Ursula Bredel

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Rezension zu "Wie Kinder lesen und schreiben lernen" von Ursula Bredel

Rezension zu "Wie Kinder lesen und schreiben lernen" von Ursula Bredel
Sophia!vor 7 Jahren

„Vieles, was über das Schriftsystem und seinen Erwerb im Umlauf ist, lebt von alten und im gesellschaftlichen Wissen fest verankerten Halbwahrheiten und Vorurteilen.“
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In den letzten Jahren sind Begriffe wie Lese-Rechtschreibschwäche oder PISA-Schock gängige Vokabeln im öffentlichen, medialen Diskurs geworden. Eine Vielzahl an Schülerinnen und Schülern verfügt nur über mangelhafte Fähigkeiten im Bereich des Lesens und Schreibens. Und nicht nur das! Auch die Studie leo, die im März diesen Jahres erschienen ist, bestätigt, dass 7,5 Millionen Erwerbsfähige zu den so genannten funktionalen Analphabeten zu zählen sind. Demnach kann sogar eine auffallende Zahl Erwachsener die Funktionen des Lesens und Schreibens im Alltag nicht in korrekter Weise anwenden. Denn zum Lesen und Schreiben gehört viel mehr als im alltäglichen Sprachgebrauch damit gemeint ist. Es geht nicht nur um Teilfertigkeiten wie etwa eine korrekte Rechtschreibung. Vielmehr müssen weiterführende Kompetenzen mit bedacht werden, zu denen die Planung, Anfertigung und Überarbeitung von Texten oder die allgemeine Interpretationsfähigkeit zählen. Um Kinder auf ihrem Weg zum Schriftspracherwerb möglichst hilfreich zu unterstützen, ist das Wissen um die jeweiligen Lernprozesse unumgänglich. Genau diese Kenntnisse werden durch die Lektüre vermittelt.
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Anhand eines Beispieltextes geht es in einem ersten Schritt um die wesentlichen Unterschiede von Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Zusätzlich werden silbische, syntaktische, phonologische oder morphologische Prinzipien näher betrachtet. Einzelne Kapitel gehen der Frage nach, wie unsere Schrift eigentlich funktioniert und wie Fehler und Störungen analysiert und behoben werden können. Interessant ist auch der geschichtliche Rückblick zur Entstehung unseres Schriftsystems. Zusätzlich widmen sich die Autoren der Zeichensetzung und Bedeutung eines korrekten Umgangs mit Interpunktionszeichen. Deutlich wird dies etwa durch den semantischen Unterschied der Sätze:
„Er will sie nicht.“ und im Vergleich dazu „Er will, sie nicht.“
Durch konkrete Beispiele oder Übungsaufgaben werden komplexere Zusammenhänge verdeutlicht. Zusätzliche Grafiken, Illustrationen oder handgeschriebene Auszüge kindlicher Schriftsprache führen die zuvor beschriebenen Sachverhalte vor Augen. In einem umfangreichen Glossar am Ende des Buches werden wesentliche Begriffe definiert. Die anschließende Bibliographie verweist auf hilfreiche Zusatzliteratur zu individuell interessanten Themen.
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Fazit: „Wie Kinder lesen und schreiben lernen“ räumt nicht nur mit gängigen Vorurteilen auf, sondern bietet den Lesern ein detailliertes Repertoire wissenschaftlich fundierter Forschungsergebnisse zum Thema Schriftspracherwerb. Eine Vielzahl der aufgeführten Übungen können im schulischen Kontext sinnvoll genutzt werden. Gerade Lehrerinnen und Lehrern werden gewinnbringende Einblicke geboten, die sie bei der didaktischen, erzieherischen Arbeit mit Kindern nutzen können.

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