Urs Böke Maulhure No. 1

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Maulhure No. 1“ von Urs Böke

Herausgegeben von Urs Böke, Hermann Borgerding & Jerk Götterwind 92 Seiten; ISBN 978-3-941134-61-4; 8,95 € Hier ist Literatur, hier ist MAULhUre Hier wird der Beweis geliefert, dass Poetry und Straßen-Bewußtsein keinen Dissens bilden müssen. Hier sind Gedichte und Stories, nicht wirklichkeitsnah, sondern tatsächlich. Ungeschönte Analysen des Alltags. Nicht von oben und deshalb folgerichtig ohne Reissleine. Literatur im freien Fall. Direkt gepresst zwischen die Buchdeckelim Hier und Jetzt. Hier ist MAULhURE. u.a. mit Beiträgen von Hadayatullah Hübsch, Ira Cohen, Hermann Borgerding, Hartmuth Malorny, Roland Adelmann, Jerk Götterwind, Robsie Richter.

Stöbern in Romane

Liebe zwischen den Zeilen

Sehr tolle Atmosphäre und interessante Menschen

Bjjordison

Heimkehren

Eine wunderschöne Geschichte über Generationen hinweg!

Lealein1906

Dann schlaf auch du

Aufwühlender, spannender Roman über Schein und Sein eines Kindermädchens, das den Zweispalt zwischen Karriere und Kindern auszunutzen weiß

krimielse

Damals

Ein fabelhafter Roman, wenn man die rauhe, englische Landschaft und seine Bewohner mag.

buecher-bea

Die goldene Stadt

Ein spannender, historischer Abenteuerroman mit tollen Schauplätzen. Hat mir sehr gut gefallen!

-nicole-

Ein Haus voller Träume

Ein sehr atmosphärischer und leiser Familienroman mit kleinen Längen in der Mitte, der noch ein bisschen Potential hätte.

tinstamp

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Maulhure No. 1" von Urs Böke

    Maulhure No. 1
    Urs_Boeke

    Urs_Boeke

    16. March 2011 um 17:23

    herausgegeben von Urs Böke, Hermann Borgerding, Jerk Götterwind Edition Paperone Leipzig 2010 Doch, es gibt sie noch, die kritische Subkultur, die nicht nach hohlem Starkult lechzt, sondern bei der es um Inhalte geht. Die an die Kraft der Kunst glaubt und die Kunst nicht nur als Neurosenträger mißbraucht. Hier sind sie alle versammelt. Jürgen Ploog, Ira Cohen, auch Hadayatullah, der kürzlich erst von uns ging, zusammen mit den Rebellen der jüngeren Generation: Florian Günther, Urs Böke, Jerk Götterwind, Roland Adelmann und diverse mehr. Das Cover stammt von Jenz, der jährlich mit seinem INSIDE ARTZINE im grafischen Bereich abdeckt, was die Dichter mit Worten umschreiben. Qualität. Man kriegt sie so selten zu Gesicht. Bei den Ego-Schauen auf Facebook und MySpace, bei den Lesebühnen, Lesezirkeln und Käseblättern kommt sie so gut wie gar nie vor. „Subkultur“, sagte ein Lesebühnen- und Heftlesdichter mal, „ist doch eh nur das, was bei Rowohlt und Suhrkamp nicht reinkommt, weil es zu schlecht ist.“ HELs Spruch „wer nix taugt als unkrautvernichter / wird dichter“ schien mir zeitweise wirklich wortwörtlich zuzutreffen, ohne jede Ironie: viele „Dichter“, die ich kennenlernte, waren die größten Deppen weit und breit, hochneurotisch, mimosenhaft, selbstverliebt, minderbegabt und vor allem: vom Schreiben keine Ahnung und zum Schreiben keine Beziehung. Wenn die Äußerlichkeiten zum Aufnahmekriterium werden, gibt es keine Inhalte mehr. Wenn jeder Alkoholiker und Stützi Dichter sein kann dadurch, daß er Alkoholiker und Stützi ist, dann dünnt die Suppe aus. Es gibt tatsächlich wenige Autoren und Organe, bei denen ich Glühen spüre. Biby Wintjes ist tot, Bruno Runzheimer auch, Hadayatullah auch. In Thomas Collmers ROLLERCOASTER glüht es, in Axel Montes RUDE LOOK, in der Berliner „Floppy Myriapoda“ glüht es nicht wirklich, auch „Libus“ war nur Fake, und die „Luftruinen“ sind manchmal auch noch nicht mehr als ein Organ für Lesebühnis, die probieren wollen, ob sie außer lesen auch schreiben können. Und auch aus Leipzig kommt nichts mehr – Frank Brökers HÄRTER wurde immer weicher, seit es zum „Haus aus Stein“ wurde und es nur noch um den Placebo-Barden Pratajev geht. Aber Bökes MAULhURE glüht. Diese Gedichte und Prosetten sind nicht zu schlecht für Rowohlt und Konsorten, sondern zu gut. Zu ehrlich. Zu direkt. Zu offen. Die Dichter sind keine jungen Spunde mehr, sie müssen weder sich noch dem Leser etwas vormachen. Der frühe Social Beat war ja auch deshalb oft so banal und prätentiös, da man das Gefühl hatte, man müsse nur möglichst viel Sex und Suff in den Zeilen unterbringen und den Macker raushängen, und schon wäre es ein Gedicht. Von derlei Affereien hier keine Spur – na gut, bis vielleicht auf „Bettfedern“ von Hartmuth Malorny. Aber sonst – Hermann Borgerdings Menschlichkeit rührt einen bis ins Mark, genauso Jörg Herbig. Jerk Götterwind schreibt über Behörden und über eine verquaste Künstlertussi, und da ist überall ein Glimmen zwischen den Worten. Und Florian Günther reflektiert über verflossene Frauen, über Janis Joplin und Arthur Rimbaud, und, Günther: es geht nicht darum, aufhören zu schreiben. Auch Rimbaud hat ja nicht aufgehört zu schreiben. Er hat nur aufgehört, sich in den Schickimicki-Dichterzirkeln in Paris herumzutreiben und zu veröffentlichen. Verstummt ist er nie. Und ich bin froh, daß auch die MAULhURE nicht verstummt ist. Die Subkultur ist zäh. Jedenfalls die echte. Sie übersteht Krebs, Entzugskuren, Nervenzusammenbrüche und falsche Propheten. Sie wird reifer, sie wird humorvoller, sie kann grinsen, sie ist gelassener. Aber sie ist nicht totzukriegen. Sie glüht, ja. Die Asche ist warm. Und das tut gut. Ní Gudix, 21.1.11

    Mehr