Umberto Eco Der Friedhof in Prag

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Inhaltsangabe zu „Der Friedhof in Prag“ von Umberto Eco

Der Italiener Simon Simonini lebt in Paris, und er erlebt eine dunkle Geschichte: geheime Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an die deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden, Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre – und am Ende tauchen zum ersten Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes »Dokument« für die »jüdische Weltverschwörung «, das fatale Folgen haben wird. Umberto Eco erzählt eine Geschichte des 19. Jahrhunderts – eine Geschichte, die tief in die Vergangenheit eindringt und doch immer auch von unserer Gegenwart erzählt.

Die Dichte an historischen Fakten und Details ist beeindruckend, überlagert jedoch die Handlung, die verworren und langweilig bleibt.

— Katharina99

Sehr schwere Kost! Ich bin nicht über die ersten 10 Seiten gekommen. Zu diffus geschrieben. Ich weiß nicht mal worum es gehen soll. SCHADE!

— BuchTraeumerin

Schwerer einstieg aber dann ging's! Absolut empfehlenswert ;)

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein literarisches Meisterwerk! Wunderbar!

— faanie

Leider will Eco mit diesem Buch zu viel und verzettelt sich in allzu viel Klein-Klein historischer Fakten und Fiktionen.

— Kunstguerilla

Ich reihe mich ein: Obwohl ich "der Name der Rose" geliebt habe, habe ich dieses Buch nach einigen Kapiteln enttäuscht liegen lassen.

— Knigaljub

Musste nach kürzester Zeit aufgeben. Umberto Eco ist mit Sicherheit ein brillanter Schriftsteller.... Aber nicht für mich. Schade drum !

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Nur teilweise gelesen und aufgegeben. Unglaublich mühsam und zäh, obwohl die Handlung prinzipiell spannend sein könnte.

— Rabenprinzessin

Sehr zäh und schwer zu lesen. Muss mich teilweise sehr durchquälen

— Steffili

sehr anstrengend zu lesen, weil es so gut wie keine Spannungsbögen gibt.

— JetteM

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    • 1702
  • historisch, verworren und fragwürdig, aber nicht schlecht

    Der Friedhof in Prag

    dominona

    Ein Ekelpaket als Protagonist, kann das gut gehen? Sicher, wenn man es dem Leser überlässt, die Hauptfigur zu dekonstruieren und entsprechend einzuschätzen. Auch historisch hat der Roman Faktenwissen zu bieten und die Geschichte spielt mit dem Leser. Haben wir es mit einem schizophrenen Geist zu tun, pendelnd zwischen innerer Heiligkeit und Abschaum? Wenn man die eigene Zerrissenhei erstmal überwunden hat und anfängt zu begreifen, welches Netz Umberto Ecco im Zuge des Romans spinnt, wird er erst richtig interessant. So sollte ein historischer Roman sein!

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    • 3
  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ich muss gestehen, ich bin ein riesiger Fan von Umberto Eco und habe wohl die meisten seiner Romane gelesen - einen davon sogar ein Semester lang in der Uni durchgesprochen. Es ist immer wieder faszinierend wie viel Hintergrundwissen Eco zusammenträgt und in seine Romane einbindet. Vermutlich deshalb brauche ich meist etwas mehr Zeit, um Ecos Bücher zu lesen und möglichst viele Informationen in mich aufzusagen. So auch, wie eigentlich nicht anders zu erwarten, bei "Der Friedhof in Prag". Auf verschlungenen Wegen ist der Italiener Simon Simonini fernab der Heimat in Paris angelangt, wo er eines Morgens aufwacht und eine Erinnerungslücke wahrnimmt, die ihn schwer belastet. Da er vor einiger Zeit von einem jungen Arzt erfahren hat, dass Traumapatienten oft durch eine Gesprächstherapie ihr Trauma bewältigen können, beginnt er seine Erinnerungen ausgehend von seiner Jugend in Italien zu rekonstruieren. Als er nach einer Schlafpause sein Buch zur Hand nimmt muss er jedoch mit Schrecken feststellen, dass ein gewisser Dalla Piccola seine Einträge kommentiert hat. Wer ist dieser Fremde und warum erdreistet dieser Mensch sich, seine Erinnerungen zu kommentieren - ja regelrecht zu korrigieren und auszufüllen? Gemeinsam machen sich die beiden innerhalb des Notizbuchs daran, Simoninis Geschichte sowie die des Dalla Piccola aufzuarbeiten und begeben sich tief hinab in ein dunkles Geflecht aus Spionage, gefälschten Militärpapieren, Intriegen ohne Ende. Und alles läuft auf ein und dasselbe Feindbild hinaus: die Freimaurer und die Juden. Umberto Eco ist ohne Frage der Meister des historischen Romans. Angesiedelt im ausgehenden 19. Jahrhundert und damit nur wenige Jahrzehnte vor dem 2. Weltkrieg lässt er seinen Protagonisten ein ausuferndes Pamphlet erdichten, welches als Beleg für die jüdische Weltverschwörung herhalten soll. Mit Hinblick auf die späteren Geschehnisse in Deutschland wirklich erschreckend und faszinierend zugleich. Wie viel Macht doch von einem einfachen Blatt Papier ausgehen kann, wenn sich genug Menschen finden, die daran glauben bzw. glauben wollen. Besonders amüsiert hat mich Simoninis Betrachtung der verschiedenen Landsleute ganz zu Beginn des Romans. An keinem kann er wirklich ein gutes Haar lassen. So zieht er sowohl die Italiener und Franzosen als auch - und das fand ich wirklich amüsant - die Deutschen ein wenig durch den Kakao. Danke für diese hervorragenden Klischees

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    • 2

    NiWa

    06. November 2015 um 16:05
  • Alles im Foucaultschen Pendel schon mal dagewesen, nur besser.

    Der Friedhof in Prag

    DiagramLajard

    11. August 2015 um 18:43

    Es fängt großartig an: Der Anfang fängt die Stimmung einer düster-verkommenen Pariser Gegend um 1850 ganz genauso ein, wie sie Eugène Sue in seinen Geheimnissen von Paris sich nicht plastischer ausgemalt hätte: Das ist atmosphärisch dicht und hochintelligent geklaut. Was dann kommt, fällt aber stark ab: Ein völlig unglaubwürdiger Doppelgänger-Plot, ein Zettelkasten zur Geschichte der Verschwörungstheorien, alles sauber chronologisch geordnet runtererzählt, alles historisch genau recherchiert, alles im Foucaultschen Pendel schon mal dagewesen, nur besser. Gegen Ende wird es noch einmal stärker, da gibt es die Fälschung einer Satanistenclique inclusive Schwarzer Messe (Fünfzehnjährige werden das Buch an dieser Stelle nur noch in einer Hand halten können). Auch die Schlusspointe, dass Simonini bei einem Sprengstoffattentat beim U-Bahn-Bau ums Leben kommt, wie es die Fälscher der Protokolle der Weisen von Zion sich ausgedacht hatten, ist hübsch. Aber all die Seiten dazwischen muss man eigentlich nicht lesen.

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  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    Mr. Rail

    Kein zweiter Autor hat meinen Lebensleseweg so sehr begleitet; keinen zweiten Schriftsteller musste ich in Diskussionen über die moderne Literatur so vehement verteidigen und von keinem anderen Wortgenie besitze ich so viele Bücher, wie von Umberto Eco! Jedes einzelne seiner Werke musste ich mir intensiv “erarbeiten” und schon bei meiner ersten Lesereise an der Seite von Umberto Eco wurde mir klar, dass genau dies sein Anspruch ist. Seine Werke eignen sich nicht zum schnellen Genießen oder zum unreflektierten Lesen an der Oberfläche. Eco will mehr und ich war immer bereit, dieses “Mehr” zu geben. Unvergessene Glanzlichter meines bibliophilen Weges bleiben daher “Der Name der Rose” und “Das Foucaultsche Pendel” . Zu beiden Werken fand ich einen tiefen inneren Zugang, versorgte mich freiwillig mit Sekundärliteratur und habe die Leitmotive dieser historischen Romane bis zum heutigen Tag in meinem Lesegedächtnis gespeichert. Tempelritter, christliche Ordensstrukturen, Geheimgesellschaften und Verschwörungstheorien sind für mich immer mit dem Namen Umberto Eco verbunden. Wenn ich dann mit einigen seiner Romane so meine Probleme bekam und Handlungsstränge oder “rote Fäden” vergeblich zu finden versuchte, so lag dies augenscheinlich nur an mir selbst. Ich blieb ich bei “Die Insel des vorigen Tages” mehr als rat- und hilflos auf der literarischen Strecke und redete mir immer wieder ein, dass ich nicht bereit genug für diese Geschichte war. “Baudolino” und “Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana” konnten mich teilweise mit mir selbst versöhnen, ein leichtes Unbehagen jedoch blieb zurück. Inzwischen werde ich von dem Gefühl getragen, mit zunehmendem Alter (meinem eigenen und seinem) Umberto Eco immer mehr zu verlieren. Umso erwartungsvoller freute ich mich auf sein neues historisches Meisterwerk und konnte keine Sekunde widerstehen, bis sich “Der Friedhof in Prag” endlich in meine Eco-Lebensbibliothek einreihen konnte. Den Roman endlich in Händen halten zu dürfen, war schon ein Erlebnis für sich. Reichhaltig illustriert, prächtig dekoriert, die goldene Titelprägung mit transparentem Umschlag geschützt und in verschiedenen Schriftarten gedruckt. Ein Meisterwerk der Buchdruck-Kunst. Ich war begeistert! Und dann auch noch die verheißungsvolle Inhaltsangabe, die mich auf die Spuren “meines” alten und neuen Eco zurückführen würde. Das Paris der Belle Époque gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Sammelbecken aller philosophischen Strömungen seiner Zeit und Schmelztiegel jeder nur denkbaren Gruppierung, deren einziges Ziel es ist, die Weltherrschaft in spiritueller und politischer Weise an sich zu reißen. Jesuiten, Juden, Freimaurer, Geheimdienste, Regierungen, Kirchen und skrupellose Einzelgänger ziehen an den unzähligen Enden eines Gewirrs aus Machtfäden, um das jeweilige Gegenüber aus dem Gleichgewicht zu bringen. “Jeder gegen Jeden” und inmitten des Verschwörungsszenarios ein einzelner Akteur, der sich mordend, fälschend, intrigierend und konspirierend seinen Weg bis nach Paris gebahnt hat. Hauptmann Simon Simonini… eine schillernde und facettenreiche Figur… und wir Leser sitzen ehrfürchtig vor seinem Tagebuch. Ebenjener Simonini verändert den Lauf der Geschichte, indem er selbst eine Verschwörungstheorie in Umlauf bringt und mit den sogenannten “Protokollen der Weisen von Zion” den Nachweis des großen Plans zur Übernahme der Weltherrschaft durch das Judentum kolportiert. Diese Theorie bringt das schon erschütterte Gleichgewicht zwischen den einzelnen Strömungen gänzlich aus der Waage und ein wahnwitziger Tanz um die Macht beginnt. Der Regisseur des großen Dramas heißt Simonini, der in immer unterschiedlichen Verkleidungen und mit immer neu gefälschten Dokumenten den Flächenbrand von allen erdenklichen Seiten aus neu erfacht. Freimaurer, Jesuiten, Juden, Geheimdienste werden zu Marionetten seines Plans… Er selbst jedoch wird zunehmend verwirrt durch die Vielzahl der von ihm gespielten Rollen. Simonini verliert sich selbst in seinem Tagebuch. Und dann geschieht auf Seite 150 etwas, das ich mir selbst zunächst nicht eingestehen möchte. Ich beginne ins Bodenlose zu stürzen! Ich weiß plötzlich nicht mehr, wo Simonini beginnt und wo seine unzähligen Rollen enden – ich verliere den Überblick über die zahllosen Strömungen und Ideologien – kann die Fälschungen nicht mehr von den Originalen unterscheiden – beobachte ein immer konfurseres Tagebuch, in dem unser Protagonist inzwischen psychotische Einträge vornimmt und sich selbst zu jagen scheint (Freud hätte seine Freude gehabt) – ich weiß nicht mehr, ob ich mehr im Buch oder in google lese, um Hintergründe zu verstehen und letztlich überkommt mich allumfassende LANGEWEILE, da die eigentliche Handlung nicht mehr erkennbar ist. Aus dem grandios beginnenden Roman wird eine Loseblattsammlung der Verschwörungstheorien. Absichtlich durcheinander gewirbelt, nicht mehr zu ordnen und kaum noch inhaltlich nachzuvollziehen. Ich kämpfe mich weiter und scheitere bei jedem neuen Kapitel. PostIts und Querverweise verlieren ihre Bedeutung und ich erliege dem ungezähmten Spieltrieb Umberto Ecos. Der Betrug erreicht in “Der Friedhof in Prag” eine Dimension, die sogar den Leser um sein Leseerlebnis zu betrügen vermag. Ich fühle mich überfordert und mit Informationen überflutet. Ich finde keine Struktur und verliere den Halt in der Geschichte, da es keinen geeigneten Spannungsbogen mehr gibt, der mich das nächste Kapitel erlesen lassen möchte. Ein Spaziergang auf dem Friedhof in Prag ist spannender. Es ist meine Schuld – das ist mir wieder einmal klar. Das Feuilleton feiert diesen Roman als ein Meisterwerk. Ich war dem nicht gewachsen und mein deprimierendes Gefühl bleibt am Ende bestehen. Ich habe meinen Umberto Eco verloren. Mit großer Wehmut begrabe ich das Buch “an der Biegung des Flusses”. Dieses Zitat von Dee Brown ein wenig abwandelnd breche ich den Roman auf Seite 274 verwirrt ab, trage ihn für mich zu Grabe und werde trotzdem die Hochkultur Umberto Ecos in Ehren halten. Sie hat mein Leseleben verändert und geprägt. Aber auch Hochkulturen können untergehen… Wie einst am Wounded Knee. Diesen Artikel schrieb ich, wie einst Dee Brown mit Blut und Tränen! http://literatwo.wordpress.com/2012/08/15/begrabt-mein-buch-an-der-biegung-des-flusses/

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    • 4
  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. March 2013 um 18:22

    Umberto Ecos Der Name der Rose war vor dreißig Jahren der belletristische Knüller schlechthin: Damals konnte ich das Buch nicht zur Seite legen, fieberte durch die Geschichte hindurch, nur um im Anschluss gleich ein zweites Mal von vorne loszulegen. Darum konnte ich es auch kaum erwarten, das jüngste Werk meines italienischen Zweitlieblingsautoren nach der Buchmesse 2011 nach Hause getragen und mit einem Glas Rotwein zur Seite aufgeschlagen zu haben. Der Friedhof in Prag hat mich seither bis ins Folgejahr hinein beschäftigt; allerdings nicht, weil ich ihn zwei oder gar dreimal am Stück gelesen hätte, sondern vielmehr, weil es wahrlich einer Willensanstrengung bedurfte, nicht aufzugeben und den Roman nicht resignierend zur Seite zu legen. Dem Stoff mangelt es zwar nicht an Spannung. Der Roman handelt - wie bereits Der Name der Rose - zu historischen Zeiten, diesmal im neunzehnten Jahrhundert Italiens und Frankreichs: Der Protagonist, ein gewisser Simon Simonini, Jurist, Dokumentenfälscher und Feinschmecker, gerät in die politischen Grabenkämpfe zwischen Revolutionären, Freimaurern und Jesuiten. Er schlägt sich an wechselnden Fronten durch, wobei er mehr und mehr am Rande der Schizophrenie agiert. Nun komme ich zurück auf das "zwar" aus dem letzten Absatz. Der Plot um Simonini hat manchmal fast schon etwas James-Bondiges; unglaublich, dass es dem Protagonisten immer wieder gelingt, dem Tode zu entrinnen. Die Spannung wird jedoch stets aufgezehrt durch äußerst langatmige Betrachtungen und Erzählungen - ja, ich muss es leider so benennen: Tiraden - Simoninis über die im Hintergrund handelnden Gruppierungen, die Juden, Jesuiten, Freimaurer, Anarchisten, Nervenärzte und Nervenkranke ... Sie merken schon, verehrte(r) LeserIn, es geht in die Tiefe im Friedhof in Prag aber auch deutlich in die Breite, in epische Breite. Dabei lesen sich die Begegnungen Simoninis wie abgeschrieben aus einer Liste des Who is Who des vorletzten Jahrhunderts. Er hat sie alle getroffen: Sigmund Freud, den Partisanen Garibaldi, den französischen Verräter Dreyfus ... Man mag es irgendwann nicht mehr glauben, wenn wieder ein historischer Promi auftaucht, an dessen Untergang Simonini maßgeblich beteiligt gewesen sein soll. Ein Verdacht drängt sich auf: Hat sich womöglich kein Lektor gefunden, dem Meister die Stirne zu bieten, um ihn an den Grundsatz der Belletristik zu erinnern? Kürzen, kürzen, kürzen! Ach, nee! - Der Friedhof in Prag hat mich wahrlich nicht vom Hocker gerissen. Darum vergebe ich hier gerade mal zwei von fünf möglichen Sternen. Und der Promibonus für Eco ist da schon maßgeblich mit drin.

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  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    11heute

    13. January 2013 um 10:38

    nicht wirklich spannend

  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    Mina - Das Irrlicht

    14. December 2012 um 17:23

    Also, ich muss wohl ein für alle Mal vor Eco kapitulieren. Das war nun das dritte Buch, dass ich von ihm lesen wollte und das dritte, das ich nach wenigen Seiten weglegte. Ich mag einfach seine verschachtelten Sätze nicht, seine Assoziationskette von der ersten Seite an, sind einfach nur anstrengend für mich...

  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    FranziDerBuecherWurm

    13. December 2012 um 22:59

    Simon Simoninis ein Jurist aus Turin, verdient sein Geld in Paris mit Fälschung von Dokumenten. Simon ist mehreren Intrigen und Verschwörungen zwischen Frankreich, Deutschland und Piemont verwickelt, zwischen Juden und Freimauer. Doch am Anfang des Buches kann sich Simon wegen eines traumatischen Ereignisses nicht mehr erinnern und so versucht er jede Einzelheit in einem Tagebuch zusammenzufassen. Nach seinem ersten Eintrag stellt er fest dass auch ein anderer in sein Tagebuch geschrieben hat. Ein gewisser Abbé Dalla Piccola. Stück für Stück schreibt jeder seine Erinnerungen auf und am Ende fügt sich dann alles zusammen. Der Wechsel zwischen den Erinnerungen macht das Buch spannend und man tritt in eine Zeit ein in der der Juden Hass sehr groß ist und sie für alles verantwortlich gemacht werden. Diese Verschwörungstheorien lassen uns heute Schmunzeln aber damals war es so üblich.

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  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    Schleiereule

    12. December 2012 um 17:51

    "Der Passant, der an jenem grauen Morgen im März 1897 auf eigene Gefahr die Place Maubert überquert hätte [...], wäre in eines der wenigen Viertel von Paris gelangt, das von den Planierungen des Barons Haussmann verschont geblieben war, ein Gewirr übelriechender Gassen, zerschnitten vom Lauf der Bièvre, die damals dort aus den Eingeweiden der Metropole herauskam, in denen sie so lange eingepfercht gewesen war, um sich fiebernd, gurgelnd und voller Würmer in die nahe Seine zu ergießen." In diesem verwinkelnden, untergründigen Paris Ende des 19. Jahrhunderts spielt die Geschichte Simon Simoninis, eines Juristen aus Turin, der sich seinen Lebensunterhalt mit dem Fälschen von Dokumenten verdient. In dieser Rolle wird er verwickelt in ein enges Geflecht aus Verschwörungen und Intrigen zwischen Frankreich, Piemont und Deutschland, zwischen Freimaurern, Juden und Revolutionärbewegungen. Zu Beginn des Romans allerdings kann sich Simonini an all diese Dinge nicht erinnern - er hat sein Gedächtnis über bestimmte Zeiträume schlicht verloren. Mit der Vermutung, er könne aufgrund irgendeines traumatischen Ereignisses eine gespaltene Persönlichkeit entwickelt haben, um es zu verdrängen, wie es ihm sein Bekannter Sigmund Froide (Freud) erläutert hat, beginnt er, ein Tagebuch zu führen, in dem er nach und nach neben den aktuellen Geschehnissen seine Vergangenheit rekonstruiert. Es melden sich abwechselnd Simonini, sein vermutlich Alter Ego Abbé Dalla Piccola sowie ein namenloser Erzähler zu Wort und fügen die Puzzleteile des Geschehens zusammen, bis der Leser am Ende die Zusammenhänge klar vor sich ausgebreitet sieht. Ich persönlich habe diese Perspektivenwechsel als spannend und nicht verständnishinderlich empfunden, was aber nicht auf jeden zutreffen mag. Deswegen würde ich allen Interessierten empfehlen, in das Buch erst einmal hineinzulesen und auszuprobieren, ob sie sich damit anfreunden können. Ist das der Fall, wird man mit einer wendungsreichen Geschichte belohnt, die ein scharfes Abbild der oft abergläubische und antisemitische Tendenzen in sich tragenden Gesellschaft der Belle Époque zeichnet. Aufgrund der Anmerkung des Autors, die meisten Charaktere und Geschehnisse seien realen Personen nachempfunden, wenn auch teilweise unter anderen Namen, durchaus glaubwürdig, so aberwitzig diese Überzeugungen und Verschwörungstheorien für uns heutzutage klingen mögen. Das Thema Antisemitismus ist übrigens ein sehr zentrales innerhalb des Buches; es wird deutlich, wie er sich in jener Zeit in Europa verbreitete und die Grundlage beispielsweise für den Judenhass im Nationalsozialismus schuf. Durch das Aufgreifen derartiger Themenbereiche gewinnt "Der Friedhof in Prag" einen ernsthaften Hintergrund, regt jedoch durch die skurrile Darstellung der Personen und ihrer Handlungen gelegentlich zum belustigten Kopfschütteln an. Ein spannender geschichtlicher Roman, welcher sich, wenn einem denn der Erzählstil zusagt, auch noch ausgesprochen fllüssig und angenehm lesen lässt.

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  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    David_Gray

    25. November 2012 um 11:19

    Das beginnt, wie einer der Eco-Romane, die so viele von uns lieben, es liest sich weiter wie genau einer dieser Umberto Eco Titel, um schließlich …auszufransen. Was dann den Punkt markiert an dem Eco, der schelmisch geniale Literaturkenner, Historiker, aber vor allem Semiotiker das Zepter übernimmt. Das ist schon große Kunst, liebe Freunde des geschrieben Wortes. Wenn auch zweifellos, weder sehr publikumstauglich, noch Feuilletonkonform. Aber gerade deswegen: Hut ab vor diesem Buch, dem sehr durchdachten literarischen Konzept dahinter und dem Mut das überhaupt so machen.

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  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    Sundowner

    27. May 2012 um 13:17


  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    Lincoln

    22. April 2012 um 15:37

    Ein Buch, dass der Rubrik historischer Roman zurecht zugeordnet werden kann. Jede einzelne Seite fundiert und als Leser wird man spielerisch durch die Geschichte geführt und erfährt so viel wissenswertes nebenbei. Für 5 Sterne fehlen nur zwei Dinge: Die für mich persönlich zu langatmigen Passagen zum Essen und das wirklich offene Ende. Ansonsten ein intelligentes Buch für intelligente Leser, dass man sich durchaus aber erarbeiten muss.

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  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    loewenkind

    17. April 2012 um 14:11

    Ein Buch voller Intrigen, Fälschungen, Hass und Verschwörungen. Es ist wie ein Tagebuch aufgebaut, das abwechselnd von Simonini, einem Fälscher, Mörder und Intriganten, und seinem Alter Ego Dalla Piccola geschrieben wird, unterbrochen von Zusammenfassungen bzw. Erläuterungen eines objektiven Erzählers. Es ist nicht ganz einfach zu lesen, da man über unzählige Namen und historische Begegebenheiten stolpert. Ich habe jedoch dem Impuls, alles im Internet nachzulesen, widerstanden und einfach drübergelesen, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen. Am besten gefiel mir an dem Buch sein besonderer Humor und die Klugheit, mit der Eco das Entstehen von Verschwörungstheorien analysiert. Ich empfand den Roman oft auf zynische Weise witzig, er nimmt Jeden und Alles auf die Schippe und ist bitterböse. Die Leichen im Keller von Simonini häufen sich buchstäblich und er hat überall seine Finger im Spiel. Habe mich beim Lesen häufig köstlich amüsiert! Gleichzeitig wird zwischen den Zeilen deutlich, welche schrecklichen Folgen Verschwörungstheorien und Vorurteile (sprich: Holocaust u. a. Verfolgungen) haben können. Auch wenn ich sicher nicht alles an dem Buch verstanden habe, habe ich es immer gern zur Hand genommen und war fasziniert, was Eco da geschaffen hat. Bestimmt kein Buch für die Masse, aber wenn man sich darauf einlässt, entdeckt man Vieles, über das man nachdenken, schmunzeln und erschrecken kann.

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  • Rezension zu "Der Friedhof in Prag" von Umberto Eco

    Der Friedhof in Prag

    Elwe

    17. January 2012 um 23:49

    Eigentlich bin ich ein großer Bewunderer von Umberto Eco, und seine früheren Bücher wie 'Das Focaultsche Pendel' oder 'Name der Rose' habe ich begeistert gelesen. 'Der Friedhof von Prag' allerdings hat mich geschafft, bevor ich das Buch schaffen konnte - nach nicht einmal hundert Seiten gebe ich erschöpft auf. Das Buch ist ein Zeugnis von der überragenden, allumfassenden Bildung des Autors, der in der Lage ist, Romane im Stil der jeweiligen Epoche zu schreiben - der sich allerdings in diesem Fall auch irrsinnig anstrengend liest. Die Handlung erstickt unter der Überfülle an Details, Seitenstories, Geschwätzigkeit des Protagonisten, der zig Schwänke zu erzählen hat, zu jeder Bagatelle seine Meinung ausführlichst darlegen muss. Damit zeichnet Eco zwar ein äußerst üppiges Zeitengemälde eines Mannes jener Tage, aber verliert mich als Leser, weil ich wiederum nach kurzer Zeit den roten Faden verliere - oder ihn vielleicht nie so richtig gefunden habe. Das Buch erschlägt mich mit seiner Fülle, und darüber geht mir der Unterhaltungswert verloren. Tatsächlich ist man mit einem Stoß Lexika ähnlich gut bedient, nur dass die besser strukturiert sind. Also - Respekt vor der Wahnsinnsleistung dieses Romans, aber für mich ist er leider unlesbar.

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