Urban Waite

 3.7 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Wüste der Toten, Schreckensbleich und weiteren Büchern.

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Wüste der Toten

Wüste der Toten

 (6)
Erschienen am 03.02.2014
Schreckensbleich

Schreckensbleich

 (2)
Erschienen am 12.09.2011
Keine Zeit für Gnade

Keine Zeit für Gnade

 (1)
Erschienen am 01.02.2016
Wüste der Toten: Thriller

Wüste der Toten: Thriller

 (0)
Erschienen am 28.01.2014
Far Cry 5: Vergebung

Far Cry 5: Vergebung

 (0)
Erschienen am 26.02.2018
Gli sciacalli

Gli sciacalli

 (0)
Erschienen am 01.03.2014
The Terror of Living

The Terror of Living

 (0)
Erschienen am 12.01.2012
Dead if I Don't

Dead if I Don't

 (0)
Erschienen am 01.08.2013

Neue Rezensionen zu Urban Waite

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Kaisus avatar

Rezension zu "Keine Zeit für Gnade" von Urban Waite

Moderner Western
Kaisuvor 3 Jahren

Inhalt:

Nach zwölf Jahren Haft wegen Drogenschmuggels wird Ex-Sheriff Patrick Drake entlassen. Sein Sohn Bobby, selbst mittlerweile Sheriff, holt ihn aus dem Washington State Penitentiary ab. Doch ihr Verhältnis war noch nie das beste, und die langen Jahre im Gefängnis scheinen seinen Vater nicht einsichtiger gemacht zu haben. Offenbar hat Patrick irgendwo 200.000 Dollar aus seinen Drogendeals vergraben. Doch er ist nicht der Einzige, der das Geld wiederhaben will … [Droemer Knaur]


Meine Meinung:

Urban Waite schafft in dieser Geschichte etwas, was nur wenige schaffen. Mit sparsamen Worten zeigt er grausame Gräueltaten auf, ohne sich detailverliebt darin zu laben. Gleichzeitig vergisst er jedoch in manchen Momenten, sich an die Emotionen bei dem Leser zu erinnern. Hier und da hätten beschriebene Gefühle dem Buch gut getan. Natürlich kommen die Gedanken der Figuren zu Wort. Da ist Bobby und seine Frau Sheri, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben und dann kommt plötzlich Patrick aus dem Gefängnis. Mit ihm kommen neue Sorgen dazu. Extrem große Sorgen, die einen Strudel des Misstrauens in Gang setzen. Sheri äußert ihre Ängste, doch es will einen nicht wirklich berühren. Ebenso Bobbys Sorgen, dass sein Vater noch lange nicht mit seinen illegalen Geschäften fertig ist. Man nimmt es einfach auf.

"Was immer Driscoll auch für eine Saat ausgesät hatte, sie ging auf. Wurzeln wanden sich um seine Brust wie Ranken um einen Baum, und Drake saß dort im Büro und fürchtete sich davor sie ausfblühen zu sehen. (S.76)

Gegenspieler der Familienbande ist Driscoll. Ein DEA Agent, der Patrick nicht traut und ahnt, dass er etwas zu verbergen hat. Er versucht sich mit dem Sohn zu verbünden. Allerdings streut er nur noch mehr Salz in alte Wunden. Tritt Dinge los, die nur auf seinen Vermutungen basieren. Gefährlich in einer Gegend, wo mehr Leute unter einer Decke stecken, als man weiß. Außerdem geht es um Geld. Egal wie viel es auch ist. Die Gier lässt viele blind handeln.
So kommt es wie es kommen musste: Alte Gefährten tauchen auf, die nichts von guten Manieren halten und bringen eine Menge Steine zum rollen.

Parallel dazu, spielt sich im Hintergrund eine ganz andere Geschichte ab. Es geht um einen einsamen Wolf, der sich in die städtische Gegen verirrt hat. Der erste seit Jahren. Ellie, eine junge liebenswerte Frau von der Jagdaufsicht will dieses Tier schützen und mit einem Pfeilsender markieren. Die Bewohner der Stadt wollen den Wolf jedoch tot sehen. Er plündert und greift Tiere an. Ein weitere Kampf um das Vertrauen beginnt und schwebt wie ein Schatten über der Jagd nach dem Geld. Bevor es am Ende zu einem runden Ergebnis zu Ende geführt wird. Der Kreis schließt sich. Wie er jedoch alle Stränge verbindet, muss jeder selbst herausfinden.


Fazit:

Auch wenn es zeitweise kalt wirkt und sich auf die "Jagd" konzentriert, habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Man ist direkt in dem Sog der Unwissenheit gefangen und will mit der Wahrheit in der Hand wieder entfliehen. Das geht doch nur, wenn man sich an die Fersen von Bobby haftet, der genau das herausfinden möchte. 
Ellie war hier mein kleinen Lichtschein. Ich mochte sie am liebsten, auch wenn sie nicht so oft zu Wort kommt. Ebenso der Großvater im Wald, der sein ganz eigenes Leben führt und dennoch an allem beteiligt ist. Bobby und Paddy (Patrick) wirkten stetig wie zwei Katzen, die sich anfauchen und nur widerwillig nebeneinander existieren. Ganz warm bin ich nicht mit ihnen geworden, konnte aber ihre Handlungen verstehen und nachvollziehen.

Alles wirkt wie ein moderner Western-Crime mitten im zwanzigsten Jahrhundert. Kurz, gnadenlos und spannend zu lesen.

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Skys avatar

Rezension zu "Wüste der Toten" von Urban Waite

Die Toten in der Wüste New Mexicos
Skyvor 5 Jahren

Die Toten in der
Wüste New Mexicos

Zehn Jahre ist es her, dass Ray die Stadt in New Mexico betreten hat, die sein Leben veränderte. Er verlor hier viel, als er für seinen Boss Memo gearbeitet und die Straßen aufgeräumt hat. Leichen pflastern seinen Weg, die die Bahn frei machen sollten für die lukrativen Drogenschäfte Memos. Und dabei musste er seine Frau verlieren. Bei einem Autounfall ums Leben gekommen und der Sohn seitdem schwerbehindert, liegt auf ihn eine schwere Last. Seine Kriminalität brachte seiner Fraud en Tod und von seinem Sohn hat er sich vollkommen entfremdet. Ein Fehler im Leben brachte ihn dann endgültig für zehn Jahre hinter Gitter.
Jetzt ist zurück, mit nichts mehr als einen letzten Job für Memo. In einem Leben von dem er abgeschworen hat. Nur noch einmal, danach sollte für immer Schluss ein. Gemeinsam mit Memos Neffen Jim soll er einen Drogenkurier abfangen, der für das Kartell arbeitet. Sie sollen die Ware mitnehmen und es scheint ein einfacher Job zu sein. Doch Ray erkennt den Mann, der in dem Auto und einer der beiden Kurierfahrer überlebt.
Auf einmal steht er weider in Gefaher alles zu verlieren und diesmal noch mehr, als ihm lieb ist.
Eigentlich gibt es zu "Wüste der Toten" nicht viel zu sagen, denn es fehlt schon allein an Handlungsstoff, den man ansprechen könnte. Es geht um den klassichen Konflikt: Ein vergangenes Ereignis hat alles zerstört und zehn Jahre später, als Ray aus dem Knast kommt, ändert sich die Sachlage erneut. Das Stagnierte kommt wieder in Bewegung und wir steuern immer mehr auf die Katastrophe zu. Eine Tragödie, ein spannender Thriller rund um Drogenkriege in New Mexico, so sollte das Ganze sein voller Dramatik rund um Schuld un Sühne.
Stattdessen besteht der Haupteil der Handlung nur aus der Selbstreflexion der Charaktere, dem Hinterhertraueren von Vergangenen und denen, die wie in der Zeit stehen geblieben scheinen. Alle leiden an einer kollektiven Depression, jeder bejeammert sich selbst, hat viel Schuld auf sich geladen und möchte doch nur die Sühne haben. Gescheiterte Persönlichkeiten, die im Sumpf der Kriminalität abrutschen, weil sie müssen. Weil die Umgebung ihnen kein Geld mehr bringt, die Ölfelder versiegen und die Armut Überhand nimmt. Städte sterben aus und die Obersten versuchen noch die letzten Trümmer zusammenzuhalten, das Schlimmste zu verhindern, egal auf welche Art und Weise, damit die Kleinstadt überleben kann.
Tom, ehemaliger Sheriff, möchte am liebsten seinen Job zurück, den er damals, bei einer Fehlentscheidung bei der eine Frau sterben musste, verloren hat.
Kelly, die neuer Sheriff geworden ist und der diese Verantwortung immer unerträglicher wird.
Und natürlich Ray, der versucht seinem eigenen Leben zu entfliehen. Und da fängt das Problem schon an. Ein Spiel aus Macht und Intrigen beginnt auf allen Fronten. Die Vergangenheit wirft Konflikte auf und sie scheinen Spielball von etwas Größeren. Spannender Stoff, oder?
Nicht wenn jedes Motiv fünfmal auf den Tisch kommt, von allen Seiten zehntausendmal gedeutet und durchgekaut wird, aus allen Perspektiven geschildert, gerne mal mit viel Wiederholung und Charakteren, die von Tiefgründigkeit träumen können. Nein, vielmehr glänzen die Perspektiven durch ihre nicht vorhandene Unterscheidbarkeit, den immer gleichen Dialogen und dem Schildern davon wie schlecht doch alles ist, wie furchtbar die Situation für alle erscheint. Wie schuldig man sich doch fühlt und welche Fehler man begangen hat. Man möchte als Leser nur noch schreien, dass sie dann halt was tun sollen statt einen die Ohren vollzusülzen.
An sich ist der Ansatz, dass man keine starken Persönlichkeiten nimmt, sondern geplagte Seelen, wirklich abwechselungsreich für einen Thriller dieser Art. Wenn man auch Menschen hätte, die sich auch auszeichnen würden, deren Hintergrund nicht ständig von neuen erklärt werden muss, weil man einfach irgendwann nicht mehr wissen will, warum sie es tun, weil sie eh nicht vorankommen. Nein, manchmal hegt man den Wunsch, irgendeiner von ihnen würde doch endlich abgeknallt werden. Wahrscheinlich sollen sie sich entwickeln, aber von einer Entwicklung kann man kaum reden. Egal wie viel Dramatik und Kummer auch dahinterstecken mögen, sie bleiben flache Abbildungen ohne jeglichen Charme.
Zu allem Überdruss läuft es natürlich wie immer ab. Zehn Jahre ist nichts passiert und dann kommt Ray zurück und es bricht sich alles Bahn. Tom, damaliger Sheriff, hat durch seinen Cousin seine Marke verloren und kämpft sich seitdem durchs Leben. Er hat einen Fehler begangen, der durch Ray verursacht wurde, der ihr Leben für immer veränderte. Die Zeit im Gefängnis hat die Zeit stehen lassen und das Unglück bricht jetzt wieder über alle herein. Ohne Ausweg! Der Schreibstil macht die Sache nicht wirklich besser. Halbfertig anmutende Sätze, oftmals Ellipsen, die Gedankengänge nachstellen sollen, sind eher störend als wirklich den Lesefluss zu fordern, gepaart mit einem hölzernen Schreibstil, der mit hochpoetischen Sätzen aufwartet, der anscheinend an Noir-Filme anschließen will, aber weit weit weg davon ist. Oftmals philosophisch, hat der Autor wohl vergessen, dass hier er einfache Persönlichkeiten hat, die eh ohne wirkliche Logik durch die Geschifte stampfen. Da helfen auch schöne Beschreibungen der Landschaft nicht, die Atmosphäre springt nicht auf den Leser rüber.
Man hofft auf Lustigkeit in dem Ganzen, einen Hauch Tarantino, der den überzogenen Ernst endlich Charme einhaucht, aber es kommt einfach nicht. Man wartet vergeblich darauf, dass dieser Motivwahnsinn, der sich um Schuld und Sühne dreht noch einen Hauch von Tiefgang in irgendeinener Form erhalten könnte. Dass irgendetwas noch entsteht, das Drogenkartelle durchdreht oder was auch immer, aber nein. Nichts, gar nichts. Urban Waite versucht knallhart seine bescheuerten Motive von Gewalt, die durch Gewalt gelöst werden soll, bis zum Ende durchzuziehen. Was natürlich niemals gut endet und nie gute enden kann. Da ist "Wüste der Toten" wirklich nichts neues. Ohne Höhepunkt, ohne Spannung, ohne Thrill, einfach mit gar nichts, was einen daran halte könnte den Roman durchzulesen. Man hofft auf eine perfide Pointe am Ende und bekommt puren Schwachsinn. Man will das Buch nur noch gegen die Wand knallen, nicht weil man geschockt ist, sondern nur noch entnervt.

Fazit

"Wüste der Toten" von Urban Waite verspricht viel und bietet am Ende besonders eins: Einen Thriller ohne Spannung, voller platter Charaktere und einen Schreibstil, der einen nur noch auf den Geist geht. Die dünne Handlung, die man eh schon zigtausendmal gelesen hat, gibt dem ganzen Roman den Rest.

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