Ulrike Schweikert Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis

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Inhaltsangabe zu „Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis“ von Ulrike Schweikert

Lieben, Lügen und Intrigen: Ulrike Schweikerts opulente Familiensaga im Schatten der untergehenden Donaumonarchie! Wien 1892. Bei einem tragischen Sturz verliert die junge Komtess Luise von Waldenberg ihr Gedächtnis. Aber gerade das öffnet ihr die Augen: Die Dekadenz des Hofadels kommt ihr plötzlich verlogen vor, im elterlichen Palais erscheint ihr die strenge Aufteilung zwischen den Bediensteten und ihrer eigenen Familie falsch. Und warum werden treppauf und treppab Wahrheiten verschwiegen statt ausgesprochen? Doch Luise ist nicht allein: In der Werkstatt des jungen Zuckerbäckers Stephan Brucker erlebt sie eine sinnliche Welt voller Düfte, süßer Genüsse und warmer Vertrautheit. Eine Mesalliance bahnt sich an, die auf höchste Empörung stößt. Denn es gibt ungeschriebene Gesetze, die niemand brechen darf. Könnte doch davon die Zukunft der Donaumonarchie abhängen.

Naja, hatte viel mehr Romantik erwartet. Außerdem unterscheidet sich die Handlung doch sehr vom Klappentext!

— Reebock82
Reebock82

Zurück in die Donaumonarchie zu den Reichen und Schönen. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt! Tolles, lesenswertes Buch!

— Miamou
Miamou

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    Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis
    Miamou

    Miamou

    29. June 2016 um 18:09

    Ein „Downton Abbey“ in Österreich :-) Welch positive Überraschung sich zwischen den Buchdeckeln von „Hinter den Spiegeln“ verbirgt. Schon alleine von den Schauplätzen her. Ich war so gespannt, wie das Palais Coburg heute aussieht, dass mich das Lesen des Buches angespornt hat, wieder einmal einen Rundfahrt und einen Bummel in der Wiener Innenstadt zu machen. Hat sich sehr gelohnt…Worum geht’s aber nun: Wir reisen zurück in das Jahr 1892. In Wien regiert Kaiser Franz Joseph und hat ein sehr treues Gefolge im Hochadel. Unter ihnen befindet sich auch die Familie von Waldenberg (die im Palais Coburg wohnt). Die Tochter Luise erholt sich gerade von einem schweren Reitunfall und muss feststellen, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat. Sie weiß nicht wer sie ist, noch was bei diesen schrecklichen Unfall passiert ist. Sie wird, so gut es geht, von ihrer Familie aufgefangen, hinterfragt jedoch immer mehr, ob die Dekadenz und die soziale Schichtung in der Gesellschaft notwendig sind. Zudem weiß sie, dass in ihrer Familie Intrigen gesponnen werden um ein tiefgründiges Geheimnis zu wahren, dass ihr aber niemand offenbaren will. Zuflucht findet sie beim k. u. k. Hoflieferanten Stefan, der mit seinen Konfekten und süßen Verführungen für die gewollte Ablenkung sorgt. Eine Freundschaft, die aber in den hohen Kreisen Wiens nicht toleriert wird. Zugleich wirft die Autorin auch einen Blick in den Dienstbotentrakt. Und auch hier ist nicht alles Gold, was zu glänzen scheint. Denn auch hier gibt es Unruhestifter, große Geheimnisse und die große Liebe. Alles in Allem hat Ulrike Schweikert alle Zutaten in ihr Buch gepackt, die ein Leser für spannende Lesestunden braucht. Zudem hat sie auch eine sehr gute Hand in ihrer historischen Recherche bewiesen, was mir in einem historischen Roman besonders wichtig ist. So ist das Buch sehr kurzweilig und wenn man ein wenig Wien – Bezug hat, dann einfach um das entscheidende Quäntchen interessanter. Es war wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Die Autorin hat sehr viele Figuren erschaffen, denen sie aber so gekonnt Leben eingehaucht hat, dass man sie ganz klar voneinander unterscheiden kann. Besonders gelungen fand ich die Figur Gabriela, die zunächst nicht wirklich sympathisch wirkt, aber dann doch so viel Gewissen hat, dass sie den Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung doch nicht wirklich etwas Schlechtes wünscht. Sehr gefreut habe ich mich auch, dass mein erster Eindruck über Rudolf sich bewahrheitet hat. Auch ihn mochte ich als Figur sehr gerne, weil er Luise Paroli bieten konnte, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren. Gleichzeitig war er dann aber auch sehr feinfühlig und wusste, wann seine Scherze ihr gegenüber nicht so angebracht waren. Um ehrlich zu sein, hätte ich ihn mir viel öfter in die Handlung gewünscht. Prinzessin von Auersperg war eine gute Seele, auch wenn sie äußerlich sehr hart wirkte (und tatsächlich hatte sie für mich einen Maggie Smith – Charakter wie in „Downton Abbey“…nur war sie um einige Jahre jünger als die Countess ;-)). Aber auch an allen restlichen Charakteren gibt es nicht wirklich viel auszusetzen. Natürlich gibt es welche, die als Nebendarsteller verblassen, aber wo gibt es die nicht. Die Handlung selbst hatte jetzt nicht unbedingt den größten Spannungsbogen, trotzdem aber so stark, dass man immer dranbleiben will. Besonders gegen Ende spitzt sich die Situation aber sehr zu und es geschehen dann noch einige unvorhergesehene Ereignisse. Manche werden bereits zu Beginn des Buches angedeutet, verlieren sich dann wieder um dann mit voller Wucht wieder zu überraschen. Trotzdem (und hier mein einziger Kritikpunkt) wurden einige Fragen für mich ungenügend oder gar nicht aufgelöst (Zum Beispiel, was mit Luisas Mutter passiert ist, als die ganze Wahrheit ans Licht kam oder wie es schlussendlich mit Jovan und Rajka ausging?). Anderes blieb mir dann zu sehr offen. Im Epilog, der dann im Jahr 1916 spielt, begegnet Luisa wieder Stefan, der in den Krieg zieht. Wie aber ihre Beziehung zwischen diesen Jahren weiterging, kann der Leser nur erahnen und hat hier aber einen, wie ich finde, viel zu weiten Gedankenspielraum. Ulrike Schweikerts Schreibstil ist sehr bildhaft, sehr lebendig und detailreich, ohne aber langweilig zu werden. Beispielsweise hatte ich bei den Szenen in der Zuckerbäckerei Bruckner immer Lust auf Schokolade. Gleichzeitig hat die Autorin damit aber auch für mich ein riesiges Lokalkolorit herausgeschlagen, weil Wien tatsächlich ein Paradies für Schleckermäuler ist (mit ihren ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten). Da die Handlung ans Ende des 19. Jahrhunderts gesetzt ist, wird in dem Buch auch Thema, dass besonders die jüngere Generation (egal ob Adel oder Dienstboten) darauf setzt, dass die sozialen Schichten nicht mehr so eng gesehen werden dürfen und dass man des Adels zum Teil schon überdrüssig wird. Wie wir wissen, hat sich dieses Denken ja einige Jahre später durchgesetzt. Die Autorin hat diesen Spannungsmoment sehr gut umgesetzt und in die Handlung aufgenommen. Ein Buch, das unter seinem Wert liegt (ich bin hier erst die zweite Rezensentin) und für das ich an dieser Stelle wirklich gerne die Werbetrommel rühre. Ein wahrer Geheimtipp meinerseits...

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    • 6
  • Spannender Familienroman zur Zeit der Donaumonarchie

    Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis
    yari

    yari

    Wien 1892: Die junge Komtess Luise von Waldenberg verliert bei einem Sturz vom Pferd ihr Gedächtnis; alle Erinnerungen an ihr vorheriges Leben sind verloren. Es fällt ihr nicht leicht mit der Dekadenz des Hofadels umzugehen, und die strenge Kluft zwischen Adel und Bediensteten erscheint ihr falsch. Außerdem bemerkt sie, dass in ihrer eigenen Familie einiges im Argen liegt und Wahrheiten verschwiegen werden. Zuflucht findet sie in der Zuckerbäckerei der Bruckers, wo sie mit Stephan, dem Sohn der Geschäftsinhaberin, in eine Welt voll sinnlicher Genüsse und Düfte eintauchen kann. Dabei kommen sich Luise und Stephan immer näher, doch eine Liebe zwischen den beiden darf nicht sein, sind doch die Standesunterschiede zu groß. Ulrike Schweikert hat einen wunderbaren historischen Roman geschrieben, der zur Zeit der k. und k. Monarchie Österreich-Ungarns spielt, und voller Emotionen, Tragik, Lügen, Intrigen und Geheimnissen ist. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und bildhaft, so dass man Personen und die Schauplätze des Geschehens vor sich sieht. Die Handlung ist durchdacht und so aufgebaut, dass die Spannung bis zum Finale hin stetig gesteigert wird. Die Charaktere der Protagonisten sind voller Gefühle, detailreich und liebevoll gezeichnet. Luise ist eine sympathische und lebhafte junge Frau, die durch den Unfall wohl verunsichert ist, aber auch Stärke zeigt und die gesellschaftlichen Stände hinterfragt. Ihr Vater Leopold trauert um ihren Bruder Martin, der bei einem Reitunfall start,  und erkennt gerade noch rechtzeitig, dass er auch eine Tochter hat, und zeigt Rückgrat. Tante Josefine, Prinzessin von Auersperg, ist eine Frau, die immer die Contenance bewahrt, aber das Herz am rechten Fleck hat und sich um ihre Liebsten sorgt. Fürst Rudolf, Luises Verlobter, war mir anfangs durch sein arrogantes Auftreten unsympathisch. Durch sein sicheres Auftreten gegenüber den Übeltätern und seine Besorgnis um Luise mochte ich ihn dann doch. Auch alle anderen Personen sind wunderbar gezeichnet und man kann sie sich sehr gut vorstellen. Sehr gut finde ich, dass Ulrike Schweikert die Standesunterschiede so gut dargestellt hat, und es auch deutlich wurde, dass Adel nicht gleich Adel war, sondern es auch in diesem Stand erhebliche Unterschiede gab. "Hinter den Spiegeln" ist ein Roman, der mich bestens und packend unterhalten hat und bekommt von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung und fünf Sterne.

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