Urs Faes Sommer in Brandenburg

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Inhaltsangabe zu „Sommer in Brandenburg“ von Urs Faes

Zwei junge Menschen, noch keine zwanzig: er ein Hamburger Schlaks aus gutbürgerlicher Familie; sie mit den dunklen Augen und dem unbefangenen Lachen, Tochter eines Wiener Zeitungsangestellten. Sie begegnen sich, sie arbeiten miteinander, sie verlieben sich – unter außergewöhnlichen Umständen. Im Sommer 1938 bereiten sich Lissy Harb und Ron Berend auf einem Landgut in Brandenburg auf ihre Ausreise nach Palästina vor; es ist eines von mehreren jüdischen Landwerken, in denen sich Jugendliche für das harte Leben im Kibbuz rüsten. Sie alle eint das Ziel, dem Terror zu entkommen, ihre einzige Hoffnung ist die Ausreiseerlaubnis … Sommer in Brandenburg erzählt von der berührenden Beziehung zweier Menschen in einem fast idyllisch anmutenden kleinen Kosmos. Doch die Außenwelt macht sich in zunehmend barbarischer Weise bemerkbar. Wie ist eine Liebe zu leben, wenn die Spielräume immer kleiner werden?

Versetzt man sich in die Protagonisten, wird einem ganz schwer ums Herz. Sie leben zwischen Hoffen und Bangen.

— freiegedanken
freiegedanken
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    Sommer in Brandenburg
    heaven4u

    heaven4u

    04. May 2014 um 14:40

    Dieses Buch ist besonders, es ist anders. Schon das Cover ist wunderschön und wenn man schon ein Stück gelesen hat, dann merkt man wie passend die zwei auf dem Bild gewählt sind. Das Buch handelt von einem Landwerk - eine Vorbereitungstätte für ein Leben im Kibbuz in Israel - im Sommer 1938 in Brandenburg. Jüdische Jugendliche die nirgendwo mehr hin passen in die Gesellschaft, ausgeschlossen werden, finden sich dort ein und arbeiten hart und hoffen auf eine Ausreise. Dort lernen sich Ron und Lissy kennen und lieben und genießen ihre kurze Zeit zusammen und warten immer voller Hoffnung, gemeinsam ausreisen zu dürfen in dieser schweren Zeit. Viel mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, auch wenn der Klappentext noch weniger konkret ist - man muss dieses Buch einfach selbst erkunden, entdecken, sacken lassen. Ich brauchte zwei Anläufe um dieses Buch in mich aufnehmen zu können - es ist nämlich auch in seiner Schreibweise besonders. Es gibt keine wörtliche Rede, sie fließt einfach in den Text mit ein. Geschrieben aus Rons Sicht, denkt man, man würde sein Tagebuch lesen. Kurze knappe Sätze, die aber sehr poetisch sind und innnehalten lassen. Einfach Buch was man auch mal weglegen muss. Und man muss zwischen den Zeilen lesen, selbst nachdenken. Ich selbst kannte diese Art der Vorbereitungslager vorher nicht (hab auch während dem Lesen nichts dazu in Erfahrung bringen wollen, das tute ich hinterher) und fand es daher so spannend mal aus Buch aus der Sicht eines Jugendlichen zu sehen. Wartend auf die Ausreisegenehmigung und bangend um die Hiergebliebene Familie und Freunde. Zwischen den Kapiteln rund um die Jugendlichen sind einzelne Kapitel eingeflochten wie es weiterging. Einmal erzählt ein Jugendlicher wie er nach Jerusalem kam und einige wieder traf. Ein andermal ist ein Historiker auf dem Weg und stellt sich den Fragen. Dabei wird dennoch wenig verraten, man hängt auch hier seinen eigenen Gedanken nach, erfährt aber einige Hintergründe und wie es an sich dann mit dem Lager weiterging. Es ist ein Buch was man zur richtigen Zeit lesen muss. Seichte Unterhaltung sucht man hier vergebens. Ein Buch was nachwirkt und einlädt es nochmal zu lesen!

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