Unsichtbares Komitee Der kommende Aufstand

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Inhaltsangabe zu „Der kommende Aufstand“ von Unsichtbares Komitee

Der Aufstand kommt ist ein Buch, das neueste Zeitgeschichte geschrieben hat: Nach Sabotage an einer Eisenbahnstrecke, auf der im November 2008 ein Castortransport mit radioaktivem Material geplant war, wurde es von der französischen Regierung als einziges Beweisstück eines mittlerweile international bekannten 'Terrorismusfalls' gehandelt, als ein 'Handbuch des Terrorismus' und Vorwand für die skandalöse, z.T. monatelange Inhaftierung von neun Menschen aus dem Dorf Tarnac. Tatsächlich enthält des Buch eine pointierte, situationistisch geprägte Analyse der Reaktionen von Regierungen auf die verschiedenen Unruhen und Volksaufstände in den letzten Jahren. Die brennenden Vorstädte in Frankreich, die Straßengewalt in Griechenland usw. werden von den Regierungen als Gefahr gesehen, die polizeilich und militärisch gebändigt werden müsse, wobei das 'Krisenmanagement' die Gesellschaft auch zusammenhalten soll. Für die Autoren dieses Manifests hingegen sind die Revolten revolutionäre Momente, Symptome des Zusammenbruchs der westlichen Demokratien, die sich gegenseitig verstärken und sich ausbreiten. Sie fordern einen Kommunismus, der als 'ergebnisoffener' Prozess die Bildung von Kommunen sowie die Restrukturierung der Ökonomie in kleine, lokale Einheiten und plädieren für eine anonyme Position der Unsichtbarkeit.

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  • Lesenswerte Bestandsaufnahme der derzeitigen Gesellschaft

    Der kommende Aufstand

    Eglfinger

    26. August 2013 um 19:58

    Inhalt: Dieses politische Essay bezieht sich hauptsächlich auf die französischen Unruhen 2005. Im ersten Teil werden die Revolten in sieben Kapiteln in Bezug auf Identität, Gesellschaft, Arbeit, Raum, Ökonomie, Ökologie, Zivilisation und Kultur analysiert. Die Autoren sehen darin Symptome im Zusammenbruch der westlichen Demokratien. Im zweiten Teil, dem Praxisteil, wird dargelegt, wie der kommende Aufstand auszusehen hat. Meine Meinung: Auch wenn der Aufsatz sich mit der französischen Gesellschaft auseinandersetzt, so kann man doch auch für die deutsche Gesellschaft viele Analogien entdecken. So wird im Vorwort darauf verwiesen, dass sich die politischen Lager links und rechts der Mitte immer mehr annähern und die Lücke schließen. Wer sich die beiden großen deutschen Volksparteien anschaut, gerade jetzt vor der Wahl 2013, muss sich eingestehen, dass sich große Unterschiede nicht mehr auftun. Dies wird auch klar, wenn man beide Volksparteien davon reden hört, wie sie um die Stimmen der Mitte buhlen, oder die CDU/CSU sich immer wieder Themen der SPD aneignet, wie z. B. eine Obergrenze für Neuvermietungen. Im ersten Kapitel zum Thema Identität wird dargestellt, wie die Obrigkeit versucht uns klar zu machen, wie wir funktionieren zu haben. Dies führt zum Verlust der eigenen Identität und wer schon im Kindesalter davon abweicht, der wird mit Ritalin ruhig gestellt. Auch dies ist keine rein französische Erscheinung.  Beim Thema Arbeit wird dargestellt, wie man die Bevölkerung im Zaum hält. Mit dem immer weiteren Abbau der Sozialleistungen treibt man selbst die letzten Widerspenstigen in die Lohnarbeit, oder sie stehen irgendwann vor der Wahl zu Verhungern oder im Knast zu verfaulen. Dies erinnert mich sehr an die Hartz-Gesetze und der propagierten monatlichen Meldung, dass es in Deutschland soviel sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer gibt, wie seit Anfang der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Dabei wird nur selten erwähnt, dass die meisten neu geschaffenen Arbeitsplätze meist nicht zum Leben reichen und sie weiterhin auf Sozialleistungen angewiesen sind. Nur wenn sie sich der Arbeit verweigern, werden ihnen diese Leistungen nicht gewährt. Es gibt noch mehrere Beispiele, die sich jederzeit auf die deutsche Gesellschaft übertragen lassen. Insgesamt muss ich sagen, dass mir der erste Teil, die Bestandsaufnahme der derzeitigen Gesellschaftsformen, sehr gut gefallen hat.  Kommen wir zum zweiten Teil, der praktischen Anleitung zum Aufstand. Hier wird hauptsächlich dazu geraten, dass sich die Menschen in autarken Kommunen zusammen tun sollen in denen alle Menschen gleich und frei sind. Das ist für mich ein Widerspruch in sich. Wie kann ich denn frei sein, wenn der Grundstock dieser Kommunen darin besteht, dass alle Menschen gleich sind. Das würde ja schon wieder den Verlust der eigenen Identität und somit meiner persönlichen Freiheit bedeuten. Dies würde ja wieder zur gleichen Problematik führen, wie im ersten Kapitel. Des Weiteren sind nun mal alle Menschen unterschiedlich und haben ihre Stärken sowie Schwächen. Das alleine wird schon dazu führen, dass sich in den Kommunen wieder unterschiedliche Gesellschaftsgruppen bilden, in denen früher oder später dominante Gruppen andere Menschen unterdrücken. Es wäre eigentlich nur ein Neuanfang mit den gleichen grundlegenden Fehlern wie bisher. Ich behaupte nicht, dass ich eine Lösung hierfür habe, solange es diese aber nicht gibt, sehe ich auch keinen Sinn darin, die derzeitigen Strukturen gezielt zu sabotieren, denn dies würde uns wahrscheinlich nur in noch größere Schwierigkeiten bringen. Denn wer eine Revolution anzetteln will, der muss auch ein Konzept für eine neue Gesellschaft anbieten, die am Ende von der Mehrheit akzeptiert wird. Mein Fazit: Ein durchaus gelungener erster Teil, der die derzeitigen Missstände aufzeigt, und der auch absolut lesenswert ist. Der zweite Teil hingegen ist reine Utopie und trägt nicht zur Lösung bei. Aber aufgrund des sehr interessanten ersten Teils gebe ich hierfür ♥♥♥♥.

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  • Rezension zu "Der kommende Aufstand" von Unsichtbares Komitee

    Der kommende Aufstand

    NailujEgnassa

    29. January 2011 um 12:41

    Ich bin zuerst immer wieder an diesem Buch weitergegangen, obwohl mich natürlich die Aufmachung interessiert hat. Was steckt dahinter? Wer oder was ist das unsichtbare Komitee? Die ca. 100 Seiten müssten eigentlich leicht verdaulich sein. Doch das täuscht. Obwohl der Schreibstil nicht immer ganz einfach ist, so ist es eine höchst zutreffende Gesellschaftsanalyse und Kritik. Die Autoren behaupten von sich, dass sie keiner politischen Richtung angehören, wobei hier gesagt werden muss dass die Einflüsse klar zu erkennen sind, dem Buch aber sein Potential nicht absprechen. Einigen gefällt nicht, dass offensichtlich zu Gewalt gegen das System aufgerufen wird. Wobei hier jeder entscheiden muss, inwiefern der zweite Abschnitt zu interpretieren ist. Ein Aufstand läuft nicht immer gewaltlos ab. Darum muss sich eigentlich jeder bewusst sein, was ihn in diesem Buch erwartet, wenn er den Titel sieht. Der kommende Aufstand, in Deutschland aber doch ziemlich unrealistisch.

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