Ulrike Schrimpf Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche?

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Inhaltsangabe zu „Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche?“ von Ulrike Schrimpf

Mutter(un)glück „Mit weit aufgerissenen Augen liege ich wach, zwischen meinem Freund, der laut und gleichmäßig neben mir atmet, und meinem kleinen Sohn. Stundenlang. Meine Nächte sind grellweiß, Zwangsgespenster.” Ulrike Schrimpf freut sich sehr auf die Geburt ihres zweiten Sohns. Doch schnell stellt sie fest, dass diese Freude verschwunden ist. Mehr noch: Angst, Erschöpfung und Verzweiflung sind alles, was sie fühlt, was sie zu fühlen in der Lage ist. Die Diagnose „postpartale Depression” ist nur der erste Schritt auf einem langen Weg zurück ins Leben, für sie und ihre Familie. Heute hat Ulrike Schrimpf ihre Depression überwunden. In ihrem Buch berichtet sie nicht nur über ihre eigenen Erfahrungen, sondern auch von möglichen Vorzeichen in der Schwangerschaft, Behandlungsmöglichkeiten und Perspektiven. Denn die postpartale Depression ist schon lange kein Randthema mehr, sondern eine weit verbreitete Erkrankung. Ihr Wunsch ist es, allen (werdenden) Müttern eine Alternative zur perfektionistischen Selbstkasteiung zu zeigen und zu einem entspannten Umgang nicht nur mit ihren Babys, sondern auch mit sich selbst.

Dieses Werk schätze ich besonders aufgrund der gelungenen Mischung aus Biografie und Sachbuch. Es informiert, bewegt, tröstet & macht Mut!

— MrsSchoenert
MrsSchoenert

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  • Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche? von Ulrike Schrimpf

    Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche?
    MrsSchoenert

    MrsSchoenert

    „Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche?“ ist ein autobiographisches Buch von Ulrike Schrimpf und behandelt auf 224 Seiten das Thema Postpartale Depression. Es erschien 2013 im Südwest Verlag (Random House). DIE AUTORIN Ulrike Schrimpf (*1975 in Berlin) absolvierte neben einer Schauspielausbildung ein Studium der Französischen Philologie sowie ein Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaften. Sie war bereits als Literaturagentin tätig und arbeitete als pädagogische Leiterin der Charité International Academy. Frau Schrimpf ist heute in Wien und Berlin tätig; und zwar als freie Autorin und Kommunikationstrainerin. Sie lebt mit ihrem Lebensgefärten und ihren drei Söhnen zusammen. Neben „Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche?“ ist von Ulrike Schrimpf auch der Titel „Zara: Alles neu” erschienen; ihr erstes Kinderbuch, welches im Rahmen des Schribwettbewerbs „Der Goldene Pick 2011” nominiert war und den Publikumspreis gewann. INHALT Ulrike Schrimpf ist schwanger mit ihrem zweiten Kind. Und sie ist glücklich. Doch dann legt sich über ihr Glück ein dunkler Schatten, der nicht mehr von ihr weichen will. Er zeigt sich in Schlafstörungen, irrationalen Ängsten bis hin zu Panikattacken und heißt postpartale Depression. Frau Schrimpf berichtet aus der Ich-Perspektive von ihrem schwierigen Weg zurück ins Leben, auf dem wir sie als Leser Kapitel für Kapitel begleiten dürfen. Sie erzählt von ihrer Schwangerschaft, der Geburt und der ersten Zeit zu Hause, der Diagnose, ihrem Aufenthalt in einer Klinik, der Therapie, ihrem Rückfall und schließlich ihrem Sieg über die Erkrankung. In ihrem Buch schildert die Autorin ihre eigenen Erfahrungen und Gedanken und zeichnet dadurch ein authentisches Bild der postpartalen Depression; einer Krankheit, welche in unserer Gesellschaft noch immer sehr stark tabuisiert und unterschätzt wird. Man spricht in der Regel nicht darüber; zumindest nicht öffentlich. Und das, obwohl „[…] etwa 10 bis 15 % der Frauen, die ein Kind zur Welt gebracht haben, im ersten Jahr nach der Geburt an einer ernst zu nehmenden Depression“ erkranken. Quelle: Deutsches Bündnis gegen Depression e.V. Die Autorin hat jedoch den bewundernswerten Mut aufgebracht, mit Ihrem Buch den Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen. Ihre eigenen Erlebnisse hat sie dabei durch viele interessante Fakten (z.B. dem Umstand, dass die Erkrankung bereits im Jahr 1858 von einem französischen Psychater erstmals offiziell beschrieben wird) und gesellschaftliche Betrachtungen ergänzt. Hilfestellungen für die Therapeutensuche sowie Leitfäden für Betroffene, Angehörige und Freunde folgen auf den bibliographischen Teil des Buches. Ein Literatur- und Filmverzeichnis sowie Adressen bzw. Links zu Informationszentren und hilfreichen Websites finden sich im Anhang. MEINE MEINUNG Ich selbst habe keine Kinder und ich werde wohl erst in der Lage sein, einige Aspekte aus der Gefühls- und Gedankenwelt der Autorin nachvollziehen zu können, wenn ich selbst Mutter bin. Doch ich habe schon als Kind sehr persönliche Erfahrungen mit dem Thema Depression (wenn auch nicht mit der postpartalen Depression) gemacht und habe auch selbst erlebt, wie diese Erkrankung das eigene Leben auf den Kopf zu stellen vermag. Und wie schwierig es ist, selbst mit Unterstützung da wieder herauszukommen. Nicht nur aus diesen Gründen gingen mir ihre Worte sehr nah. Die Autorin schreibt ihr Erleben in einer bewundernswert offenen Weise nieder, welche ich sehr berührend finde: So voller Stärke, Lebenskraft Hoffnung, aber auch schonungsloser Ehrlichkeit. Sie schildert ihre Empfindungen auf eine sehr präzise und gut nachvollziehbare Art; wie z.B. in dieser Passage: „Mit weit aufgerissenen Augen liege ich wach, zwischen meinem Lebensgefährten, der laut und gleichmäßig neben mir atmet, und meinem gerade zwei Monate alten Baby. Stundenlang. Meine Nächte sind grellweiß. Zwangsgespenster.“ S. 15 Doch ich liebe an diesem Werk ganz besonders seinen unglaublichen Facettenreichtum. Es ist so vielseitig, wie das Leben selbst. Einerseits ist es ein mitreißender Erfahrungsbericht einer klugen, jungen Frau, die sich ganz plötzlich mit der Diagnose postpartale Depression konfrontiert sieht und sich zurück in das Leben kämpft. Zugleich ist es ein Buch, dass Betroffenen und Angehörigen Verständnis entgegenbringt, nicht verurteilt und stattdessen Mut, Kraft und Hoffnung zu schenken vermag. Und ihnen mit den Tipps für die Therapeutensuche, den Leitfäden sowie der Literatur- und Linkliste gleich ein erstes Instrument zur Selbsthilfe in die Hand gibt. Andererseits weist es auch einen hohen informativen Charakter auf. Die Fakten und gesellschaftlichen Betrachtungen, welche sie immer mal wieder in ihr Buch mit einfließen lässt, halte ich für essenziell wichtig, da sie einen maßgeblichen Beitrag zum Verständnis der Krankheit liefern und damit für die Leser z.B. nachvollziehbar macht, weshalb es so schwierig ist, sich einzugestehen, dass man an ihr erkrankt sein könnte. Und dass Betroffene eben nicht „einfach nur traurig“ (#notjustsad) sind. (Ich empfand diese Textstellen übrigens zu keinem Zeitpunkt als trocken oder langatmig. Ganz im Gegenteil: Frau Schrimpf hat sie gekonnt mit ihrer eigenen Geschichte verwoben). Nicht zuletzt hat Ulrike Schrimpf mit ihrem Buch ein Zeichen gesetzt: für mehr Verständnis, Toleranz und Aufklärung. DANKE für dieses wunderbare Buch ♡ FAZIT Unbedingt lesen! ☆☆☆☆☆ „Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche“ von Ulrike Schrimpf ist eine eindrucksvolle, mutige, berührende und informative Autobiographie. Für Menschen, die sich mit dieser Erkrankung konfrontiert sehen (sei es als Betroffener oder als Angehöriger) hält dieses Buch viel Verständnis und Kraft bereit. Es schenkt den Mut, nicht aufzugeben. Doch ich hoffe, dass Ulrike Schrimpf’s Autobiographie auch von Menschen gelesen wird, die bislang noch nicht mit der postpartalen Depression in Berührung gekommen sind. Denn je mehr Leute über die postpartale Depression (sowie psychische Erkrankungen im Allgemeinen) Bescheid wissen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Gesellschaft die Berührungsängste mit diesen Erkrankungen verliert, man mehr Verständnis für einander entwickelt, die Nachricht verinnerlicht, dass es jeden eines Tages treffen könnte (ja, auch man selbst!!) und damit oft lieb gemeinte, aber wenig hilfreiche Sprüche vielleicht eines Tages der Vergangenheit angehören.

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