Undine Gruenter Nachtblind

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Inhaltsangabe zu „Nachtblind“ von Undine Gruenter

"Paris, ein imaginärer Ort der intensiven Liebe, der insistierenden Wünsche. Undine Gruenter schreibt Liebesgeschichten, aber von ganz besonderer Art. Die Liebenden haben allesamt ein heikles Verhältnis zu ihren Gefühlen, reizbar und rastlos lassen sich die Suchenden durch das Ungewisse und die Erwartung treiben. »Du bist verrückt, hatte Ruth gesagt, der Kerl nutzt dich aus. Für ihn ist das bequem.« Doch die Angesprochene wusste, dass sie etwas Absurdes tun musste, um gegen Einsamkeit und Traurigkeit gewappnet zu sein. Erklärbar ist das nicht. Für sie jedenfalls zählen nur die gelebten Lieben, »auch wenn sie lauwarm und beliebig waren«. Undine Gruenters Figuren sind Nachtblinde, die die Bars und Cafés in Paris bevölkern; ihre Erzählungen fesseln mit atmosphärischer Dichte und einer ungewöhnlichen Kraft der Imagination. "

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  • Rezension zu "Nachtblind" von Undine Gruenter

    Nachtblind

    Beagle

    28. August 2010 um 00:39

    Die Geschichten von Undine Gruenter handeln von Liebe, nicht aber von erfülltem Glück, sondern von der Unnahbarkeit, von Hoffnungen, von Sehnsüchten. Es sind Ausschnitte aus dem Leben von Menschen, die auf der Suche nach Geborgenheit sind, sich nach der Erfüllung ihrer Wünsche sehnen und doch meist weit davon entfernt sind. 1. WIE WAR DER HIMMEL BLAU: Eine Frau versteckt sich davor, gebunden zu sein. Immer wieder flieht sie vor den Entscheidungen, im letzten Augenblick sagt sie ein Treffen ab oder erscheint nicht. Ihre Liebe zu einem Mann, der aus Vernunft eine Andere heiratete, sie ist noch immer groß, aber nun steht sie vor der Entscheidung, mit ihm einen lange ersehnten gemeinsamen Urlaub zu verbringen, da seine Frau und die Kinder ebenfalls verreist sind. 2. POSTKARTEN VOM MARCHÉ AUX PUCES: Das Sammeln alter Postkarten ist die einzige Freude, die das junge Mädchen scheinbar hat. Seitdem ihre Mutter von einer schweren Krankheit befallen und bettlägerig ist, muss sie sich um diese kümmern. Aber die kleine Wohnung lässt ihr nicht viele Freiheiten, alles, was sie tut, bekommt die Mutter mit. Wie soll sie sich ihrer Liebe George nähern, dem Jungen, der an den Samstagen im Antiquitätenladen seines Onkels aushilft, in dem sie ihre Karten kauft. So gerne würde sie mehr mit ihm reden, abends mit ihm und den Leuten aus der Schule ins Kino, aber sie muss schon bald wieder nach Hause, um die Mutter zu pflegen. 3. FONTAINE DE MÉDICIS: Hat die Frau eines Freundes ihm nun Andeutungen gemacht? Regelmäßig hat er ihr Geschenke mitgebracht, ganz unauffällige Dinge, etwas, das man mitbringt, wenn man zu Besuch kommt. Und doch waren seine Hintergedanken andere. Und nun hat sie ihm zugeflüstert, ihn abends im Park beim Brunnen zu treffen, dann, wenn niemand mehr dort ist, die meisten Menschen ihn schon verlassen haben, kurz vor Einbruch der Dunkelheit. 4. UNTER MILCHGLAS: Hier wird die Geschichte eines Universitätsprofessors erzählt, der sich nach langer Zeit zum ersten Mal verliebt, einem zurückgezogen lebendem Mann, der mit seiner Schwester zusammen in einer Wohnung lebt, nicht weit entfernt von der elterlichen. Diese Schwester hat ihn darum gebeten, der Tochter einer Freundin Nachhilfe zu geben. Seither ist er befangen von allem, was das junge Mädchen tut. Und doch ist er sich des Unsinns dieser Liebe vollkommen bewusst. 5. NACHTBLIND: Zufällig lernt ein Mann in einer Bar eine Frau kennen, die ihn interessiert. Sie ist Deutsche, ebenso wie er, so erzählt ihm die Wirtin. Und sie soll mit zwei Männern zusammenleben. Ein paar Tage später macht er ihre Bekanntschaft. Es stellt sich heraus, dass sie Malerin ist und tatsächlich mit zwei Männern eine Beziehung zu führen scheint, die aber nicht zu durchschauen ist. Ab und an wird er nun von diesem Dreiergespann zu Partys eingeladen, auf denen immer andere Leute erscheinen, als wären sie rein zufällige Statisten. Doch wirkliche Gespräche kann er mit ihr nur in der Bar führen. 6. DER TRAUM DER SPRACHE: Eine Frau ist beim Fensterputzen aus dem sechsten Stock gefallen. Eine andere liest dies in der Zeitung, macht sich Gedanken darüber und erzählt dies alles einem Fremden, den sie in einem Café kennen gelernt hat. Diesen scheinen ihre Erläuterungen und Nachforschungen um den Tod nicht so recht zu interessieren, aber dennoch zieht die Frau ihn mit ihren Reden in den Bann. 7. FLUCHT IN DIE WÄLDER: Die Geschichte von einer Frau, die die Liebe der Sache wegen lebt, nicht des Menschen. Daran verzweifelt der Geliebte, der doch austausch- und ersetzbar in ihren Augen zu sein scheint. Aber, was hat es mit ihrer Vergesslichkeit auf sich? Sie erzählt ihm von Geschehnissen, die sie erlebt hat – mit ihm gemeinsam erlebt hat. 8. SAND IN DEN AUGEN: Ein Traum wird war. Nach all den Jahren, in denen sie ihn nicht mehr gesehen hat, hat sie von einer alten Tante ein Haus am Meer geerbt, genau einen solchen Ort, an dem ihr Drehbuch spielen sollte. Gemeinsam mit dem Filmteam und den Schauspielern arbeiten sie an dem Projekt, aber sie merkt schon bald, dass sie die vergangene Zeit mit ihm nicht mehr zurückholen kann. 9. DAS BESETZE ZIMMER: Eine Frau ist verschwunden und das ganze Dorf rätselt über die Gründe. Niemand glaubt so recht an ein Verbrechen, auch wurde keine Leiche gefunden. Am Tisch eines Cafés erzählen die geschwätzigen Bauern dies einem Fremden, der aber doch kein Unbekannter zu sein scheint. Es sind Geschichten voller Charme, voll von französischem Flair und alles in einer wunderbaren Sprache geschrieben. Wenn Undine Gruenter nicht so früh verstorben wäre, hätte sie bestimmt noch ein weit großartigeres Werk vorgelegt, als das, das leider in Deutschland schon vergessen zu sein scheint. Aber dennoch gehört sie mit ihrer verträumten und brillanten Art Geschichten zu erzählen, zu einer der ganz Großen!

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