Ulrike Ulrich

 3,6 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Während wir feiern, Hinter den Augen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ulrike Ulrich

Ulrike Ulrich, geboren 1968 in Düsseldorf, lebt seit 2004 als Schriftstellerin in Zürich. 2010 erschien ihr Debütroman »fern bleiben«, dem 2013 der Roman »Hinter den Augen« folgte, und 2015 der Erzählband »Draussen um diese Zeit«. Mit Svenja Herrmann hat sie Anthologien zum 60. und 70. Geburtstag der Menschenrechte herausgegeben. Mit Axmed Cabdullahi erschien zuletzt »Ein Alphabet vom Schreiben und Unterwegssein«. Sie gehört den Autor*innengruppen index und »Literatur für das, was passiert« an. Ihre Texte wurden u. a. mit dem Walter Serner-Preis 2010, dem Lilly-Ronchetti-Preis 2011 und Anerkennungspreisen der Stadt Zürich ausgezeichnet. 2016 erhielt Ulrike Ulrich ein Werkjahr der Stadt Zürich und 2018 einen Pro Helvetia-Werkbeitrag für »Während wir feiern«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ulrike Ulrich

Cover des Buches Während wir feiern (ISBN: 9783827014085)

Während wir feiern

 (11)
Erschienen am 06.07.2020
Cover des Buches Hinter den Augen (ISBN: 9783902844163)

Hinter den Augen

 (2)
Erschienen am 04.03.2013
Cover des Buches fern bleiben (ISBN: 9783902373519)

fern bleiben

 (2)
Erschienen am 01.03.2010
Cover des Buches DIE LEUTE VON SELDWILLNAU (ISBN: 9783907217207)

DIE LEUTE VON SELDWILLNAU

 (0)
Erschienen am 01.01.2020
Cover des Buches Der Liebeswind (ISBN: 9783905976434)

Der Liebeswind

 (0)
Erschienen am 01.06.2017
Cover des Buches Draussen um diese Zeit (ISBN: 9783902844613)

Draussen um diese Zeit

 (0)
Erschienen am 01.07.2015
Cover des Buches Liebe, Rache und Llokuma (ISBN: 9783905976380)

Liebe, Rache und Llokuma

 (0)
Erschienen am 07.07.2016
Cover des Buches Bodo - Ein Oberstdorfer Hund erzählt... (ISBN: 9783837203233)

Bodo - Ein Oberstdorfer Hund erzählt...

 (0)
Erschienen am 17.10.2008

Neue Rezensionen zu Ulrike Ulrich

Cover des Buches Während wir feiern (ISBN: 9783827014085)Buecherwurm1973s avatar

Rezension zu "Während wir feiern" von Ulrike Ulrich

1. August-Feier
Buecherwurm1973vor 9 Monaten

Alexa kam vor Jahren wegen einem Engagement in die Schweiz und blieb der Liebe wegen hängen. Jedes Jahr feiert sie den Nationalfeiertag mit ihren Freunden auf ihrem Dach. Sie selber ist Deutsche und hofft auf die Einbürgerung. Sie hat daher das „Guggisberglied“ umgedichtet. Sie ist nervös, weil sie Angst vor den Reaktionen hat.  Eigentlich möchte sie dieses Jahr frühzeitig mit den Vorbereitungen beginnen, was  ihr nicht ganz gelingen wird. Nun wird der Leser in ihren Mikrokosmos eingeschleust. Er lernt ihre Freunde kennen, erfährt was sie mit ihnen verbindet. Neben Alexas 1.August-Feier nimmt die Geschichte von Zoltan und Kamal viel Raum. Kamal droht die Abschiebung nach Tunesien. Als schwuler Mann würde er dort sicherlich nicht mit offenen Armen empfangen werden. Da in einigen Wochen über die Durchsetzungsinitiative abgestimmt wird, ist sich Kamal sicher, dass man ihn ohne Gnade abschieben wird. Er versucht unterzutauchen, da Zoltan ihm seine Hilfe verwehrt. Zoltan bereut seine Verweigerung und sucht nun nach ihm. 


Ulrike Ulrich versucht das Leben in der Schweiz oder vielleicht sogar nur in Zürich aus verschiedenen Perspektiven zu dokumentieren. Ich bin Schweizerin und ich habe mich in einigem wieder gefunden. Aber im Allgemeinen habe ich sehr schwer in die Geschichte  gefunden. Ich weiss nicht, ob es an den vielen Perspektivenwechsel und den vielen Themen liegt. 


Das Leben als Ausländer in der Schweiz dokumentiert die Autorin ziemlich authentisch, soweit ich das beurteilen kann.  Sie kann sicherlich auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, denn sie lebt auch schon einige Jahre in der Schweiz.  


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Cover des Buches Während wir feiern (ISBN: 9783827014085)Magdas avatar

Rezension zu "Während wir feiern" von Ulrike Ulrich

Provokativ
Magdavor 9 Monaten

Es war die Kurzbeschreibung, die mich total neugierig auf dieses Buch gemacht hat. Bei diesen packenden aktuellen Themen wie Flüchtlingspolitik, Einbürgerung oder Homosexualität habe ich auf eine hoch brisante Lektüre gehofft.

Leider, hat dieses Buch meine Erwartungen nicht erfüllt. Diese packenden Themen fand ich nur am Rande des Geschehens behandelt. Zwar ist eins von den Themen das Schicksal von Kamal, eines tunesischen Flüchtlings, der aufgrund irgendwelches Verschuldens abgeschoben werden soll und vor der Schweizer Polizei flüchtet. Sein Deutschlehrer, mit dem er befreundet ist, verweigert ihm die Hilfe und fühlt sich dann für all das, was später geschieht, verantwortlich. Der Grund für Zoltans Hilfeabsage finde ich paradox. Normalerweise müsste er in dieser Situation genau umgekehrt handeln.

Dieser Roman setzt sich aus vielen kurzen Abschnitten zusammen, in denen unterschiedliche Personen an unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Zeitpunkten zu Wort kommen. Es gibt nur wenige Dialoge; oft nur in chaotischen Gedanken verraten die Protagonisten ihre Probleme und Ängste. Diese Form des Buches war für mich sehr ermüdend, da der Lesefluss ständig unterbrochen wurde. Auch viele von den alltäglichen Problemen, die hier angesprochen wurden, fand ich nur banal.

Fazit: hochinteressante Themen oberflächlich, zu kurz behandelt.

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Cover des Buches Während wir feiern (ISBN: 9783827014085)helena33s avatar

Rezension zu "Während wir feiern" von Ulrike Ulrich

„Wir feiern doch ständig neben dem Unglück der anderen“
helena33vor 10 Monaten

Schweizer Nationalfeiertag. Alexa, Sängerin, bereitet ihre alljährliche Party vor, zu der sie Freunde und Nachbarn einlädt. Sie selbst ist Deutsche und hofft auf eine Einbürgerung. Sie kam vor Jahren aufgrund eines Engagements in die Schweiz und blieb dann der Liebe wegen. Sie lebt mit Adrian, einem Narkosearzt und dessen 16 jährigem Sohn Robert, einem leidenschaftlichem Fußballfan zusammen.


Parallel zu Alexas Partyvorbereitungen fürchtet der Tunesier Kamal seine Abschiebung.  Kamal wendet sich  an seinen Sprachlehrer Zoltan, den besten Freund Alexas, mit der Bitte um Hilfe. Doch der verwehrt sie ihm aus Gründen, die er sich selbst kaum einzugestehen wagt.


Dieser Roman spielt an diesem einem Tag und nimmt die verschiedensten Menschen in den Blick, wobei man als Leser*in dem inneren Erleben der jeweiligen Personen folgt. Von Beginn an fesselnd, konnte ich ihn kaum aus der Hand legen, obwohl ich zwischendrin hier und da genervt und gestresst, da die Abfolge der Vielzahl an Personen oft sehr schnell vonstatten ging. Es las sich assoziativ, ein schneller Reigen, der aber auch Raum für klare Beobachtungen und treffsichere Sätze ließ. 


Diese vielen im Spotlight stehenden Figuren, macht eine sehr komplexe und tiefgründige Charakterisierung nahezu unmöglich, wobei es der Autorin dennoch gelang, überzeugende, wenngleich nicht immer sympathische, nämlich vor allem menschlich- fehlerhafte Figuren zu skizzieren.


Alexa, unheimlich gestresst und nervös wegen der Partyvorbereitung wirkt von sich selbst weit entfernt, hat aber dennoch das Herz am rechten Fleck. Ihre Freundin Evelyne, eine Rapperin, die an Schulen Workshops gibt, kommt zur Party. Ebenso wie Zoltan, der eine berühmte und verehrte Schriftstellerin mitbringt, die sich jedoch recht kantig im Umgang erweist und irgendwann konstatiert, man solle sie nicht mögen, sondern gefälligst ihre Bücher lesen..:) Der ehe erfolglose Schauspieler Brad erscheint, mit dem Alexa eine kurze Affaire hatte sowie ihr Lebenspartner Adrian, der irgendwann bemerkt, nachdem sich Kollegen über die große Anzahl der Deutschen in der Schweiz aufregen, dass sie sich doch eher über den geringen Frauenanteil unter den Ärzten aufregen sollten. Die teils sehr schwulenfeindlichen Jugendlichen um Robert blieben mir etwas unnahbar und fremd. 


Kamals Schicksal ging mir nahe und berührte mich sehr. Es blieb mir nachhaltig im Gedächtnis, wie zugleich auch das Verhalten Zoltans. Nur an einer Stelle fiel es mir sehr schwer, Kamals Handeln nachzuvollziehen, möchte das hier jedoch nicht spoilern.


Die Sprache, obwohl doch Deutsch, klang mir hier und da aufgrund der Schweizer Begriffe manchmal – angenehm - fremd. Ich erhielt einen Einblick in das Schweizer Leben, wobei manche Andeutung sicher an mir vorbeiging. Hier können Schweizer bzw. Schweizkenner sicher noch mehr herausziehen. 


Thematisch geht es um Beziehungen, um Staatsbürgerschaften und Nationalitäten, um Rassismus, Homophobie, aber auch um Demokratie und Mitbestimmung


Besonders steht hier die „Durchsetzungsinitiative“ der SVP, der Schweizer Rechtsaußenpartei kritisch im Fokus, die völkerrechtswidrige Bedingungen für die „Ausschaffung“ (Abschiebung) schaffen wollte und will.


Kontrastreich werden hier zudem zwei unterschiedliche Migranten dargestellt – die Deutsche und der Tunesier. Verdeutlicht werden ihre unterschiedlichen Wahrnehmungen, Motive, Rollen, Lebenswelten und vor allem Chancen und Möglichkeiten.


Insgesamt liest sich der novellenartig konzipierte Roman ernsthaft, humorvoll, satirisch und mit kritischem Blick. Im Verlauf kippt die Stimmung deutlich und es wird klar, dass eine Katastrophe naht. Das Ende, wenn gleich nicht völlig hoffnungslos, ließ mich bedrückt zurück.


Er inspirierte, mehr über die Schweizer Asylgesetzgebung zu recherchieren und mir das berühmte „Guggisberglied“ anzuhören, welches hier eine Rolle spielt. Zugleich nahm ich mir vor, Virginia Wolfs „Mrs. Dalloway“ zu lesen, die hier - auch – Vorbild war.

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