Umeswaran Arunagirinathan

 4 Sterne bei 2 Bewertungen

Lebenslauf von Umeswaran Arunagirinathan

Vom Obstverkäufer zum Herzchirurgen: Der 1978 in Sri Lanka geborene Umeswaran Arunagirinathan flüchtet mit gerade mal 12 Jahren vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat. Auf einem Schlepper wird er über Singapur und Dubai ins westafrikanische Togo geschleust. Von dort aus kommt er alleine nach Deutschland, wo er bei einem Onkel in Hamburg unterkommt. Schon als Schüler droht ihm immer wieder die Abschiebung, doch schließlich schafft er es als Assistenzarzt ans Hamburger Herzklinikum und wird eingebürgert. Heute arbeitet er in Bad Neustadt, wo sich eine der größten Herzkliniken Deutschlands und Europas befindet. 2005 erscheint sein Autorendebüt, eine Biografie über seine Odysee von Sri Lanka nach Deutschland.

Alle Bücher von Umeswaran Arunagirinathan

Der fremde Deutsche

Der fremde Deutsche

 (1)
Erschienen am 01.11.2017
Allein auf der Flucht

Allein auf der Flucht

 (1)
Erschienen am 01.09.2005

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Knigaljubs avatar

Rezension zu "Der fremde Deutsche" von Umeswaran Arunagirinathan

Offener Erfahrungsbericht eines beeindruckenden Menschen
Knigaljubvor 5 Monaten

Umeswaran Arunagirinathan hat geschafft, wovon viele andere Flüchtlinge noch träumen: Er arbeitet in seinem Wunschberuf als Herzchirurg, verdient genug Geld, um seine Familie auf Sri Lanka zu unterstützen, hat einen deutschen Pass und fühlt sich in Hamburg Zuhause.

Wenn man bedenkt, dass er mit 12 Jahren ganz allein hier angekommen ist, kann man nur den Hut vor seiner Leistung ziehen. Umso empörender fand ich die im Buch geschilderten Passagen, in denen er von Diskriminierung seitens anderer Deutscher berichtet. 
Der Untertitel "Leben zwischen den Kulturen" bezieht sich meines Eindrucks jedoch nicht nur auf die srilankanische im Vergleich zur deutschen Kultur, sondern auch und vor allem auf die Unterschiede zwischen seiner norddeutschen Heimat und dem für seine Ausbildung bezogenen Wohnort in Bad Neustadt sowie auf die eigene hinduistische Kultur im Vergleich zur muslimischen Kultur seiner afghanischen Wahlfamilie. Inwiefern hier Umes' privates Liebesleben, das nicht allen kulturellen Anforderungen gerecht werden kann (seine Familie drängt bspw. zur Heirat, was für Umes nicht vorstellbar ist), mitgemeint ist, kann spekuliert werden.

Beeindruckt hat mich an diesem Buch vor allem die schonungslose Offenheit, mit der Umes von erfahrenen Diskriminierungen (unterschiedlicher Art) und eigenen Gefühlen berichtet.
Gefehlt hat mir hingegen ein bisschen das, was der Klappentext versprach: Zwar schildert der Autor seine eigenen Erlebnisse und äußert seine Ansichten, aber dass er (nebenbei noch) "Möglichkeiten, Erwartungen und Probleme einer Integration" im Allgemeinen auslotet, fand ich jetzt nicht unbedingt. Auf den Bürgerkrieg in Sri Lanka wurde glücklicherweise zum Schluss noch etwas eingegangen und auch die Schilderung einer traditionellen Bestattung fand ich sehr interessant, aber mich hätte es auch nicht gestört, noch ein wenig mehr über die tamilische Kultur zu lesen.

Fazit:
Ein interessanter Bericht über einige Lebenspassagen eines sympathischen Mannes, der es beeindruckend weit gebracht hat - mit sehr privaten Einblicken, aber ein bisschen zu wenig "Allgemeinem".

Kommentare: 1
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Schattenkaempferins avatar

Rezension zu "Allein auf der Flucht" von Umeswaran Arunagirinathan

Rezension zu "Allein auf der Flucht" von Umeswaran Arunagirinathan
Schattenkaempferinvor 8 Jahren

Klappentext:

“Allein auf der Flucht“ ist die bewegende Geschichte eines Jungen, der nur eines wünscht: in Frieden zu leben.
Aufgewachsen im Bürgerkriegsgebiet auf Sri Lanka, gelingt es seiner Mutter, ihm im Alter von zwölf Jahren mit Hilfe von Schleppern die Flucht zu ermöglichen. Sein in Deutschland lebender Onkel will ihn aufnehmen. Allein reist er zunächst nach Singapur. Was folgt, ist eine Odyssee, die ihn erst über viele Umwege zum Ziel führen wird.
Anschaulich schildert Umes die Einzelheiten seiner Flucht und gibt Einblicke in ein weitgehend unbekanntes Thema. Die Hintergründe des Bürgerkrieges auf Sri Lanka werden ebenso beleuchtet wie die Situation von Kinderflüchtlingen und jungen Ausländern in Deutschland.
Umeswaran Arunagirinathans Bericht soll Aufmerksamkeit erzeugen für ein von der westlichen Welt weitgehend ignoriertes Problem: Der Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen auf der Urlaubsinsel Sri Lanka dauert an, die Kämpfe und das Elend der armen Bevölkerung kosten fast täglich Menschen das Leben. Gleichzeitig ist sein Bericht ein Plädoyer für Toleranz und eine Geschichte, die Mut machen soll.

Der Autor:

Umeswaran Arunagirinathan wurde 1978 auf Sri Lanka geboren. Er lebt heute in Lübeck und studiert dort Medizin. (Anm.: Stand 2006)

Rezension:

Eigentlich würde der Klappentext als Rezension ausreichen – er sagt bereits viel darüber aus, worum es in dem Buch geht. Und doch muss noch vieles zusätzlich erwähnt werden, was dieses Buch auszeichnet. Und um vieles zu begreifen, muss man das Buch selbst in die Hand nehmen und lesen.

Arunagirinathan ergreift in seinem biographischen Bericht über seine Flucht aus seinem Heimat- in ein ihm unbekanntes Land den Leser mit Einblicken in die Kultur und Mentalität sowie persönlichen Eindrücken und Erfahrungen, außerdem vermittelt er Wissen und Fakten die Tamilen betreffend. Dieses Buch ist weder ein Roman noch ein Lexikon, sondern ein geschickt geflochtenes Zusammenspiel von beidem.
Mit zwölf Jahren von seiner Mutter auf die Flucht geschickt, durchquert Arunagirinathan mehrere Kontinente, um nach knapp acht Monaten von einem Onkel in Hamburg aufgenommen zu werden. Seine Reise schildert der Autor sehr einfühlsam und eindrucksvoll, manches Mal spürt man sehr stark die Verzweiflung, dass er seine Familie (unter anderem die Eltern und die geliebten Großeltern) zurücklassen musste und nicht in Kontakt mit ihnen treten konnte, und die Angst, entdeckt und nach Hause geschickt zu werden, zwischen den Zeilen.

Man merkt dem Buch nicht an, dass Deutsch nicht die Muttersprache Arunagirinathans ist. Ob dabei das Lektorat eine sehr gute Arbeit geleistet oder der Autor selbst die Sprache so verinnerlicht hat, sei dahin gestellt. Mit einfachen Worten schafft dieses Buch eine bedrückende Stimmung, als Leser hat man mehrmals einen Kloß im Hals.
Was als traumhaftes Urlaubsparadies bekannt ist, wird in „Allein auf der Flucht“ als Kriegsgebiet bekannt gemacht. Ein Krieg, der auch viele Jahre nach dem Weggang des Autors tobt und vielen Bürgern das Leben kostet oder zur Hölle macht.

Fazit:

„Allein auf der Flucht“ ist ein Reisebericht, der hinter die Kulissen blicken lässt; ein Erfahrungsbericht, der mitreißt; eine Erzählung, die nachdenklich macht und die Augen öffnet. Jeder, der Sri Lanka als Urlaubsziel in Erwägung zieht, sollte sich mit dem im Buch beschriebenen Thema auseinander setzen – Frieden fängt bei einem selbst an.

Wertung:

Auf eine Bewertung wird auf Grund der persönlichen Hintergründe verzichtet.

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Umeswaran Arunagirinathan wurde am 01. Januar 1978 in Sri Lanka geboren.

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