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Aischa

vor 11 Monaten

Kapitel 19 bis 34
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Fra Pios nächtliche Heimsuchungen werden ja immer ominöser, hat er Fieberträume? Die Wahnvorstellungen sind jedenfalls schon grausam zu lesen, wie quälend muss es da erst sein, sie selbst zu durchleben. Dass man in den Klöstern so verlogen ist, in jedesmal nach kurzer Zeit unter einem Vorwand weiter zu schicken, ist ja auch eine Nummer für sich. Wenn man nicht mal untereinander offen spricht und einem Glaubensbruder nicht hilft, aus Angst, er könne vom Teufel besessen sein, dann kann es in meinen Augen mit der Nächstenliebe ja nicht sonderlich weit her sein.
Auch die Vergewaltigung Chiaras durch den Conte war für mich fast unerträglich zu lesen. So ein Schwein, und dann wird von der verlogenen Gesellschaft auch noch der ledigen Mutter die Schuld an allem gegeben!
Schön, dass Adelia auf der Europareise flügge wird, ihren eigenen Weg sucht und offenbar auch findet. Hoffentlich kann sie sich zu Hause auch gegenüber ihren Eltern durchsetzen. Sehr gut gefällt mir, wie Adelias Schuhe den Grad ihrer jeweiligen Freiheit versinnbildlichen. (New York: eingeengt von Konventionen und den Vorschriften ihrer Eltern, enge, unbequeme Schuhe, die drücken und Blasen hervorrufen; Italien: flache, bequeme Sandalen, die nicht einengen und ein gutes Vorankommen ermöglichen).

DanielaMSpitzer

vor 11 Monaten

Kapitel 19 bis 34
@Aischa

Das fand ich auch! Und ich habe mich direkt dabei ertappt wie ich gedankenversunken an mir herunter blickte um mein eigens Schuhwerk zu beurteilen :-) Eine sehr interessante Weise um den jeweiligen Gemütszustand von Adelia zu verbildlichen, und er trifft sicher auf viele Menschen zu, auch wenn es ihnen oft selbst nicht bewußt ist. Dieses Buch hält mich allgemein sehr auf Trab mit seiner Mischung aus Glaube, Verrat, Gewalt und dem Wunsch nach Freiheit und Liebe. Ich bin gefesselt!

Achtsamkeit

vor 11 Monaten

Kapitel 19 bis 34
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Das waren Kapitel, die ganz schön an die Nieren gingen. Zuerst einmal Francesco: Wie er sich immer mehr in den Wahn mit dem Teufel verstrickt, das ist ja kaum auszuhalten und immer hoffe ich, dass er zur Besinnung kommt. Sein Mentor tut mir richtig leid, wie er sich um seinen Schützling bemüht und ihn vor den anderen in Schutz nimmt.
Adelia hat jetzt einen sympathischen Mann kennengelernt und durch ihn ist sie dem Katholizismus näher gekommen. Und dieser nimmt sie immer mehr in den Bann, natürlich auch dieser Mann. Dass ihre Mutter da durchdreht...!!! Schlimm wie die Familie es schafft Adelia nach Europa zu karren und ihre Liebe zu diesem Mann zerstört. Ich hätte mir auch gewünscht er hätte um Adelia gekämpft.
Letztendlich zeigt dies natürlich: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.
Chiara hat ihr Ziel Neapel erreicht und findet die Anstellung als Dienstmädchen und dazu noch diesen politisch engagierten Mann. Marcella , der Chiara liebt, aber als Kommunist alles kirchliche als Volksverdummung verdammt. Und dann dieser scheußliche, eklige Conte. Da hätte ich am liebsten Chiara von dort weggerissen. Hätte mich auch nicht gewundert, wenn sie den Conte ermordet hätte. Wie furchtbar, dass sie sich niemanden anvertrauen konnte. Das war kaum auszuhalten!!

mesu

vor 10 Monaten

Kapitel 19 bis 34
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Dieser Leseabschnitt hatte es ganz schön in sich. Francesco scheint schizophren zu sein, ich hoffe es gelingt ihm seinen Wahnvorstellungen zu entrinnen. Sie werden immer schlimmer und heftiger.

Adelia wird durch ihr so unfassbar strenges Elternhaus auf eine Reise geschickt, die sie gar nicht antreten will, jetzt nachdem sie zarte Liebesbande geknüpft hat. Doch letztendlich ist es ihr Glück, denn sie scheint ihre Berufung zu finden.

Und Chiara macht so schreckliche Erfahrungen in ihrem jungen Leben, das es nicht leichtfällt darüber zu lesen. Marcello ist leider auch in seinem politischen "Wahn"
verstrickt, und keine Hilfe.
Die Schicksale der Drei sind so fesselnd beschrieben, da kann man kaum aufhören zu lesen :-)

mesu

vor 10 Monaten

Kapitel 19 bis 34
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@DanielaMSpitzer

Ja, da stimme ich dir zu. Eine fesselnde Lektüre mit wirklich interessanten Aspekten (Schuhe) :-)

SunshineBaby5

vor 10 Monaten

Kapitel 19 bis 34
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Dieser Abschnitt hat mich auch wie der erste schon, sehr gut gefallen.
Francesco macht ganz schön was durch, er scheint eine psychische Störung zu haben, die ihm Wahnvorstellungen eingibt. Da macht er wirklich was ganz schlimmes durch. Was ich in seiner Lage aber besonders schlimm zu lesen fand ist, wie die Brüder ihn meiden. Gerade die, die sich ihre Christlichkeit, Nächstenliebe, usw. auf die Fahnen geschrieben haben, lassen ihn im Stich und wollen ihn sogar loswerden? Das ist genau das, was immer wieder mein Eindruck bei Gläubigen ist. Sie leben nur solange ihren Glauben, bis mal eine wirkliche Probe kommt. Einzig sein Mentor steht ihm bei. Ich hoffe Francesco erfährt noch Besserung.
Die Geschichte mit Chiara ist auch mehr als Erschreckend. Leider immer noch ein viel zu aktuelles Thema, trotz der 100 Jahre, die seit dem vergangenen sind. Was für schreckliche Verhältnisse. Und dazu macht sie sich auch noch selbst Vorwürfe und hat niemandem, dem sie sich anvertrauen kann. Ich war erleichtert zu lesen, dass auch sie Wege gefunden hat.
Auch Adelias Weg ist interessant mitzuverfolgen, hat mich emotional aber weniger gefesselt als die beiden anderen.
Weiterhin toll geschrieben, sehr facettenreich und emotional.

Nadin_Schmidt

vor 10 Monaten

Kapitel 19 bis 34
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Liebe Ulrike,

endlich komme ich dazu den nächsten Beitrag zu schreiben. Die Zugfahrten an Weihnachten habe ich dazu genutzt um Dein Buch fast fertig zu lesen, so dass Du in den nächsten Tagen auch mit einer Rezension von mir rechnen kannst. :)

Aber nun erstmal zu Kapitel 19-34. Dieser Abschnitt war gefühlt richtig lang und es ist Einiges passiert.

Chiaras Weg raus aus dem Kloster und rein in die harte Arbeitswelt eines Dienstmädchens empfand ich als sehr realistisch dargestellt. Irgendwie schade, dass die Contessa sie nicht wiedererkannt hat. Der Conte ist natürlich das Letzte und ich befürchte, dass die im Buch beschriebene Vergewaltigung von Angestellten zur damaligen Zeit vielleicht auch keine Seltenheit war. Macht und finanzielle Abhängigkeit wurde halt schon immer ausgenutzt... Auch die Schwangerschaft und die damit einhergehende Ächtung hast Du gut beschrieben. Chiara ist aber auch mutig und stark, wie man an dem (gescheiterten) Cafe-Besuch oder Ihren Gesprächen mit Marcello erkennt und das macht sie für mich sympathisch.

Adelia findet Ihren Weg, mit der Entscheidung Ihrer Eltern gegen Simon, umzugehen. Sie lernt Europa kennen und trotzt der strengen Bewachung durch ihren Anstandswauwau Mrs O'Connor. Der Glaube und Maria, die Mutter Gottes, gibt Ihr Kraft. Sie sehnt sich nach Freiheit. Erstmals tritt sie mit Frau Montessori in Verbindung und ich bin gespannt, ob sie Amerika dauerhaft hinter sich lassen wird.

Francesco hat bisher sehr fundamentalistisch angehauchte Ansätze seinen Glauben zu leben... andererseits ist er auch übermäßig Getrieben von der Angst vor Blaubart.
Ich muss gestehen, dass ich die Mönche gut verstehen kann. Wenn meine eigenen Schlaf- bzw. Regenerationsmöglichkeiten genommen werden, durch Rumgeschreie in der Nacht, dann hätte ich damit über kurz oder lang auch ein Problem. Er lebt gefühlt in seiner eigenen Welt. Francesco hat wirklich Glück mit seinem verständnisvollen Mentor, der ihm immer wieder hilft...

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