Undine Zimmer Nicht von schlechten Eltern - Meine Hartz-IV-Familie

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Inhaltsangabe zu „Nicht von schlechten Eltern - Meine Hartz-IV-Familie“ von Undine Zimmer

Ein authentischer Erfahrungsbericht: eine Kindheit am Rande der Gesellschaft Wir sind die Summe der Erfahrungen, die wir machen. Für ein Hartz-IV-Kind zählen aber auch die, die es nicht macht: Familienurlaub, Klassenausflug oder einfach ein Eis essen gehen. Für Undine Zimmer war das die Realität. In einem ganz eigenen, souveränen Ton erzählt sie davon: von ihren Eltern, die als »nicht integrierbar in den Arbeitsmarkt« gelten, von mitleidigen Lehrern und verständnislosen Sachbearbeitern, von der Furcht, bloßgestellt zu werden, und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Jenseits aller Klischees gibt sie Einblick in eine Welt, über die viel geredet wird, von der aber kaum jemand wirklich etwas weiß. »Träumen kostet Mut, wenn dir keiner Hoffnung macht. Und es bleibt immer diese Angst, dass ich trotz aller Anstrengung versagen und das Leben meiner Eltern leben werde.« Undine Zimmer

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    Nicht von schlechten Eltern - Meine Hartz-IV-Familie
    RebekkaT

    RebekkaT

    03. January 2015 um 22:38

    Wo fange ich nur an? Schon das Cover enthält einen Fehler. In den 1980-ern gab es noch kein Hartz IV (Einführung 2005), das war damals die Sozialhilfe. Frau Zimmer berichtet von ihrem - ja was eigentlich? Schrecklichen? Entbehrungsreichen? - Leben. Für mich liest es sich wie eine Abrechnung mit der Familie und der Kindheit, weder negativ noch positiv. Ihre Mutter, gelernte Krankenschwester, ist Jahrzehnte ohne Arbeit, ab und an mal eine Maßnahme, an der sie auch Spaß hatte, aber eben nie was festes. Ihr Vater hat nach seinem Studium ebenfalls keinen Job bekommen und ist Taxifahrer geworden. Beide Eltern werden eher als kontaktscheu beschrieben, auch wenn es im Laufe des Buches natürlich nur mit dem fehlendem Geld zu tun hatte, da kann man ja schließlich nicht mal eben einen Kaffee draußen trinken oder mit Freunden essen gehen. Undine hat m. E. aber dennoch mehr gehabt als so mach anderes Kind! Sie hat Ballettunterricht gehabt, lernte Klarinette spielen und war sogar als Austauschschüler in Schweden. Wenig Geld haben heißt nicht gleich eine schlimme Kindheit zu haben! Frau Zimmer berichtet aus den 80-ern, wenn ich das jetzt mit heute vergleiche, war das früher eher einfach, da musste man sich noch nicht so wie heute mit den Klassenkameraden vergleichen: wer hat die XBox, wer die WiiU oder nur einen einfachen Nintendo? Wer fährt wie oft und wohin in den Urlaub? Ich bin 1979 geboren. Mein "Erzeuger" war Alleinverdiener und meine Mutter für uns drei Kinder zu Hause. Ich habe auch nicht alles bekommen. Essen, trinken, Klamotten und Geschenke zu Weihnachten/Geburtstag und fertig. Mit 12 hatte ich Nebenjobs um mein Taschengeld (stimmt, das habe ich auch gehabt!) aufzubessern! Ich frage mich, was aus Undine Zimmer geworden wäre, wäre sie "reich" groß geworden? Hätte sie alles bekommen? Würde sie dann jetzt noch leben oder hätten sie die Drogen zerstört, falsche Freunde ausgenommen oder wäre sie lebensunfähig, weil sie nie gelernt hat, für das, was sie zum Leben braucht, zu arbeiten?! Ich empfinde das Buch daher als einen Angriff auf Menschen, die arbeiten und auch nur so über die Runden kommen, ihren Kindern nicht jeden Wunsch erfüllen können, aber dennoch alles möglich machen - da hätte ich auch zu Hause bleiben können und mich um meine Kinder hauptberuflich und intensiv zu kümmern, mit AktivPass und allen "Vorteilen", die das andere Leben eben auch haben kann! Und jeder ist seines eigenen Glückes Schmied - auch ich habe „bessere“ Qualifikationen (formal höhere Bildungsabschlüsse) als meine Eltern, es ging also auch bei mir!

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  • Nicht von schlechten Eltern...

    Nicht von schlechten Eltern - Meine Hartz-IV-Familie
    MissRose1989

    MissRose1989

    25. July 2014 um 00:13

    Ich muss sagen, ich bin nach der Lektüre des Buches etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite kann ich es verstehen, dass man über sein Leben in einer sogenannten sozialschwachen Familie berichten will, aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass mir etwas die Fakten gefehlt haben. Ich meine, in dem Buch fällt immer wieder der Satz "Es ist wenig Geld da.", aber es werden nie Zahlen genannt und das finde ich schade, weil man so die Relation gar nicht richtig begreifen kann. Auch bin ich mir über die Aussage des Buches nicht ganz sicher, wenn ich das mal so sagen darf. Ich meine, natürlich berichtet Undine Zimmer über ihr Leben und das ihrer Familie, aber das ist an manchen Stellen einfach widersprüchlich, wenn ich das mal so sagen darf. Es kann aber auch sein, dass ich mit einem anderen Blickpunkt an das Buch herangehe, da ich selbst mit Hatz IV und ähnlichen Familieverhältnissen wie Undine Zimmer aufgewachsen bin (also meine Mutter war lange Zeit arbeitssuchend und meinen Erzeuger kenne ich, anders wie Undine Zimmer, nicht mal). Deswegen kann ich Geldnot verstehen, aber für mich wären viele Sachen, wie ein Abitur in Schweden oder sonstiges nie ins Blickfeld gerückt. Das macht das alles für mich etwas widersprüchlich, zumal der Wechsel nach Schweden scheinbar keine Probleme mit dem Arge hervorgerufen haben soll, was ich mir fast nicht vorstellen kann. Auch wird nie gross etwas von Vermittlungsversuchen seitens der Arge erwähnt, wenn ich da überlege, wie viele ABM-Stellen und auch Bewerbungstrainings und Weiterbildungen meine Mutter machen musste, kann ich mir nicht so wirklich vorstellen, dann es bei der Mutter von Frau Zimmer anders war. Auch davon ist in dem Buch keine Rede. Ich meine, es ist ja gut, dass gezeigt wird, das Kindern von Eltern aus sozialschwachen Familien eben nicht in diese Muster fallen müssen und dafür auch Respekt verdient haben, aber für mich ist das Buch einfach zu glatt, es zeigt vielleicht zu wenig auf oder es wurde beim Schreiben einfach "schön geschrieben", damit es passt. Vielleicht liegt das auch am Lektorat, dass es so ist, aber ich denke, dass manche Sachen in den Buch einfach vergessen wurden oder eben im Gedächtnis nicht mehr präsent waren. Der Schreibstil von Undine Zimmer gefällt mir aber und das Buch liest sich auch gut weg, muss ich sagen. Allerdings fehlt mir - wie schon erwähnt - etwas das Unterfutter in Form von Zahlen und vielleicht wäre zur Verdeutlichung auch mal ein Antag auf Hatz IV ganz hilfreich gewesen, damit die Menschen, die damit nichts zu tun haben, mal einen Eindruck davon bekommen. Fazit:  Ein Buch über den Rand der Gesellschaft, dass leider etwas die Zahlenrelation vermissen lässt, aber zeigt, dass es Menschen gibt, die sich auch in der Situation mit Hartz-IV nicht verstecken müssen und trotz finanziell begrenzter Mittel anständige Mitglieder der Gesellschaft aufziehen können. Meinen Respekt für den Wertgang von Undine Zimmer, aber bei dem Buch muss ich leider sagen, dass es mir etwas zu glatt und widersprüchlich erscheint.

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