Urs Widmer Der Geliebte der Mutter

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Inhaltsangabe zu „Der Geliebte der Mutter“ von Urs Widmer

›Der Geliebte der Mutter‹ handelt von der unerwiderten lebenslangen Liebe Claras zu dem berühmten Dirigenten Edwin, aufgezeichnet von ihrem Sohn. Es ist zugleich ein Roman über das Geld und die Macht, über die Umkehr der Verhältnisse und über das 20. Jahrhundert. (Quelle:'E-Buch Text/23.07.2012')

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  • Urs Widmer - Der Geliebte der Mutter

    Der Geliebte der Mutter
    ClaudiasWortwelten

    ClaudiasWortwelten

    04. March 2016 um 10:41

    „Heute ist der Geliebte meiner Mutter gestorben“, lautet der erste Satz von Urs Widmers 2000 erschienenem Roman Der Geliebte der Mutter, in dem der Sohn, der Ich-Erzähler, die Geschichte der lebenslangen, unerfüllten und selbstzerstörerischen Liebe seiner Mutter Clara zu dem egozentrischen Dirigenten Edwin aufzeichnet. "Die Mutter liebte ihn ihr ganzes Leben lang. Unbemerkt von ihm, unbemerkt von jedermann." Clara, die vom Erzähler stets nur „die Mutter“ genannt wird, stammt aus wohlhabendem Haus und ist jung, reich und schön als sie den talentierten aber mittellosen Dirigenten Edwin kennenlernt. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter muss sie sich alleine um den Haushalt und ihren Vater kümmern, der seine Tochter tyrannisiert und immer wieder demütigt und erniedrigt. Zerstreuung findet sie lediglich in der Musik und bei regelmäßigen Konzertbesuchen des neu gegründeten „Jungen Orchesters“. Sie ist voller Bewunderung für den jungen Dirigenten, der vor allem neue, verpönte und unkonventionelle Musik spielt, und verliebt sich unsterblich in ihn. Hingebungsvoll unterstützt sie das „Junge Orchester“, wird zum „Mädchen für alles“ und investiert nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch ihr Geld, um Edwin zu ersten Erfolgen zu verhelfen. "Vor den Proben stellte die Mutter die Stühle und Pulte bereit, zentimetergenau. Sie prüfte ob der Raum genügend geheizt war. Ob ein Gebläse rauschte. […] Edwin merkte nicht einmal, daß er die Türen nicht mehr selber öffnete." Clara organisiert auch eine Gastspielreise nach Paris, auf der sie mit Edwin eine erste Liebesnacht verbringt. Während er sie nach wie vor nur beiläufig wahrnimmt, unterstützt sie ihn weiterhin bei seinem kometenhaften Aufstieg. Über Nacht verarmt Clara, verliert nach dem Tod ihres Vaters durch den Börsenkrach 1929 ihr gesamtes Vermögen, muss ihr Elternhaus verkaufen und bezieht ein kleines Zimmer. Dort besucht Edwin sie hin und wieder und zwingt sie, als sie schwanger wird, zur Abtreibung. Als sie ihm nicht mehr nützlich sein kann, bricht er den Kontakt stillschweigend ab und heiratet die reiche Alleinerbin einer Maschinenfabrik – nur zufällig erfährt Clara von der Hochzeit ihres Geliebten. Rücksichtslos und unaufhaltsam verfolgt Edwin seine Karriere, zu der sie ihm verholfen hatte, avanciert nicht nur zu einem berühmten Dirigenten, sondern auch zu einem erfolgreichen Unternehmer und zum reichsten Mann der Schweiz, während die Mutter allein und leidend zurückbleibt. Auch sie heiratet eines Tages, bekommt einen Sohn, den Erzähler, verharrt aber weiterhin in einer zum Kult ausartenden Leidenschaft zu Edwin. "Irgendwann aber hatte sie ihren Text gefunden, und der war: Edwin, Edwin, Edwin, Edwin. Jede Faser des Körpers der Mutter rief Edwin. Bald sangen alle Vögel Edwin, und die Wasser glucksten seinen Namen." Nachts geht sie mit ihrem kleinen Sohn durch den Wald zum See und starrt hinüber ans andere Ufer zu Edwins Villa. Jahrelang erhält sie von ihm zum Geburtstag eine Orchidee und eine Karte, doch das erledigt Edwins Sekretariat, wie der Erzähler später erfährt. Eines Tages besucht sie wieder eines seiner Konzerte, doch er beachtet sie nicht und sieht sie nur ungerührt an – die Mutter bricht zusammen. "In dieser Nacht saß die Mutter auf der Couch, biss in ein Kissen und rief: “Ich kann nicht mehr.” Sie schlug den Kopf gegen die Wand. Sie konnte nicht mehr. Ein Arzt wurde geholt, und sie wurde weggeführt, ein wimmerndes Bündel mit dem Pelzkragenmantel um die Schultern." Die Mutter wird in eine Heilanstalt gebracht und mit einer Elektroschocktherapie behandelt. Als sie entlassen wird, geht sie nicht mehr zum See, besucht aber immer wieder Konzerte des Jungen Orchesters. Wiederholt versucht sie sich umzubringen und will auch ihren kleinen Sohn mit in den Tod nehmen. Hitler und Mussolini erobern Länder, es herrscht Krieg und Naziterror, aber all das zieht ungeachtet an ihr vorbei, hat keine Bedeutung in ihrem Leben, das ausschließlich von ihrer Liebe und besessenen Leidenschaft zu einem einzigen Mann geprägt ist. Im Alter von 82 Jahren stürzt sie sich aus dem Fenster eines Altersheims auf das Dach eines Fiat 127. “Edwin”, sagte sie. Dann sprang sie. Nun schrie sie, glaube ich. “Edwin.” In ihr drin das Tosen all dessen, was sie in zweiundachtzig Jahren erlitten hatte, oder das Brüllen der Anfänge. […] Die Geschichte ist erzählt. Diese Geschichte einer Leidenschaft, einer sturen Leidenschaft. Dieses Requiem. Diese Verneigung vor einem schwer zu lebenden Leben." Im Epilog berichtet der Sohn, wie er Edwin nach dem Tod seiner Mutter eines Tages begegnet. Er möchte ihn zur Rechenschaft ziehen, doch der große Dirigent, die „Jahrhundertfigur“, erinnert sich kaum noch an Clara und verspottet ihren Sohn. "Dann stand ich einfach nur so da und horchte seinen verhallenden Schritten nach. Seinem immer leiseren Gelächter. Eine Tür schlug zu, und es war wieder still." Meine persönliche Meinung: Selten hat mich ein Buch so berührt, wie dieser schmale, nur 130 Seiten umfassende Roman von Urs Widmer, bei dem es sich nach eigenen Aussagen des Autors um ein biographisches Porträt seiner Mutter handelt. Es ist kleines und dennoch eines der größten Bücher, die ich kenne – ein Buch, das mich auch nach dem Lesen lange nicht loslässt. Ich habe den Roman mehrfach gelesen und bin jedes Mal aufs Neue zu Tränen gerührt. Man durchlebt und durchleidet an der Seite des Erzählers den Lebens- und Leidensweg einer Frau, die seit ihrer Kindheit unterdrückt wurde, der Anziehungskraft eines rücksichtslosen und egomanischen Mannes erliegt und schließlich in einer ohnmächtigen, stillen und unerwiderten Liebe und Leidenschaft zu diesem Mann verharrt und an ihr zerbricht. Man spürt die Wut des Erzählers, der um seine Kindheit und um seine Mutter betrogen wurde, aber dennoch ist der Text nie anklagend, sondern eine liebevolle und warmherzige Hommage auf eine Frau, die zeitlebens in ihrer unerfüllten Sehnsucht gefangen war, weil sie nicht anders konnte. Es ist ein Buch über verschmähte Liebe, die Ohnmacht der Gefühle und über die Selbstvernichtung einer Frau, die an der Machtbesessenheit eines egozentrischen Mannes zugrunde geht.

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  • Der Geliebte der Mutter – Urs Widmer

    Der Geliebte der Mutter
    Herbstrose

    Herbstrose

    20. May 2013 um 11:20

    Nach einer lieblosen Kindheit und Jugend entdeckt Clara ihre Liebe zu Musik. Sie besucht Konzerte des ‚Jungen Orchesters‘ und verliebt sich in den Dirigenten Edwin. Sie haben eine kurze Beziehung – aber Claras Liebe bleibt unerwidert. Während sie durch Spekulationen ihres Vaters ihr Vermögen verloren hat, heiratet Edwin überraschend die reiche Alleinerbin einer Maschinenfabrik. Der Kontakt bricht ab und bald heiratet auch Clara. Schon jetzt beginnen ihre psychischen Störungen, die sie nach der Geburt des Sohnes noch verstärken. Sie ist besessen von der Leidenschaft zu Edwin und kann ihn nicht vergessen. Einige Male versucht sie sich umzubringen und ist öfters Gast in einer psychiatrischen Klinik. Erst als alte Frau von 82 Jahren sollte es ihr gelingen … Der Autor Urs Widmer erzählt hier teils autobiographisch und teils fiktional den Lebens- und Leidensweg seiner Mutter, einer zu tiefst zerstörten Frau. Sehr distanziert und unterkühlt ist die Schreibweise, außer Clara und Edwin haben die Personen keine Namen. Die Geschichte beginnt und endet mit Edwins Beerdigung. 

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  • Rezension zu "Der Geliebte der Mutter" von Urs Widmer

    Der Geliebte der Mutter
    thiefladyXmysteriousKatha

    thiefladyXmysteriousKatha

    02. September 2012 um 12:54

    Der Geliebte der Mutter Die Mutter liebte ihn ihr ganzes Leben lang. Unbemerkt von ihm, unbemerkt von jedermann. (Seite 5) Kurzbeschreibung Als Clara, ein Mädchen aus reichem Hause, den jungen Edwin kennen lernt, ist er arm wie eine Kirchenmaus und hat nur eines im Kopf: Musik, moderne Musik von Komponisten, die in den 20er-Jahren noch kein Mensch kennt. Sie arbeitet für ihn und liebt ihn mit der gleichen Hingabe wie er seine Musik. Er ahnt nichts von dieser Liebe, heiratet eine andere, wird berühmt. Claras Leben hingegen zerbricht, ihre Liebe zu Edwin wird zur stummen Besessenheit, von der nie jemand etwas erfährt. Cover Ich bin kein Fan der Gestalltung des Diogenesverlag, daher gefällt mir dieses Cover nicht besonders. In meinem Regal kann ich die Bücher auch leider nicht voneinander unterscheiden da die Buchrücken immer gleich aussehen^^ Inhalt Clara hatte es nicht leicht in ihrem Leben. Ihr Vater, der sie merken lässt, dass sie unerwünscht ist, tyrannisiert und demütigt sie fortwährend. "Niemand will dich! Keiner! Das ist wegen deiner Art!". Und er brüllt sie an, sie solle in ihr Zimmer gehen: "Damit ich dich nicht mehr sehe!" Clara träumt sich in eine heile Märchenwelt. Sie resigniert und unterwirft sich. Nach dem Tod ihrer Mutter muss Clara allein für den Haushalt und den Vater sorgen.Das einzig Gute für Clara sind Konzertbesuche. In der Stadt gibt es ein ehrgeiziges Junges Orchester. Die Begeisterung der Musiker steckt sie an, insbesondere der Dirigent Edwin geällt ihr gut.. Sie besucht regelmäßig die Konzerte und geht nach der Aufführung mit den Musikern aus. Edwin und sie kommen sich näher, doch der Dirigent scheint nur das Eine zu wollen. Er liebt sie nicht, ist kalt und zwingt sie zur Abtreibung als Clara schwanger wird. Nach und nach wird Clara psychisch krank bis zum grausamen Ende.. Meinung Ich habe schon einiges von diesem Buch gehört. Da es ein Klassiker aus dem Diogenesverlag ist wollte ich es unbedingt lesen. Ich bin etwas skeptisch diesem Buch gegenüber. Der Plot ist sehr interessant. Außerdem finde ich es toll, dass Urs Widmer die Geschichte seiner Mutter aufgeschrieben hat. Das Buch ist sehr tragisch und es berührt einen wirklich. Dennoch war der Schreibstil nicht ganz mein Ding. Urs Widmer hat zwar eine gute Wortwahl, trotzdem war das Buch teilweise etwas langatmig geschrieben und das auf nur 130 Seiten. Daher gebe ich 3 Sterne für diesen Klassiker. Irgendwann aber hatte sie ihren Text gefunden, und der war: Edwin, Edwin, Edwin, Edwin. Jede Faser des Körpers der Mutter rief Edwin. Bald sangen alle Vögel Edwin, und die Wasser glucksten seinen Namen. (Seite 77)

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  • Rezension zu "Der Geliebte der Mutter" von Urs Widmer

    Der Geliebte der Mutter
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    28. March 2010 um 21:31

    Ohne die SZ-Bibliothek hätte ich wohl niemals zu einem Widmer gegriffen, weder Titel noch Klappentext hätten mich hier gereizt. Jetzt im Nachhinein ein absoluter Fehler, denn dieses Büchlein mit seiner einfachen schnörkellosen Sprache, seinem sehr klaren und emotionslosen Blick auf die großen Dramen einer Liebe, hätte mir nicht so lange entgehen dürfen ich bin wirklich hingerissen. Eine wahrlich traurige Geschichte, die einem trotzdem Hoffnung gibt, daß es eben die ganz großen Gefühle doch gibt. Absolut gelungen und trotz der Kürze absolut detailliert und interessant erzählt. Widmer werde ich in Zukunft auf jeden Fall noch ein paar mehr Stunden meiner Lesezeit schenken...

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  • Rezension zu "Der Geliebte der Mutter" von Urs Widmer

    Der Geliebte der Mutter
    sickgirl

    sickgirl

    13. August 2009 um 13:35

    Urs Widmer hat in diesem Buch den Lebensweg seiner depressiven Mutter Clara, die ein Leben lang in den Dirigenten Edwin verliebt war, niedergeschrieben. Clara glaubt, in Edwin ihre große Liebe gefunden zu haben, doch dieser heiratet eine andere. Nach und nach werden die psychischen Probleme Claras immer größer - bis hin zum psychischen Zusammenbruch. An sich ein schönes Buch, allerdings verwirrt, dass meist nur von "Mutter" und "Vater" oder "der Vater des Vaters" usw. die Rede ist. Manchmal so verwirrend, dass man gar nicht mehr weiß, wer jetzt eigentlich gemeint ist. Aber durchaus lesenswert!

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  • Rezension zu "Der Geliebte der Mutter, Jubiläumsausgabe" von Urs Widmer

    Der Geliebte der Mutter
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. April 2009 um 23:04

    man leidet furchtbar mit

  • Rezension zu "Der Geliebte der Mutter" von Urs Widmer

    Der Geliebte der Mutter
    MonaMayfair

    MonaMayfair

    27. May 2008 um 21:48

    EIGENTLICH geht es in erster linie nicht um den geliebten der mutter sondern um die mutter.. kurz wird die geschichte ihres vaters und dessen vaters erzählt.. aber nur kurz.. vor allem geht es um die mutter.. sie wächst behütet auf.. flüchtet immer wieder in sich selbst.. lernt dann den musiker bzw. dirigenten kennen.. eben ihren geliebten.. verfällt ihm.. komplett.. wie schlimm das ist, bekommt man jedoch anfangs gar nicht so mit.. erst als sie sich wegen dem dirigenten umbringen will, fällt auf, wie sehr sie von ihm besessen ist.. ich möchte nicht zu viel von der handlung erzählen.. möchte nicht zu viel verraten.. die geschichte umfasst nur gerade mal knappe hundertundfünzig seiten.. da ist schon fast jedes wort, dass ich aus der geschichte erzähle, zuviel.. auf jeden fall ist es eine wunderschöne geschichte.. wenn auch sehr traurig.. und wenn ich auch nicht begreifen kann, wie weltfremd die mutter bei manchen dingen ist.. die stimmung, die der autor mir vermittelt hat, kommt der beim "vorleser" gleich.. eine schöne und traurige geschichte.. möchte ich euch ans herz legen..

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  • Rezension zu "Der Geliebte der Mutter" von Urs Widmer

    Der Geliebte der Mutter
    Nil

    Nil

    10. December 2007 um 20:43

    Ein schmales Buch mit vielen schönen Sätzen.
    Zitat: "Auch später hatte sie nie Tränen. Ihre Augen waren so trocken, dass sie schmerzten."