr Selbstmordversuch kläglich misslingt, wollen ihre Freunde ihr beim zweiten Mal helfen. Bloß, dass am Ende nicht Hendrikje, sondern zwei ihrer Freunde tot sind. Hendrikje ist ein origineller Roman in der Tradition des Simplicius Simplicissimus, der das ganze Elend, aber auch die moralische Stärke eines ebenso einfältigen wie aufrechten Menschen in die heutige Zeit überträgt. Man kann lachen und weinen mit dieser Hendrikje, und am Ende fragt man sich, ob man sie nicht schon längst kennt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423210317
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.11.2007

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    Herbstlaubs avatar
    Herbstlaubvor 5 Monaten
    Nur vorübergehend

    Einer viel zu hübschen Gefängnispsychologin muss Hendrikje erzählen, wie es dazu kam, dass sie anderthalb Menschen umgebracht hat. Und sie erzählt. Sehr anschaulich und überaus sympatisch berichtet sie vom Leben bei ihrer Oma, von ihrer fiesen Chefin, ihren abgebrannten Bildern, vom blöden Bruno und all den anderen Dingen, die bei jedem normalen Menschen zu mindestens anderthalb cholerischen Anfällen geführt hätten.
    Doch Hendrikje erträgt ihr Schicksal ohne sich zu beklagen und hat nie erkannt, wie übel ihr einige nahestehende Menschen mitspielten. Und als dann schon wieder etwas schief geht, ja… aber deswegen redet sie ja mit der Gefängnispsychologin.

    Die Art und Weise in der Hendrikje ihrer Psychologin vom Geschehenen berichtet, schwankt zwischen Naivität und Flapsigkeit. Alles an Hendrikje ist sympatisch, man leidet bei jeder neuen Katastrophe mit ihr, fragt sich, wohin das denn alles führen soll. Und wann sie denn endlich ausrastet. Wie kam es denn dazu, dass dieses nette Mädchen 1,5 Menschen umgebracht haben soll? Und wie bringt man überhaupt einen halben Menschen um?

    Die ganze Geschichte ist unglaublich[,] witzig und charmant. Zwar sind einige Dinge vorhersehbar, aber die Handlung ist flüssig und schließt mit einem runden Ende. Die meiste Zeit lauscht der Leser nur Hendrikjes Erzählungen während ihrer Sitzungen im Gefängnis, die letzten Kapitel erlebt er dann aber mit Hendrikje gemeinsam. Der Übergang zwischen diesen beiden Teilen ist fließend, schadet der Geschichte nicht, aber leider bleibt die Erzählweise gleich. Der objektive Beobachter erzählt so, als würde Hendrikje weiterreden, was ich persönlich ein bisschen schade fand, da ich den Erzählstil als Hendrikjes „Persönliche Note“ gesehen habe.

    Mein Fazit:
    Kurzweilige Couchlektüre, die absolut Spaß macht und garantiert jeden eigenen Ärger vergessen lässt. Denn Hendrikje hats auf jeden Fall schlimmer erwischt!

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    CocuriRubys avatar
    CocuriRubyvor 3 Jahren
    Mal was anderes

    Ich mag die Art wie das Buch erzählt wird. Das ganze Buch ist im Prinzip eine Aneinanderreihung von ihren Therapiesitzungen. In denen sie von sich und ihrem Leben erzählt bzw. wie es zu den 1 ½ Tötungen kommen konnte und holt dabei eben sehr aus.

    Das ist sehr interessant, weil man in eine Handlung praktisch reingeworfen wird. Man macht sich erst langsam ein Bild, sowohl von der Situation, als auch von der Protagonistin.

    Man erfährt so alles aus ihrer Sicht, wie sie die Dinge wahrnimmt und wie sie sich im Laufe der Geschichte/Sitzungen entwickelt. Nur ab und zu erhält man die Sicht der Therapeutin, die sowas wie eine Außensicht darstellt.

    Zu sehen, wie diese beiden Bilder auch immer mal wieder kollidieren, ist wirklich gut gemacht.

    Die Geschichte selbst hat fast etwas Surreales. Wodurch der Geschichte ein eigensinniger dunkler, trockener Humor anhaftet – mit einer Prise Galgenhumor.

    Die Geschichte hat auch ein paar Wendungen, die zwar auch unterhaltsam waren, aber auch für mich recht vorhersehbar waren.

    Vielleicht noch als kleine Erwähnung (für alle, die sowas gar nicht mögen): Es kommen in diesem Buch (2x) erotische Szenen vor – diese sind aber keineswegs plump oder lang und breit ausgeschmückt.

     

    Fazit

    Ich würde nun wirklich nicht sagen, dass das Buch sonderlich spannend ist. Aber es ist mal was anderes, auf einer gewissen Art und Weise auch kreativ und eben doch unterhaltsam.

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    8ungvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: In diesem Roman von Ulrike Purschke ist am Ende nichts so, wie es am Anfang schien.
    „Aber gerade beim Sex steckt der Teufel im Detail“

    Ausführlich beschreibt Hendrikje eine Sexszene, so dass ihre Gefängnis-Therapeutin am Schluss nicht sprechen kann vor lauter trockenem Mund. Nachdem sich die Therapeutin eine Flasche Wasser geholt hat, bittet sie Hendrikje, künftig nicht alles so detailliert zu beschreiben, siehe   Hendrikje, vorübergehend erschossen

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    twentytwos avatar
    twentytwovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: ...soll wohl witzig sein. Der Titel schafft es ja gerade noch, denn sonst hätte ich das Buch auch nicht lesen wollen...
    absolut überflüssig


    Als erstes stellen sich Mitleidsgefühle mit der Psychologin Frau Dr. Palmberg ein, die sich Hendrikjes sorgsam chronologisch geordnete Lebensbeichte in allen Einzelheiten anhören muss. Aber es ist ihr Job und so muss sie Hendrikjes Lebensbeichte wohl oder übel über sich ergehen lassen. Schnell bekommt man den Eindruck dass Frau Dr. Palmberg masochistisch veranlagt ist, denn sonst würde sie nicht ständig unnötig detailliert nachfragen.

    Der bewusst naiv gehaltene Schreibstil ist nach wenigen Seiten absolut nervig und mit Sicherheit nicht jedermanns Sache.

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    jujumauss avatar
    jujumausvor 3 Jahren
    Hendrikje: Schuld am Tod von eineinhalb Menschen?

    Vorab: Wer vorhat, das Buch zu lesen, sollte den Klappentext im Innern des Buches nicht lesen. Ich habe es zum Glück auch nicht getan und bin sehr froh darüber, weil er die Hauptstränge des Buches vorwegnimmt, was ich sehr schade finde.

    Über den Inhalt des Buches möchte ich gar nicht zu viel sagen, außer, dass mir Hendrikje als Person sehr gut gefallen hat und ich die Therapiestunden, in denen sie die Tiefpunkte ihres Lebens rekapituliert, sehr genossen habe. Ich dachte zwar an ein, zwei Stellen, dass einem Menschen gar nicht so viel passieren kann, aber dafür sind Bücher ja schließlich da, dass sie uns die skurrilen Seiten des Lebens aufführen.

    Insgesamt ein anregendes und spannendes Buch (wenn man den Klappentext vermeidet), das ich jederzeit wieder lesen würde.

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    N
    NiJovor 4 Jahren
    Ein überflüssiges Buch

    Mit dem Schreibstil habe ich meine lieben probleme gehabt. Es kam so viel so schnell hintereinander, dass mein Gehrin mit unter abgeschaltet hat und ich den abschnitt nochmals lesen musste. Das hat mir schonmal nicht so gut gefallen.

    Das Ganze Buch beinhaltet das Gespräch von Hendrikje und der Psychologin. Hendrikje soll erklären, warum sie wegen Todschlags verurteilt wurde und Hendrikje fängt an......und hört nicht mehr auf. Sie erzählt jede Kleinigkeit und das hat mit unter etwas genervt.

    Der Klappentext sagt schon sehr viel und es gibt eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Denn diese Geschichte schmpckt die ganzen Seiten aus.

    Insgesamt fand ich Hendrikje sehr naiv und sie kam mir teilweise ziemlich dumm vor. Auf jeden Fall hat mir weder der Humor des Buches gefallen, noch habe ich irgendwas wiedererkannt aus meinen Leben. Ich war am ende der Geschichte eher genervt.

    Das Debüt von Frau Purschke als autorin ist jedenfalls mitglückt und sie sollte lieber wieder Schausielen oder Drehbücher schreiben. Wie nochmals einen Roman.

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    NiWas avatar
    NiWavor 5 Jahren
    Schlimmer geht's immer

    Hendrikje ist begeisterte Malerin, lebt mit ihrer Omi zusammen und bestreitet ihren Lebensunterhalt als tapfere Kellnerin in einem Café. 
    Doch dann hat das Pech Einzug bei Hendrikje gehalten und beschlossen eine Weile zu bleiben. 
    Zuerst stirbt die Omi, das Atelier geht in Flammen auf und wie es dazu kommt, dass Hendrikje am Tod von 1 1/2 Menschen die Schuld trägt, muss man beim Lesen schon selbst in Erfahrung bringen. 

    Der Leser erfährt die Geschichte aus Hendrikjes Sichtweise, während sie bei einer Psychotherapie im Gefängnis ihr Herz ausschüttet. 
    Leider konnte ich mich nicht so richtig in die Protagonistin einfühlen und habe teilweise an Hendrikjes IQ gezweifelt. Was wohl von der Autorin als charmanter Wesenszug gedacht war, hat auf mich eher verstörend gewirkt. Hendrikjes Entscheidungen und Gedanken sind kaum nachvollziehbar, besonders wenn es um die Wahl ihres Freundeskreises geht. 

    Trotzdem besticht dieses Büchlein durch eine wunderbare Skurrilität und ein entwaffnendes Ende. 

    Fazit: Als Lektüre für Zwischendurch auf jeden Fall geeignet, denn schlimmer geht's immer. 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    zu komisch....

    Hendrikje tötet zwei Menschen, oder auch nur Eineinhalb. Den Einen aus Notwehr, das andere Mal ist es einfach dumm gelaufen.

    Die Geschichte aus den verschiedenen Lebensabschnitten von Hendrikje ist sehr skurril. Ich kam beim Lesen immer wieder ins Schmunzeln und dachte, soviel Pech kann doch kein Mensch haben.

    Der Roman eignet sich herrlich als Sommerlektüre für zwischendurch - locker, leicht mit viel Humor.

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    Ramona1987vor 6 Jahren
    Rezension zu "Hendrikje, vorübergehend erschossen" von Ulrike Purschke

    Ich habe mir gewünscht, dass dieses Buch nie zu Ende sein wird. Eine solch herrliche Figurenzeichnung, die Protagonistin wird einfach so herrlich naiv und authentisch dargestellt, man musste über manche Äußerungen nur noch herzlich lachen. Dazu die eher distanzierte und professionell dargestellte Psychologin.

    Sympathisch fand ich auch immer Beschreibungen von ihrer ,,Omi", man konnte förmlich die Zuneigung zu ihr in den Zeilen herauslesen, das hat die Autorin total liebevoll hinbekommen. Die Wendungen vor allem zum Ende hin hätte ich so oder so ähnlich niemals erwartet, daher ist das Buch auch keineswegs vorhersehbar.

    Positiv zu erwähnen sind auch die Art und Weise, wie die Autorin die Umgebung und die Personen beschreibt, manch einem mag dies zu genau sein, aber genau das hat bei mir ein totales Kopfkino ausgelöst und auch die Protagonistin geformt. Zwischendurch werden immer mehr kleinere Details klar, warum Hendrikje zum Beispiel mit solch komischen Klamotten zu den Gesprächen der Psychologin erscheint, die anfänglich doch sehr beäugt werden.

    Sprachlich ist das Buch einfach genial gemacht, man kauft der Protagonistin sämtliche Worte ab, vieles ist es einfach zum Schießen.

    Endlich wieder ein neues Lieblingsbuch.
    Von meiner Seite daher eine absolute Empfehlung, unbedingt lesen.
    10 von 10 Punkten

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    Piezkes avatar
    Piezkevor 6 Jahren
    Rezension zu "Hendrikje, vorübergehend erschossen" von Ulrike Purschke

    Hendrikje - ein Name, mit dem man keine Liebe machen kann. Angeblich. Lässt sich nämlich nicht gut stöhnen. Mit ein Hindernis in Hendrikjes Leben. "Hendrikje, vorübergehend erschossen", ein Roman mit seltsamem Titel von Ulrike Purschke.
    Ihres Zeichens Malerin, verdient sich Hendrikje ihre Brötchen jedoch im verhassten Kellnerjob. Es ist Weihnachten und ein Schicksalsschlag jagt den anderen: Die herrschsüchtige Oma, von der Hendrikje großgezogen wurde, verstirbt. Ihr Atelier brennt bis auf die Grundmauern nieder. Hendrikje soll die Verantwortung für den Brand tragen und sitzt vor einem immensen Schuldenberg. Ihr nicht-Freund trennt sich von ihr, um kurz darauf mi Hendrikjes Freundin eine Familie zu gründen. Konfliktscheu und von Selbstvorwürfen geplagt bleibt nur eine Lösung: Selbstmord. Da ihr Suizidversuch im Alleingang scheitert, müssen ihre Freunde ihr beim letzten Gang beistehen. Und statt Hendrikje liegen wenig später zwei von ihnen mit Kreuzen in den Augen darnieder. Hendrikje fühlt sich für exakt 1,5 dieser Ableben verantwortlich. Der Roman erzählt die Geschichte aus Hendrikjes Blickwinkel, die im Knast bei einer Psychologin auf der Couch sitzt.
    Das Buch ist anders. Es ist witzig, ohne ein flach zu sein. Die Geschichte ist originell und die Protagonistin "unverbraucht", kein Stereotyp. Hendrikje wächst dem Leser ans Herz und nervt ihn dann doch wieder mit ihrer schier grenzenlosen Naivität. Das Ende ist ein wenig vorhersehbar und doch ganz anders als man dachte. Ich mochte das Buch sehr. Es hat mir einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag verschafft. :)5 Sterne, auch wenn es keine hochtrabende Literatur ist. Aber ich konnte mich sehr mit Hendrikjes konliktscheuer Art identifizieren. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht meinem Exfreund und seiner schwangeren Freundin frisch nach der Trennung meine Wohnung versprechen würde, wenn er mir im Gegenzug großmütig bei der Vollendung des Suizids zur Seite stehen will. ;)

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