Ulrike Ulrich fern bleiben

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Inhaltsangabe zu „fern bleiben“ von Ulrike Ulrich

Lo fährt Zug. Sie bricht auf, um Job, Freunde, Verwandte und Liebhaber hinter sich zu lassen. Sie fährt ICE, ICN, TGV, Talgo, sie schläft im DNZ, im CNL, im Euronight. Zwischen Hamburg und Zagreb, Irun und Warschau macht sie nicht Halt, steigt immer nur um, trifft Menschen und verliert sie wieder aus den Augen. Wie eine Roulettekugel, sagt Lo. Solange sie sich bewegt, ist alles noch möglich. Mit den Zurückgebliebenen hält sie nur über email und sms Kontakt. Sie wäscht und duscht in den Bahnhöfen, betritt die Städte nur im Notfall, bleibt nie über Nacht. Bis sie in Wien auf David trifft. Das Ende der Reise? Oder nur ein weiteres Etappenziel?

Behutsam und mit fein gesponnener Sprache folgt Ulrike Ulrich in ihrem Debütroman fern bleiben den Spuren ihrer Protagonistin auf ihrer Suche nach dem richtigen Halt quer durch ganz Europa.

Eine tolle Idee als Globetrotterin durch ganz Europa zu trailen.

— Perle

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  • Ulrike Ulrich - fern bleiben

    fern bleiben

    Perle

    11. July 2015 um 00:17

    Klappentext: Jetzt ist es schon dunkel, sie hat wieder vergessen, sich etwas zu essen zu besorgen und in diesem Zug gibt es nur Getränke. Von der Woiwodschaft Niederschlesien kann sie nichts erkennen. Wenn sie versucht hinauszuschauen, sieht sie nur sich in einem Abteil sitzen. Sie kauft ein Bier und schiebt das Fenster herunter, um wenigstens etwas von der Landschaft zu hören und zu riechen. Feuchtigkeit spürt sie in der Luft und Fahrtwind. Hinter dem Rattern des Zuges vermutet sie Stille. Hinter dem Geruch von verbranntem Gummi wittert sie Wald. Der Zug wird langsamer und Lo sieht sich in der Scheibe eines entgegenkommenden Zuges vorbeifahren. (...) eine Haken schlagende Familienliebesreisegeschichte, die zwischen den Gleisen so melancholisch wie witzig das Unbehagen in scharfe Bilder und die Ratlosigkeit in trefflichstes Wortspiel verwandelt (...) - Felicitas Hoppe - Ulrike Ulrich ist eine wache Beobachterin unserer Zeit, der sie in einer präzisen Sprache Komik und Poesie abzugewinnen weiß. - Ilma Rakusa - "fern bleiben" ist ein Muss für: Rollmaterialanhänger. Detailtreu und klug streut die große Erzählerin Ulrich Worte auf die Gleise und lässt ICE, CIS, CNL und Co. fahrleitungsstörungsfrei sausen. - Radio DRS3 - Eigene Meinung: Die Autorin und dieses Buch entdeckte ich per Zufall im Internet und bestellte es mir im Mai dieses Jahres bei ebay. Eigentlich wollte ich es im Zug lesen, wenn ich diesen Monat unterwegs gewesen wäre, aber ich habe es jetzt schon zu Beginn meines Urlaubes gelesen. Die Reise ging in Dortmund am Hauptbahnhof los und endete paar Wochen wieder in Dortmund, sie travelte durch einge Städte Deutschlands und Europa, wie Berlin, Dresden, München, Hannover und Köln, Basel, Zürich, Madrid, Brüssel, Amsterdam, Milano, Venezia,Barcelona, Salzburg, Wien, Paris, und viele mehr. In einem Zug konnte sie sogar duschen, da staunte ich. Sandwiches wurden gegessen, SMS geschrieben, was "Seid mal still" heißt, Mails von Familie und Freunde gelesen, im Internetcafe, und sie traf einige nette Leute und unterhielt sich oder beobachte sie, der ein oder andere Fahrgast störte sie, da er zu laut war oder rauchte. Es war zwar unterhaltsam, aber ich fand manche Sachen überflüssig oder zu privat, hätte mir mehr Gespräche mit den Fahrgästen gewünscht, eine rege Unterhaltung in den Gängen und auf den Sitzplätzen in der 1. oder 2. Klasse. In einigen Städten war ich auch schon mit dem Zug, daher bin ich mit der Hauptprotagonistin von Stadt zu Stadt gereist, ich kann im Zug auch so herrlich relaxen und lesen. Was mich auch sehr freute, dass sie ein Buch auf ihrem Platz liegen liess, welches sie ausgelesen hatte, für einen anderen Reisenden, dem es vielleicht langweilig wird Das erinnerte mich an meine Ausflüge mit der Bahn, wo ich auch das ein oder andere Buch frei liess. Gibt es also noch mehr Leute, die auf diese Idee kommen. Alles im Allem hat es mir mittelmäßig gefallen, hatte zwei nette Tage Lesestoff, von gerade mal 246 Seiten. >Es war das erste Buch von Ulrike Ulrich, meiner Namensvetterin, da musste ich es doch unbedingt lesen, es ist ihr Debütroman aus dem Jahre 2010. Mal sehn, ob sie noch weitere Romane auf dem Markt gebracht hat und ich ein weiteres von ihr lesen werde. Vergebe hierfür gerne, gutgemeinte 3 Sterne!

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  • Rezension zu "fern bleiben" von Ulrike Ulrich

    fern bleiben

    emeraldeye

    13. February 2012 um 16:05

    Ulrike Ulrichs Romandebüt "fern bleiben" handelt "über das Reisen mit unbestimmten Ziel, über das Nicht-ankommen-können, das Nicht-festlegen-wollen und darüber, Entscheidungen nur bis zum nächsten Halt zu treffen. Und über die hohe Kunst des Allleinseins." Und trifft damit den Nerv einer tiefgreifenden Veränderung der heutigen Gesellschaft. Entscheidungen, Festlegungen, Problemlösungen, Zuverlässigkeiten sind für viele Menschen heutzutage keine erstrebenswerten Ziele mehr. Schließlich braucht es ja nur noch ein paar Klicks, um sich in andere Welten zu katapultieren und "Freunde" zu finden. In den Zeiten des worldwideweb gibt es nur noch wenige Gründe Niederlagen, Konflikte, Enttäuschungen und Alleinsein auszuhalten. Ulrike Ulrichs Protagonistin Lo macht aber einen noch radikaleren Schritt. Nachdem sie zusammen mit ihrer Mutter in einer Quizshow eine große Geldsumme gewonnen hat, entscheidet sie sich spontan, nach Rom zu fahren. Sie verabschiedet sich von niemandem, kündigt ohne Begründung ihren Job in einer Internetagentur. Nur eine Kreditkarte, einen kleinen Rucksack und ihr Handy nimmt sie mit. In Dortmund bleiben ihr Exfreund, der zwar eine neue Freundin hat, aber immer noch eine symbiotische Beziehung mit Lo unterhält, ein Arbeitskollege, mit dem sie Sex hat, wenn seine langjährige Freundin ihren Hobbies nachgeht und ihre beste Freundin Sandra zurück. Familienmitglieder und andere Vertrauenspersonen sind in Europa verstreut. Weil Lo nicht wirklich weiß, wo sie hin will und warum, macht sie sich auf den Weg, diese Menschen zu besuchen. Auf den Bahnfahrten dorthin trifft sie jedoch andere Reisende und entscheidet sich immer wieder spontan, diesen Bekanntschaften zu folgen oder sie irgendwo wieder zu treffen. Manchmal nur für wenige Minuten oder Stunden, manchmal für mehrere Tage. Doch alle diese Beziehungen bleiben flüchtig, denn Lo will nicht bleiben, will sich nicht festlegen, will sich nicht entscheiden. Selbst als sie David trifft und mit ihm in einer WG in Wien mehrere Tage und Nächte verbringt, kann oder will sie ihre Gefühle nicht definieren. Sie fährt wieder los. Die Verbindung zu David wird zu einer virtuellen. Die kann sie einschalten und ausschalten, ohne Folgen und ohne Ansprüche. Lo überläßt sich dem Fahren, der Unverbindlichkeit und der immerwährenden Möglichkeit des Aussteigens und Umsteigens. Sie ist mutiger geworden, fährt einfach ins Blaue. Selbst als ihr alle wichtigen Dokumente gestohlen werden, während sie schläft, ist das für sie kein Grund, sich für die Heimfahrt zu entscheiden. Irgendwie wird es schon weitergehen, und das tut es tatsächlich. Ob Lo letztendlich doch irgendwann, irgendwo wieder ankommt und bleibt, läßt "fern bleiben" offen. Auch wenn sie inzwischen doch einige Entscheidungen getroffen hat. Die Geschichte endet dort, wo sie begann, am Dortmunder Hauptbahnhof, mit Lo´s Idee, nach Tallin/ Estland weiterzufahren und mit David virtuell in Verbindung zu bleiben. Zuerst fand ich Lo eher unsympathisch. Sie ist Anfang 30, wirkt aber zeitweise wie ein Teenager in ihrer Ambivalenz, ihrer Passivität und ihrer Lebensunlustigkeit.Aber nach und nach hat sie mich mit ihrer Spontanität, ihrer Offenheit und ihrer Neugier für sich eingenommen. Sie beweist Mut, indem sie einfach so los fährt, sich dem Zufall überläßt und Risiken eingeht. Auch wenn dieser Mut zu einem großen Teil aus Ziel-und Ratlosigkeit besteht. Ulrike Ulrichs hat einen spannenden, überraschenden Roman jenseits aller Reiseklischees geschrieben, der fast nebenbei auch noch treffsicher das Lebensgefühl der Thirtysomethings abbildet. Während des Lesens von Lo´s Abenteuern habe ich richtig Lust bekommen, auch einfach loszufahren und zu sehen, was geschieht, wenn einmal nicht alles durchgeplant ist. Allerdings müßte ich dafür erst einmal an ausreichend Geld kommen, mich beurlauben lassen, jemanden finden, der sich um meine Wohnung kümmert...... "Fern bleiben" ist ein ganz besonderer Debütroman.

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