Ulrike Ulrich Hinter den Augen

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Inhaltsangabe zu „Hinter den Augen“ von Ulrike Ulrich

Eine Frau unterzieht sich einer Untersuchung in einem Magnetresonanztomographen: Sie sieht verschwommen, ein möglicher Gehirntumor soll ausgeschlossen werden. In dieser knappen Stunde erzwungener Unbeweglichkeit auf sich selbst zurückgeworfen, schneiden ihre Gedanken analog zu den Aufnahmen des Gerätes quer durch ihr bisheriges Leben, legen
Momente von Angst, Schuld und Liebe frei. Tom ist tot. Alma verheiratet.
Steven im Fernsehen. Barto schläft sicher noch. Oder wartet er schon auf ihren Anruf? Vielleicht wäre er doch besser mitgekommen. Und ihr Vater? Wieso hat er diesen Satz fallen lassen, dass die Mutter ihn zurückgeholt habe? Was hat er damit gemeint?

In sich überlagernden Schnittbildern untersucht Ulrike Ulrich in gewohnt genauer und mit feiner Ironie durchsetzter Sprache die Fragen nach Verantwortung und Schuld, nach Vergebung und Sinnhaftigkeit. Ihr kluger, sensibel gewobener Text wächst und verzweigt sich durch die Labyrinthe menschlicher Beziehungen zu einem tomographischen Roman über die Möglichkeit zur Veränderung.

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    Hinter den Augen

    MartinFelder

    04. August 2013 um 01:34

    Die Erzählweise - aus der inneren Perspektive einer Frau, die sich einer Magnetresonanztomographie unterzieht -, die Doppelseite für Doppelseite und Kurzsatz für Kurzsatz die Lebensthemen der Protagonistin umkreist, nie alles preisgibt, andeutet, klarer macht, aber nicht klarer als vieles ist in unserem Leben, diese Erzählweise ist ungewöhnlich und fordert die Leserin/den Leser. Die Geduld aufzubringen lohnt sich jedoch, denn das Bild, das von der Hauptfigur entsteht, von ihren Anliegen, Ängsten, Wünschen, ist glasklar und berührend. Und der gekonnt gebaute Text zeigt, was Literatur neben dem Storytelling auch noch kann!

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