Ursula Dorn

 4,3 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf

''Die von Ursula Dorn beschriebenen Erlebnisse umfassen in der Hauptsache den Zeitraum zwischen dem Sommer 1944 und dem Oktober 1948. Ursula Dorn wurde 1935 in Königsberg geboren; die Stadt war damals bereits seit mehreren hundert Jahren die Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen. 10 Mit rund 370.000 Einwohnern war Königsberg nicht allein die mit Abstand größte Stadt der Provinz, sondern rangierte zugleich unter den 20 bedeutendsten deutschen Großstädten. Von direkten Kriegseinflüssen blieb die ostpreußische Metropole bis etwa zu dem Zeitpunkt, an dem der Bericht von Ursula Dorn einsetzt, dank ihrer geographischen Lage weitgehend unberührt. Dann freilich traf sie der Krieg sogleich mit furchtbarer Wucht ...'' PD Dr. Winfrid Halder

Quelle: Verlag / vlb

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Die Flucht geht weiter ...

Nachdem ich Christian Hardinghaus‘ Buch „Das Wolfsmädchen“ gelesen habe, das auf den Erlebnissen von Ursula Dorn fußt, habe ich nun deren autobiografische Aufzeichnungen besorgt.  


Dieses Buch ist nach „Ich war ein Wolfskind“ der zweite Teil ihrer Odyssee, diesmal in Thüringen.  


Wieder sind Ursula und ihre Mutter auf sich allein gestellt. Die Mutter ist nach wie vor apathisch, denkt weiterhin nicht daran sich eine Arbeit zu suchen und nutzt ihre Tochter weidlich aus. Ihr einzige Bestreben ist, genügen Vorrat an Zigaretten zu haben. Den kargen Lohn, den Ursula nach Hause bringt, nimmt sie ihrer Tochter ab. Die dysfunktionale Bindung durch die Parentifizierung hält weiter an. Hilfe für beide gibt es nicht.  


Ursula lernt, arbeitet und muss die Zirkelabende der FDJ über sich ergehen lassen. Der Sport, den sie betreiben kann, hält sie aufrecht. Sie ist auf Grund der traumatischen Ereignisse ihre Flucht weitaus älter als ihre MitschülerInnen.  


1953 organisiert Ursula Dorn die Flucht für sich und ihre Mutter aus der DDR in die BRD. Doch auch hier wird die Mutter ihre Tochter ausnutzen. Letztendlich zieht Ursula die Konsequenzen und verlässt ihre Mutter. 


Sie wird Klaus kennenlernen, ihn 1958 heiraten und einen Sohn bekommen. Ihm und ihrer Enkelin sind die Lebenserinnerungen gewidmet. 


Meine Meinung: 


Es ist kaum auszuhalten, was Ursula von ihrer Mutter ertragen muss. Ja, natürlich ist auch die Mutter traumatisiert. Doch die ist eine Erwachsene. Alles auf das Kind abzuwälzen? Wahrscheinlich geht es einigen Lesern wie mir, dass sie für die Mutter wenig Verständnis aufbringen können. 


Ein interessantes Detail ist Ursulas Erkenntnis, dass die Indoktrination bei den Abenden der FDJ jenen des BDM sehr ähneln. Sie lässt diese Gehirnwäsche an sich abperlen und verbeißt sich in den Sport, der ihr letztendlich die Möglichkeit gibt, ihren Bruder in West-Berlin zu treffen.   


Auch in diesem Buch gibt es ein Nachwort von Dr. Winfrid Halder und zahlreiche Fotos aus Ursula Dorns Besitz. 


Fazit:


Auch der zweite Teil der Lebenserinnerungen sind nicht leicht zu lesen, dennoch gebe ich hier gerne 4 Sterne.


 

Cover des Buches Ich war ein Wolfskind aus Königsberg (ISBN: 9783902647092)
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Rezension zu "Ich war ein Wolfskind aus Königsberg" von Ursula Dorn

Bellis-Perennis
Nicht leicht zu lesen, aber ein wichtiges Dokument

Nachdem ich Christian Hardinghaus‘ Buch „Das Wolfsmädchen“ gelesen habe, das auf den Erlebnissen von Ursula Dorn fußt, habe ich nun deren autobiografische Aufzeichnungen besorgt.  

Dieses Buch ist der erste Teil ihrer Odyssee im und dann aus dem zerstörten Königsberg.  

Ursula Dorn erzählt von ihrem Schicksal, von den Jahren, in denen sie als zehnjähriges Mädchen aus der Hölle Königsberg entfliehen kann. Zuerst alleine, dann, im Glauben ihre Geschwister wären tot, flieht sie mit der verstörten Mutter nach Litauen. Dort ist es das Mädchen, das als Wolfskind sich selbst und die Mutter durchbringt, immer auf der Flucht vor den Russen. Letztendlich landen sie mit einem der vermutlich letzten Transporte 1948 in der sowjetischen Besatzungszone aus der später die DDR hervorgeht.  

Der erste Teil endet damit, dass sie erfährt, dass ihr Bruder Herbert noch lebt, aber bei seinem Onkel blieben und die Mutter nicht sehen will. 

Meine Meinung: 

Ursula Dorn hat sich ihre furchtbaren Erlebnisse mit diesem zweiteiligen, beeindruckenden wie bedrückenden Bericht im Jahr 2008 von der Seele geschrieben.  

Der Fall von Ursula Dorn und ihrer Mutter Asta ist ein typischer Fall des Phänomens „Parentifizierung“, jener Umkehr der Fürsorge. Nicht Eltern sorgen für ihre Kinder, sondern ein Kind übernimmt die Rolle des Vaters/der Mutter für die Eltern. Diese dysfunktionale Bindung schadet Ursula natürlich. 

Obwohl, oder gerade weil, Ursula Dorn keine umfassende Schulbildung erhalten hat, ist diese Autobiografie so wertvoll. Es gibt keine beschönigenden oder gestelzten Sätze. Sie schreibt, wie es aus hier herauskommt. Für sie selbst als Therapie und für andere zur Erinnerung.  

"Diese schrecklichen Sachen sind das, was ich im ganzen Leben nicht überwinden werde und auch nicht vergessen kann, so was mit 10 Jahren gesehen zuhaben. Meine kleine Seele hat dabei einen großen Knacks im Leben bekommen."  

Das professionelle Nachwort von Winfried Halder und zahlreiche Fotos ergänzen dieses autobiografische Dokument. 

Fazit:

Kein leicht zu lesendes Buch, dennoch gebe ich hier gerne 4 Sterne. 

 

Cover des Buches Ich war ein Wolfskind aus Königsberg (ISBN: 9783902647092)
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Rezension zu "Ich war ein Wolfskind aus Königsberg" von Ursula Dorn

nova
Rezension zu "Ich war ein Wolfskind aus Königsberg" von Ursula Dorn

Dies ist ein Buch über Kinder die mit Ihren Familien aus Ostpreußen geflohen sind um die eigene Haut oder die Ihrer Familienangehörigen zu Retten

Die Autorin schrieb hier ihre eigene Geschichte auf in der man so vieles erfährt was heute verschwiegen wird oder schlciht weg als bedeutungslos gehandelt wird um es in den Geschichtssaal einer Hauptschule zu schaffen.

Alles in allem ist es eine ergreifende Biografie und lohnt zu lesen, damit die Geschichte der Vertriebenen von Ihrem eigenen Land nicht in vergessenheit gerät.

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