Der Dschungel

von Upton Sinclair 
4,2 Sterne bei13 Bewertungen
Der Dschungel
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Der amerikanische (Alp-)Traum zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Chicago.

"Auf die Herzen der Menschen hatte ich es abgesehen, ihre Mägen habe ich getroffen." (Äußerung von Upton Sinclair).

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499154911
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Rowohlt TB.
Erscheinungsdatum:01.01.1993

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    (Beinahe) Ein Stück Weltliteratur

    Upton Sinclairs Text über die menschenverachtenden und -unwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen in den Chicagoer Schlachthöfen an der Wende zum 20. Jahrhundert besitzt alle Zutaten für ein Werk von weltliterarischem Rang: eine detaillierte, umfassende und erschütternd geschriebene Schilderung von Packingtown, dem Schlachthofviertel, gespickt mit zahlreichen Informationen zu den verschiedensten Machenschaften in Politik, Wirtschaft und Polizei. Dazu die ergreifende und überzeugende Geschichte einer litauischen Einwandererfamilie, die wie viele andere dem Ruf nach Freiheit und guten Verdienstmöglichkeiten folgten und auf bitterste Art und Weise enttäuscht wird. Über die erste Hälfte des Buches hat man auch genau diesen Eindruck: sehr gut geschrieben, dramaturgisch hervorragend umgesetzt. Leider nimmt der positive Schein in der zweiten Hälfte immer mehr ab. Der Erzähler verzettelt sich zunehmend in Zahlen und für die Handlung nebensächlichen Informationen. Die Hauptfigur, Jurgis Rudkus, wird auf etwas plumpe und wenig überzeugende Weise Sozialist. Der innere Lernprozess wird hier so plötzlich abgeschlossen, dass seine Authentizität nicht wenig darunter leidet. Die Intention des Erzählers, für die Sozialisten eine Lanze zu brechen und die Bedingungen in Chicago anzuprangern, tritt so offensichtlich zutage, dass man sich bei der Lektüre mitunter ein wenig genötigt fühlt. Hinzu kommen, über den gesamten Text verteilt, haarsträubende und vermeidbare Fehler in der Zeichensetzung und Satzkonstruktion. Eine etwas schlampige Redaktion könnte hierfür der Grund sein.
    Aus diesen Gründen bekommt "Der Dschungel" nur drei Punkte, obwohl durchaus mehr möglich gewesen wäre.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: "Auf die Herzen der Menschen hatte ich es abgesehen, ihre Mägen habe ich getroffen." (Äußerung von Upton Sinclair).
    Klassenkampf in den USA

    Das Buch, ein Mix aus Roman, Kolportage und sozialistischem Pamphlet, lange vergessen, ist heute in seiner Zielsetzung aktueller denn je. „Der Dschungel“, der Roman, der den Schriftsteller, politischen Aktivisten und Journalisten Upton Sinclair 1906 mit einem Schlag weltweit bekannt machte. Eine Reportage, ein Roman, der die Innenansichten eines ungezügelten Kapitalismus, einer hemmungslosen Industrialisierung, bei denen die Menschen sprichwörtlich auf der Strecke blieben, in den USA zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeigte.
    Am Beispiel des litauischen Einwanderers Jurgis Rudkus und seiner Familie und ihrer unmenschlichen Schufterei in den Schlachthöfen von Chicago die "Union Stock Yard & Transit Co", damals einer der größten des amerikanischen Kontinents, den unhaltbaren hygienischen Bedingungen, die gnadenlos dem Profitstreben geopfert wurden, wird der amerikanische (Alp-)Traum gezeigt. Das Motto, daß es jeder im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schaffen kann, wird umgekehrt. Rudkus und seine Familie werden immer tiefer in den Sumpf des menschlichen Elends getrieben, geraten von einer Niederlage in die nächste; es ist kein Ende dieses Weges in Sicht. Ganz unten angekommen, seine Frau stirbt, familiäre Bindungen sind zerstört, Rudkus muß eine Gefängnisstrafe absitzen, wird obdachlos und läßt sich in seiner Verzweiflung zeitweise mit dem organisierten Verbrechen in Chicago ein, sieht er, sieht Sinclair das berühmte Licht am Ende des Tunnels: Sein Protagonist Rudkus besucht per Zufall eine Versammlung der sozialistischen Partei und läßt sich von den dort propagierten Ideen für sein neues Leben leiten.
    Leider ist aber ab diesem Punkt eine Schwäche des Buches bis zum Schluß zu erkennen, da Sinclair die von ihm eingeschlagene Richtung verläßt, den erhobenen Zeigefinger nicht unterdrücken kann und vom Berichterstatter in die Position eines Moralapostels wechselt.
    Dennoch war und ist das Werk ein wichtiger Meilenstein der amerikanischen Literatur, da es einerseits wirkungsmächtig zwei Gesetze ("Meat Inspection Act" sowie "Pure Food and Drug Act") auf den Weg brachte, welche die katastrophalen Zustände bei der Schlachtung und dem Verkauf von Fleisch endlich beendeten und andererseits dem investigativen Journalismus und der politischen Schriftstellerei eine Bresche schlugen.


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    Durrutis avatar
    Durrutivor 10 Jahren
    Rezension zu "Der Dschungel" von Upton Sinclair

    Eines der bewegendsten und schonungslosesten Bücher, das gleichwohl von einer etwas naiven sozialistischen Hoffnung getragen wird, die für die Zeit um 1900 typisch ist. Die zentrale Aussage dieser Mischung aus Einwanderungsroman und Sozialreportage lautet frei zusammengefasst: "Ich zielte auf die Herzen der Menschen und traf nur ihre Mägen." Der Autor wollte auf die unwürdigen Arbeitsbedingungen in Chicagos Schlachthöfen aufmerksam machen. Was er erreichte, waren Hygienevorschriften. An dem Schicksal der Arbeiter änderte sich wenig. Welch bittere Ironie.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Der amerikanische (Alp-)Traum zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Chicago.
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    SVs avatar
    SV
    P
    panurg
    Suenderleins avatar
    Suenderleinvor 3 Jahren
    ooNoreias avatar
    ooNoreiavor 5 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    B
    bignelsonvor 7 Jahren

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