Upton Sinclair Der Dschungel

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Inhaltsangabe zu „Der Dschungel“ von Upton Sinclair

Der litauische Einwanderer Jurgis Rudkus kommt mit seiner Verlobten um 1900 nach Amerika, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wie viele andere findet auch er Arbeit in den Schlachthöfen Chicagos, doch die Hygiene- und Sicherheitsstandards sind so niedrig, die Anforderungen so hoch und die Bezahlung so erbärmlich, dass die Immigranten kaum eine Chance auf ein vernünftiges Leben haben. Nachdem seine Familie durch mehrere Tragödien zerstört wird und ihre Existenz verliert, ist er gezwungen, auf illegalen Wegen Geld zu verdienen. Nach und nach erkennt er die Notwendigkeit, für Reformen und ein besseres Leben zu kämpfen. Der Dschungel gehört zu den wichtigsten Romanen der Literatur des 20. Jahrhunderts. Ein zeitloses, atemberaubend spannendes Leseerlebnis. (Quelle:'Flexibler Einband/07.08.2017')

Der amerikanische (Alp-)Traum zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Chicago.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Endstation - süchtig

    Süchtig

    awogfli

    Und? Wie steht es mit Deinem Alkoholkonsum?Diese Frage stellte sich mir unweigerlich bei der Lektüre dieses sehr interessanten Sachbuches, das ich terminlich sehr treffend gewählt am Aschermittwoch begonnen habe. Da ich mitten in Österreichs berühmtestem Weißweinanbaugebiet lebe, sind mir Alkoholmissbrauch getarnt als „Weinkultur“ sowohl bei mir selbst als auch in meinem Freundeskreis und eigentlich überall, wo ich mich umblicke, nicht fremd.„Gegenüber keinem anderen Suchtmittel verhält sich unsere Gesellschaft so zwiespältig, selbstbelügend und heuchlerisch wie gegenüber dem Alkohol. […] Solange jemand mitmacht, solange er mit dabei ist, solange er lustig ist, solange er eben nicht krank ist, ist alles in Ordnung. Sobald jemand aber öffentlich eingesteht, ein Problem zu haben, will man nichts mehr mit ihm zu tun haben. Ab dem Zeitpunkt, ab dem er nicht mehr die gewohnte Leistung erbringt – wenn man ehrlich ist, eigentlich ab dem Zeitpunkt, ab dem er nicht mehr erfolgreich ist, wendet man sich ab.“Lorenz Gallmetzer beleuchtet in seinem Sachbuch die Sucht umfassender und nicht nur auf den Alkohol fokussiert in unterschiedlichen Ausprägungen.Der erste Teil ist grandios und schildert sehr ehrlich und selbstkritisch im Detail wie der Autor selbst nach jahrelangem exzessivem Problemtrinken quasi in Zeitlupe in die körperliche Alkoholsucht schlittert.In Teil zwei befindet sich Gallmetzer in Therapie im Suchtzentrum Kalksburg und legt durch Interviews gewonnene Lebensbiografien einiger seiner Mitpatienten dar. In sich gesehen sind diese unterschiedlichen Suchtkarrieren bezüglich Alkohol, anderen weichen und harten Drogen, Medikamenten, Spielsucht, etc. und logischerweise auch kombinierten Substanzen sehr zahlreich, viel weniger ehrlich und detailliert analysiert, was einfach dem Umstand geschuldet ist, dass man einem Fremden eben nicht immer alles ganz so reflektiert und tiefgründig erzählt. Klar wird durch die Anzahl der qualitativen Daten aber auf jeden Fall, dass der Ursprung des Alkoholproblems in der Jugend begründet ist, und bei Männern durch das übliche Trinkverhalten beim Bundesheer und in der Lehre bzw. im Job manifestiert wird. Ein hoher Prozentsatz von Süchtigen hat eigentlich auch ganz andere Probleme, meist Depressionen, die rechtzeitig psychotherapeutisch behandelt gar nicht zur Sucht hätten führen müssen. Weiters wurde in früheren Jahren ein Alkoholkranker durch den medizinisch angeordneten und durchgeführten Entzug erst oft zum Psychopharmaka-Süchtigen gemacht, da Ärzte in der Vergangenheit die in der Therapie angewandten sehr gefährlichen Antidepressiva, Neuroleptika etc. wie die Zuckerln austeilten. Erst in den letzten Jahren fand, mit den weitaus dramatischeren Folgen der Tablettensucht konfrontiert, ein Umdenken in der Therapie statt.Im dritten Teil reflektiert der Autor die medizinische Sicht der Sucht und Therapie durch ein Interview mit dem anerkannten Experten Dr. Michael Musalek. Hier wird es nun richtig spannend, denn Musalek gibt dem Leser nicht nur einen Alkoholiker-Selbsttest zur Einschätzung des Trinkverhaltens und der Sucht an die Hand, sondern zeigt auch neue Wege in der Therapie auf. Vom historischen Odysseus Prinzip analog - wie mit den Sirenen verfahren wurde (der Patient wird mit allen Mitteln daran gehindert, Alkohol zu trinken – Odysseus band sich und seine Kumpels an den Schiffsmast) zum Orpheus Prinzip (der Patient sucht sich eine lohnendere Alternative zum Suchtmittel, etwas das mehr Spaß macht – Orpheus passierte die Sirenen unbeschadet, indem er schönere Musik als die verführerischen Damen machte).Fazit: Schlussendlich habe ich zu diesem Thema schon viel gewusst, aber der Themenkomplex Sucht wurde mir in diesem Werk sehr anschaulich und strukturiert vor Augen geführt. Zudem habe ich einige spannende und neue Aspekte gelernt. Die Interviews in Teil zwei hätte ich mir oft reflektierter und detaillierter gewünscht, auch wenn dann eben weniger zu Stande gekommen wären. Der dritte Teil mit dem Herrn Professor war grandios, aber für mich viel zu kurz, hier hätte ich mir vor allem in der Tiefe noch einiges mehr an Fachexpertise bezüglich Therapie erwartet. Für alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen, eine Leseempfehlung von mir. Ein Anfang für Betroffene und Problemtrinker, für Süchtige in Therapie zu wenig detailliert.

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    • 5
  • (Beinahe) Ein Stück Weltliteratur

    Der Dschungel

    Makollatur

    06. October 2015 um 15:05

    Upton Sinclairs Text über die menschenverachtenden und -unwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen in den Chicagoer Schlachthöfen an der Wende zum 20. Jahrhundert besitzt alle Zutaten für ein Werk von weltliterarischem Rang: eine detaillierte, umfassende und erschütternd geschriebene Schilderung von Packingtown, dem Schlachthofviertel, gespickt mit zahlreichen Informationen zu den verschiedensten Machenschaften in Politik, Wirtschaft und Polizei. Dazu die ergreifende und überzeugende Geschichte einer litauischen Einwandererfamilie, die wie viele andere dem Ruf nach Freiheit und guten Verdienstmöglichkeiten folgten und auf bitterste Art und Weise enttäuscht wird. Über die erste Hälfte des Buches hat man auch genau diesen Eindruck: sehr gut geschrieben, dramaturgisch hervorragend umgesetzt. Leider nimmt der positive Schein in der zweiten Hälfte immer mehr ab. Der Erzähler verzettelt sich zunehmend in Zahlen und für die Handlung nebensächlichen Informationen. Die Hauptfigur, Jurgis Rudkus, wird auf etwas plumpe und wenig überzeugende Weise Sozialist. Der innere Lernprozess wird hier so plötzlich abgeschlossen, dass seine Authentizität nicht wenig darunter leidet. Die Intention des Erzählers, für die Sozialisten eine Lanze zu brechen und die Bedingungen in Chicago anzuprangern, tritt so offensichtlich zutage, dass man sich bei der Lektüre mitunter ein wenig genötigt fühlt. Hinzu kommen, über den gesamten Text verteilt, haarsträubende und vermeidbare Fehler in der Zeichensetzung und Satzkonstruktion. Eine etwas schlampige Redaktion könnte hierfür der Grund sein. Aus diesen Gründen bekommt "Der Dschungel" nur drei Punkte, obwohl durchaus mehr möglich gewesen wäre.

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  • Klassenkampf in den USA

    Der Dschungel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. May 2015 um 13:26

    Das Buch, ein Mix aus Roman, Kolportage und sozialistischem Pamphlet, lange vergessen, ist heute in seiner Zielsetzung aktueller denn je. „Der Dschungel“, der Roman, der den Schriftsteller, politischen Aktivisten und Journalisten Upton Sinclair 1906 mit einem Schlag weltweit bekannt machte. Eine Reportage, ein Roman, der die Innenansichten eines ungezügelten Kapitalismus, einer hemmungslosen Industrialisierung, bei denen die Menschen sprichwörtlich auf der Strecke blieben, in den USA zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeigte. Am Beispiel des litauischen Einwanderers Jurgis Rudkus und seiner Familie und ihrer unmenschlichen Schufterei in den Schlachthöfen von Chicago die "Union Stock Yard & Transit Co", damals einer der größten des amerikanischen Kontinents, den unhaltbaren hygienischen Bedingungen, die gnadenlos dem Profitstreben geopfert wurden, wird der amerikanische (Alp-)Traum gezeigt. Das Motto, daß es jeder im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schaffen kann, wird umgekehrt. Rudkus und seine Familie werden immer tiefer in den Sumpf des menschlichen Elends getrieben, geraten von einer Niederlage in die nächste; es ist kein Ende dieses Weges in Sicht. Ganz unten angekommen, seine Frau stirbt, familiäre Bindungen sind zerstört, Rudkus muß eine Gefängnisstrafe absitzen, wird obdachlos und läßt sich in seiner Verzweiflung zeitweise mit dem organisierten Verbrechen in Chicago ein, sieht er, sieht Sinclair das berühmte Licht am Ende des Tunnels: Sein Protagonist Rudkus besucht per Zufall eine Versammlung der sozialistischen Partei und läßt sich von den dort propagierten Ideen für sein neues Leben leiten. Leider ist aber ab diesem Punkt eine Schwäche des Buches bis zum Schluß zu erkennen, da Sinclair die von ihm eingeschlagene Richtung verläßt, den erhobenen Zeigefinger nicht unterdrücken kann und vom Berichterstatter in die Position eines Moralapostels wechselt. Dennoch war und ist das Werk ein wichtiger Meilenstein der amerikanischen Literatur, da es einerseits wirkungsmächtig zwei Gesetze ("Meat Inspection Act" sowie "Pure Food and Drug Act") auf den Weg brachte, welche die katastrophalen Zustände bei der Schlachtung und dem Verkauf von Fleisch endlich beendeten und andererseits dem investigativen Journalismus und der politischen Schriftstellerei eine Bresche schlugen.

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  • Rezension zu "Der Dschungel" von Upton Sinclair

    Der Dschungel

    Durruti

    11. July 2008 um 00:45

    Eines der bewegendsten und schonungslosesten Bücher, das gleichwohl von einer etwas naiven sozialistischen Hoffnung getragen wird, die für die Zeit um 1900 typisch ist. Die zentrale Aussage dieser Mischung aus Einwanderungsroman und Sozialreportage lautet frei zusammengefasst: "Ich zielte auf die Herzen der Menschen und traf nur ihre Mägen." Der Autor wollte auf die unwürdigen Arbeitsbedingungen in Chicagos Schlachthöfen aufmerksam machen. Was er erreichte, waren Hygienevorschriften. An dem Schicksal der Arbeiter änderte sich wenig. Welch bittere Ironie.

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