Die schmale Werkeinführung in Michel Foucault’s Philosophie, erschienen im Beck-Verlag, eignet sich recht gut, um das abstrakte Denken Foucaults nachzuzeichnen und ansatzweise zu durchdringen. Marti beginnt seine Einführung mit knappen biographischen Informationen, die relativ schablonenhaft daherkommen und zeigen, dass Marti hier wenig Zeit und Raum verlieren wollte. Sein Schwerpunkt liegt schließlich auf der Werkeinführung, die ihm wiederum relativ gut gelingt. Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass Foucaults Denken „schwere Kost“ ist. Nicht nur, dass sein Frühwerk enorm abstrakt bleibt und sich mir nicht wirklich erschließen wollte, arbeitet es doch mit Philosophie und Psychologie gleichermaßen, auch seine Sprache und der Wissensfundus, auf dem Foucault Ende der 1970er Jahre aufbaut sind sehr abstrakt. Es empfiehlt sich daher, abschnittsweise zu lesen. Wer eine Einführung in Foucaults Sexualphilosophie möchte, sollte hier das spezielle Kapitel ansteuern; wer eine Einführung in seine Machttheorie erhalten will, sollte dort das entsprechende Kapitel lesen. Es ist nicht zwingend für ein Verständnis, das Buch in Gänze gelesen zu haben. Positiv hervorzuheben bleibt, dass Marti insbesondere bei Foucaults Machttheorie erwähnt, wie wenig diese bislang ausgereift ist – darüber dürfe auch die vielfache Verwendung durch andere Forscher und Disziplinen nicht hinwegtäuschen. Auch seine Sexualphilosophie leide, so Marti, an einigen Fehlinterpretationen, sodass auch hier eine Fortentwicklung und ein kritisches Hinterfragen der Foucaultschen Thesen unter neuen Perspektiven angeraten bleiben. Insgesamt eine gelungene, wenn auch knappe Einführung in eine sehr abstrakte Philosophie, deren Einfluss auf die Kulturwissenschaften seit den späten 1980er Jahren ungebrochen ist.
Werkeinführung auf hohem Niveau


