Umberto Eco

 4 Sterne bei 3.133 Bewertungen
Autor von Der Name der Rose, Das Foucaultsche Pendel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Umberto Eco

Der bekannteste zetgenössische Semiotiker: Umberto Eco, geboren am 5. Januar 1932 in Alessandria, Piemont, war ein italienischer Kolumnist, Philosoph, Medienwissenschaftler und Schriftsteller. Außerdem ist er der wohl bekannteste Semiotiker unserer Zeit. Er wuchs in der Provinzhauptstadt Alessandria auf. Die Umgebung und das damalige Regime des italienischen Faschismus prägten ihn und seine Werke stark. 

1948 begann er ein Studium der Philosophie und Literaturgeschichte an der Universität Turin. Nach seinem Abschluss 1954 ging er dann zum italienischen Fernsehen (RAI) in Mailand, wo er ein Kulturprogramm ausbaute. Sein Debüt als Autor gab er 1956 mit einer erweiterten Fassung seiner Dissertation. Kurze Zeit später gab er seine Anstellung beim Fernsehen auf, um Sachbuchlektor im Bompiani Verlag zu werden. Zu dieser Zeit war er auch in diversen literarischen Bewegungen aktiv. 

Mit seinem 1962 veröffentlichten Buch „Das offene Kunstwerk“ wurde er weltweit als berühmter Kulturtheoretiker bekannt. Dieser Erfolg verhalf ihm zu diversen Dozentenstellen in renommierten Universitäten wie in Mailand, Florenz und schließlich in Bologna. Sein Buch „Einführung in die Semiotik“, das er währenddessen veröffentlichte, gilt bis heute als internationales Standardwerk. Mit seinem 1980 erschienenen ersten Roman „Der Name der Rose“ machte er sich weltweit einen Namen als Romancier. Dieser blieb zu seinen Lebenszeiten als das bekannteste Werk des berühmten Autors.

 Eco wurde seitdem mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet. So bekam er unter anderem von über 39 Universitäten weltweit die Ehrendoktorwürde verliehen, wurde als Mitglied in den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen und wurde sogar mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Umberto Eco starb am 19. Februar 2016 in Mailand an den Folgen einer Krebserkrankung.

Neue Bücher

Cover des Buches Verschwörungen (ISBN: 9783446271432)

Verschwörungen

Erscheint am 23.08.2021 als Hardcover bei Hanser, Carl.
Cover des Buches Verschwörungen (ISBN: 9783844543902)

Verschwörungen

Erscheint am 23.08.2021 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Alle Bücher von Umberto Eco

Cover des Buches Der Name der Rose (ISBN: 9783423210799)

Der Name der Rose

 (1.564)
Erschienen am 01.08.2008
Cover des Buches Das Foucaultsche Pendel (ISBN: 9783423211109)

Das Foucaultsche Pendel

 (343)
Erschienen am 18.12.2008
Cover des Buches Baudolino (ISBN: 9783423195256)

Baudolino

 (230)
Erschienen am 23.09.2011
Cover des Buches Der Friedhof in Prag (ISBN: 9783423142274)

Der Friedhof in Prag

 (164)
Erschienen am 01.06.2013
Cover des Buches Die Insel des vorigen Tages (ISBN: 9783446239081)

Die Insel des vorigen Tages

 (104)
Erschienen am 08.10.2011
Cover des Buches Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana (ISBN: 9783423134897)

Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana

 (106)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Die Geschichte der Schönheit (ISBN: 9783423343695)

Die Geschichte der Schönheit

 (53)
Erschienen am 01.11.2006

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Umberto Eco

Cover des Buches Der Name der Rose (ISBN: 9783423105514)W

Rezension zu "Der Name der Rose" von Umberto Eco

Auf der Suche der Wahrheit
Waldspaziergangvor 17 Tagen

Der Name der Rose enthält viele Gedanken. Gedanken zur Wahrheit und Wissenschaft, die zum Nachdenken anregen, zum Realisieren oder Überdenken seiner eigenen Meinung, seiner Überzeugung zum Thema. Eine Tiefe wird geöffnet in die einzudringen man eingeladen ist. Auch einige Andere Themen werden angesprochen, doch im Vordergrund steht die Suche der Wahrheit.          


William von Baskerville (eine Erinnerung an Sherlock Holmes weckend) und sein Begleiter Adson ermitteln in einer angesehenen Abtei in Italien, die überschattet wird von der mysteriösen, Nebel umwobenen Bibliothek, deren Betreten allen verboten ist.        
Eine dunkle Macht scheint umzugehen und immer wieder neue Opfer zu fordern. Hinweise, und Verdächtige gibt es genug. Doch die Zusammenhänge sind verworren. Nutzbringend ist auch nicht die Versammlung Königs- und Papsttreuer Gesandter, zu deren Besprechung William ausgesandt wurde und die zwischen den im Streit liegenden Parteien vermitteln soll. Ihr Ergebnis ist das noch deutlichere Zerwürfnis und die Verhaftung zweier Schuldiger, die die Taten nicht begangen haben, die man ihnen vorwirft.
 Nachdem alle Verdächtige, Einer nach dem Anderen, selbst zum Ofer wurden, blieb letztlich nur noch einer übrig, der von William schließlich gestellt, zum Äußersten schritt und in seinem Wahn die Schrift des Philosophen vor aller Augen bewahren zu müssen, sich selbst mit ihr vernichtet und dabei die ganze Bibliothek in Flammen setzt, mit der schließlich die ganze Abtei zugrunde geht.     


Ein entmutigendes Ende, wie schmerzlich die Vorstellung von brennenden Büchern und brennendem Fleisch doch ist. Auch William ist entmutigt, muss er am Ende feststellen, dass die Verschwörung, der er auf der Spur zu sein glaubte, nie existierte. Jeder Mord hatte seine eigenen Motive, hing ungebunden und eher zufällig mit den Anderen zusammen.


Manchmal zeigen mir Bücher neue Gedanken und manchmal helfen sie mir schon vorhandene Gedanken wahrzunehmen. Wie William glaube ich nicht an eine Wahrheit, keine die wir sehen können. Wie William glaube ich an eine Vielzahl, dutzende von Möglichkeiten, die wir nur durch Wahrscheinlichkeiten und Indizien gegen einander abwägen können. Und wie „Der Name der Rose“ so schön veranschaulicht ist am Ende wahrscheinlich keine von ihnen richtig.


In diesem Gedanken liegt für mich der Hauptwert des Buches. (Ich glaube darin eine Anleitrung für meinen wissenschaftlichen Bericht gefunden zu haben ;)) Daneben gibt es immer wieder mal schleppende Passagen über die Politik, Architektur, Religion der Zeit und die Visionen Adsons, nicht zu vergessen immer mal wieder kleine lateinische Texte, denen ich mit meinem drei Jahre zurückliegendem Schullatein nicht beizukommen vermag. Die Texte sind am Ende des Buches nachzuschlagen und auch die zuvor genannten Passagen, mag man sie sich Satz für Satz zu Gemüte führen und durch Nachschlagewerke ergänzen oder schon ein Vorwissen über die gegebenen Zustände haben, sind gewiss lehrreich. Doch ich sitze abends gemütlich in meinem Sessel warm eingewickelt in meine Decke weit entfernt von Laptop, Handy oder Duden, und so fielen mir genannte Passagen doch eher lästig und seufzend sehnte ich die Seiten mit mehr Absätzen herbei.


Ein letztes noch: den Titel des Buches finde ich genial! Auf Seite 590 fiel mir auf, dass er sich mir immer noch nicht recht erklären wollte. Ich vergaß darüber und dann auf der letzten Seite, im letzten Satz (den ich auch noch nachschlagen musste) fiel plötzlich alles perfekt ineinander.

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Cover des Buches Der Name der Rose (ISBN: 9783423210799)LaNasBuchclubs avatar

Rezension zu "Der Name der Rose" von Umberto Eco

Bruder William von Baskerville und sein braver Gehilfe Adson ermitteln!
LaNasBuchclubvor 18 Tagen

Der Name der Rose hat seinen Platz auf der Bestsellerliste wirklich verdient! So komplex und vielschichtig vereint dieser Roman auf geschickte Weise Elemente einer ausgeklügelten Kriminalgeschichte à la Agatha Christie mit dem geschichtlich geprägten Bild eines historischen Romans. Sogar Elemente einer Liebesgeschichte finden wir in diesen Seiten wieder. Die Geschichte ließe sich noch auf unzählige Arten interpretieren, aber das hier soll schließlich keine Analyse werden. 

Der Name der Rose beschreibt die Erlebnisse des jungen Benediktiners Adson von Melk rund um das Jahr 1327. Als "Chronist" übernimmt er die Funktion des Ich-Erzählers, der sich im hohen Alter und kurz vor dem Tod in der Verantwortung sieht, die schockierenden Ereignisse, deren Zeuge er in seiner Jugend wurde, nieder zu schreiben. 

Wir erfahren, dass er in dem fraglichen Jahr als Gehilfe und Schüler den scharfsinnigen Franziskaner William von Baskerville auf einer politischen Mission begleitet hat, die sie in eine wohlhabende Benediktiner Abtei führte. Diese Abtei ist der Haupt-Handlungsort des Romans.

Von der ursprünglichen Mission, nämlich ein Treffen zwischen den verfeindeten Parteien des Papstes und der Minoriten (Mönchsorden der Franziskaner) zu organisieren, wird William allerdings alsbald abgelenkt, als die Abtei von sonderbaren Ereignissen heimgesucht wird. Es ereignen sich eine Reihe mysteriöser Todesfälle, die sich niemand zu erklären weiß. War es gar der Teufel selbst?

Der Abt des Klosters bittet den geistreichen und modern eingestellten William darum zu ermitteln. Er und Adson zögern gar nicht erst und stoßen im weiteren Verlauf auf immer weitere Skandale, Geheimnisse und auf den ersten Blick unlösbare Rätsel. 

So viel erstmal zum Inhalt.

Ich will nicht vorenthalten, dass das Buch sprachlich eine Herausforderung ist. Der Leser wird häufiger mal mit Endlos-Sätzen konfrontiert, bis hin zu Seiten-langen Aufzählungen von historischen, philosophischen und theologischen Überlegungen des Chronisten. Es gibt lange Monologe und teilweise sehr verstrickte Dialoge. Auch lateinische Phrasen sind in einer recht sportlichen Anzal vertreten (In meiner Version, eine Hardcover-Auflage von 1982, fanden sich die jeweiligen Übersetzungen im Anhang.). Zuletzt kommt selbstverständlich auch die historisch angepasste Sprache hinzu.

Alles in Allem ist es kein Buch, das man Abends mal zum abschalten herausholt. Wenn man aber bereit ist, sich offen und aufgeschlossen auf die Erzählung einzulassen, wird man letzten Endes viel Freude mit dieser Geschichte haben.  

William und Adson wirken wie eine Neuinterpretation von Sir Arthur Conan Dolye's Sherlock und Dr. Watson, die sich in ihren Dialogen, wie auch ihrer Umgangsart hervorragend ergänzen. Nicht selten musste ich ein wenig grinsen, wenn der etwas naive und jungenhafte Adson sich die Funktionsweise der Welt durch seinen Lehrer erklären ließ. 

Der Plot rund um die Todesfälle trägt den Leser durch den Roman und man begleitet William und Adson bei jeder Überlegung, bei jedem Schritt den sie tun. Was mir auch sehr gefallen hat, ist dass der Verdächtigen-pool nicht großartig begrenzt war, sodass sich wirklich erst im späteren Verlauf erste Ahnungen Bahn gebrochen haben, wer denn der Täter sein könnte. Hinsichtlich der Todesfälle möchte ich nichts vorweg nehmen, aber jeder für sich hatte etwas Spektakuläres. 

Eco zeichnet darüber hinaus ein detailliertes Bild der Epoche, geht auf politische, besonders aber auch auf theologische Kontroversen ein, die für diese Zeit sehr prägend waren. Wer sich ein bisschen für den Einfluss der Kriche und des Glaubens auf die Gesellschaft interessiert, wird hier durchaus interessante Denkanstöße finden.

Wer sich gerne Mal an Klassiker heranwagt, wird mit der Name der Rose ein ganz wundervolles Exemplar  von Weltliteratur in die Hände bekommen. Wenn man also sprachlich aufgeschlossen ist und etwas Durchhaltevermögen beim Lesen an den Tag legen kann, wird man mit dieser Geschichte viel Freude haben. 

(Eine Empfehlung wäre übrigens auch die Hörbuch-Variante von Gert Heidenreich!!!)


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Cover des Buches Baudolino (ISBN: 9783844505764)Lorschi_Kabauters avatar

Rezension zu "Baudolino" von Umberto Eco

Großartig produziertes Hörspiel!
Lorschi_Kabautervor einem Monat

Ein sehr professionell produziertes Hörspiel, das ich bereits mehrere Male gehört habe. Dies ist aufgrund der Komplexität der Handlung allerdings auch notwendig, da manche Passagen beim ersten Hören etwas wirr erscheinen. Auch die Vielzahl an Charakteren kann zunächst überfordern. Die Sprecher sind aber wirklich alle hochprofessionell und kreieren eine angenehm geheimnissvolle Stimmung!

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Gespräche aus der Community

Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

Für den April haben wir uns als modernen Klassiker "Der Name der Rose" von Umberto Eco vorgenommen.

Wikipedia meint dazu:

Der Name der Rose ist der erste Roman des italienischen Schriftstellers Umberto Eco. Eco gelang damit ein Welterfolg. Das Buch erschien 1980 im italienischen Original als Il nome della rosa und 1982 in der deutschen Übersetzung von Burkhart Kroeber.

Das mehrschichtige Werk, Epochenporträt, philosophisches Essay und der äußeren Form nach ein breit angelegter historischer Kriminalroman, der anno 1327 in einer italienischen Benediktinerabtei spielt, entwirft in der Substanz ein lebendiges Bild des späten Mittelalters mit seinen politischen, sozialen und religiösen Konflikten. Es ist zudem mit zahlreichen Anspielungen auf die Gegenwart, besonders auf das Italien der 1970er Jahre, durchsetzt. Mit seiner Nachschrift zum Namen der Rose versuchte Eco, auch den in Mediävistik, Semiotik oder postmoderner Kultur weniger bewanderten Lesern einen Zugang zu den tieferen Schichten des Buches zu eröffnen.

Die Leserunde startet am 1. April.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen mitzulesen.

Viel Spaß!


83 Beiträge
LaLectures avatar
Letzter Beitrag von  LaLecturevor 4 Jahren
Diese Leserunde geht von der SUB-Abbau-Gruppe aus und richtet sich an alle die das Buch schon haben!!! :)
Starten soll die Runde Ende Juni und wir freuen uns über alle die teilnehmen möchten :)

Inhalt des Buches: Konstantinopel brennt! Die prachtvolle Hauptstadt des Byzantinischen Reiches – erobert, geplündert und in Brand gesetzt von den Rittern des Vierten Kreuzzuges. Einer von ihnen ist ein gewisser Baudolino aus dem Piemont. Den Kopf voller Flausen, Phantasien und Lügen, führt er uns durch ein historisches Panorama von überwältigender Breite.
42 Beiträge
kopis avatar
Letzter Beitrag von  kopivor 8 Jahren

Zusätzliche Informationen

Umberto Eco wurde am 05. Januar 1932 in Alessandria (Piemont) (Italien) geboren.

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