Ursula Donner , Amy Lynn Morgan Wolfsmondnacht

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Inhaltsangabe zu „Wolfsmondnacht“ von Ursula Donner

2. Auflage 5. November 2014 Urban Fantasy mit sorgfältig recherchiertem historischen Hintergrund. (Weiteres Pseudonym: SHARON MORGAN) 110.790 Wörter,693.655 Zeichen inkl. Leerzeichen Paris 1560 Nach dem Scheiterhaufentod seiner Mutter führt Jean-François deren Bordell in Paris weiter. Als er in einem Vampir umgewandelt wird und sich in diesen neuen Zustand anfangs nicht unter Kontrolle hat, muss er die Stadt verlassen. Nun heimatlos geworden, bedroht ihn ein Unbekannter. Zudem gerät er unter Mordverdacht und soll ins Gefängnis. Auch seine Schwester in Dôle schwebt in Gefahr, als es in der Franche-Compté zu grauenvollen Mordfällen und Werwolfprozessen kommt. Aufgrund ihrer Abstammung sieht sie sich Anfeindungen ausgesetzt. Ihre Tochter muss sich hingegen noch ganz anderen Gefahren stellen, die nicht nur von außen kommen ... Wird Jean-François rechtzeitig kommen, um sie vor dem Schlimmsten zu bewahren? Als würde er nicht bereits bis zum Hals in Schwierigkeiten stecken, sieht er sich in Dôle in einen eskalierenden Konflikt zwischen Menschen und Werwölfen verwickelt, durch den noch viel mehr auf dem Spiel steht als sein eigenes Leben und das der Menschen, die er liebt. Zudem trifft er die Frau wieder, die er verloren geglaubt hatte – und droht, sie wieder zu verlieren, doch diesmal für immer. In einer Jagd durch die Wälder der Franche-Compté muss Jean-François zusammen mit dem mit einem Aztekenschwert bewaffneten Pariser Anatomen Donatien seinem schlimmsten Albtraum gegenübertreten ... LESEPROBE: Paris am 28. Juni des Jahres 1560 Obwohl Jean-François seine Mutter nicht liebte, wünschte er ihr einen baldigen Tod. Um diesem beizuwohnen, wie es ihr letzter Wunsch gewesen war, befand er sich inmitten der Menschenmenge auf dem Place de Grève. Gedämpft drangen die Rufe des Volkes an sein Ohr. »Mörderin!« »Giftmischerin!« »Hure!« Über die züngelnden Flammen hinweg starrte er zu seiner Mutter. Todgeweiht stand Suzette in der Feuersbrunst des Scheiterhaufens. Schmerzverzerrt war ihr Gesicht, Schweiß rann über ihre Stirn. Ihr Haupt hielt sie, trotz der Beschimpfungen und der Schmerzen, erhoben. Das lange, rotblonde Haar wehte wie eine Flamme im Wind. »Ich verfluche dich, Volk von Paris …« Suzettes schmerzbebende Stimme schwoll an zu einem Kreischen, als ihre Haut unter der Hitze aufplatzte. Das schmucklose Hurengewand war längst dahin. Ihr letzter Schrei verhallte und wich einer gespenstischen Stille, einzig unterlegt vom Knistern des Feuers und dem Raunen der Menge. Ein letztes Mal sah Jean-François in die Augen seiner Mutter, er erkannte sie aber nicht mehr darin. Nur Leere starrte ihm entgegen. Ihr Kopf sank vornüber. Die Flammen ergriffen ihr Haar, schwarz ließen sie es zurück. Die Ruine ihres Leibes gab die Seele frei in einem Feuerschwall, als fahre sie damit geradewegs zur Hölle. Die Luft war schwer vom Geruch verbrannten Fleisches, ihres Fleisches, dem er einst entsprungen war. Blut von seinem Blut, das jetzt verdampfte. Suzettes Knochen platzten mit einem Knacken. Ein Windstoß stob ihre Asche über den Platz. Etwas davon streifte Jean-François Gesicht wie eine letzte Berührung aus dem Jenseits. Ihr Sterben hatte nur wenige Minuten gedauert, doch erschienen ihm diese wie eine Ewigkeit – eine Vergangenheit, die ständige Gegenwart sein würde in seinen Albträumen. Er hielt ein Taschentuch vor die Nase, nicht nur, um den Geruch verbrannten Fleisches daraus zu verbannen, sondern auch, um heimlich eine Träne damit abzuwischen. Da ein Würgen hinter ihm erklang, wandte er sich um. Er sah den dunklen Schopf Juliettes, der fillette de joie, die seit drei Jahren im Bordell seiner Mutter arbeitete. Über den Rinnstein gebeugt gab sie ihre letzte Mahlzeit von sich. Kontraktionen schüttelten ihren Leib. Jean-François umfing sie von hinten, damit sie nicht vornüberkippte. Ihr Körper fühlte sich schmal in seinen Armen an, so zerbrechlich. Sie würgte, bis Galle kam, während er gegen seine eigene Übelkeit ankämpfte.
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