Upton Sinclair Öl!

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Inhaltsangabe zu „Öl!“ von Upton Sinclair

Ein Schlüsselroman über die Tyrannei des Raubtierkapitalismus – jetzt in deutscher Neuübersetzung Ein Glanzstück welthaltiger, engagierter Romankunst: das US-Epos über die legendäre Zeit der Ölbarone und über die Faszination jenes Rohstoffs, der wie kein anderer das Antlitz der modernen Zivilisation geprägt hat. Sinclair bannt den Wettlauf um das schwarze Gold in dramatische Szenen, zeigt schonungslos Gewinner und Verlierer, Glamour und Elend – die beiden komplementären Seiten des amerikanischen Traums. (Quelle:'Flexibler Einband/10.08.2015')
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  • Rezension zu "Öl!" von Upton Sinclair

    Öl!
    HeikeM

    HeikeM

    Der Einstieg in die Handlung erfolgt im Jahr 1912. J. Arnold Ross führt seinen zu diesem Zeitpunkt 12jährigen Sohn J. Arnold Ross jun., genannt Bunny, an das Ölgeschäft heran. Er selbst hat den Aufstieg in die hart umkämpfte Branche geschafft und sein Sohn soll einmal weiterführen, wofür der Vater den Grundstein legte. So erfährt schließlich auch der Leser, worauf es in diesem Geschäft ankommt, auf den Einsatz von Ellbogen, auf Geld, ein gutes Händchen für die Probebohrungen und möglichst wenige Skrupel. Aber Bunny ist anders als sein ehrgeiziger Vater. Die Freundschaft mit Paul, einem 4 Jahre älteren Landarbeiterjungen, lässt ihn die Welt auch aus einer anderen Perspektive sehen. So sympathisiert Bunny offen mit Sozialisten und den entstehenden Gewerkschaften. Er beschwert sich über Missstände und prangert die gewissenlose Habgier der Ölmagnaten an. Upton Sinclair gelingt es meisterhaft beide Seiten ausgezeichnet und überzeugend darzustellen. Er beschreibt die unternehmerischen Risiken ebenso wie die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Lohnarbeiter und deren gnadenlose Ausbeutung. Sinclair erklärt die politischen Hintergründe dieser Zeit und gibt damit ein beeindruckendes Bild der Unternehmenskultur in den USA der 1920er Jahre wieder. Von US-Präsident Roosevelt als Muckraker und von W. I. Lenin als „Gefühlssozialist“ bezeichnet, übt Upton Sinclair in seinem Roman „Öl!“ offene Gesellschaftskritik und thematisiert soziale Gegensätze und Ungerechtigkeiten. Dennoch ist sein Werk sehr unterhaltsam, lässt es doch den Leser auch einen Blick hinter die Kulissen der Roaring Twenties werfen und liefert zu dem auch noch eine hochspannende Familiengeschichte mit hervorragend gezeichneten Figuren, die facettenreich charakterisiert und lebensecht dargestellt wurden. Sie haben Stärken und Schwächen, an denen sich der Leser mit Verständnis oder auch Missfallen reiben kann. Dieser monumentale Roman über den beeindruckenden Siegeszug des Öls und den ungeheuren Einfluss der Ölmagnaten auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat auch in unserer heutigen Zeit nichts an Bedeutung verloren, im Gegenteil, er ist aktueller denn je. Wer vor dicken Wälzern nicht zurückschreckt, Abhandlungen über technische Gegebenheiten und Technologien nicht scheut, Familiengeschichten mag und gern lebendige Zeitgeschichte erfahren will, wird mit diesem Roman einen Glücksgriff machen. Mich hat er nachhaltig beeindruckt. Die im Manesse Verlag erschienene Neuübersetzung von Andrea Ott ist sehr dicht an die Entstehungszeit des Romans angelehnt. Auf damals noch nicht ins Deutsche eingesickerte Anglizismen wurde verzichtet. Auch die etwas komplexeren technischen Abschnitte sind leicht lesbar und verständlich. Dieser Ausgabe ist ein äußerst interessantes Nachwort von Ilja Trojanow beigefügt, das den geschichtlichen Hintergrund noch einmal explizit beleuchtet, die Rezeption des Romans in Deutschland beschreibt und näher auf den Autor eingeht.

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    Öl!
    alasca

    alasca

    Dramatisch und komisch, leidenschaftlich und ironisch. Ein kenntnisreicher, überraschend aktueller, sehr lesbarer Roman über die Anfänge der Petroindustrie und den ewigen Kampf zwischen Arbeit und Kapital.

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  • Geschichte der Ölförderung in den USA am Anfang des 20. Jahrhunderts.

    Öl!
    Gruenente

    Gruenente

    05. May 2013 um 15:02

    Das Buch beschriebt die Geschichte der Kinder- und Jugendjahre von Bunny Ross, Sohn eines ehemaligen Maultiertreibers, der es mit Öl zum Multimillionär brachte. Ausserdem ist es noch die Geschichte seines Freunde Paul und dessen Schwester Ruth. Beide Kinder eines fromme, sehr armen Farmers.  Wenn man den Schluss des Buches betrachte, ist es wohl doch eher ihre Geschichte... Bunny bekommt das Ölgeschäft schon als Kind von seinem Vater gelehrt. Das geschäftliche und das handwerkliche. Doch je reicher sein Vater ist, desto stärker ist Bunny von der Korruption, der Unmenschlichkeit des Ölgeschäfts und der Ungerechtigkeit der Welt schlechthin abgestossen. Er interessiert sich für Sozialismus und Kommunismus, so wie auch sein Freund und Vorbild Paul. Diese unterschiedlichen Welten zerreissen Bunny. Ich mekrte dem Buch nicht unbedingt an, dass es schon über 80 Jahre auf dem Buckel hat. Natürlich gibt es Formulierungen, die man heute nicht mehr benutzen würde, aber es ist eingetlich recht flüssig zu lesen. Aber irgendwie kam ich dort nicht wirklich rein. Lag es daran, dass ich mich mal wieder mit keiner Hauptperson identifizieren konnte? Das ich die Handlungen und Gedanken nicht wirklich nachvollziehen konnte? Oder dass ich mich zwischen den verschiedenen Möglichkeiten, die Bunny offen lagen selbst auch nicht hätte entscheiden können. Was ist wichtiger: das soziale Gewissen oder die Loyalität zur Familie? Sicher ein großer Roman, der es verdiente neu aufgelegt zu werden, abe nicht so ganz meiner.

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  • ein Zeitdokument

    Öl!
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 09:04

    Der Einstieg in die Handlung erfolgt im Jahr 1912. J. Arnold Ross führt seinen zu diesem Zeitpunkt 12-jährigen Sohn J. Arnold Ross jun., genannt Bunny, an das Ölgeschäft heran. Er selbst hat den Aufstieg in die hart umkämpfte Branche geschafft und sein Sohn soll einmal weiterführen, wofür der Vater den Grundstein legte. So erfährt schließlich auch der Leser, worauf es in diesem Geschäft ankommt, auf den Einsatz von Ellbogen, auf Geld, ein gutes Händchen für die Probebohrungen und möglichst wenige Skrupel. Aber Bunny ist anders als sein ehrgeiziger Vater. Die Freundschaft mit Paul, einem 4 Jahre älteren Landarbeiterjungen, lässt ihn die Welt auch aus einer anderen Perspektive sehen. So sympathisiert Bunny offen mit Sozialisten und den entstehenden Gewerkschaften. Er beschwert sich über Missstände und prangert die gewissenlose Habgier der Ölmagnaten an. Upton Sinclair gelingt es meisterhaft beide Seiten ausgezeichnet und überzeugend darzustellen. Er beschreibt die unternehmerischen Risiken ebenso wie die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Lohnarbeiter und deren gnadenlose Ausbeutung. Sinclair erklärt die politischen Hintergründe dieser Zeit und gibt damit ein beeindruckendes Bild der Unternehmenskultur in den USA der 1920er Jahre wieder. Von US-Präsident Roosevelt als "Muckraker" und von W. I. Lenin als "Gefühlssozialist" bezeichnet, übt Upton Sinclair in seinem Roman "Öl!" offene Gesellschaftskritik und thematisiert soziale Gegensätze und Ungerechtigkeiten. Dennoch ist sein Werk sehr unterhaltsam, lässt es doch den Leser auch einen Blick hinter die Kulissen der Roaring Twenties werfen und liefert zu dem auch noch eine hochspannende Familiengeschichte mit hervorragend gezeichneten Figuren, die facettenreich charakterisiert und lebensecht dargestellt wurden. Sie haben Stärken und Schwächen, an denen sich der Leser mit Verständnis oder auch Missfallen reiben kann. Dieser monumentale Roman über den beeindruckenden Siegeszug des Öls und den ungeheuren Einfluss der Ölmagnaten auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat auch in unserer heutigen Zeit nichts an Bedeutung verloren, im Gegenteil, er ist aktueller denn je. Die im Manesse Verlag erschienene Neuübersetzung von Andrea Ott ist sehr dicht an die Entstehungszeit des Romans angelehnt. Auf damals noch nicht ins Deutsche eingesickerte Anglizismen wurde verzichtet. Auch die etwas komplexeren technischen Abschnitte sind leicht lesbar und verständlich. Dieser Ausgabe ist ein äußerst interessantes Nachwort von Ilja Trojanow beigefügt, das den geschichtlichen Hintergrund noch einmal explizit beleuchtet, die Rezeption des Romans in Deutschland beschreibt und näher auf den Autor eingeht. Wer vor dicken Wälzern nicht zurückschreckt, Abhandlungen über technische Gegebenheiten und Technologien nicht scheut, Familiengeschichten mag und gern lebendige Zeitgeschichte erfahren will, wird mit diesem Roman einen Glücksgriff machen. Mich hat er nachhaltig beeindruckt.

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  • Rezension zu "Öl!" von Upton Sinclair

    Öl!
    Marco

    Marco

    13. September 2010 um 18:41

    Auch wenn Sinclairs Klassiker von 1927 vor über 80 Jahre geschrieben wurde, ist seine Story erschreckend aktuell. Wer die Grundlagen der Ölwirtschaft, ja des gesamten kapitalistischen Wirtschaftssystems eingebettet in einen gut geschriebenen Roman kennenlernen will, sollte Sinclairs Öl lesen. Ebenso spannend wie die Handlung des Romans war der Mensch Upton Sinclair und dessen Leben. 1878 in Baltimore geboren, wurde Sinclair zu einem der bekanntesten sozialkritischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er verfasste unzählige Dramen, Kinderbücher, Romane, Theaterstücke und Sachbücher. Sinclair arbeitete als Journalist und engagierte sich als Sozialreformer. Sein zentrales Thema war die soziale Gerechtigkeit, der Kampf für mehr Mitbestimmung und Meinungsfreiheit. Der Durchbruch gelang dem Autor mit dem Roman „The Jungle“, in dem er seine eigenen Erlebnisse und die ausbeuterischen Zustände in den amerikanischen Schlachthöfen beschreibt. Sinclair war so etwas wie die US-amerikanische Version von Günter Wallraff. Er wurde von Albert Einstein gelobt und gewann den Pulitzer Preis, doch für die politische Elite blieb er ein unbequemer Störenfried. Präsident Theodore Roosevelt prägte für ihn den Schimpfnamen Muckraker, was so viel bedeutet, wie Dreckwühler oder Nestbeschmutzer. Muckraker wird in der amerikanischen Alltagssprache noch heute für sozialkritische Literatur oder Enthüllungsjournalismus benutzt. Auch in Europa - vor allem in Deutschland - erlangten Sinclairs Romane vor dem 2. Weltkrieg hohe Auflagen. Danach gerieten seine Werke langsam in Vergessenheit. 1968 starb Upton Sinclair. 2007 wurde das Buch Öl unter dem Titel There will be Blood mit Daniel Day Lewis als Hauptdarsteller erstklassig verfilmt. Doch der Roman Sinclairs bleibt unerreicht. Leider gibt es in Deutschland keine neuere Auflage des Romans (im Antiquariat - beispielsweise unter www.zvab.com - sind noch Exemplare erhältlich). Es wird Zeit, Sinclair und seine Schriften wieder aus der Versenkung ans Tageslicht zu holen. Seine Themen sind brandaktuell, seine Schreibstil bleibt klassisch modern. Öl ist eine meisterhafte Analyse amerikanischer Wirklichkeit und ein ergreifender Gesellschaftsroman. Die Handlung startet Anfang des 20. Jahrhunderts in Kalifornien. Energie, speziell Öl, wird zum Schmierstoff der Wirtschaft und zur wichtigsten Ressource der westlichen Welt. Der mit allen Wassern gewaschene Businessman John Ross hat sich hochgearbeitet und steigt erfolgreich ins Ölgeschäft ein. Sein Sohn Bunny begleitet seinen Vater auf Schritt und Tritt, um alles über das Ölgeschäft zu lernen. Doch nach anfänglicher Euphorie entwickelt sich Bunny zu einem Idealisten, dem die sozialen Missstände und die Ausbeutung der Lohnarbeiter im Ölbusiness Bauchschmerzen verursachen. Er solidarisiert sich mit den Arbeitern und sympathisiert mit den erstarkenden Sozialisten. Im Spannungsverhältnis zwischen Luxusleben und der Liebe zu seinem Vater einerseits und seinem sich ausprägenden Gewissen andererseits verfolgt der Leser den Lebensweg von Bunny Ross. Seine Zerrissenheit, seine Ideale, seine Liebesbeziehungen würzen, dramatisieren die Handlung. Neben der besonderen Familiengeschichte dringt der Roman über das wachsende Ölgeschäft tiefgründig in die sozialen Verhältnisse des erstarkenden westlichen Kapitalismus vor. Genau wie Bunny gelingt es dem Leser nicht, wegzuschauen, wenn er mit Ausbeutung, unlauteren Geschäftsmethoden, Korruption und Lobbyismus konfrontiert wird. Sinclair sagte 40 Jahre nach der Veröffentlichung zu seinem Lieblingsroman: „Es ist das umfangreichste meiner Bücher und es ist besonders sorgfältig recherchiert. Es ist voller Abenteuer und sozialer Gegensätze, keine Geschichte könnte wahrer sein.“ Damals begann der Siegeszug des Öls, der heute in einer Sackgasse angelangt ist. Unter anderem die BP-Katastrophe zeigt uns, dass wir trotz aller Nebenwirkung nicht loskommen von unserer fossilen zerstörerischen Droge. Aber trotz aller Aktualität und allem sozialen Sprengstoff ist Sinclairs Roman ein absolutes Highlight, weil er nicht ins Moralisierende abgleitet, auch die Grautöne zeigt und vor allem, weil er unterhaltsam und großartig geschrieben ist.

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  • Rezension zu "Öl!" von Upton Sinclair

    Öl!
    hartel

    hartel

    08. December 2008 um 09:20

    Öl, wo dieser Ruf ertönt, beginnt der Wettkampf um Reichtum und Macht. Da bleiben die Kleinen auf der Strecke.