Umberto Eco Baudolino

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Inhaltsangabe zu „Baudolino“ von Umberto Eco

Baudolino, ein schlitzohriger Bauernbengel aus dem Piemont, biegt mit seinen dreisten Lügen den Lauf der Dinge um. Zum Beispiel im Jahr 1154, als der 13-jährige Baudolino dem großen Barbarossa einen Bären aufbindet. Fortan ist er als kaiserlicher Ziehsohn mit dabei, wenn Geschichte geschrieben wird: Und er lehrt uns die auch heute noch gültige Einsicht, dass Geschichtsschreibung in erster Linie die Fälschung von Geschichte ist. Warum wollte Barbarossa wirklich ins Heilige Land? Und war es tatsächlich ein Badeunfall, bei dem er unterwegs umkam? Wenn Baudolino die Gebeine der Heiligen Drei Könige für den Transport nach Köln aufmotzt, dem Kaiser die Heiligsprechung Karls des Großen vorschlägt, einen Brief des mythischen Priesterkönigs Johannes fingiert oder falsche Reliquien in Umlauf bringt, dann wird klar, dass die ausgefuchsten Medien- und Pressestrategien der Moderne ihren Ursprung im Mittelalter haben.

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  • Geschichte wird gemacht

    Baudolino

    Pongokater

    24. April 2016 um 11:28

    "Baudolino" zeigt zum einen den Weg eines italienischen Wunderknaben durch die Weltgeschichte zu Zeiten von Kaiser Barbarossa. Zum anderen zeigt Ecos Werk, dass die überlieferte Geschichte von Menschen in dem Sinne gemacht wird, dass sie bewusst oder unbewusst Erzählungen konstruieren, deren Ähnlichkeiten mit der "Wahrheit" (wenn es sie gäbe) rein zufällig sind. Auch in dieser Hörspielfassung nicht ohne Längen, insgesamt jedoch faszinierend.

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  • Rezension zu "Baudolino" von Umberto Eco

    Baudolino

    Sokrates

    18. December 2011 um 09:18

    Ein typischer Roman á la Umberto Eco: Erzählt wird die Geschichte des in Oberitalien geborenen Baudolino, der schon Zeit seiner Jugend von Visionen geplagt ist und nur durch Zuhören von ein paar Wortfetzen Sprachen anderer Völker lernen kann. Eines Tages - die Franken überrennen Norditalien - trifft er im Sumpf einen Reiter, der sich verlaufen hat: er will zum Lager der Franken zurück. Baudolino nimmt ihn mit zu sich nach Hause und am zeigt ihm an nächsten Tag des Weg zurück ins Soldatenlager. - Was ihn förmlich aus den Schuhen haut, ist schließlich die Nachricht, dass er keinem geringeren als König Barbarossa zurück zu seinen Leuten geholfen hat. Barbarossa nimmt ihn mit sich. Die Geschichte setzt schließlich in Konstantinopel ein, dass gerade von den Franken überrannt wird; Baudolino ist mit dabei, rettet aber einen griechischen Chronisten vor den besoffenen und marodierenden Franken. Baudolino scheint den Schreiber zu kennen, der hat jedoch daran keine Erinnerung mehr - er rettet ihn und seine Familie und Baudolino diktiert ihm im Folgenden seine "Memoiren", deren handschriftliche Notizen Baudolino vorher verloren gegangen waren. Und er hat eine erstaunliche Geschichte zu erzählen, die eigentlich politisch hoch brisant ist... -- Die Geschichte arbeitet nah an den historischen Fakten; der Leser sollte sich also - um nicht alles "einfach nur zu hören" - mit mittelalterlichen Begriffen und Ideen ein klein wenig vertraut sein. . Die Hörbuchfassung ist wie immer sehr mit Liebe zum Detail gestaltet. Bekannte Stimmen lesen den griechischen Schreiber, Bardolino oder den Erzähler. Wer das Buch nicht unbedingt lesen möchte, der ist auch sehr gut beraten, wenn er das Hörbuch liest.

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