Urban Waite Wüste der Toten

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Inhaltsangabe zu „Wüste der Toten“ von Urban Waite

Rays Leben ist nicht besonders gut gelaufen. Vor zehn Jahren hatte er eine Frau, einen kleinen Sohn und eine Zukunft. Jetzt hat er nichts mehr. Auch nicht zu verlieren. Einen letzten Job für seinen Boss, einen Drogenbaron, muss er noch erledigen. In Coronado, einem Kaff in der Wüste von New Mexico, das schon bessere Tage gesehen hat. Aber zehn Jahre sind eine verdammt lange Zeit, die Spielregeln haben sich geändert. Als der Coup daneben geht, begreift Ray schnell, dass sein Leben auf Messers Schneide steht ...

Für mich eine positive Überraschung und eine echte Neuentdeckung. Toller Schreibstil und richtig gute Story. Top.

— chuma
chuma

Ein Thriller ohne Spannung, voller platter Charaktere und einen Schreibstil, der einen nur noch auf den Geist geht.

— Sky
Sky

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  • Die Toten in der Wüste New Mexicos

    Wüste der Toten
    Sky

    Sky

    09. May 2014 um 09:13

    Die Toten in der Wüste New Mexicos Zehn Jahre ist es her, dass Ray die Stadt in New Mexico betreten hat, die sein Leben veränderte. Er verlor hier viel, als er für seinen Boss Memo gearbeitet und die Straßen aufgeräumt hat. Leichen pflastern seinen Weg, die die Bahn frei machen sollten für die lukrativen Drogenschäfte Memos. Und dabei musste er seine Frau verlieren. Bei einem Autounfall ums Leben gekommen und der Sohn seitdem schwerbehindert, liegt auf ihn eine schwere Last. Seine Kriminalität brachte seiner Fraud en Tod und von seinem Sohn hat er sich vollkommen entfremdet. Ein Fehler im Leben brachte ihn dann endgültig für zehn Jahre hinter Gitter. Jetzt ist zurück, mit nichts mehr als einen letzten Job für Memo. In einem Leben von dem er abgeschworen hat. Nur noch einmal, danach sollte für immer Schluss ein. Gemeinsam mit Memos Neffen Jim soll er einen Drogenkurier abfangen, der für das Kartell arbeitet. Sie sollen die Ware mitnehmen und es scheint ein einfacher Job zu sein. Doch Ray erkennt den Mann, der in dem Auto und einer der beiden Kurierfahrer überlebt. Auf einmal steht er weider in Gefaher alles zu verlieren und diesmal noch mehr, als ihm lieb ist. Eigentlich gibt es zu "Wüste der Toten" nicht viel zu sagen, denn es fehlt schon allein an Handlungsstoff, den man ansprechen könnte. Es geht um den klassichen Konflikt: Ein vergangenes Ereignis hat alles zerstört und zehn Jahre später, als Ray aus dem Knast kommt, ändert sich die Sachlage erneut. Das Stagnierte kommt wieder in Bewegung und wir steuern immer mehr auf die Katastrophe zu. Eine Tragödie, ein spannender Thriller rund um Drogenkriege in New Mexico, so sollte das Ganze sein voller Dramatik rund um Schuld un Sühne. Stattdessen besteht der Haupteil der Handlung nur aus der Selbstreflexion der Charaktere, dem Hinterhertraueren von Vergangenen und denen, die wie in der Zeit stehen geblieben scheinen. Alle leiden an einer kollektiven Depression, jeder bejeammert sich selbst, hat viel Schuld auf sich geladen und möchte doch nur die Sühne haben. Gescheiterte Persönlichkeiten, die im Sumpf der Kriminalität abrutschen, weil sie müssen. Weil die Umgebung ihnen kein Geld mehr bringt, die Ölfelder versiegen und die Armut Überhand nimmt. Städte sterben aus und die Obersten versuchen noch die letzten Trümmer zusammenzuhalten, das Schlimmste zu verhindern, egal auf welche Art und Weise, damit die Kleinstadt überleben kann. Tom, ehemaliger Sheriff, möchte am liebsten seinen Job zurück, den er damals, bei einer Fehlentscheidung bei der eine Frau sterben musste, verloren hat. Kelly, die neuer Sheriff geworden ist und der diese Verantwortung immer unerträglicher wird. Und natürlich Ray, der versucht seinem eigenen Leben zu entfliehen. Und da fängt das Problem schon an. Ein Spiel aus Macht und Intrigen beginnt auf allen Fronten. Die Vergangenheit wirft Konflikte auf und sie scheinen Spielball von etwas Größeren. Spannender Stoff, oder? Nicht wenn jedes Motiv fünfmal auf den Tisch kommt, von allen Seiten zehntausendmal gedeutet und durchgekaut wird, aus allen Perspektiven geschildert, gerne mal mit viel Wiederholung und Charakteren, die von Tiefgründigkeit träumen können. Nein, vielmehr glänzen die Perspektiven durch ihre nicht vorhandene Unterscheidbarkeit, den immer gleichen Dialogen und dem Schildern davon wie schlecht doch alles ist, wie furchtbar die Situation für alle erscheint. Wie schuldig man sich doch fühlt und welche Fehler man begangen hat. Man möchte als Leser nur noch schreien, dass sie dann halt was tun sollen statt einen die Ohren vollzusülzen. An sich ist der Ansatz, dass man keine starken Persönlichkeiten nimmt, sondern geplagte Seelen, wirklich abwechselungsreich für einen Thriller dieser Art. Wenn man auch Menschen hätte, die sich auch auszeichnen würden, deren Hintergrund nicht ständig von neuen erklärt werden muss, weil man einfach irgendwann nicht mehr wissen will, warum sie es tun, weil sie eh nicht vorankommen. Nein, manchmal hegt man den Wunsch, irgendeiner von ihnen würde doch endlich abgeknallt werden. Wahrscheinlich sollen sie sich entwickeln, aber von einer Entwicklung kann man kaum reden. Egal wie viel Dramatik und Kummer auch dahinterstecken mögen, sie bleiben flache Abbildungen ohne jeglichen Charme. Zu allem Überdruss läuft es natürlich wie immer ab. Zehn Jahre ist nichts passiert und dann kommt Ray zurück und es bricht sich alles Bahn. Tom, damaliger Sheriff, hat durch seinen Cousin seine Marke verloren und kämpft sich seitdem durchs Leben. Er hat einen Fehler begangen, der durch Ray verursacht wurde, der ihr Leben für immer veränderte. Die Zeit im Gefängnis hat die Zeit stehen lassen und das Unglück bricht jetzt wieder über alle herein. Ohne Ausweg! Der Schreibstil macht die Sache nicht wirklich besser. Halbfertig anmutende Sätze, oftmals Ellipsen, die Gedankengänge nachstellen sollen, sind eher störend als wirklich den Lesefluss zu fordern, gepaart mit einem hölzernen Schreibstil, der mit hochpoetischen Sätzen aufwartet, der anscheinend an Noir-Filme anschließen will, aber weit weit weg davon ist. Oftmals philosophisch, hat der Autor wohl vergessen, dass hier er einfache Persönlichkeiten hat, die eh ohne wirkliche Logik durch die Geschifte stampfen. Da helfen auch schöne Beschreibungen der Landschaft nicht, die Atmosphäre springt nicht auf den Leser rüber. Man hofft auf Lustigkeit in dem Ganzen, einen Hauch Tarantino, der den überzogenen Ernst endlich Charme einhaucht, aber es kommt einfach nicht. Man wartet vergeblich darauf, dass dieser Motivwahnsinn, der sich um Schuld und Sühne dreht noch einen Hauch von Tiefgang in irgendeinener Form erhalten könnte. Dass irgendetwas noch entsteht, das Drogenkartelle durchdreht oder was auch immer, aber nein. Nichts, gar nichts. Urban Waite versucht knallhart seine bescheuerten Motive von Gewalt, die durch Gewalt gelöst werden soll, bis zum Ende durchzuziehen. Was natürlich niemals gut endet und nie gute enden kann. Da ist "Wüste der Toten" wirklich nichts neues. Ohne Höhepunkt, ohne Spannung, ohne Thrill, einfach mit gar nichts, was einen daran halte könnte den Roman durchzulesen. Man hofft auf eine perfide Pointe am Ende und bekommt puren Schwachsinn. Man will das Buch nur noch gegen die Wand knallen, nicht weil man geschockt ist, sondern nur noch entnervt. Fazit "Wüste der Toten" von Urban Waite verspricht viel und bietet am Ende besonders eins: Einen Thriller ohne Spannung, voller platter Charaktere und einen Schreibstil, der einen nur noch auf den Geist geht. Die dünne Handlung, die man eh schon zigtausendmal gelesen hat, gibt dem ganzen Roman den Rest.

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