Ulrike Reinker Brehm 46

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Inhaltsangabe zu „Brehm 46“ von Ulrike Reinker

Ein altes Mietshaus an einer stark befahrenen Straße im Norden Düsseldorfs. Elf verkrachte Existenzen jeden Alters, die unter einem Dach, aber in verschiedenen Welten leben, und von hier aus ihrer Wege ziehen. Eine alte schrullige Dame ist das Herzstück des Hauses. Sie lebt seit sechzig Jahren hier und hat alles im Griff. Bis ihr alles entgleitet. Eine ebenso junge wie schwangere Kunststudentin, ein achtzehnjähriger schwuler Moslem und sein heterosexueller Freund, eine einsame Linke mit ihrer Tochter, eine alte Schachtel und deren Schwester, ein Knutschpärchen, und eine Schauspielerin, die ihren Lebensunterhalt als Porno-Synchronsprecherin verdient.§Bei allen läuft etwas quer, steht schief und sperrig im Weg und verdeckt bisweilen die Sonne. Die Gefühle, die bucklige Verwandtschaft, die Herkunft, das eigene Ego. Sie alle machen ihren Weg. Es kann nur noch etwas dauern. Die Geschichten begegnen sich im Treppenhaus. Abwegig, verrückt, urkomisch und schrecklich. Also alles recht normal.

Die Charaktere sind ebenso ehrlich wie skurril!

— Code-between-lines
Code-between-lines

Ein Blick, in das Leben unserer möglichen Nachbarn

— milena_pawelec
milena_pawelec

Geschichten, aus dem wahren Leben gegriffen

— Booky-72
Booky-72

„Brehm 46″ erzählt sehr unterschiedliche, bewegende Einzelschicksale der Bewohner eines Mieshauses.

— BuchNotizen
BuchNotizen

Unterschiedliche Parteien in einem Mietshaus in einzelnen Episoden unterhaltsam beschrieben.

— Schnuck59
Schnuck59

Sehr sschönes unterhaltsames Buch

— karin66
karin66

ein kurzweiliges, unterhaltsames und spannendes Buch

— Polly_liest
Polly_liest

Ein leichter, humorvoller, aber tiefgehender Roman, der lebendig die verschiedensten Lebensgeschichten beleuchtet. Eindeutige Empfehlung!!!

— leonii13
leonii13

Toller außergewöhnlicher intensiver Roman in Episodenform!

— Lilith79
Lilith79

Virtuos, kräftig, tabulos, mit einer unter die Haut gehenden Sprache und Geschichten, die das pralle und vielfältige Leben wieder spiegeln!!

— Duesselleser
Duesselleser

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  • Geschichten, die das Leben schreibt

    Brehm 46
    robbylesegern

    robbylesegern

    " Brehm 46 " ist ein erfrischendes Buch, dass über die Schicksale der Mieter im Haus Brehm 46, einer Straße in Düsseldorf berichtet. Das Buch ist das zweite der Autorin, das man nur als gelungen bezeichnen kann. Ich hoffe und wünsche, dass wir noch viel von dieser Autorin hören. .. Sechs Schicksale unterschiedlicher Menschen, die das Haus Brehm 46 in Düsseldorf bevölkern, kann der Leser mitverfolgen. Da ist die junge , schwangere Kunststudentin, die ihr Kind eigentlich nicht haben will. Der homosexuelle Muslim, der sich bei seinem Schulfreund versteckt hat, weil seinen Verwandten in bedrohen, eine alleinerziehende Mutter, die bei der SPD arbeitet, aber eigentlich den linken beitreten will und amouröse Abenteuer im Netz sucht, zwei ältere Damen und gleichzeitig Geschwister, die sehr geräuschempfindlich gegenüber der Liebeslaute ihrer Untermieter sind und ein Geheimnis aus der Kindheit hüten. Dann das Knutschpäarchen, das eben diese Liebeslaute von sich gibt und in schwierigen familiären Verbindungen steckt und eine erfolglose Schauspielerin, die sich mit den Synchronisationen von Pornofilmen über Wasser hält. In einem gut lesbaren Schreibstil, erzählt die Autorin von den Mietern dieses Hauses , die alle irgendwie mit einer Sache zu kämpfen haben. Viele lustigen Szenen werden beschrieben, aber auch Themen die zum Nachdenken anregen , präsentiert Ulrike Reinker . Genau dieses Mix aus Humor und Geschichten , die das Leben schreibt und somit nicht immer lustig sind, machen dieses Buch unwiderstehlich. Ich habe jeden Satz genossen und bin abtaucht bis zur letzten Seite. Solche Bücher sollte es öfter geben. Erfrischend anders , aber so nah an der Realität, dass sich jeder damit identifizieren kann.

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    • 3
  • Brehm 46

    Brehm 46
    Booky-72

    Booky-72

    Ein Mietshaus mitten in Düsseldorf und seine Bewohner. Als Leser lernt man jeden einzelnen genau kennen, jeden mit seinen Sorgen, Nöten, eigenen Macken und Eigenarten. Ab und zu gibt es eine kleine Verbindung der Figuren, wenn man sich z. B. im Treppenhaus trifft, oder kurz üben den einen oder anderen spricht. Absolut unterschiedliche Lebensgeschichten, denn jeder von den Bewohnern hat sein Päckchen zu tragen. Da geht es zum Beispiel um Frau Althaus (der Name sehr passen gewählt), die schon Jahrzehnte hier wohnt und gegen die Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat oder den 18-jährigen Paul, der seinen muslimischen, schwulen Klassenkameraden bei sich aufgenommen hat. Dazu eine Kunststudentin, die ungewollt schwanger ist im Gegensatz zu einer Schauspielerin, bei der es beruflich grad nicht so gut läuft, die aber einen dringenden Kinderwunsch hegt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gefällig und lässt die Geschichten flüssig lesen. 4 Sterne von mir für diese Geschichten aus dem wahren Leben.

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    • 2
  • Ein Haus, viele Schicksale..

    Brehm 46
    LiberteToujours

    LiberteToujours

    Die Protagonisten dieses Buches haben so gar nichts miteinander gemeinsam. Außer ihren Aufenthaltsort. Durch verschiedene Umstände hat es sie alle in das gleiche Haus verschlagen. Und das verbindet auch ihre Geschichten irgendwie miteinander. Als ich das Buch in den Händen hielt hatte ich zunächst etwas ganz anderes erwartet. Hätte ich gewusst, dass es sich hier um eine Sammlung verschiedener Kurzgeschichten handelt, hätte ich vermutlich gar nicht zu lesen begonnen. Ich kann mit Kurzgeschichten einfach nichts anfangen. Gut also, dass ich es nicht wusste. Dadurch, dass die Aufteilung nach den einzelnen Charakteren in den einzelnen Wohnungen getroffen wurde und die Geschichten doch irgendwie miteinander verwoben sind wirken sie eher wie Kapitel.  Obwohl ich von der ersten nicht unbedingt emotional ergriffen war, hat mich das Buch bereits nach den ersten Seiten in seinen Bann gezogen. Reinker beherrscht ihr Handwerk einfach, der Schreibstil ist von der ersten bis zur letzten Seite durchweg überzeugend.  Ab der zweiten Geschichte war ich dann allerdings auch emotional dabei - ohne zuviel vorgreifen zu wollen, aber hier dreht sich alles um einen schwulen Moslem auf der Flucht vor seiner Familie. Schwieriges Thema. Und bei schwierigen Themen ist das mit dem Humor immer eine Gratwanderung - wann wird's geschmacklos, wann wieder so ernst, dass das Lesen keinen Spaß mehr macht? Der Autorin ist das grandios gelungen. Dadurch dass alles ein wenig überzogen dargestellt wurde, muss sich niemand auf den Schlips getreten fühlen, wenn eine humoristische Spitze mal in die eigene Richtung zielt.  Das einzige, was mir hier nicht komplett gefallen hat, war der Epilog. Die einzelnen Geschichten haben jeweils offene Enden - man darf sich als Leser selbst überlegen, welchen Ausgang die Geschichte nimmt. Das fand ich in Anbetracht der verschiedenen Thematiken sehr nett, auch wenn ich sonst kein Fan von offenen Enden bin. Hier hat es aber einfach gepasst. Deshalb fand ich es eher schade, dass im Epilog dann alles aufgelöst, dem Leser jede noch so kleine Unsicherheit genommen wird. Ansonsten war "Brehm 46" auf ganzer Linie ein Volltreffer!

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    • 2
  • Leserunde zu "Brehm 46" von Ulrike Reinker

    Brehm 46
    Conte_Verlag

    Conte_Verlag

    Lieber BücherfreundInnen,

    auf zur nächsten Leserunde – mit einem Roman, der sich bestens für faule Frühlingstage in der Sonne eignet. Ulrike Reinkers Brehm 46 ist verrückt, abwegig, schrecklich und komisch. Man kann das Buch nicht mehr weglegen, so nah kommt man den Protagonisten und deren Geschichten. 

    Bewerben könnt ihr euch bis zum 17.05.2015, wir verlosen 10 Exemplare. 

    • 222
  • Brehm 46

    Brehm 46
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    24. June 2015 um 15:58

    Das Haus an der stark befahrenen Brehmstraße 46 in Düsseldorf hat einen etwas skurrilen Besitzer. In diesem Episodenroman lernen wir peu à peu die Bewohner dieses Hauses kennen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, hat seine Eigenarten. Da ist Nadja, Kunststudentin und schwanger, Paul und sein muslemischer und schwuler Schulkamerad Enis, die partnersuchende Rote Ute, die schrulligen alten Damen Althaus, die verliebten Manu und Matthes sowie Claudia Havelmann, Synchronsprecherin für Pornos und mit Wunsch nach einem Kind. Überall begegnen wir auch Frau Althaus als verbindendes Element. Das Buch ist einem sehr flüssig zu lesenden Stil geschrieben, der den jeweiligen Charakteren angepasst ist, mal voller Humor, mal traurig, aber stets eindringlich. Die Protagonisten tauchen nicht nur in ihrem eignen Abschnitt auf, sondern auch als Verbindung in anderen Teilen. Es sind alles Geschichten, wie sie das Leben so schreibt. So kann man sich in die Personen hineinversetzen, auch wenn einem nicht alle sympathisch sind. Im Epilog erfahren wir dann, wie das Leben der Bewohner weiter gegangen sein könnte. Oder auch nicht! Ein unterhaltsames Buch über das Leben in der Brehmstraße 46.

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  • Perfekte Lektüre für die Sommertage

    Brehm 46
    Tanji

    Tanji

    ich habe gerade Brehm 46 zuende gelesen und muss sagen, ich will sofort nen zweiten Teil! :) Bei diesem Buch taucht man für kurze Zeit in das Leben vieler einzelner Charaktere. Aber obwohl man nur wenige Seiten mit ihnen verbringt, kann man sich doch extrem gut in die Protagonisten hineinversetzen und mitfühlen. Und genau deswegen interessiert es mich brennend, wie die Geschichten weitergehen und sollte ein zweites Buch erscheinen, werde ich es auf jeden Fall kaufen.

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    • 2
  • Lauter nette Nachbarn

    Brehm 46
    BuchNotizen

    BuchNotizen

    16. June 2015 um 12:14

    „Brehm 46″ ist ein Episodenroman. Jede Etage erzählt in Ich-Form die Geschichte seines Bewohners. Der Schreibstil ist dem jeweiligen Protagonisten angepasst. So spricht Paul und Enis eine ganz andere Sprache als Frau Althaus. Die Episoden schildern die Einzelschicksale so eindringlich, dass sie schon nach wenigen Sätzen den Leser mitreißen. Der Schreibstil ist humorvoll, manchmal ironisch, traurig oder dramatisch, passend zum Schicksal des Erzählers. Manchmal musste ich herzhaft lachen, wie gut einige Charaktere getroffen sind. Die Kurzgeschichten sind vom Thema her sehr unterschiedlich, aber alle greifen ein glaubwürdiges, gesellschaftliches oder privates Problem auf. Ein verbindendes Glied zwischen den Erzählungen ist Frau Althaus und das Treppenhaus. Leider geht es in diesem Treppenhaus sehr ruhig zu, sodass man von den anderen Mitbewohnern nicht viel erfährt. Ich habe erwartet, dass sich die Bewohner untereinander öfters im Treppenhaus treffen. Der Epilog gibt einen Ausblick in die Zukunft der Bewohner. Das Buch schließt mit den Worten: „Ja, so könnte es sein. Vielleicht ist es aber auch ganz anders.“ Mir hat der Episodenroman sehr gut gefallen. „Brehm 46″ erzählt sehr unterschiedliche Einzelschicksale in einer Sprache, die sich sehr gut und schnell lesen lässt.

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  • Sie leben in der Brehmstraße in Düsseldorf

    Brehm 46
    Schnuck59

    Schnuck59

    15. June 2015 um 17:26

    In Brehm 46 schreibt Ulrike Reinker einzelne, in sich abgeschlossene Geschichten, die sich dort in einem alten Mietshaus abspielen. Das orangene Cover wirkt unruhig, belebt und farbenfroh. So wird auch im Prolog die mehrspurige und stark befahrene Brehmstraße beschrieben. Die einzelnen Episoden sind realistisch und geben Einblicke in die unterschiedlichen Leben der Bewohner. Man erlebt eine ungewollt schwangere Kunststudentin im 5. OG, erfährt im 4. OG etwas über einen schwulen Moslem und die Präsenz dieses Themas in dessen Kulturkreis. Im 3. OG lebt eine allein erziehende Linke, die über new.de einen Partner sucht. Zwei ältere Schwestern leben gemeinsam im 2. OG. Im 1. OG wohnt ein frisch verliebtes Pärchen, dass nach Trennungen das Nestmodell versucht. Eine bis jetzt erfolglose Schauspielerin mit Kinderwunsch lebt im Erdgeschoss.  Es gibt lose Verknüpfungen zwischen diesen Episoden. Die Farbe Orange vom Cover findet sich bei Landschaft, Haaren, Plateauschuhen, Küchenuhr, Klobrille und Kinderwagen wieder. Manu, die Mieterin aus dem 1. OG, ist auch Autorin. Interessant ist, dass sie einen Roman mit losen Geschichten geschrieben hat, die miteinander verbunden sind. So hat es ja die Autorin hier auch gemacht. Das Haus ist hier die Verbindung der Episoden. Den Epilog fand ich als Abschluss gut, eine Art Zukunftsperspektive.  Mir gefällt der besondere Schreibstil der Autorin. Die Geschichten sind realistisch und wie im Buch beschrieben geht es um das Nachfühlen von Gefühlen, Mitfühlen und Dabeisein. 

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  • Brehm 46

    Brehm 46
    karin66

    karin66

    11. June 2015 um 08:09

    Schon das Cover, das in Orangtönen gehalten ist, verspricht ein turbulentes Buch. Der Schreibstil ist teilweise witzig und sehr angenehm zu lesen. Hauptthema des Buches ist „ Brehm 46“, ein Haus in Düsseldorf. Hier wohnen die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Jedes Kapitel ist einer Wohnung und dessen Bewohnern gewidmet. Da werden dann die einzelnen Menschen und ihre jeweiligen Schicksale beschrieben. Da gibt es zum einen eine schrullige alte Damen, einen schwulen Türken, ein Liebespärchen, eine schwangere Frau, eine alleinerziehende Mutter  und eine Schauspielerin. Dass es bei diesen unterschiedlichen Menschen immer wieder zu Spannungen und Reibereien kommt, ist offensichtlich. Des Öfteren hab ich mich dabei ertappt, dass ich bei den Schilderungen immer wieder einmal schmunzeln musste. Mit „ Brehm 46 “ ist Ulrike Reinker ein wirklich tolles Buch gelungen, das ich nur empfehlen kann.

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  • Sehr unterhaltsam

    Brehm 46
    Polly_liest

    Polly_liest

    08. June 2015 um 22:30

    Bei dem Buch „Brehm 46“ von Ulrike Reinker handelt es sich um einen  Episodenroman, der Ausschnitte aus dem Leben der Hausbewohner_innen unter o.g. Adresse erzählt. Diese Geschichten überlappen sich zeitlich und was die Protagonisten angeht nur teilweise, eben über den gemeinsamen Wohnort. So werden die Leser_innen mitgenommen durch die persönlichen Lebensthemen und Krisen der Bewohnerschaft: Liebe, Gewalt, Sex und berufliche (Miss-) Erfolge. Es passiert wahnsinnig viel in diesem Buch, ein heftiges Ereignis jagt das andere; das Buch wirkt schnell, bunt und schrill. Auch die einzelnen Episoden sind sehr kompakt geschrieben: Mit viel Witz schafft es Frau Reinker, bereits nach wenigen Seiten der jeweiligen Kurzgeschichte die Leserschaft in einen Sog zu ziehen und die Charaktere glaubhaft aufzubauen. Dabei schlüpft man jeweils in die Perspektive der einzelnen Figuren, wobei damit nicht notwendigerweise auch die Sympathie der Leser_innen verbunden ist. Die Hauptfiguren polarisieren, sie haben Ecken und Kanten und sind sehr menschlich. Zu kritisieren ist allerdings, dass einige Figuren sehr stereotyp auftreten und für meinen Geschmack zu stark Klischees bedienen. Bei der Lektüre werden neben schönen Gefühlen auch unangenehme ausgelöst; es geschehen viele Dinge, die schockieren und Worst-Case-Szenarien darstellen. Und gleichzeitig möchten die Leser_innen unbedingt wissen, wie es weiter geht. Einem wird in dem Buch, ob gewollt oder nicht, die eigene Lust am Voyeurismus vor Augen geführt, was in engbebauten Stadtgebieten auch ein Tabu darstellt. Insgesamt handelt es sich bei „Brehm 46“ um ein kurzweiliges, unterhaltsames und mitreißendes Buch.

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  • Sehr lebendig, mit Tiefgang!

    Brehm 46
    leonii13

    leonii13

    06. June 2015 um 17:46

    "Brehm 46" - Hinter diesem harmlosen & unspektakulären Titel verbirgt sich ein brillianter Roman von Ulrike Reinker, der die verschiedensten Lebensgeschichten von Bewohnern eines Mietshauses (Brehmstraße 46 in Düsseldorf), erzählt. Im 5. OG wohnt eine Studentin, die unerwartet schwanger wird, eine Etage tiefer sucht ein schwuler Muslim bei einem alten Freund Schutz. Im 3.OG trifft sich eine politisch engagierte Alleinerziehende mit Männern aus Onlineportalen, während sich die darunter einquartierte lärmempfindliche Dame mit ihrer schweren Kindheit auseinandersetzt. Ein verliebtes "Knutschpärchen" mit komplizierter Familienkonstellation wohnt im 1. OG und eine verzweifelte Schauspielerin im Erdgeschoss.  In abgeschlossenen Kapiteln werden alle sechs Wohnungen vom 5.OG bis ins EG abgehandelt und ab und an kreuzen die Charaktere auch in den Geschichten der anderen Hausbewohner auf. Im Buch werden die verschiedensten Themen abgehandelt. Keiner der Bewohner hat ein einfaches, unkompliziertes Leben.    Der humorvolle und direkte Schreibstil der Autorin wirkt auf mich sehr erfrischend. Immer wieder baut sie witzige Anspielungen ein und es fiel mir wirklich schwer, das Buch nicht in 2 Tagen auszulesen (am Ende waren es 5 Tage..). Den Aufbau des Buches fand ich zunächst sehr ungewöhnlich, als ich dann die ersten Kapitel abgeschlossen hatte, hat sich mein Eindruck völlig verändert. Es ist toll, dass die Geschichten zwar klar voneinander getrennt sind, man aber dennoch in den Kapiteln immer wieder Hinweise auf den Verlauf der Geschichte der anderen Hausbewohner findet. Auch am Ende wird jedes der Schicksale noch einmal aufgegriffen. Das meiner Meinung nach eher langweilige Buchcover und der zunächst befremdliche Titel wäre mir im Laden vermutlich nicht direkt ins Auge gestoßen. Ich denke, man könnte beim Cover noch Einiges rausholen. Nach dem Lesen des Klappentexts allerdings, war ich sofort sehr gespannt auf die verrückten Lebensgeschichten.  Thematisch ist das Buch sehr vielfältig. Man bekommt tiefgründige Einblicke in Lebensläufe, die nicht gerade gewöhnlich sind. Dennoch könnte "Brehm 46" mit all den Bewohnern ein real existierendes Haus in einer Stadt wie Düsseldorf sein. FAZIT: Ein leicht geschriebener, humorvoller, aber dennoch sehr tiefgehender Roman, der lebendig über die Höhen und Tiefen verschiedenster Lebensgeschichten berichtet und in der eigenen Lesebiographie nicht fehlen sollte!   

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  • In diesem ehrenwerten Haus....

    Brehm 46
    esposa1969

    esposa1969

    03. June 2015 um 17:49

    Buchrückentext: Ein altes Mietshaus an einer stark befahrenen Straße im Norden Düsseldorfs. Elf verkrachte Existenzen jeden Alters, die unter einem Dach, aber in verschiedenen Welten leben, und von hier aus ihrer Wege ziehen. Eine alte schrullige Dame ist das Herzstu¨ck des Hauses. Sie lebt seit sechzig Jahren hier und hat alles im Griff. Bis ihr alles entgleitet. Eine ebenso junge wie schwangere Kunststudentin, ein achtzehnjähriger schwuler Moslem und sein heterosexueller Freund, eine einsame Linke mit ihrer Tochter, eine alte Schachtel und deren Schwester, ein Knutschpärchen, und eine Schauspielerin, die ihren Lebensunterhalt als Porno-Synchronsprecherin verdient. Bei allen läuft etwas quer, steht schief und sperrig im Weg und verdeckt bisweilen die Sonne. Die Gefühle, die bucklige Verwandtschaft, die Herkunft, das eigene Ego. Sie alle machen ihren Weg. Es kann nur noch etwas dauern. Die Geschichten begegnen sich im Treppenhaus. Abwegig, verrückt, urkomisch und schrecklich. Also alles recht normal. Leseeindruck: Der Buchtitel "Brehm 46" von der Autorin Ulrike Reinker ist zugleich auch der Handlungsort der Geschehnisse diesen Romans, nämlich das Mietshaus in der Brehmstraße 46 in Düsseldorf. Neben dem Pro- und Epilog handelt dieser Roman kapitelweise nach und nach die jeweiligen Etagen bzw. Wohneinheiten ab - so sind die Kapitel auch nach Stockwerk und Mieter benannt - und lässt uns einen Blick in dieses Mietshaus werfen. Aber nicht nur hinter dieser Mauerwerksfassade blickt der Leser, sondern auch hinter der heile-Welt-Fassade der jeweiligen Bewohner. Fast wie im wahren Leben hat da jeder sein Päckchen zu tragen, egal welchen Alters, Geschlecht oder Stand. Jeder einzelne von ihnen hat sein eigenes Schicksal, das hier hinterleuchtet wird. Jeder Kapitel bietet eine fast in sich abgeschlossene Geschichte, die nur vage mit eben dem Leben der Mitbewohner verknüpft wird, da man sich ja eben kennt. Die Schilderungen wirken sehr real und könnten es auch durchaus sein. Mich haben die jeweils bewegenden Schicksale teilweise berührt, teilweise interessiert und ich konnte gut in den Roman eintauchen. 281 Seiten, die sich zügig und lesenswert lesen ließen und von mir 5 Sterne erhalten. © esposa1969

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  • Genial

    Brehm 46
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    01. June 2015 um 11:52

    Autorin Ulrike Reinker trifft mit den Geschichten über die Bewohner des alten Mietshauses an einer stark befahrenen Straße in Düsseldorf genau meinen Humor. Jeder der Bewohner hat sein Päckchen zu tragen, oder einige schrullige Macken. Da gibt es eine schwangere Kunststudentin, einen schwulen Moslem, eine Linke, zwei alte Schachteln, ein Knutschpärchen und eine Porno-Synchronsprecherin. Hinzu kommt noch der etwas seltsame aber liebenswerte Vermieter. Ich konnte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen und hätte es beinahe an einem Tag ausgelesen. Ich kann aber nur empfehlen es sich einzuteilen, dann hat man länger was davon. Der Schreibstil ist wunderbar eingängig, man fühlt sich als Leser direkt verbunden mit den Bewohnern dieses merkwürdigen Hauses. Besonders gut gefällt mir, dass alle Geschichten, wenn auch nur durch einen winzigen Faden, miteinander verstrickt sind. So tauchen die Charaktere auch in den anderen, nicht ihren "eigenen" Kapiteln auf, was das ganze Buch zu einer sehr runden Sache macht. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der realistische Schilderungen über Menschen, ihre Gefühle und Geschichten, mag. Denn: so könnte es wirklich in einem Mietshaus in Düsseldorf zugehen.

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  • Ein Mietshaus und seine Bewohner

    Brehm 46
    uli123

    uli123

    30. May 2015 um 21:26

    Das Buch gibt uns in sechs abgeschlossenen Geschichten Einblick in das Leben einer gleichen Anzahl von Bewohnern des in der Düsseldorfer Brehmstraße 46 gelegenen Mietshauses. Sie handeln von einer ungewollt schwangeren Kunststudentin ohne berufliche Perspektive, einem sich als schwul outenden und deshalb dem Druck seiner Eltern ausgesetzten jungen Moslem, einer alleinerziehenden Linken und ihren online angebahnten Dates, einer seit 60 Jahren dort lebenden sonderlichen Dame mit Trauma aus ihrer Jugend,  einem frisch verliebten Pärchen und einer brotlosen Schauspielerin mit Kinderwunsch. Sie alle haben ihr Päckchen zu tragen. Zwischen ihnen bestehen Querverbindungen; es kommt zu Begegnungen. Als Leser hat man nicht den Eindruck, nur fragmentarische Bruchstücke der Menschen zu erfahren, sondern wird sehr vertraut mit ihrem gesamten Leben, was auch darauf zurückzuführen ist, dass jeweils der Protagonist jeder Geschichte als Ich - Erzähler auftritt. Durch einen eigentümlichen Schreibstil gewinnt das Buch an Lebendigkeit; die Autorin arbeitet gerne mit ironischen Wortspielen, z.B. "In Düsseldorf kannte mich mittlerweile niemand mehr. Außer meiner Mutter. Und die kannte mich auch nicht." (S. 21). Jede Geschichte gefällt nicht unbedingt gleichermaßen.  Insgesamt aber ein sehr lesenswertes Buch. 

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  • Toller außergewöhnlicher intensiver Roman in Episodenform

    Brehm 46
    Lilith79

    Lilith79

    30. May 2015 um 14:12

    "Brehm 46" spielt sich in einem Mietshaus in der Brehmstraße in Düsseldorf ab, einer Gegend über die ich leider rein gar nichts weiß, da ich außer für einen Kurztrip zum Medienhafen noch gar nicht in Düsseldorf war. Das tut dem Roman aber überhaupt keinen Abbruch. Bei dem Buch handelt es sich nicht um eine lineare Erzählung, sondern jedes Kapitel erzählt eine Episode aus dem Leben eines der Hausbewohners, wobei die Geschichten quasi im obersten Stock beginnen und sich Etage für Etage noch unten vorarbeiten. Die Schicksale der Personen sind dabei nur lose verknüpft, man trifft sich im Treppenhaus, streitet mit den Nachbarn oder kennt sich zufällig schon von woanders her. Die Geschichten, die erzählt werden sind dabei so unterschiedlich wie die Bewohner selber, so lernen wir zum Beispiel den 18-jährigen Paul kennen, der von seinen Eltern praktisch zuhause "rausgeworfen" wurde, damit er selbständig wird und mehr oder weniger freiwillig einen schwulen muslimischen Schulkameraden bei sich aufgenommen hat, der auf der Flucht vor seiner Familie ist. Oder die ältere Frau Althaus, die schon seit Jahrzehnten mit ihrer Schwester in der gleichen Wohnung in der Brehmstr. wohnt und mit Dämonen aus ihrer Vergangenheit kämpft. Die Geschichten sind dabei alle intensiv, humorvoll, dramatisch, traurig, ironisch, nicht einfach und oftmals sogar all das auf einmal, die Sprache ist wirklich toll und das Buch liest sich in Windeseile dahin, obwohl es keineswegs einfach ist. Dabei sind alle Geschichten von gleichbleibender Qualität (nur eine Episode fand ich ein kleines bisschen schwächer im Vergleich zu den anderen) und die große Stärke der Geschichten liegt in der Authentizität. Insgesamt ein wirklich überraschend gutes Buch, das mir nur anhand des Covers vermutlich in einer Buchhandlung nicht unbedingt ins Auge gestochen wäre. Das Einzige was ich nicht unbedingt gebraucht hätte, ist der Epilog, der meiner Meinung nach keinen Mehrwert bietet, aber gestört hat er jetzt auch nicht groß. Von mir insgesamt volle 5 Sterne.    

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