Die Zeit der Kraniche

von Ulrike Renk 
4,8 Sterne bei52 Bewertungen
Die Zeit der Kraniche
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Atemberaubend geschriebenes dunkles Kapitel der deutschen Geschichte, die auf einer realen Person basiert und von derer zu Putlitz erzählt.

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Einer großartige Familiensaga über eine starke junge Frau in Ostpreußen.

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Inhaltsangabe zu "Die Zeit der Kraniche"

Zeiten des Aufruhrs.

Nach dem dringlich herbeigesehnten Ende des Krieges besetzen die sowjetischen Truppen das Land. Viele Gutsfamilien verlassen ihre Heimat und ziehen in den Westen. Auch Gebhards Brüder und seine Mutter. Er jedoch kann sich einfach nicht dazu entschließen, das Land seiner Väter zu verlassen. Dann wird er denunziert und verhaftet. Frederike droht das gleiche Schicksal. In letzter Sekunde schafft sie es zu fliehen – aber wird ihr ein Neuanfang gelingen? Und was ist mit Gebhard?

Der Abschluss der großen Ostpreußen-Saga von Bestsellerautorin Ulrike Renk.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746633565
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:515 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:13.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Eliza08vor 7 Tagen
    Krönender Abschluss

    Der Abschluss der Ostpreußen-Saga macht da weiter, wo der vorige Band aufgehört hat. Sowohl das Cover als auch der Titel fügen sich in das Gesamtbild der Saga wunderbar ein. Vor allen Dingen überzeugt aber die Story auf der gesamten Linie.

    Direkt von der ersten Seite an ist es Frederike, genannt Freddy, diejenige mit der die Leser sich wieder identifizieren kann. Man hat die Protagonisten und die anderen Figuren schon aus den vorherigen Bänden so lieb gewonnen, dass es ein klein wenig ist, als wenn man gute alte Bekannte wieder treffen würde. Freddy ist eine tolle Frau, die aus ganzem Herzen liebt und für das kämpft, was ihr wichtig und lieb ist. Die Männer in diesem Roman spielen eine untergeordnete Rolle: Freddys Mann, Gebhard, wird inhaftiert und kann somit nicht aktiv handeln. Klein Gebhard, Freddys Sohn ist zu klein, um aktiv ins Geschehen einzugreifen. Das Personal ist schon eher in der Lage in dieser Notsituation das Leben mitzugestalten, hier hat mir vor allen Dingen die Köchin gefallen, die es immer wieder in ihrer ganz eigenen Mundart auf den Punkt brachte.

    Der Roman ist chronologisch erzählt, sodass es der Autorin ganz wunderbar gelingt die Ereignisse ins rechte Licht zu rücken und uns Menschen des 21. Jahrhundert ein Gefühl zu geben, wie unsere Eltern und Großeltern diese Zeit erlebt haben, was sie getan haben und tun konnten, was sie wussten bzw. gewusst haben konnten.

    Zu keiner Zeit ist es mir schwer gefallen, mich in das Geschehen auf dem Gut hineinzuversetzen, ich habe mit gebangt, mit gehofft, ich war wütend, traurig und enttäuscht. Ich nahm regen Anteil am Schicksal der Familie. Zum Schluss hat man das Gefühl Freunde zurücklassen zu müssen.

    Wunderbar fand ich wieder die Einflechtung des Dialekts, dies macht meiner Meinung den Roman, bzw. die Figuren, die den Dialekt benutzen, noch authentischer und greifbarer.

    Ich kann diese Ostpreuße-Saga wirklich nur allen Fans von Familienromanen bzw. Familiensagas ans Herz legen. Wobei hier sicherlich die Damen in der Überzahl sein werden, was sehr wahrscheinlich von der Autorin und dem Verlag auch so gewollt sein wird.  Im Nachwort beschreibt Ulrike Renk ausführlich, welche Personen einem realen Vorbild entsprechen und in wie weit sie sich von der Realität entfernt hat. Von mir gibt es deshalb eine klare Lese- und Kaufempfehlung. Genau der richtige Stoff für lange Abende auf der Couch.

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    BuchNotizenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Einer großartige Familiensaga über eine starke junge Frau in Ostpreußen.
    Die Zeit der Kraniche

    Um was geht es im letzten Teil der Trilogie?

    Im Herbst 1944 nähert sich der Krieg seinem Ende. Die große Flucht aus Ostpreußen in den Westen hat begonnen. Die Schreckensnachrichten über den Einmarsch der sowjetischen Armee machen die Runde. Frederike zu Mansfeld muss sich entscheiden, bleiben oder mit der Familie ohne Gebhard in den Westen fliehen.

    Unruhige Zeiten und Aufbruch in eine neue Zeit

    Der Abschluss der Ostpreußen Saga schildert ausführlich die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges und die unruhigen Zeiten danach. Ulrike Renk beschreibt einfühlsam den Kriegsalltag auf dem Gut und das Chaos, das zum Ende des Krieges geherrscht hat. Während ihrer Besuche in Berlin und Potsdam sieht Freddy den deutlichen Unterschied zwischen dem Leben in zerbombten Städten und dem Landleben.

    Ulrike Renk konfrontiert den Leser mit Vertreibungen, Zerstörungen und tragischen Schicksalen. Sie zeigt, wie sich das tägliche Leben mit den Fremdarbeiten, Einquartierten und Zwangsarbeitern gestaltet hat. Sie beschreibt, wie gegensätzlich sich Menschen verhalten können. Auf der einen Seite Freddy mit ihren Leuten und auf der anderen Seite der Verwalter Hitlopp, der stellvertretend für die grausamen Taten des Naziregimes steht. Hitlopps willkürliches Handeln macht mich sprachlos.

    Der Aufbruch in eine neue Zeit weist Parallelen zur Gegenwart auf. Kriegsflüchtlinge hatten es damals wie heute schwer, sie wurden nicht gerne gesehen. Trotzdem fanden sich hilfsbereite Menschen, die den Neuanfang erleichtert haben.

    Wie hat mir „Die Zeit der Kraniche“ gefallen?

    Der letzte Teil der Trilogie beschreibt ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte. Es ist ein großartiger Abschluss der Trilogie. Gut recherchierte Zeitgeschichte, die sich auch mit den kleinen Dingen des Alltags befasst. Der Roman ist packend und spannend geschrieben und bringt dem Leser die damaligen schweren Zeiten näher.

    Der Roman ist eine gelungene Verbindung zeitgeschichtlicher Fakten und Fiktion. Die Autorin bedient sich eines leichten und bildhaften Schreibstils, der das schwere Thema lesbar macht. „Die Zeit der Kraniche“ ist für das Innehalten und Nachdenken über den Nationalismus und seiner Auswirkungen, wie geschaffen.

    Es ist nicht zwingend notwendig den ersten Teil der Trilogie zu kennen. Im zweiten Band „Die Jahre der Schwalben“ liefert Ulrike Renk die notwendigen Fakten an entsprechender Stelle nach. Den letzten Teil „Die Zeit der Kraniche“ empfehle ich, erst nach „Die Jahre der Schwalben“ zu lesen. So ergibt sich ein vollständiges Bild über Frederikes Leben.

    Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und ich hätte mir gewünscht, noch mehr über Frederikes weiteren Weg zu erfahren.

    Die Charaktere

    Die Charaktere sind bis ins Detail liebevoll und treffend angelegt. Es sind alle Facetten zwischen sympathisch und unsympathisch vertreten. Für einen besseren Überblick sind die wichtigsten handelnden Personen am Anfang des Buches aufgelistet.

    Frederike ist eine starke Frau, der das Leben nichts geschenkt hat. Sie musste viele Schicksalsschläge einstecken, aus denen sie gestärkt hervorgegangen ist. Sie empfindet ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem Regime, sowohl in Kriegszeiten als auch in der Nachkriegszeit in Ostdeutschland. Ich finde es großartig, wie sich Freddy für die Fremd- und Zwangsarbeiter einsetzt. Sie ist durch und durch eine Gutsherrin vom alten Schlag, der das Wohl ihrer “Leute” am Herzen liegt. Freddy hat es nicht leicht, aber die Kinder und ihre loyalen “Leute” geben ihr die Kraft, das Leben zu meistern.

    An Freddys Freundin Thea wird deutlich, wie ein sympathischer Charakter sich durch die Umstände unvorteilhaft verändert.

    Der vom Naziregime eingesetzte Verwalter Hitlopp ist ein Beispiel dafür, wie Propaganda einen Menschen verändert. Hitlopp ist ein typischer Naziaufsteiger. Berauscht von der Macht, die er plötzlich hat, macht er reichlich Gebrauch davon und genießt es, andere Menschen zu erniedrigen. Hitlopp genießt seine Macht und zeigt sie ständig. Freddy ist sein persönlicher Feind und er demütig sie immer wieder.

    Gebhard zu Mansfeld ist eindeutig der tragische Charakter dieser Trilogie. Ein Gutsbesitzer, dem seine Familie sehr wichtig ist, der sein Land liebt und sich für keine Arbeit zu schade ist. Geachtet und beliebt bei seinen Leuten. Seine Überzeugung wurde ihm, sowohl unter dem alten, wie dem neuen Regime zum Verhängnis.

    Gebhards Bruder Caspar war während des Krieges im Exil in London. Er ist ein Kommunist voller Idealismus und wollte den sozialistischen Staat in Ostdeutschland verwirklichen. Merkt aber zu spät, dass die Realität eine andere ist.

    Fazit

    „Die Zeit der Kraniche“ ist ein gelungener Abschluss einer großartigen Familiensaga über eine starke junge Frau in Ostpreußen. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, einfühlsam und spannend erzählt. Wer gerne Familienromane nach wahren Begebenheiten liest, kommt an dieser Trilogie nicht vorbei.


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    Lennyvor einem Monat
    Die Zeit der Kraniche

    Diese zum Teil wahre Geschichte von Freddy hat mich komplett gefangen! Es geht so spannend weiter! Das erstaunliche ist, dass man gleich wieder zu der Familie gehört, sobald man anfängt zu lesen. Die Autorin holt auch auf ganz tolle Weise die wichtigen Dinge aus Band 1 und Band 2 wieder zum Vorschein! Es macht einfach unglaublich Spass! 

    Die Trilogie ist nun abgeschlossen, meine Tränen noch nicht versiegt, aber ich werde mich auch auf Band 4 und 5 stürzen! Ich werde bestimmt nicht enttäuscht! 

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    lenisveas avatar
    lenisveavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Der Abschluss meiner absoluten Lieblingsreihe im historischen Bereich, alle Bände 5 Sterne
    Die Zeit der Kraniche

    Rezension Die Zeit der Kraniche von Ulrike Renk

     

    Unbezahlte Werbung - Rezensionsexemplar

     

    ©Aufbau Verlag
    Roman
    Broschur, 515 Seiten
    Aufbau Taschenbuch
    978-3-7466-3356-5 
    12,99 € *)

    Inkl. 7% MwSt.

    Teil 3 der Ostpreußen-Saga
     
     
     
     
    Zur Rezension:
     

    Zeiten des Aufruhrs.

    Nach dem dringlich herbeigesehnten Ende des Krieges besetzen die sowjetischen Truppen das Land. Viele Gutsfamilien verlassen ihre Heimat und ziehen in den Westen. Auch Gebhards Brüder und seine Mutter. Er jedoch kann sich einfach nicht dazu entschließen, das Land seiner Väter zu verlassen. Dann wird er denunziert und verhaftet. Frederike droht das gleiche Schicksal. In letzter Sekunde schafft sie es zu fliehen – aber wird ihr ein Neuanfang gelingen? Und was ist mit Gebhard?

    Der Abschluss der großen Ostpreußen-Saga von Bestsellerautorin Ulrike Renk.

     
    Zur Autorin:
    Ulrike Renk, geboren 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Romane „Die Seidenmagd“, „Die Heilerin“, „Die Frau des Seidenwebers“, die Australien-Saga „Die Australierin“, „Die australischen Schwestern“ und „Das Versprechen der australischen Schwestern“ sowie die Ostreußen-Saga „Das Lied der Störche“, „Die Jahres der Schwalben“ und „Die Zeit der Kraniche“ vor.
     
    Außerdem erschienen ihre Eifel-Thriller „Echo des Todes“ und „Lohn des Todes“.
     

    Meine Meinung:
    Ich lese ja erst seit kurzem auch historische Romane und bin vor einiger Zeit auf diese tolle Reihe gestoßen und hat sich zu meiner absoluten Lieblingsreihe 2018 entwickelt. Daher habe ich jetzt auf den 3. abschließenden Teil hingefiebert und nun war es endlich soweit, es lesen zu können.

    Obwohl es ja schon ein paar Monate her ist, dass ich den 2. Teil gelesen habe, war ich wieder sofort in der Geschichte von Friederike und ihrem Leben gefangen.

    Ich möchte hier nicht so sehr ins Detail gehen, weil ich hier nicht spoilern möchte. In diesem Band geht es aber sehr intensiv um den 2. Weltkrieg und vor allem die Zeit kurz vor Beendigung des 2. Weltkrieges. Es wird sehr genau deutlich, wie groß selbst bei Gutsleuten vor Ende des Krieges die Lebensmittelnot war und auch, mit welchen Problemen man zu dieser Zeit konfrontiert war.

    Mir ist dieser Teil schon sehr ans Herz gegangen, andererseits habe ich aber auch noch Einiges dazu gelernt.

    Zu den Charakteren kann ich sagen, dass mir Thea, die Freundin und Schwägerin von Friederike, nicht mehr so sympathisch war wie anfangs. Sie hat sich etwas zu ihrem Nachteil verändert, was auch Friederike aufgefallen ist.

    Die letzten Seiten mochte ich gar nicht mehr lesen, weil ich die Reihe einfach nicht beenden wollte. Ich finde auch, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat und auch das Nachwort von ihr fand ich sehr interessant, wo sie noch einmal auf die Protagonisten eingegangen ist und wieviel von der Geschichte auch so passiert ist.

    Das Ende war dann etwas vorhersehbar, aber das ist im Leben ja manchmal auch so, dass sich dann zum Schluss alles zusammenfügt,

    Ich freue mich schon jetzt sehr auf die neue Reihe von Ulrike Renk, die ja bald erscheinen wird.

    Alles in allem ist dies eine absolute Lieblingsreihe von mir. Ich kann hier eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Hier haben bisher die ersten beiden Teile 5 Sterne von mir bekommen und dies gilt für den abschließenden Band genauso. Ich kann hier gar nichts anderes als 5 Sterne geben.

    Cover, Buchdetails und Klappentext: ©Aufbau Verlag
    Infos zur Autorin: ©Aufbau Verlag
    Rezension: ©lenisveasbücherwelt
    Beitragsbild: ©lenisveasbücherwelt
    Sterne: ©icons8.de
     

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    Booky-72s avatar
    Booky-72vor 2 Monaten
    Zeit der Kraniche

    Frederike von Mansfeld steht im letzten Kriegsjahr auf dem Hof ganz allein da. Ihr Mann und die Schwiegermutter wurden verhaftet und ein Verwalter für den Hof eingesetzt. Das Essen ist knapp, viele Fremdarbeiter wurden einquartiert und Flüchtlingsfamilien müssen untergebracht werden. Frederike ist eine sehr starke Frau, setzt sich immer wieder durch und kämpft für jeden einzelnen ihrer Lieben. Die Menschen haben nur noch eine große Hoffnung, dass der Krieg nur recht bald zu Ende gehen mag und das Elend und die Angst der Menschen endlich ein Ende hat.

    Der Abschluss der Trilogie ist gelungen, ein sehr guter Schreibstil der Autorin, vor allem sehr emotional und detailliert. Lohnt sich und ist ratsam, alle drei Bände zu lesen. Durch viele Rückblicke findet man sich aber vorerst auch zurecht. Das Cover ist passend zu den Vorgängern gestaltet und hat einen schönen Wiedererkennungswert.


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    dorlivor 2 Monaten
    Rezension zu "Die Zeit der Kraniche" von Ulrike Renk

    Prignitz im Oktober 1944. Frederike zu Mansfeld ist in großer Sorge um ihren Mann Gebhard und ihre Schwiegermutter Heide. Beide wurden von der Gestapo verhaftet und nach Potsdam gebracht. Doch die Mittdreißigerin lässt den Kopf nicht hängen, sondern kümmert sich um alles und jeden. Sie macht sich mit den Aufgaben auf den Gütern vertraut und fährt nach Potsdam, um ihre Lieben zu sehen und sich für deren Freilassung einzusetzen…

    Auch das so dringend herbeigesehnte Kriegsende hat neue Sorgen im Gepäck. Die Rote Armee rückt näher und stellt die zu Mansfeld vor die Entscheidung, ihre Güter und Ländereien zu verlassen und in den Westen zu trecken oder abzuwarten, was die Zukunft in der Heimat für sie bereithält…

    „Die Zeit der Kraniche“ ist der dritte und abschließende Band von Ulrike Renks großer Ostpreußen-Saga und schließt fast nahtlos an den zweiten Teil an. Auch wenn Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden für das Verständnis dieser Geschichte nicht unbedingt vonnöten sind, halte ich es für ratsam, die Teile der Saga in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse sowie die Entwicklung der Figuren den Lesegenuss dieser mitreißenden Geschichte noch erhöhen.

    Ulrike Renk erzählt diesen Roman sehr intensiv. Die Beschreibungen und Schilderungen sind detailreich und anschaulich und sie entsprechen vor allen Dingen zu einem großen Teil der Realität, da der Roman, wie die Autorin in ihren Nachwort erklärt, auf Informationen, Dokumenten und Hinweisen der Familie zu Putlitz basiert, um deren Familiengeschichte es hier geht. Ulrike Renk geht auf alle Ereignisse und Charaktere sowie deren Probleme genau ein, so dass man als Leser stets mittendrin im Geschehen ist, sich als Teil der Familie fühlt und zudem eine recht genaue Vorstellung davon bekommt, was die Menschen damals alles durchmachen mussten.

    Die Akteure werden von der Autorin lebendig und ausdrucksvoll dargestellt und wirken in ihrem Tun überzeugend. Die Art und Weise, wie die zu Mansfeld lebten, die Hingabe, mit der sie ihren Alltag auch in den schrecklichen Zeiten meisterten, der große Zusammenhalt zwischen Familie und Leuten und die beeindruckende Stärke, mit der sie allen Schwierigkeiten und Strapazen entgegentraten, kommen auch in diesem Band wieder zum Vorschein. Ich habe mit den Akteuren gelebt und gelitten, habe mit ihnen gebangt und gehofft und habe Kummer und Furcht genauso mit ihnen geteilt, wie die kleinen Glücksmomente.

    „Die Zeit der Kraniche“ lässt mich tief berührt zurück. Diese mitreißend erzählte Mischung aus Historie und Fiktion hat mich durchweg fest im Griff gehabt und mir nicht nur Einblicke in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte gewährt, sondern mich zudem intensiv an dem Schicksal der Akteure teilhaben lassen. Absolute Leseempfehlung!

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    tardys avatar
    tardyvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das lange nachhallt und einen Platz in meinem Herzen gefunden hat.
    Die Zeit der Kraniche

    Das letzte Kriegsjahr ist hart. Gebhard wird denunziert und von der Gestapo verhaftet und Freddy muss sich, wieder einmal, um alles alleine kümmern. Der eingesetzte Verwalter, ein übler Nazi, macht ihr das Leben nicht leicht. Nach Kriegsende kommt eine neue Angst dazu. Die Russen sind im Einmarsch. Und Gebhard ist erneut ín Haft. Erst in letzter Minute beschließt Freddy aus Deutschland zu fliehen.

    Ulrike Renks Trilogie über eine ostpreußische Familie hat mit "Die Zeit der Kraniche" einen würdevollen und passenden Abschluss gefunden. Obwohl ich Band zwei schon direkt nach dem Erscheinen gelesen hatte und das ist schon über ein Jahr her, war ich sehr schnell wieder mitten drin in der Geschichte und ich hatte das Gefühl, es wäre erst gestern gewesen, dass ich das Buch zur Seite gelegt habe.

    Ulrike Renk schreibt einfach wundervoll, sie gibt dem Leser mit jedem Satz das Gefühl, selbst mit dabei zu sein. Sie fesselt, sie berührt, sie setzt starke Emotionen frei. Man leidet intensiv mit den Protagonisten mit und hofft und bangt. Ich war mehrmals zutiefst betroffen und auch jetzt, wenn ich an Freddy und ihre Familie, an ihr Schicksal denken muss, stehen mir wieder die Tränen in den Augen. Es ist fast nicht auszuhalten, wenn man sich einmal vor Augen führt, was Menschen damals alles erleiden mussten. Dieses Buch geht sehr nahe und man kann sich nicht entziehen.

    Die Protagonisten, aber auch sämtliche Nebenfiguren, wirken wie aus dem echten Leben und sind liebevoll und realistisch gezeichnet. Sehr interessant sind, wie auch in den letzten Büchern, die, scheinbar nebensächlichen, Beschreibungen des Alltags, wie z. B. die immensen Schwierigkeiten, Nahrungsmittel zu beschaffen, die große Not  der Flüchtlinge und Fremdarbeiter, oder die nicht enden wollenden Züge der Menschen aus den geräumten Konzentrationslagern. All diese Dinge sind mit gewohnter Genauigkeit geschildert und machen auch aus diesem dritten Buch eine runde Geschichte, die nur eine Ulrike Renk in dieser Qualität schaffen kann.

    Die Autorin hat wieder einmal extrem gut recherchiert und so wirkt jede einzelne Kleinigkeit authentisch. Ulrike Renk hat auch diesen dritten Teil mit ihrer gewohnten Sorgfalt und Liebe zum Detail geschaffen. Sie zeigt uns Lesern, wie Bücher sein sollen. Ich bin ganz begeistert von ihrer Kunst und kann ihre Werke nur jedem empfehlen, der gerne in die Vergangenheit eintaucht, auch wenn sie, wie in diesem Fall nicht immer schön ist. Aber gerade dieser Teil unserer Geschichte darf niemals vergessen werden, jetzt wo die braune Gefahr wieder eifrig am keimen ist.

    Schade, dass ich nur fünf Sterne vergeben kann. Das Buch hätte in meinen Augen noch einige mehr verdient!

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    schafswolkevor 2 Monaten
    Ein leicht wehmütiger Abschied der Ostpreußen-Saga

    1944 sehnen sich viele nach einem Ende des Krieges, doch ein Ende scheint nicht wirklich in Sicht und viele verlassen ihre Heimat. Auch Frederike hat viele Sorgen, nachdem Gebhard und ihre Schwiegermutter in Haft sind. Die Zukunft scheint ungewisser als je zuvor, doch irgendwie muss es ja weitergehen.

    Leider ist mit "Die Zeit der Kraniche" nun der letzte Teil der dreiteilgen Familiensaga erschienen. Ich habe Frederike sehr gerne begleitet und auch wenn ich gerne noch mehr von ihr lesen würde, ist es auch in Ordnung, wenn die Familiensaga nun hier endet.
    Auch dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, die Welt wirkt ein weniger grauer, als in den anderen Teilen.

    Man könnte das Buch auch ohne die Vorgängerbände lesen, da es zwischendurch immer mal Rückblicke auf die anderen Teile gibt, aber wirklich zu empfehlen ist es nicht. Wer den Schreibstil bisher nicht mochte, wird wohl auch gar nicht erst zu diesem Buch greifen. Es ist alles etwas ruhiger, doch für mich muss nicht immer viel passieren, um eine schöne und mitreißende Geschichte zu erzählen. Für mich macht den besonderen Reiz immer noch aus, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht und auch das Schicksal vieler Frauen wiederspiegelt, die in Kriegszeiten auf sich allein gestellt sind.

    Zum Abschluß auch wieder 5 Sterne.

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    brauchnixvor 2 Monaten
    solider Abschluss

    Im dritten Teil der Ostpreußensaga von Ulrike Renk geht es um die letzten Tage des zweiten Weltkrieges. Rund um das Gut von Frederike bricht alles zusammen. Der Krieg fordert Opfer, Hunger und Not halten Einzug. Die meiste Zeit muss Freddie alleine versuchen, sich und die Kinder durchzubringen. Und auch danach wird nicht alles leichter und besser.

    Wie schon bei der Australiensaga, so dachte ich auch hier beim dritten Band, man hätte die Geschichte durchaus straffen können. Der Alltagstrott wurde schon sehr genau beschrieben. Pluspunkt waren die Figuren, die ich liebgewonnen hatte und die mir am Herzen lagen. Alles in allem also ein solider Abschlussband, den man natürlich lesen sollte, wenn man die ersten beiden kennt.

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    Xanakavor 2 Monaten
    Schwerfällig

    Mit viel Vorfreude habe ich diesen dritten Band der Ostpreußensaga erwartet. Endlich wollte ich erfahren, wie es nun in Ostpreußen weiter geht. Die Russen sind auf dem Vormarsch, die ersten Familienangehörigen sind geflohen und es finden Denunzierungen in jeder Hinsicht statt. Für Frederike ist es ein Schock, als ihr Mann Gebhardt und ihre Schwiegermutter scheinbar grundlos verhaftet und weggebracht werden. Allein versucht sie sich und ihre Familie, sowie immer mehr Flüchtlinge, u.a. auch ihre Eltern aus Fennhusen durchzubringen.

    Als der Krieg endlich vorbei ist, ist alles nicht mehr so, wie es einmal war. Ein Großteil der Familie ist in Westdeutschland oder Schweden. Nur Frederikes Familie ist geblieben. Jedoch müssen sie jetzt ihren Besitz, der um ein Vielfaches kleiner geworden ist, allein bewirtschaften. Auch von dem reichhaltigen Personal ist niemand mehr da. Plötzlich sieht sich Frederike mit den banalen Tätigkeiten der Hausfrau konfrontiert.

    Ulrike Renk beschreibt in diesem Buch sehr ausführlich die Situation der Menschen in diesen letzten Kriegstagen. Wie schwer alles war, wie hart die Zeiten waren, das kann man sich nach dem Lesen dieses Buches sehr gut vorstellen. Und trotzdem waren es genau diese Stellen, die es mir dann irgendwann zu lang waren. Es war wie eine endlose Litanei, was es wieder nur zum Essen geben kann. Das war mir einfach irgendwann zu viel. Sicher, es ist schon beeindruckend zu lesen, dass man damals aus Giersch und Brennnessel leckere Salate gemacht hat, was heute unvorstellbar ist. Ich finde, trotz allem ist viel von der Spannung verloren gegangen. Sicher das persönliche Schicksal der Familie wird auch anschaulich betrachtet. Aber insgesamt wäre das Buch mit ca. 100 Seiten weniger, also ohne die Wiederholungen, durchaus angenehmer zu lesen.

    Gut gefallen hat mir dann zum Schluss noch die Wendung, so hätte ich damit nicht gerechnet.

    Von mir gibt es dafür nur drei Lesesterne und eine bedingte Leseempfehlung.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    UlrikeRenks avatar
    Ihr Lieben,
    am Freitag erscheint der dritte Band meiner Ostpreußensaga. Ich hoffe, ihr habt Lust auf eine Leserunde mit mir. Der Aufbau Verlag stellt 25 Bücher zur Verfügung.

    Inhaltsangabe zu "Die Zeit der Kraniche"

    Zeiten des Aufruhrs.

    Nach dem dringlich herbeigesehnten Ende des Krieges besetzen die sowjetischen Truppen das Land. Viele Gutsfamilien verlassen ihre Heimat und ziehen in den Westen. Auch Gebhards Brüder und seine Mutter. Er jedoch kann sich einfach nicht dazu entschließen, das Land seiner Väter zu verlassen. Dann wird er denunziert und verhaftet. Frederike droht das gleiche Schicksal. In letzter Sekunde schafft sie es zu fliehen – aber wird ihr ein Neuanfang gelingen? Und was ist mit Gebhard?
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    Letzter Beitrag von  BuchNotizenvor einem Monat
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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    DieBertas avatar
    DieBertavor 3 Monaten
    Ich bin sehr gespannt auf das neue Buch von Ulrike Renk.
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    mabuereles avatar
    mabuerelevor 4 Monaten
    Ich freue mich auf das Buch, da die ersten beiden Teile kenne und den Schriftstil der Autorin mag. Außerdem möchte ich wissen, wie die Geschichte der Familie zu Ende geht.
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    SigiLovesBookss avatar
    SigiLovesBooksvor 4 Monaten
    Auf den 3. und letzten Teil der Ostpreußensaga freue ich mich sehr, da ich beide Vorgänger gelesen habe und Ulrike Renks Schreibstil, der sehr authentisch und atmosphärisch ist, sehr gut finde!
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    Gosulinos avatar
    Gosulinovor 4 Monaten
    ich bei beiden Leserunden der Vorgängerbände dabei war und es wundervolle Bücher sind. Ich hoffe, auch zu Teil 3 wird es eine Leserunde geben.
    Kommentare: 4

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