Ursula Ackrill

 3.4 Sterne bei 11 Bewertungen

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Zeiden, im Januar

Zeiden, im Januar

 (11)
Erschienen am 27.01.2015

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Rezension zu "Zeiden, im Januar" von Ursula Ackrill

Faszinierend geschrieben - aber leider schwer zu lesen
Corsicanavor 3 Jahren

Eine sehr interessante, anspruchsvolle Sprache, die ein wenig "altmodisch" wirkt, eben die Sprache, die die Rumänien-Deutschen gesprochen haben oder sogar noch sprechen. Sprache entwickelt sich bei Auswanderern eben anders. Man kann dies auch bei Herta Müller erleben. Und wie bei Herta Müller (auch Rumäniendeutsche) auch hier eine eher traurige, depressive Grundstimmung im Buch. 
Zeiden im Januar wird nicht chronologisch erzählt sondern in vielen vielen Zeitwechseln und als Mosaik, dass der Leser selbst zusammensetzen muss.Das macht die Lektüre für den Leser schwierig. Der rote Faden ist ein Tag im Januar, dieser dient immer wieder als Ausgangspunkt für Rückblicke. Kein Buch für den Strand, kein Buch für Zwischendurch sondern für ein langes Wochenende im Winter. Dieses Buch muss man aufmerksam lesen und in Ruhe, sonst verliert man leicht den Überblick. Sprachlich und von der Komplexität her sicher 4 Sterne, das ist mein bisheriger Eindruck. Wobei mir bisher das Winterwochenende Zeit fehlt, um das Buch zu Ende zu lesen.

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sofies avatar

Rezension zu "Zeiden, im Januar" von Ursula Ackrill

Hatte mehr erwartet
sofievor 3 Jahren

Ausnahmsweise zitiere ich an dieser Stelle mal den Klappentext, da es mir wirklich schwer fällt, den Inhalt des Buches kurz wiederzugeben:

„Siebenbürgen im Winter 1941. Der Krieg rückt den Menschen in Zeiden auf den Leib und spaltet den Ort. Allein Leontine spürt die Gefahr seit langem – und warnt. Sie versucht weiter, ihre große Liebe zu vergessen und bricht mit dem ältesten Freund; doch ob sie sich retten wird? Es dunkelt sehr früh, und in der Hauptstadt fallen Schüsse.“

Ich hab „Zeiden, im Januar“ von Ursula Ackrill eigentlich gern gelesen, hatte aber doch ein paar Probleme damit und denke, dass auch einiges Potential verschenkt wurde. Denn sprachlich fand ich den Roman wunderbar, viele schöne Sätze und Gedanken. Nur fehlten mir der rote Faden und ein Zielpunkt in der Handlung. Das Buch ist in vier Teile geteilt, wobei man zuerst Teil IV liest, danach dann I bis III in der richtigen Reihe. Zwischendrin gibt es allerdings jede Menge Zeiten- und Ortssprünge, die es nicht ganz einfach machen der Handlung zu folgen.

Ein Großteil der Handlung besteht aus Gesprächen und Diskussionen und der Zielpunkt des Romans ist passenderweise ein Vortragsabend. Die Schüsse in der Hauptstadt, die im Klappentext genannt werden, bekommt man als Leser auch nur über das Telefon mit. Und das reicht mir nicht für einen Roman. Oft erzählen sich die einzelnen Charaktere gegenseitig, was in der Vergangenheit passiert oder sinnieren darüber, aber man ist als Leser nicht direkt dabei.

Außerdem sollte man auch ein bisschen Vorwissen zur Situation in Siebenbürgen und Rumänien während des Zweiten Weltkriegs und auch besonders zu den Siebenbürger Sachsen. Denn viel erklärt wird nicht unbedingt.

Deswegen gibt es von mir 3 von 5 Sternen. Ich würde wieder etwas von der Autorin lesen, aber mir doch etwas mehr echt Handlung wünschen.

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anushkas avatar

Rezension zu "Zeiden, im Januar" von Ursula Ackrill

Anstrengende Kost
anushkavor 4 Jahren

21. Januar 1941, Zeiden, heutiges Rumänien: der Nazi Andreas Schmidt hält eine Ansprache an die Rumäniendeutschen in Zeiden, die sich immer noch als deutsche Volksgruppe verstehen und sich kulturell und wirtschaftlich von den Rumänen abgrenzen. Mit den Entwicklungen in Deutschland hegen sie nun die Hoffnung, als deutsche Volksgruppe anerkannt zu werden und aus dem Reich Unterstützung zu erhalten. Leontine Philippi hält dies und auch die gesamte Mentalität für einen Fehler. Sie beobachtet die Übergriffe auf die rumänischen Juden durch rumänische Legionäre mit Sorge. Durch ihre Äußerungen und Ansichten gerät sie ins Visier der Nationalsozialisten unter den Zeidner Bürgern.

Dieses Buch hat alles, um den Kritikern des Feuilletons zu gefallen. Und auch die Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse (und noch mögliche andere Preise) erscheint mir plausibel. Aber mir persönlich hat dieses Buch nicht besonders gut gefallen. Die Sätze und Ereignisse sind sehr verschachtelt. Zahlreiche Sätze sind durch Auslassung sperrig und ich musste sie unnötigerweise mehrfach lesen, weil sich mein Gehirn einfach nicht mit ihnen abfinden konnte. Über all dies ging mir viel vom Inhalt verloren bzw. hatte ich letzten Endes das Gefühl, dass es eigentlich nicht viel Inhalt gab. Allein die Informationen zu extrahieren, die der Klappentext gibt, fiel mir schwer. Um die eigentliche Bedeutung des Buches und seinen Beitrag zu verstehen, musste ich erst Buchbesprechungen lesen. Und trotzdem hatte ich zum Schluss alle zentralen Figuren aus Zeiden mit ihren Vergangenheiten kennengelernt und kannte alle Vorgeschichten, die an dem einen Abend im Januar bei Schmidts Vortrag zusammenlaufen. Zumindest gelang es diesem Buch, die Mentalität und die nationalistischen Emotionen der Zeidner gut zu vermitteln und auch die schleichenden Entwicklungen und die naive oder gewollte Blindheit der Zeidner.

Trotzdem hat mich dieses Buch durch seinen Stil erheblich frustriert und manches Mal hatte ich nach einer Lese"sitzung" das Gefühl, keine Ahnung zu haben, was ich da eigentlich gelesen habe. Da es bei Büchern, vor allem anspruchsvolleren, immer um die Buch-Leser-Passung geht, kann ich für mich nur sagen, zwischen "Zeiden, im Januar" und mir hat es einfach nicht gepasst. Trotzdem fand ich das Thema durchaus interessant und habe durch die weitergehende Recherche wieder einiges gelernt.

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