Ulrike Schweikert Die Dirne und der Bischof

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Inhaltsangabe zu „Die Dirne und der Bischof“ von Ulrike Schweikert

Ein sinnlicher historischer Roman um eine faszinierende Frau im deutschen Mittelalter Würzburg, 1430: Von ihren Verfolgern bewusstlos geschlagen und lebensgefährlich verletzt, wird die junge Elisabeth gerade noch rechtzeitig gefunden und in das nächst gelegene Haus gebracht. Am Leib genesen, aber ohne Gedächtnis, hat sie keine andere Wahl, als in ebendiesem Haus zu bleiben und zu arbeiten. Es ist das Dirnenhaus der Stadt. Mehr als ein Jahr wird sie dort verbringen, bis eines Tages der Landesherr, Bischof Johann von Brunn, die Dienste der schönen Dirne in Anspruch nehmen will. Elisabeth wird abgeholt und zum Bischofssitz gebracht, und dort kehren ihre Erinnerungen schlagartig zurück …

nicht ganz das, was ich erwartet hatte - viele Teile der Geschichte haben sich für mich hingezogen

— annlu

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  • Die Dirne ohne Erinnerung an ihre Vergangenheit

    Die Dirne und der Bischof

    annlu

    28. February 2017 um 18:30

    Elisabeth verbrachte die zweite Nacht im Haus der Eselswirtin. Als sie einschlief, fühlte sie sich warm und geborgen, als würde sie hierher gehören. Sie ahnte nicht, wie schnell das Gefühl verfliegen würde. Würzburg, 1430: Als zwei junge Männer eine fast tote, junge Frau finden, nehmen sie sie mit ins Freudenhaus der Stadt. Elisabeth, die sich an ihre Vergangenheit nicht mehr erinnern kann, wird von der Meisterin aufgenommen. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als als Dirne zu arbeiten. Obwohl ihre Träume sie immer wieder in die Vergangenheit führen, kennt sie immer noch nicht die Wahrheit. Sie weiß lediglich, dass sie nicht für dieses Leben gemacht wurde – dass die Aussicht es zu verlassen aber nicht groß ist. Der Prolog zeigt zwei Männer, denen eigentlich aufgetragen wurde, Elisabeth zu töten. Wer aber hinter diesem Auftrag steckt, ist unklar. So war ich sehr gespannt, die Wahrheit zu erfahren. Allerdings musste ich lange darauf warten. Der Klappentext kündigt zwar die Rückkehr von Elisabeths Erinnerungen an, diese tauchen aber erst sehr spät wieder auf. So geht es erst einmal darum, wie sie sich in ihrem neuen Leben zurechtfinden muss. Dabei kommen auch einige sehr explizite Beschreibungen vor, die zeigen, wie unangenehm sie das Leben als Dirne findet. Im ersten Moment fand ich die Ereignisse passend, wollte dann aber erfahren, wie es mit Elisabeths Schicksal weitergeht. Dazu kam es aber nicht so schnell. Zuerst wurden neben den alltäglichen Ereignissen recht viele beschrieben, die sich auf die Politik des Landes und der Stadt beziehen. So tauchten Soldaten auf, die auf den Krieg gegen die Hussiten eingingen, dann wurde der Kampf beschrieben, den sich die Stadt mit ihrem unredlichen Bischof leistet, der allzu viel Geld von ihnen verlangt, das er für seine Feste und Jagden ausgibt. Einiges davon fand ich noch spannend, vieles aber zu ausführlich. Das Schicksal der Stadt und des Landes hat mich nicht so interessiert und ich hätte viel lieber erfahren, wie es Elisabeth gelingen soll, aus dem Dirnendasein zu entkommen. So konnte ich den mittleren Teil der Geschichte nicht sehr genießen und habe ungeduldig auf eine Änderung gewartet. Das Ende hatte dann zwar eine kleine Überraschung parat, war aber an sich nicht so spannend, wie ich das erwartet hätte. Auch die Anspielungen auf einen jungen Mann in ihren Träumen verliefen fast im Sand – in die Richtung hätte ich gerne mehr erfahren. Fazit: Der Beginn war sehr vielversprechend, die Geschichte hat sich für mich aber sehr gezogen – auch das Ende konnte mich nicht mehr so überzeugen.

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  • Leserunde zu "Die Bücherflüsterin" von Anjali Banerjee

    Die Bücherflüsterin

    leucoryx

    Leucoryx SuB-Abbau-Challenge 2017 Ich möchte gerne mit euch zusammen daran arbeiten unsere SuBs kleiner werden so lassen oder zumindestens nicht entarten zu lassen. Ich habe mir dafür ein paar Regeln ausgedacht, an die ihr halten könnt, wenn ihr wollt. Der Einstieg ist jederzeit möglich. ------------------------------------------------------------------------------- Die Regeln:1. Schreibt einen Sammelbeitrag (den ich verlinken werde):     - Anzahl der Bücher auf eurem SuB zu Beginn     - aktuelle Anzahl der Bücher     - je Monat: Höhe eures SuBs am letzten Monatstag     - Auflistung der gelesenen Bücher + Geldbeträge2. Es zählen die Bücher zum SuB, die sich bei euch Zuhause ungelesen befinden. Geliehene Bücher (z.B. Bibliotheksbücher, Wanderbücher) müssen nicht gezählt werden.3. Geldbeträge werden in einem extra Sparschwein gesammelt. Bitte legt für euch fest, ob ihr an diesen Geldbetrag erst nach Ablauf der Challenge rangehen wollt oder ob es euer (ausschließliches) Geldreservoir für neue Bücher ist.4. Geldbeträge:         1€ je gelesenes (/gehörtes) SuB-Buch ODER         2€ falls das Buch dem Monatsthema entspricht         Ende des Monats: + 3€, falls SuB <= SuB Ende des letzten Monats;   - 3€, falls SuB > SuB Ende des letzten Monats 5. Ich werde jeden Monat ein Auswahlkriterium benennen. Das soll als Hilfestellung dienen, falls ihr nicht wisst was ihr als nächstes lesen wollt.-------------------------------------------------------------------------------Teilnehmer: (Aktualisiert am 29.09.2017)Name                      |  Aktueller SuB   |  Original-SuB  |  Erspartesleucoryx                                  13                           22                     71,00€PollyMaundrell                     15                           60                     47,00€Kirschbluetensommer     181                         181                    53,00€ annlu                                        57                         100                   234,00€Nelebooks                            769                        703                      79,80€ulrikeu                                      81                          50                      19,00€Oanniki                                    27                          38                      23,00€ChattysBuecherblog             0                          20                      92,40€ Kurousagi                             346                        251                     0,00€StefanReschke                      69                          68                     -3,00€darkshadowroses              569                        554                     1,00€dia78                                   1.204                     1.249                    37,00€Julie209                                    72                          76                      16,00€

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  • Rezension zu "Die Dirne und der Bischof" von Ulrike Schweikert

    Die Dirne und der Bischof

    Gundel

    06. October 2011 um 09:37

    Eine junge Frau verliert ihr Gedächtnis und wacht im Hurenhaus auf - fortan dazu verurteilt, dort als Dirne ihr Dasein zu fristen. Weder an ihre Herkunft, noch an ihren Verlobten kann sie sich erinnern - ja selbst, als sie die Burg, die einst ihre Heimat war, als Dirne betritt, dämmert es nicht. Soweit noch glaubhaft. Aber, warum, um alles in der Welt, hat sie denn niemand erkannt und/oder jemanden darauf hingewiesen, wer sie wirktlich ist??? Das war der Punkt, der mich an dem Buch am meisten gestört hat. Außerdem ging mir die gestelzte Sprache zwischen den beiden Liebenden - als sie sich endlich wiedertreffen - etwas auf den Wecker. Ansonsten solides Handwerk, sprachlich unauffällig, aber leider kein KInaller. Das war mein erstes Buch von der Autorin, und ich werde es mal noch mit einem anderen versuchen. Fazit: plätschernde Lektüre mit einigen Schwachstellen.

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  • Rezension zu "Die Dirne und der Bischof" von Ulrike Schweikert

    Die Dirne und der Bischof

    LiebezuBuechern

    14. September 2011 um 21:19

    Eine junge Frau wird lebensgefährlich verletzt und bewusstlos aufgefunden in das nächste Haus gebracht. Sie überlebt, aber erwacht ohne Erinnerungen. Ohne Gedächtnis hat sie keine andere Wahl, als im Haus zu bleiben. Es ist das Dirnenhaus der Stadt Würzburg. Fortan muss sie als Dirne den Männern dienen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Bis sie eines Tages als „Geschenk“ zum Hof des Bischofs gebracht wird und ihre Erinnerungen schlagartig zurückkehren. Das war bisher mein erstes Buch von Ulrike Schweikert und leider hat es mich nicht wirklich überzeugt. Beim Lesen dachte ich öfter an „Die Wanderhure“ von Iny Lorentz, weil es doch ein paar parallelen gibt. Die Geschichte ist nicht schlecht, aber man hätte mehr daraus machen können. Die Charaktere wirken eher blass und undursichtig, die Geschichte plätschert so vor sich hin und zwischenzeitlich wird es ziemlich langatmig. Man kann das Buch lesen, muss es aber nicht. Es gibt sicherlich noch bessere historische Romane von Ulrike Schweikert.

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  • Rezension zu "Die Dirne und der Bischof" von Ulrike Schweikert

    Die Dirne und der Bischof

    Sumpflicht

    05. July 2010 um 19:20

    Würzburg im Jahre 1430. Ein Mädchen wird halb Tot aus dem Wassergraben der Stadt gezogen und ins nächst gelegenen Haus gebracht. Das Haus der "Eselwirtin" Else die Betreiberin eines Frauenhauses. Sie pflegt das unbekannte Mädchen wieder gesund, doch der Preis dafür ist die Arbeit im Frauenhaus. Elisabeth, wie die Frauen sie genannt haben, kann sich seit ihrem Unfall an nichts mehr erinnern. Nicht wer sie war, woher sie kommt und was passiert ist. Die Arbeit im Dirnenhaus der Stadt ist schwer für sie, ständig muss sie den Freiern zu Dienste sein, die Anfängliche Übelkeit und Scham die sie gegen diese Arbeit hegte besserte sich und nach der Zeit fügt Elisabeth sich ihrem Schicksal, wo sollte sie auch hin ohne Gedächtnis? Und die Unterkunft im Dirnenhaus ist ihr immer noch lieber als auf der Straße umherzuwandern. So verbringt sie über ein Jahr im Frauenhaus bis eines Tages, der Landesherr, Bischof Johann von Brunn, Elisabeth die Dirne zu sich auf den Hof ruft um ihre Dienste in Anspruch zu nehmen. Doch im Schlafgemach des Landesherrn kehren ihre Erinnerungen Schlagartig zurück Als ich das Buch das erste Mal gesehen habe, wusste ich dass ich es unbedingt lesen muss! Monate lang bin ich immer um es herum scharwenzelt bis es dann doch endlich in meiner Einkaufstasche landete und ich habe es bis jetzt noch nicht Bereut. Allein das Cover ist wirklich wunderschön und der Titel macht ein schon neugierig. Das Buch ließ sich gut und flüssig lesen. Die Spannung hielt bis zur letzten Seite, weil man unbedingt erfahren will wie Elisabeths Vergangenheit aussah und wer sie wirklich ist. Das Ende fand ich persönlich aber ziemlich plötzlich. Gerne hätte ich noch erfahren wie es zwischen ihr und Albrecht von Wertheim ausgeht, als sie im beichtet, das sie das Jahr, dass sie verschwunden war nicht in einem Kloster verbracht hatte, sondern in einem Frauenhaus, und dort als Dirne gearbeitet hatte. Für Leser von Historischen Büchern und Ulrike Schweikert Fans kann ich das Buch nur empfehlen. Ein spannender Roman der sich wirklich zum Lesen lohnt!

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  • Rezension zu "Die Dirne und der Bischof" von Ulrike Schweikert

    Die Dirne und der Bischof

    Tanzmaus

    20. June 2010 um 21:20

    In ihrem neusten Werk beschreibt Ulrike Schweikert die Geschichte einer jungen Frau, die mehr tot als lebendig in einem Wassergraben von zwei Angetrunkenen gefunden und geborgen wird. Die beiden Herren bringen das Mädchen zur Eselswirtin - der Betreiberin eines Frauenhauses. Diese nimmt das Mädchen unter ihre Fittiche und pflegt sie gesund. Als die junge Frau allerdings wieder erwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Sie kennt weder ihren Namen noch ihre Herkunft. Da sie nicht weiß, wo sie hinsoll, bleibt sie bei der Eselswirtin, die ihr schon bald darauf die Rechnung aufmacht... Das Buch ist leicht zu lesen. Der Spannungsbogen zieht sich durch das Buch hindurch und auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit zur "Wanderhure" da ist, so ist der Hintergrund der Geschichte ein anderer. So muss sich die junge Elisabeth als Dirne verdingen, wobei sie immer wieder ihren eigenen Kopf durchsetzt und dabei ständig auf der Suche nach ihrer Vergangenheit ist. Das politische Geschehen unterstützt dabei unbewußt ihre Suche. Die Geschichte wird durch einen Personenrigister und einen Glossar ergänzt. Leider fehlte hier eine Stadtkarte von Würzburg. Denn so manches Mal habe ich mir beim Lesen gewünscht, die Wege anhand einer Karte nachvollziehen zu können. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch. Für Fans von Ulrike Schweikert ist es auf alle Fälle eine Fortführung ihrer Romane und daher auch als HC zu empfehlen. Für Neueinsteiger oder Unentschlossene empfehle ich, auf das Taschenbuch zu warten.

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  • Rezension zu "Die Dirne und der Bischof" von Ulrike Schweikert

    Die Dirne und der Bischof

    bibliomaniac

    10. June 2010 um 08:42

    Eigentlich lese ich nicht ganz so gerne historische Romane, aber bei diesem hat mich schon das Cover und der Klappentext angesprochen, und ich sollte nicht Enttäuscht werden. Das Buch hat mir gut gefallen, und die Geschichte war sehr interessant. Ein spannender Roman der sich zu lesen lohnt.

  • Rezension zu "Die Dirne und der Bischof" von Ulrike Schweikert

    Die Dirne und der Bischof

    MichaelSterzik

    26. May 2009 um 13:13

    Die soziale Rolle der Frau im frühen wie auch im späten Mittelalter ist schwierig, wenn nicht gar höchst kompliziert. Geherrscht und regiert haben in den Adels- und Königshäuser zumeist die Männer, nur selten hat eine selbstbewusste Frau das Zepter der staatlichen Souveränität und der Macht schwingen dürfen. Und vergessen wir auch nicht das Tausendfache sterben europäischer Frauen die als Hexe angeklagt den Tod auf den Scheiterhaufen fanden. Oftmals der puren Gier und Willkür der Männer ausgesetzt, hatten es gerade die sozial schwächer gestellten Frauen schwer ihre Position in der Gesellschaft zu finden und dann auch erfolgreich zu verteidigen. Noch schwieriger verhält es sich mit Prostituierten, auch "Dirnen" genannt die im Mittelalter in Frauenhäusern gelebt und gearbeitet haben, ganz offiziell und von dem Rat der Stadt geduldet. Es waren die ersten Bordelle die eingerichtet, finanziell subventioniert und auch kontrolliert wurden, dass auch nach strengen Regeln und diese Aufgaben wurden öfters den städtischen Henkern und Scharfrichtern übergeben. Die Frauen die als "Dirnen" im Frauenhaus wohnten hatten ein relativ ruhiges und für die Zeit "gutes" Leben. Was blieb solch gescheiterten Frauen auch sonst übrig?! Geflohen aus kriegsverwüsteten Regionen, verstoßen oder straffällig geworden blieb ihnen nichts anderes übrig, als vielleicht in einer anderen Stadt, mit einer gewissen Anonymität einen Neuanfang zu wagen. Als Dirnen waren sie zwar in gesellschaftlichen Kreisen akzeptiert und genossen durch den Rat einen gewissen Schutz, doch sozial waren sie öffentlich stigmatisiert und mussten außerhalb des Frauenhauses gekennzeichnete Kleidung tragen, ein gefärbtes Band oder der Saum eines Kleides war auffällig genug. Dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen und ggf. aus dem Frauenhaus auszubrechen um wiederum irgendwo neu anzufangen war fast unmöglich und wohl eher selten. Doch es gab schlimmere Schicksale! Hatten es die Frauen auf den Feldern die täglich um Nahrung und Leben kämpfen und viel mehr Entbehrungen auf sich nehmen mussten weniger schlimm?! Der Tod war allgegenwärtig im Mittelalter, Krankheiten, Kriege und Verbrechen machten den Alltag, jeden Tag aufs Neue zu einem makaberen Spiel. Ulrike Schweikert hat in ihrem neuesten Historischen Roman "Die Dirne und der Bischof" das Leben und das Schicksal einer "Dirne" im Mittelalter thematisiert. Inhalt Würzburg, im Jahre des Herren 1430.Zwei Männer entledigen sich in der Nacht ihrer unhandlichen Fracht. Im Schutze der Nacht und des Nebels am Main der den Marienberg einhüllt suchen sie nach einem Ort um die Leiche der jungen Frau verschwinden zu lassen, in der Nähe des alten Judenfriedhofs wird diese schließlich in die Kürnach geschmissen. Nur wenig später wird die junge,nackte Frau von zwei Betrunkenen in einem Wassergraben gefunden. Dem Tode näher als dem Leben wird die schwerverletze Frau in das naheliegende "Frauenhaus" gebracht. Else Eberlein die "Meisterin" des Frauenhauses, auch die Eselswirtin genannt, nimmt sich der jungen, verletzten Frau an. Weder sie noch die anderen Dirnen wissen wer die unbekannte Frau mit der Kopfverletzung ist. In den nächsten Tagen pflegt Else die junge Frau die zudem noch schön ist, als sie aufwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Wer sie ist, woher sie gekommen ist, alles ist wie ausradiert, nur Bruchstückhafte Gedanken, zusammenhaltlos blitzen manches Mal vor ihr auf. Die Dirnen im Frauenhaus schlagen ihr verschiedene Namen vor und sie entscheidet sich schließlich für den Namen Elisabeth, an den sie sich wirklich zu erinnern vermag. Die Eselswirtin fordert für Pflege und Medizin, dass Elisabeth für sie als Dirne arbeitet. Hier soll sie "Freiern" zu Diensten sein. Doch Elisabeth die scheinbar aus sehr gutem Hause zu kommen scheint, da sie rechnen und lesen kann ziert sich, doch die Meisterin zwingt sie durch Hurerei ihre Schulden abzuarbeiten. Noch nach knapp einen Jahr weißt Elisabeth nichts über ihre Vergangenheit, und doch glaubt sie das sie von manchen Personen wiedererkannt wird. Die Frau eines Ratsherrn fällt in Ohnmacht als sie Elisabeth in der Stadt erblickt, und alle Fragen und Bitten der jungen Frau nach ihrem früheren Leben werden abgeschmettert. Inzwischen wird es aber in Würzburg unruhig. Das verschwenderische Leben des Bischofs Johann von Brunn erhitzt die Gemüter der Bürger, denn nun wird Würzburg von einem Heer belagert das sein Geld vom Bischof oder der Stadt wiederbekommen mag. Doch der Landesherr gibt nicht auf und spielt ein falsches Spiel mit den Bürgern der Stadt. Seinen Vorsitz über die Stadt und vor allem sein lasterhaftes Leben möchte er um keinen Fall aufgeben. Als Elisabeth eines Tages durch Zufall eher zwei Männern des Bischofs begegnet, erkennt sie die Stimmen scheinbar wieder…! Können Sie Elisabeth helfen die Vergangenheit aufzuarbeiten, ihr Gedächtnis zu reaktivieren, damit sie wohin auch immer nach Hause kommen kann? Und warum, wer wollte sie umbringen, zum Schweigen zwingen. Kritik Frauenschicksale in Historischen Romanen wird viel Platz gegeben. Und das "schwache" Geschlecht gibt sich in diesen manchmal recht fantasievoll erzählten Geschichten sehr, sehr stark. Das dabei oftmals ganze historische Elemente kippen, und der erzählerischen Freiheit mehr als gut genüge getan wird, ist oftmals zwar der Spannung halber wichtig, aber es kann der Geschichte auch die atmosphärische Dichte nehmen. Historisch korrekt und sauber recherchiert ist dann leider etwas ganz anderes. Ulrike Schweikert die schon in anderen historischen Romanen ihr Können bewiesen hat, beschreibt in ihrem neuen Roman "Die Dirne und der Bischof" das Schicksal einer Frau, einer Dirne die verzweifelt aber nicht aussichtslos um ihr "Leben" kämpft. Eine Suche nach sich selbst, nach ihrer Vergangenheit in einer Gegenwart in der sie nicht hingehört. Das Leben in einem "Bordell", nichts anderes war ein Frauenhaus vor knapp 600 Jahren ging es den Umständen nicht unmenschlich zu. Sicherlich in sozial niedriger Rangordnung waren sie stigmatisiert und "unrein", doch ihr Dienst an der Gesellschaft wurde geachtet und respektiert. Ohne wenn, mit ein paar "abern" überlebten die Prostituierten und lebten mit einem Dach über dem Kopf und Essen, was in Kriegs- oder Zeiten von Seuchen nicht alltäglich war. Ulrike Schweikert beschönigt das Leben der Dirnen nicht, und sie beschreibt es auch nicht als zu dramatisch. Den Quellen nach zu urteilen könnte es so zugegangen sein. Allerdings hat sich die Autorin bei der Protagonistin "Elisabeth" viele erzählerische Freiheiten genommen. Das eine junge Frau mit dem Volumen an Wissen und Bildung und Selbstbewusstsein nicht intensiver ihre Vergangenheit sucht, gerade bei dem Rat der Stadt, bei offiziellen Anlässen und Behörden, der Kirche usw. entspricht ganz klar gegen jeglicher Logik. Auch das nicht von anderer Seite extrem und mit allen Mitteln gesucht wird, dass fast niemand sie erkennt, fällt schnell auf. Doch auch bei diesen Kritikpunkt sei gesagt: Es ist ein Historischer Roman, eine Geschichte die primär unterhalten soll, es ist keine geschichtliche Abhandlung. Die "Dirne und der Bischof" ist spannend und fast bis zum Schluß bleibt die Wahrheit über die Rolle der anonymen Elisabeth ein Rätsel. Rasant, aber mit einigen Lücken schreitet die Handlung voran, es gibt nicht viele Höhepunkte und Abwechslungen im Roman, doch bleibt er geradlinig in der Spur, ohne viel Höhen und mit genauso wenig tiefen. Elisabeth ist der Nabel der Welt und vom Bischof und seinem wollüstigen Leben, seiner Politik erfährt man nur dann etwas wenn es gerade passiert, aber nicht unbedingt, was diese Krise, die Situation nun ausgelöst hat. Der Schein trügt aber, die Autorin hat für die Perspektive Elisabeths gut recherchiert. Viele Personen sind historisch verbürgt, auch der Streit des Bischofs mit der Stadt Würzburg ist dokumentiert und ebenso die fast verbrecherischen Befehle des Kirchenmannes das zum wirtschaftlichen Ruin der Stadt geführt hätte. Die anderen Protagonisten sind zwar reichlich gesät, aber kommen nur spärlich zur Geltung. Elisabeths Kolleginnen werden namentlich genannt und kommen auch in einigen Nebenhandlungen vor, doch auch sie stehen wie alle nur im Schatten der tragisch/traurigen Hauptperson. Ich hätte es begrüsst wenn die Autorin uns die Gelegenheit gegeben hätte, mehr über die Politik der Stadt und des Bischofsmacht in Würzburg zu erfahren. Am Ende steht der Leser recht hilflos da und kann nicht mal ahnen wie es weitergehen könnte, ganz gleich ob es nun Elisabeth oder den Bischof betrifft. Elisabeth ist am Ende loyal und macht eine emotionale Kehrtwendung und wirft damit die Frage auf, wie ehrlich und selbstlos sie doch ehemals als Dirne gehandelt hat und nun nicht mehr?! Vergisst man jegliche Moral und Anstand wenn man wieder den Platz einnimmt, den man sich nicht erarbeitet hat, und nur hineingeboren wurde?! Über die Vergangenheit der beiden in Titel genannten Personen erfährt der Leser nicht viel. Egal ob nun Vergangenheit, Gegenwart oder evtl. Zukunft sind alle Schilderungen nur schwach umrissene Momentaufnahmen die die Option auf neue Geschichten ausrichtet. Fazit "Die Dirne und der Bischof" ist spannend und unterhaltsam und gerade die Frauen unter den Lesern wird der Roman zusprechen. Wer sensibel ist, wird Verständnis für Elisabeth haben und über einige erzählerische Lücken und logische Fehler hinwegsehen. Die Geschichte der angerissenen Konflikte zwischen Kirche und Bürgertum, zwischen arm und reich, Politik und Gesetz sind interessant und sauber recherchiert, wenn auch leider zu wenig Platz eingeräumt. Gesellschaftliche Wert und Normen sind korrekt erwähnt und auch am Ende des Romans zwischen "Dichtung und Wahrheit" erklärt. Ebenso bildet ein konzentriertes Glossar und Personenregister ein rundes Gesamtbild. Die "Dirne und der Bischof" wird sich gut einreihen in die Vielzahl von historischen Frauenschicksalen in der unruhigen aber prägenden Zeit des Mittelalters die von vielen Autoren auch erfolgreich verkauft wird. Es könnte eine Fortsetzung der Geschichte um die "Dirne" geben, denn auch wenn der Leser jetzt weiß, was passiert ist, so weiß er am Ende des Romans nicht wie es weitergehen wird. Ein strategisch wichtiger Aspekt, nur hoffentlich geht es nicht über "Generationen" weiter. Autorin Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Sie ist eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. Ihre Fans lieben ihre Detailfreude, die starken lebensnahen Frauenfiguren und deren faszinierende Abenteuer; Zuletzt erschien bei Blanvalet "Das Siegel des Templers" Ulrike Schweikert lebt in der Nähe von Stuttgart. Produktinformation Gebundene Ausgabe: 500 Seiten Verlag: Blanvalet (22. September 2008) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3764502002 ISBN-13: 978-3764502003 Michael Sterzik

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