Unda Hörner

 4,1 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von 1919 - Das Jahr der Frauen, Unter Nachbarn und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Unda Hörner

Unda Hörner studierte Germanistik und Romanistik in Berlin und Paris, promovierte 1993 über die Schriftstellerin Elsa Triolet und lebt als freie Autorin, Herausgeberin, Journalistin und Übersetzerin in Berlin. Bei ebersbach & simon von ihr u.a. erschienen: »1919 – Das Jahr der Frauen«, »1929 – Frauen im Jahr Babylon«, »Kafka und Felice«, »Am Horizont der Meere. Gala Dalí«.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Zauberberg ruft! Die Boheme in Davos (ISBN: 9783869152578)

Der Zauberberg ruft! Die Boheme in Davos

Erscheint am 19.01.2022 als Hardcover bei Ebersbach & Simon.

Alle Bücher von Unda Hörner

Cover des Buches Auf nach Hiddensee! (ISBN: 9783934703605)

Auf nach Hiddensee!

 (3)
Erschienen am 15.08.2003
Cover des Buches Am Horizont der Meere (ISBN: 9783869151892)

Am Horizont der Meere

 (3)
Erschienen am 21.08.2019
Cover des Buches Die realen Frauen der Surrealisten (ISBN: 9783518393161)

Die realen Frauen der Surrealisten

 (2)
Erschienen am 12.01.1998
Cover des Buches Im Dreieck (ISBN: 9783518394519)

Im Dreieck

 (2)
Erschienen am 19.10.1999
Cover des Buches Nancy Cunard (ISBN: 9783869152264)

Nancy Cunard

 (1)
Erschienen am 20.01.2021
Cover des Buches 1929 (ISBN: 9783869152134)

1929

 (1)
Erschienen am 19.08.2020
Cover des Buches Liebeserklärung an eine häßliche Stadt (ISBN: 9783518394335)

Liebeserklärung an eine häßliche Stadt

 (1)
Erschienen am 18.11.1998

Neue Rezensionen zu Unda Hörner

Cover des Buches Nancy Cunard (ISBN: 9783869152264)Julia79s avatar

Rezension zu "Nancy Cunard" von Unda Hörner

Black lives matter in den 1920ern
Julia79vor 9 Monaten

Nancy Cunard war reich, man muss es so sagen, doch sie hasste es. Die privilegierte Londoner Gesellschaft, die nur sich und ihre Partys im Sinn hatte. Die junge Frau hat sich früh aufgelehnt, selbst zum Außenseiter gemacht in dem Umfeld, indem sie aufwuchs. Intelligent war sie und extravagant, sie wollte auffallen. Und sie hatte die Mittel, sich ohne auf Gewinn und Verlust zu achten Herzensprojekten zu widmen. Sie wurde Teil der Kunstszene in Paris und gründete 1925 einen eigenen Verlag, die "Hours Press" und veröffentlichte dort handverlesen und hochwertig Gedichte und Schriften sowohl namhafter und unbekannter Autoren. 1934 widmete sie sich einer Anthologie über afrikanische Kunst und Künstler, alles darum faszinierte sie. Sie nannte sie "Negro". 

Über die folgenden Jahre war ihr Aktivismus gegen Ausgrenzung und Intoleranz bemerkenswert, so veröffentlichte sie beispielsweise im zweiten Weltkrieg ein Pamphlet, "The white man's duty", das dazu aufrief, Menschen aus den Kolonien gleichberechtigt zu behandeln. Diese wurden derzeit zum Kampf gegen den Faschismus in Europa herangezogen. "Unter den farbigen Menschen in den Kolonien herrscht der Gedanke: Wenn in Großbritannien Not am Mann ist, dann werden wir gebraucht, aber hinterher ist alles wie zuvor." (S. 109). Ein Journalist aus Trinidad, George Padmore unterstützte bei ihrem Kampf, sie forderten "gleiche Rechte wie die Weißen in sämtlichen Lebensbereichen."

Mehr will ich gar nicht erzählen, ich kann euch dieses wunderbare Buch sehr empfehlen! Unda Hörner hat in dieser  spannenden Biografie viel über die Verhältnisse in den 20er- und 30er-Jahren zur Sprache gebracht, auf eine ganz angenehme Erzählweise. Sie ist kurz gehalten aber sehr präzise und verschafft einem einen guten Eindruck über eine Frau, der vieles keine Ruhe gelassen hat und die den Traum hatte, die Welt zu verbessern. 

Kommentare: 6
14
Teilen
Cover des Buches Unter Nachbarn (ISBN: 9783518396711)Henri3tt3s avatar

Rezension zu "Unter Nachbarn" von Unda Hörner

Unentschlossen
Henri3tt3vor einem Jahr

Bei diesem Buch hatte ich den Eindruck, dass die Autorin sich nicht so recht entscheiden konnte, worum es ihr geht. Ja, das mit den Nachbarn zieht sich meist als roter Faden durch die Kapitel und das hat mir als Thema auch sehr gut gefallen. Manche Nachbarn sind bedrohlich, andere werden zu Liebhabern oder Freund'innen, manche hört man nur, einige sieht man nur als Schatten an der gegenüber liegenden Brandschutzmauer. Allerdings gibt es auch Kapitel, die gar nichts mit Nachbarn zu tun haben, sondern z.B. mit dem Großvater der Ich-Erzählerin. Diese heißt übrigens auch Unda. Das Buch ist aber angeblich ein Roman. Ich vermute mal, dass es ein sehr autobiografischer Roman ist. Sie schreibt über das Leben in (West-)Berlin in den 80er und 90er Jahren und manches habe ich auch so erlebt. Anderes ist mir aber total fremd.

Auch im Stil wechselt sie immer wieder zwischen distanziert und berührend, derb und intellektuell, philosophisch und oberflächlich.

Insgesamt war es ganz interessant zu lesen, aber ich würde auch nichts vermissen, wenn ich es nicht gelesen hätte.

Kommentieren0
1
Teilen
Cover des Buches Am Horizont der Meere (ISBN: 9783869151892)RosaEmmas avatar

Rezension zu "Am Horizont der Meere" von Unda Hörner

Die surrealistische Göttin
RosaEmmavor 2 Jahren

Sie war seine nie versiegende Inspiration, seine zweite Seelenhälfte und seine abgöttische große Liebe: Gala, die Frau und Muse des Surrealisten-Genies Salvador Dalí, die ihren eigenen Mythos schuf und sich mit großer Öffentlichkeitswirksamkeit selbst inszenierte. Dalí ließ sie in all ihrem Glanz scheinen, verewigte sie in seiner Kunst und räumte ihr einen ebenbürtigen Platz an seiner Seite ein. Damit stand er im krassen Gegensatz zu Künstlergrößen wie Pablo Picasso, der niemand anderen neben sich duldete und dessen ebenso talentierte Frauen - wenn überhaupt - nur schmückendes Beiwerk waren. 

In ihrem neuen Roman Am Horizont der Meere: Gala Dalí lässt Unda Hörner, die ihre Leserschaft schon mit Kafka und Felice begeisterte, das bewegte Leben dieser einzigartigen Frau Revue passieren, die gleichermaßen faszinierte wie polarisierte. Hörner geht zurück zu Galas Anfängen, als die gebürtige Russin noch Helena Diakonova hieß, und rekonstruiert in dieser detailliert recherchierten und exzellent geschriebenen Geschichte ihren Weg von der fragilen, tuberkulosekranken jungen Frau bis hin zur strahlenden, künstlerischen Ideengeberin, cleveren Managerin und zum favorisierten Modell ihres exzentrischen Maler-Gatten Dalí, an dessen Seite sie endlich als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen wurde. 

Junge Liebe

Als die 18-jährige Helena, die sich Gala nennt, 1912 bei einem Sanatoriumsaufenthalt in Davos den jungen Paul Éluard kennenlernt, ist sie fasziniert. Paul ist der Sohn eines erfolgreichen Pariser Immobilienmaklers, doch er hat wenig Lust, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Er träumt davon, ein großer Dichter zu werden und besitzt auch ein außergewöhnliches Gespür für Sprachschönheit, was er beim Rezitieren seiner Lieblingsverse zum Besten gibt. Gala fühlt sich sofort zu ihm hingezogen, lässt sich mitreißen von seinem künstlerischen Genie und verfasst mit ihm gemeinsam avantgardistische Gedichte. Heimlich verloben sich die beiden Liebenden, obwohl ihre Familien wenig begeistert von ihrer Wahl sind.

Bourgeoise Langeweile

Auch der beginnende Krieg 1914 kann dem Paar und ihrer Liebe auf Distanz nichts anhaben. Schließlich ladet Pauls Familie Gala nach Paris ein, und sie spürt zum ersten Mal einen Hauch von großer Welt. Doch schnell langweilt sie sich in ihrer neuen bourgeoisen Umgebung. Gala ist schon früh klar, dass sie entgegen der damaligen Rollenverteilung keine geborene Hausfrau ist und auch niemals werden will: Sie hasst die häuslichen Pflichten und kann mit den Ratschlägen ihrer zukünftigen Schwiegermutter nicht viel anfangen.

Als Paul und Gala schließlich inmitten der Kriegswirren heiraten, erhofft sie sich Unabhängigkeit. Doch ihre Schwangerschaft macht zunächst all ihre Pläne zunichte. Als Töchterchen Cécile geboren wird, stellen sich bei Gala keinerlei Muttergefühle ein. Sie will ihr Leben genießen, sich weiterbilden und schließt sich lieber Paul und seinen neuen Freunden der Dadaismus-Bewegung um den charismatischen André Breton an. Die jungen Männer sprühen vor Kreativität und innovativen Gedanken, doch auch hier fühlt sich Gala nicht wirklich zugehörig, denn als Frau bleibt sie "unsichtbar".

Desillusionierende Ménage à trois

Gala beginnt - nach Aufforderung von Paul - eine Affäre mit dem deutschen Maler Max Ernst, Mitbegründer der Kölner Dada-Gruppe. Da Pauls Auslegung des avantgardistischen Dada-Lebenskonzeptes auch die freie Liebe beinhaltet, ist er fasziniert von dieser Ménage à trois: Er bewundert Max Ernst sehr und fühlt sich durch dessen Interesse an seiner Frau geschmeichelt. Dies gilt jedoch nicht für Ernsts Frau, Lou, die Gala für eine eitle und selbstgefällige Egomanin hält, die ständig im Mittelpunkt stehen will und der die Gefühle anderer völlig egal sind. Aber auch Gala kann diesem neuen Arrangement nicht wirklich etwas abgewinnen und fühlt sich gegen ihren Willen "herumgereicht", obwohl sie Max als Mann faszinierend findet - nicht zuletzt, weil er sie des Öfteren zum Bestandteil seiner Kunst macht.

Der Reiz der für die Öffentlichkeit skandalösen Dreiecksbeziehung ist schnell verflogen. Gala erkennt die Verlogenheit des als modernistisch angepriesenen Lebensmodells, das in ihren Augen lediglich als Deckmantel zum Ausleben männlicher Fantasien dient. Und so hängt auch ihre Ehe mit Paul nur noch an einem seidenen Faden. Beide flüchten sich in Affären, beschließen aber nach einer Aussprache, es nochmals miteinander zu versuchen.

Schicksalhafte Begegnung in Cadaqués

Ihr Weg führt sie ins spanische Cadaqués, wo sie einen jungen, äußerst talentierten Maler treffen, dessen Exzentrik selbst für Gala gewöhnungsbedüftig ist: Salvador Dalí, charismatisch und scheinbar ziemlich verrückt, provoziert mit seinen Bildern, die jedes Tabu brechen. Er ist Surrealist im wahrsten Sinne des Wortes und beeindruckt die zehn Jahre ältere Gala mit seiner Authentizität und seinem wahnwitzigen Charme. Was als Affäre beginnt, wird zur großen Liebe, gegen die selbst Paul nichts ausrichten kann. Dalí macht Gala zu seiner Göttin, sie macht ihn zu einem der reichsten - und, wie man sagt, glücklichsten - Maler seiner Ära. Und schließlich wird sie durch seine maßlose Liebe und madonnenähnliche Verehrung das, was sie sich stets gewünscht hat: Sie wird als eigenständiges kreatives Individuum an seiner Seite sichtbar.

Brillante Hommage an eine singuläre Frau und starke Persönlichkeit

Unda Hörners Roman ist eine sehr gelungene Hommage an Gala Dalí, eine singuläre, beeindruckende Frau, die entgegen dem damaligen weiblichen Rollenverständnis unbeirrt ihren eigenen Weg ging, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, und die es wagte, aus dem Schatten ihres berühmten Ehemanns zu treten und sich selbst als starke Persönlichkeit mit einem untrüglichen Kunst- und Geschäftssinn zu behaupten. Nicht zuletzt Galas Talent, sich immer wieder neu zu erfinden, machte dabei ihren ganz besonderen Reiz aus und verstärkte noch ihre Ausstrahlung, die - gepaart mit ihrem Eigensinn - eine aparte Mischung ergab.

Doch die Autorin zeigt auch Galas Negativseite - ihren Wunsch, immer und überall im Fokus zu stehen, sich selbst und ihre Bedürfnisse an die erste Stelle zu setzen, ohne dabei an ihre Familie - und hier vor allem an ihre Tochter - zu denken. Eine äußerst ungewöhnliche, beinahe maskuline Einstellung für die damalige Zeit, die man einer Frau zum Vorwurf machte, während sie bei einem Mann kritiklos akzeptiert wurde.

Darüber hinaus spiegelt die Autorin sehr gekonnt die inspirierende Aufbruchstimmung um die charismatischen Hauptakteure der revolutionären Kunstströmungen des Dadaismus und Surrealismus wider und lässt viele interessante diesbezügliche Informationen in ihre Geschichte mit einfließen.

Alles in allem ist Hörners einzigartiges Porträt von Gala Dalí für mich eines der Highlights dieses Jahres. Der Roman ist derart brillant geschrieben, dass man fast vergisst, dass es sich hierbei um Fiktion handelt. Daher mein Fazit: Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Sehr empfehlenswert!

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks