Neuer Beitrag

Aischa

vor 7 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
Beitrag einblenden

Das Buch ist fertig gelesen, es hat mich sehr in seinen Bann gezogen, mehr als ich gedacht hätte. Es lässt mich aber auch irgendwie ratlos zurück, unbefriedigt. Das muss nicht schlecht sein, im Gegenteil, ich bin nicht unbedingt ein Freund von allzu glatten Happyends. Ich mag es, wenn eine Geschichte zum Nachdenken und Diskutieren anregt.
Was mir aufgefallen ist: In Kapitel 69 ist plötzlich wieder von Francesco statt von Padre Pio die Rede, wieso? Außerdem ist mir die Stelle im Gedächtnis geblieben, als Padre Pio Mary dazu ermutigt, sich selbst zu lieben, damit sie dem Gebot der Nächstenliebe wirklich folgen kann. Tut er das den selbst, liebt Padre Pio sich selbst? Ich glaube: nein. Er steckt viel zu sehr voller Selbstzweifel, hat immer wieder den verletzenden Spruch seiner Mutter im Ohr: "Dem ersten Francesco wär das nicht passiert." Er quält sich mit Selbstvorwürfen (und dann auch mit Selbstverletzungen), sieht sich immer wieder als Sünder, einfach schrecklich.
Das ist eines der größten Probleme, die ich beim katholischen Glauben sehe, dass den Gläubigen bei einem grundlegenden menschlichen Bedürfnis wie der Sexualität, so ein schlechtes Gewissen eingeredet wird. Dass man gar von Nonnen, Mönchen und Priestern absolute Enthaltsamkeit verlangt. Dass das selten gelingt, sieht man ja an den unendlichen Missbrauchsfällen, erst jetzt hat ja ein Geistlicher gestanden, einen schutzsuchenden syrischen Flüchtling missbraucht zu haben. (Der junge Syrer hat daraufhin Selbstmord begangen.) Auch Mary und Padre Pio himmeln sich ja gegenseitig an, er bekämpft seine Erektion, indem er sich geißelt. Sorry, aber dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Wieso dürfen die beiden nicht zu ihrer Liebe stehen, eine erfüllte Sexualität genießen UND ein zutiefst religiöses Leben führen???
Francesco/Fra Pio/Padre Pio/San Pio ist mit Abstand der Protagonist, den ich am wenigsten verstehen konnte, der mir auch jetzt noch sehr fremd geblieben ist. Er tut mir sehr leid, aber ich denke, er hat sich da in eine seltsame Idee reingesteckt, als er anfing zu glauben, er müsse genug leiden, um Gott nah zu sein. Oder aber er hatte wirklich eine Krankheit, aufgrund der er diese nächtlichen Wahnvorstellungen bekam. Jedenfalls wirkte er auf mich nie wirklich angekommen, nicht so als ob das Priesteramt wirklich seine Berufung gewesen wäre. Den bis zum Schluss ist er sehr labil, kratzt sich immer wieder die Hände auf, wenn ihn etwas beunruhigt.
Adelia/Mary ist da anders: Sie hat bei den Franziskanern wirklich ihren Platz gefunden. Weder das unerwartete Zusammentreffen mit ihrer ersten Liebe, Simon, noch Besuche ihres Bruders oder ihrer Mutter lassen bei ihr Zweifel am eingeschlagenen Weg erkennen. Nein, sogar ihre Mutter bemerkt, dass Mary glücklich und ausgeglichen ist, und unterstützt sie daher wieder finanziell.
Meine Lieblingsfigur ist und bleibt Chiara, daher finde ich es auch etwas schade, dass ihr Erzählstrang schon so früh endet. Ich habe die letzten Kapitel über immer gehofft, dass sie noch Mal vorkommt. Auch hier bleibt ja etwas offen, oder? Hat Matteo wirklich den Mord an Conte De Luca in Auftrag gegeben? Und nun nach Kriegsende die Mörder ans Messer geliefert, um sich selbst (als Deserteur) eine weiße Weste zu verschaffen? Hier hätte ich gerne noch von Chiaras Reaktion erfahren.

Vielen Dank für die sehr interessante und fesselnde Geschichte, meine Rezension folgt, und ich werde auf jeden Fall noch weiter hier mitdiskutieren!

Achtsamkeit

vor 7 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
Beitrag einblenden

Das Buch hat mich gefesselt, wobei ich wie Aisha auch gerne mehr von Cjiaras weiterem leben erfahren hätte, zudem sie ja den zweiten Weltkrieg überstehen musste. Aber wahrscheinlich wäre dies zu umfangreich geworden.
Mary, hat nun vollends zum katholischen Glauben gefunden und verehrt die Mutter Gottes. Als sie Padre Pio begegnet ist sie diesem verfallen.Er muss wirklich auf all die Glaübigen eine unwahrscheinliche Ausstrahlung besessen haben Nicht ungefährlich solch charismatischen Personen. Der Vatikan kann trotz Strafen gegen seine Verehrung nicht ankommen. Obwohl er wirklich die Stigmatisierung von Händen und Füßen selbst beigefügt hat. Betrug also. Mittel zum Zweck? Will die Menschheit belogen werden? Ist dies nur zu verzeihen, weil er die Menschen zu Gott führen wollte? Schwierig.
Im Epilog erscheint dann tatsächlich Karel Wojtila bei ihm und Padre Pio weissagt ihm, dass er Papst werden wird. Also doch ein Heiliger? Mich hätte noch interessiert wie er gestorben ist. Auf alle Fälle ein sehr lesenswertes Buch! Die Rezi folgt!

DanielaMSpitzer

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
Beitrag einblenden

Gerade habe ich das Buch beendet, und ich muss sagen ich war bis zum Ende vollkommen gefesselt von dieser mythischen und aufregenden Welt in die ich da hineingezogen wurde. Ich denke das die unerfüllte Liebe zwischen Geistlichen und "Weltlichen", und die daraus resultierenden Probleme auf beiden Seiten zwar dramatisiert aber doch gut dargestellt wurden. Man hört ja immer mal wieder auch in den Medien von ähnlichen Vorfällen, sowie auch von der anderen Seite. Geistliche die im geheimen seit Jahren und Jahrzehnten Familie haben. Ich kann nicht sagen was ich befürworte. Was ich sagen kann ist das mich das Buch für einige Stunden so sehr in den Bann gezogen hat, das ich die Welt um mich herum völlig vergessen habe. Da noch sehr viele Dinge offen sind schreit es meiner Meinung nach nach einer Fortsetzung. Ich werde mich jetzt den Gedanken zum Buch widmen um meine Rezensionen zu verfassen. Auf jeden Fall bin ich aber noch dabei und diskutiere mit. Vielen Dank für dieses wunderschöne Buch !

Ulrike_Schimming

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
@DanielaMSpitzer

Danke, liebe Daniela! :-) Du bist die erste, die eine Fortsetzung ins Spiel bringt... Ich habe die Geschichte bewusst an dieser Stelle enden lassen, da das wahre Leben von Padre Pio danach nicht mehr so spannend war. Er hat quasi seinen Willen gegen den Vatikan durchgesetzt & bis zum Tod die Bewunderung seiner Verehrer genossen. Das Einzige, was er dann tatsächlich noch umgesetzt hat, war der Bau eines riesigen Krankenhauses in San Giovanni Rotondo, finanziert durch die vielen Spenden, die er bekommen hat. Das ist menschlich gesehen fantastisch und für die Bewohner des damals noch sehr unterentwickelten Süditalien war es eine immense Hilfe, aber literarisch ist da meiner Ansicht nach kaum etwas Packendes herauszuholen.
Aber ich werde noch mal darüber nachdenken...

mesu

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
Beitrag einblenden

Nun bin ich auch am Ende dieses sehr besonderen Buches angelangt. Es hat mich auch total gefesselt und es war spannend, in diese für mich manchmal unbekannte Welt des
tiefen Glaubens einzutauchen.
Die Szene am Ende mit dem späteren Papst fand ich großartig.

Das Buch hat mich sehr berührt, und bringt mich zum Nachdenken....
Ich hätte auch gern noch etwas von Chiara gelesen, aber wie @DanielaMSpitzer auch, fände ich eine Fortsetzung richtig gut.

Lieben Dank nochmal für dieses besondere Leseerlebnis :-)
Meine Rezi kommt natürlich noch

mesu

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog

Hier sind meine Rezi Links: WLD, Amazon und Lovelybooks

https://wasliestdu.de/rezension/drei-schicksale-in-liebe-und-glauben-verbunden-einfuehlsam-und-wunderbar-erzaehlt

https://www.amazon.de/review/RTQSL1XSFCE3T/ref=cm_cr_dp_title?ie=UTF8&ASIN=B07643DW1K&channel=detail-glance&nodeID=530484031&store=digital-text

https://www.lovelybooks.de/autor/Ulrike-Schimming/Glaube-Liebe-Stigmata-1493609423-w/rezension/1514585380/

Ulrike_Schimming

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
@mesu

wie toll! Ganz herzlichen Dank!!!

SunshineBaby5

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
Beitrag einblenden

Auch den letzten Abschnitt fand ich nochmal richtig spannend. Leider hat man von Chiara nichts mehr gehört, aber im Prinzip war ihre Geschichte ja auch "abgeschlossen" (sie war ja glücklich so wie es war).
Dass Adelia zu Padre Pio gefunden hat und die beiden so sehr einander brauchten war natürlich eine glückliche Fügung. Da würde mich interessieren wie viel davon so belegt ist und was davon frei erzählte Geschichte ist. Weiß man genaueres darüber? Weiß man was über Adelias Vergangenheit?
Was mich wirklich sehr verwundert hat waren die selbst zugefügten Stigmata (ist das auch so belegt, dass das durch die Säure kam?). Francesco war ja seit er ein kleiner Junge war extrem gottesfürchtig und hat sich an alles gehalten und hatte solche Angst vor Blaubart, usw. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er da eine so offensichtliche Lüge und Täuschung begeht. Die einzige Erklärung die damit konsistent wäre, wäre ja, dass er es im Wahn nicht mitbekommen hat was er da tut. Andernfalls muss ihm ja klar gewesen sein, dass er eine Sünde begeht in seinem Glauben.

Ulrike_Schimming

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
@SunshineBaby5

Danke für deine Anmerkungen und Fragen!
Ja, Chiara endet früh - ich habe da lange überlegt, aber wie du ja sagst, die Geschichte war auserzählt. Chiara hatte ihr Ziel erreicht.
Die Geschichte von Adelia/Mary ist in weiten Teilen tatsächlich so passiert. Adelia kam aus einer sehr reichen New Yorker Familie, ist zum Katholizismus übergetreten und hat mehr als 40 Jahre in San Giovanni Rotondo gelebt. Den Satz, den Padre Pio zu ihr sagt ("Reise nicht mehr weiter, meine Tochter") ist tatsächlich auch belegt. Ich habe ihre Jugend etwas ausgeschmückt - so ist ihre Liebesgeschichte zu Simon meiner Phantasie entsprungen, ebenso ihre "Verbannung" nach Europa. Tatsache ist, dass sie für Maria Montessori gearbeitet hat und das rosane Haus in Sichtweite des Klosters erbaut hat (es steht immer noch). Als ich damals realisierte, dass sie und Padre Pio im Abstand von nur fünf Monaten gestorben sind – da waren bei über 80 und haben 40 Jahre quasi Tür an Tür gelebt – da habe ich das als eine große, aber sehr geheime Liebesgeschichte gesehen. Man vermutet, dass die beiden ein Paar waren, aber offiziell ist das nie herausgekommen.
Bekannt hingegen ist der Einsatz der Säuren, mit denen Padre Pio sich die Stigmata zugefügt hat. Die ganzen Ärzte, die ihn untersucht haben (auch die gab es wirklich), haben das schnell herausgefunden und es ist in den Akten im Vatikan hinterlegt. Wie sich Padre Pio die Chemikalien beschafft hat, ist nicht so klar. Da habe ich wieder ein bisschen phantasiert. Einen Kontakt zu einem Apotheker scheint er aber wohl tatsächlich gehabt zu haben.
Wie sehr nun sein Verhalten als "sündig" bezeichnet werden kann oder muss – das kann jede_r Leser_in für sich selbst entscheiden. So jedenfalls dachte ich mir das.
Dass Padre Pio psychisch krank war, um so etwas zu tun, ist meine Interpretation und mein Versuch, es plausibel zu machen.

SunshineBaby5

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
@Ulrike_Schimming

Vielen Dank für die Antwort. Das bringt für mich nochmal mehr Klarheit rein. Sehr interessante Geschichte über Padre Pio. Ich finde die Idee mit dem psychisch kranken um es zu erklären sehr gut gewählt und auch tatsächlich plausibel. Was mir allerdings jetzt umso unklarer ist, wenn belegt ist, dass Säure am Werk war, wieso wurde er selig gesprochen nach seinem Tod?
Dass er und Mary ein Liebespaar waren finde ich auch ziemlich naheliegend. Im Buch wurde die Anziehung ja auch sehr deutlich. Sehr spannend alles.
Vielen lieben Dank, dass ich mitlesen durfte.
https://www.lovelybooks.de/autor/Ulrike-Schimming/Glaube-Liebe-Stigmata-1493609423-w/rezension/1517943477/

Nadin_Schmidt

vor 6 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
Beitrag einblenden

Nun bin auch ich zum Ende gelangt. Puh..

Ich bin wie Aischa etwas unbefriedigt mit dem Ausgang der Geschichte. Die Szene mit dem künftigen Papst konnte mich nicht so sehr überzeugen und auch Francescos Heiligsprechung finde ich äußerst fragwürdig... Versteh einer die Katholiken ;)

Was ich jedoch schön fand, dass man am Ende in den Gesprächen zwischen Francesco und Maria mitbekommen hat, dass er scheinbar doch registriert hat, dass andere ihn teilweise als krankhaft wahrnehmen. Es ist also nicht so als hätte er nichts mehr mitbekommen. Blaubart scheint verschwunden, womit ich dann assoziiere, dass er in dem Kloster irgendwie doch angekommen ist und seinen Platz für sein Leben gefunden hat. Geblieben sind die vielen Zweifel nicht gut genug Gottes Aufgaben zu erfüllen. Ich finde es tröstlich, dass so eine geschundene Seele durch Adelia eine neue vertraute Bezugsperson gefunden hat, die sein Leid sicher beträchtlich gelindert hat.

Auch ich hätte gerne noch von Chiara gehört, vielleicht sind sie nochmal aufeinander getroffen? Und vielleicht hatte sie auch eine Meinung zu seiner Heiligsprechung? Aber ich verstehe auch gut, dass nicht alle Fragen beantwortet wurden... Schließlich bleibt so viel Spielraum für die eigene Fantasie :)

abetterway

vor 4 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
Beitrag einblenden

Hier ist meine Rezi:
https://www.lovelybooks.de/autor/Ulrike-Schimming/Glaube-Liebe-Stigmata-1493609423-w/rezension/1538004051/

Es tut mir leid das die Rezi so spät kommt, leider war ich längere Zeit krank.
Ich fand das Buchs ehr spannend und sehr interessant. Absolute Leseempfehlung.

Ulrike_Schimming

vor 4 Monaten

Kapitel 56 bis 71/Epilog
@abetterway

wie schön! Danke! Ich hoffe, dir geht es wieder gut!

Neuer Beitrag

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.