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Aischa

vor 7 Monaten

Kapitel 35 bis 55
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Die arme Chiara, sie wird vom Schicksal ja wirklich arg gebeutelt. Da läuft es endlich wieder gut für sie, und sie soll das erste Montessori-Kinderhaus in Neapel aufbauen und leiten - was muss das für ein Schock gewesen sein, zu erfahren, dass Conte de Luca, ihr Vergewaltiger und Vater ihres Sohnes, der Eigentümer des Hauses ist. Doch auch hier steht ihr Marcello zur Seite und findet eine Lösung (?). Leider ist das Glück der kleinen Familie nicht von Dauer, da Marcello fahnenflüchtig wird und untertauchen muss. Chiara ist eine sehr starke und mutige Frau, finde ich. Nicht nur ihre Flucht aus dem Kloster, ihr Neuanfang in der großen Stadt, praktisch völlig auf sich allein gestellt, ja selbst den sexuellen Missbrauch durch ihren damaligen Dienstherrn scheint sie verarbeitet zu haben, kann sie doch glücklicherweise mit Marcello den Sex genießen. Und nun zieht sie ihre beiden Kinder ohne Mann auf und arbeitet, bewundernswert. Ebenso ihre Ehrlichkeit ihrem Bruder gegenüber, als sie ihm erklärt, dass sie nicht mehr an Gott glaubt.
Wie wundervoll, als Fra Pio im Krankenhaus von Chiara erfährt, und sie sich tatsächlich wiederfinden.
Dass Fra Pio in San Giovanni Rotondo Ruhe finden würde, habe ich leider gleich bezweifelt. Der Buchtitel deutet ja schon darauf hin, dass es auch um Stigmata geht, und bei wem, wenn nicht bei ihm. Und wozu hätte er sich sonst von Chiara Säure und schmerzlinderndes Pulver bringen lassen sollen. Dass ihn der Tod seines Mentors Padre Carmelo an der Spanischen Grippe vollends aus der Bahn geworfen hat, ist nachvollziehbar. Aber dass er deswegen gleich so einen Betrug begeht und auch noch seine Ordensbrüder belügt ist schon ein starkes Stück. Aber anscheinend ist er selbst wirklich davon überzeugt, nur durch das Erleiden riesiger Schmerzen seiner Berufung folgen und Gott wirklich Nahe sein zu können. Ich glaube, er war verrückt.
Auch dass Adelia, oder besser gesagt, jetzt: Mary, in ihrer finanziellen Unterstützung durch ihre Geschwister gleich ein kleines Wunder sieht, halte ich für übertrieben. Ich denke, dass sie eher auch eigene Vorurteile hatte, z.B. Lizzy auf ein nur aufs Äußere bedachtes Modepüppchen reduzierte, was ihr vielleicht Unrecht tat.

Zwei kleine Korrekturen:
S. 373 muss es heißen "In Spanien werde ich den katholischen Glauben annehmen." (nicht: werden)
S. 439 muss es heißen "Einige Pilger hatten unter dem ..." (nicht: hatte)

Ulrike_Schimming

vor 7 Monaten

Kapitel 35 bis 55
@Aischa

danke für die Korrektur-Anmerkungen! Die kommen auf die Liste mit alle den Dingen, die in der nächsten Auflage geändert werden müssen. Irgendwie kann ich den Text x-mal lesen und immer noch finden sich Tippfehler...

Aischa

vor 7 Monaten

Kapitel 35 bis 55
@Ulrike_Schimming

Gerne, ist doch ein schöner Nebeneffekt bei Leserunden.

Achtsamkeit

vor 7 Monaten

Kapitel 35 bis 55
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Die Reise durch Europa und die Tatsache bei der Begegnung mit Simon, dass er inzwischen verheiratet ist,, der Tod des Vaters und die Arbeit an der Seite von Maria Montessori, haben Adelia gestärkt und sie hat sich immer mehr dem katholischen Glauben hingewandt und von ihren Familienwurzeln gelöst.
Francesco durchlebt dagegen weiter den Kampf mit dem Satan, er verzehrt sich körperlich und muss auch noch in den Krieg ziehen. Zum Glück erkrankt er so schwer, dass er in ein Lazaret kommt und somit nicht an die Front muss. Er will aber leiden und nochmals leiden und sich selbst immer wieder bestrafen. Das erscheint mir doch stark als eine psychische Erkrankung.
Chiara trifft ihren Bruder zwar nochmal, aber sie kann seine Selbstzerstörung nicht akzeptieren und sagt endgültig dem Glauben ab. Sie hat in dem Kinderhaus eine wunderbare Aufgabe gefunden und ist nun mit zwei Kinder beschenkt worden. Zwar muss sie immer wieder kämpfen, aber sie hat meine volle Achtung. Ihr Mann hat sich ganz dem Kommunismus verschrieben und entzieht sich durch Flucht dem Einberufungsbefehl. Kann ich gut verstehen, dass er so handelt.

mesu

vor 6 Monaten

Kapitel 35 bis 55
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Francesco ist leider jetzt komplett seinem Wahn verfallen. Der Glaube kann ihn nicht retten- im Gegenteil. Er bringt sich selbst die Wunden bei und verleugnet dies auch noch.
Der einzige Lichtblick war das Wiedersehen mit Chiara, obwohl sie sich jetzt ja auch von ihm abwenden muss, weil sie ihm nicht helfen kann...

Dafür geht sie voll und ganz in ihrer Aufgabe im Kinderhaus auf, obwohl das Wiedersehen mit dem Conte ziemlich heftig war. Aber sie meistert ihr Leben und hat ihre Erfüllung gefunden.

Adelia ist auch ihn ihrem Leben angekommen, sie hat sich ganz der Montessori Stiftung verschrieben, und ist endlich glücklich, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Die Frauen in diesem Roman zeigen Stärke und Durchsetzungsvermögen, das gefällt mir.
Mal sehen wohin der Weg des Lebens die Protagonisten im letzten Abschnitt führt.
Ein tolles Buch :-)

SunshineBaby5

vor 6 Monaten

Kapitel 35 bis 55
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Chiaras Entwicklung fand ich richtig toll. Sie ist so selbstbewusst und selbstbestimmt geworden, trotz der schwierigen Umstände. Auch schön, dass sie ihren Bruder durch den netten Arzt wiedergefunden hat. Allerdings war ich schockiert darüber, dass er von ihr verlangt die Säure zu besorgen. Es ist ja völlig klar was er damit vor hat.
Adelia geht nun auch endlich immer mehr ihren Weg und bekommt Unterstützung. Die Frauen entwickeln sich also toll.
Francesco hingegen ist zunehmend krank. Zwar geht es ihm körperlich besser, aber geistig bräuchte er dringend Hilfe. Er ist völlig im Wahn.

Nadin_Schmidt

vor 6 Monaten

Kapitel 35 bis 55
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Diesen Abschnitt habe ich direkt eingeatmet. Vor allem Chiaras Leben geht spannend weiter. Ich freue mich so für sie, dass sie offenbar ihre Berufung gefunden hat und es auch mit Marcello gut läuft! Leider muss dieser dann erstmal untertauchen, was Chiara sicher auch wieder immense Kraft gekostet hat. Einmal mehr beweist sie uns, dass sie wirklich eine starke Frau ist.

Auch gefreut hat mich das Treffen mit ihrem Bruder Francesco und ich finde die Unterschiede zwischen den Geschwistern sind sehr realistisch beschrieben. Leider ist ihr Bruder weiter gefangen in seiner krankhaften Gedankenwelt um Blaubart, den ich hier ebenfalls - wie andere vor mir - als Satan bezeichnen möchte.

Die Entwicklung von Francesco in eine geisteskranke Richtung hast Du wirklich nachvollziehbar geschrieben. Als kleiner Junge vielleicht nur etwas sonderbar, aber mit der Zeit entwickelt sich das zu einer richtig starken psychischen Krankheit, die man vielleicht damals vielleicht noch nicht so leicht diagnostizieren konnte. Ich dachte übrigens zuerst, dass Francesco sich mit den Chemikalien umbringen wollte, auch einfach um Blaubart zu entgehen. Das mit den Stigmata war natürlich aufgrund des Buchtitels noch zu erwarten, trotzdem habe ich nicht damit gerechnet. Man merkt inzwischen, dass seine Handlungen nicht mehr vom christlichen Glauben geprägt sind, sondern nur noch dem Wahn der Krankheit dienen. Er selbst merkt das offenbar garnicht.

Adelia trifft Simon wieder. Von diesem Treffen hatte ich mir mehr erhofft, denn immerhin war es sowas wie ihre erste große Liebe. Natürlich hatten sie sich in all der Zeit voneinander entfernt und ihre Leben weitergelebt. Sehr realistisch das sie anschließend nun final getrennte Wege gehen werden. Aber irgendwie... ich hätte mich auch über ein HappyEnd für die Beiden gefreut, seufz. Die Zeiten ändern sich und sie ändern die Menschen. Das wird hier deutlich und das ist weder besonders gut noch besonders schlecht. Es ist einfach so wie es ist und das macht die ganze Sache wieder sehr authentisch. Schade ist es irgendwie trotzdem :)

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