Ursula Janßen

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Autorenbild von Ursula Janßen (©privat)

Lebenslauf von Ursula Janßen

Ursula Janßen, Jahrgang 1978, studierte Vorderasiatische Archäologie in Münster und Tübingen und promovierte in Bern in der Schweiz. Sie hat in acht verschiedenen Ländern Europas, des Nahen Ostens und Afrikas gelebt und gearbeitet, bevor sie 2014 mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Apulien in Süditalien zog, um sich dort als freie Autorin, Winzerin, Selbstversorgerin und Betreiberin eines kleinen Bed & Breakfasts selbstständig zu machen. Neben dem Schreiben, der historischen Forschung und der vielen, aber erfüllenden Arbeit, die das Landleben mit sich bringt, ist sie außerdem eine leidenschaftliche Köchin.


Alle Bücher von Ursula Janßen

Cover des Buches Die drei Betrüger: Historischer Roman (ISBN: 9781796872071)

Die drei Betrüger: Historischer Roman

 (2)
Erschienen am 21.02.2019
Cover des Buches Die Spur des Emirs: Ein apulischer Roman (ISBN: 9781983207525)

Die Spur des Emirs: Ein apulischer Roman

 (1)
Erschienen am 20.06.2018
Cover des Buches Werwesen (ISBN: B07DW9KZND)

Werwesen

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Erschienen am 19.06.2018
Cover des Buches Gesellschaften im Wandel (ISBN: 9783447103763)

Gesellschaften im Wandel

 (0)
Erschienen am 01.05.2015
Cover des Buches GARUM: Rezepte aus der Geschichte (ISBN: 9798637076659)

GARUM: Rezepte aus der Geschichte

 (0)
Erschienen am 29.04.2020

Neue Rezensionen zu Ursula Janßen

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Cover des Buches Die drei Betrüger: Historischer Roman (ISBN: 9781796872071)DianaKlewinghauss avatar

Rezension zu "Die drei Betrüger: Historischer Roman" von Ursula Janßen

Eine brillante Gedankenreise zwischen Mystik, Atheismus und Macht mit lebendigen Charakteren
DianaKlewinghausvor einem Jahr

Dieser Roman lässt das 17. Jahrhundert und viele seiner Persönlichkeiten auf eindrucksvolle Weise auferstehen. Er entkräftet so manches Vorurteil und lädt den Lesenden ein, grundsätzlichen philosophischen Fragen zwischen Mystik und Aufklärung Raum zu geben, die ihre Auswirkungen bis heute behalten haben, die moderne politische und gesellschaftliche Entwicklungen ebenso erklären wie hinterfragen.

Ich folgte den Spuren des fiktiven Protagonisten durch die Ränke der Reichen und Nöte der armen Bevölkerung in einem kriegsverwüsteten Europa. Stets auf der Suche nach einem geheimnisvollen Manuskript, das die Weltreligionen ihrer Machtstellung entheben könnte. Die nicht nur für die beginnende Neuzeit provokante These Jesus, Moses und Mohammed seien Betrüger, ist streitbarer Gegenstand des gesuchten Traktats und der Überlegungen des Protagonisten. Der Icherzähler der Binnenhandlung verstrickt sich mit Leib und Seele in einer Jagd nach Wissen und Macht, wobei er sich als Gelehrter allein für Ersteres interessiert und schnell meine Sympathie auf seine Seite zog.

Die gefahrvolle Reise ist bildhaft und mehrschichtig dargestellt, der meist altertümlich anmutende Erzählstil sehr passend und stimmungsvoll.
Zitate aus über 2000 Jahren Philosophiegeschichte zu Kapitelbeginn waren für mich die Sahne auf dieser geistvollen Köstlichkeit. Wer beim Lesen nur konsumieren und kritisches Denken ausschalten möchte, ist nicht Adressat meiner dringenden Empfehlung.

Eine Inspiration für Liebhaber historischer Manuskripte und alle, die sich – im Gestern wie im Heute – kritisch mit religiösen Strömungen befassen oder es wagen wollen, sich im Geiste den Untiefen der menschlichen Urangst zu stellen: der Angst vor dem Tod.

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Cover des Buches Die drei Betrüger: Historischer Roman (ISBN: 9781796872071)StillerStillers avatar

Rezension zu "Die drei Betrüger: Historischer Roman" von Ursula Janßen

Eintauchen in eine Zeit, in der die Weichen für die unsere gestellt wurden...
StillerStillervor 2 Jahren

Eine Rahmenhandlung, eine Binnenhandlung und als Leser steht man zu beiden Erzählungen (der knapp gehaltenen äußeren wie der auserzählten inneren) in einem Abstand von satten dreihundert Jahren. Dass diese Reise, die fast wie eine Odyssee anmutet - und nein, das ist kein Zufall, denke ich -, eine Menge Stoff zum Nachdenken bieten würde, habe ich mir nach den Erfahrungen mit "Die Spur des Emirs" bereits gedacht und wurde in keiner Weise enttäuscht. 'Die drei Betrüger' ist eine absolut lesenwerte Leseerfahrung, die jedem ans Herz gelegt sei, der gern auch unter die Oberfläche eines Romans eintaucht!
Ursula Janßens Roman ist kein typischer historischer Roman. Das Wort Parabel habe ich oben nicht zufällig verwendet, denn hier ist vieles verdichtet, die Spuren verschiedenster berühmter Schriften und ganzer Bibliotheken und historische Figuren von höchstem Rang geben sich ein Stelldichein in der gralsartigen Suche (auch das keine zufällige Assoziation, sondern von der Autorin sicherlich bewusst erzeugt) des fiktiven Protagonisten Hieronymus Bender. Und die Parallelen und die Moral, die sich aus seinen Erlebnissen für unsere heutige Zeit ziehen lassen, sind nicht zu übersehen.
Die Macht der Bücher bildet einen entscheidenen Aspekt in dieser Geschichte: Bücher, die ihre Wirkung entfalten und dann verlieren; Bücher, die nur Personen zugänglich sind, die sich fremden Sprachen öffnen; Bücher, die niemand lesen kann und von denen trotzdem eine geradezu unheimliche Sogwirkung ausgeht - und Bücher, die (vielleicht) gar nicht existieren, und die trotzdem die größten Geister beschäftigen und Unglaubliches auslösen können.
So wirft die Geschichte des Hieronymus Bender und der vielen anderen Bibliophilen und Bibliomanen, die in dieser Geschichte auftreten, viele Fragen auf. Offensichtlich die Frage nach der Existenz des berüchtigten Manuskripts, das Bender suchen soll. Die nach der Legitimität der drei großen monotheistischen Religionen. Etwas weniger offenkundig die nach der eigenen Haltung zu der Frage, ob es Gott überhaupt gibt. Und die Frage nach der Bedeutung einer vielleicht vollkommen sinnlosen, weil ziellosen Suche.
Aber besonders auch die Frage nach Glaube und Religion, nach unserem eigenen Bild von Frömmigkeit in früheren Zeiten wird auf den Prüfstand gestellt und vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges ein Panorama samt einer beachtlichen Riege historischer Figuren vor dem Auge des Lesers ausgerollt, die aufzeigen, welche Auswirkungen zügellose Kriege und das vorgeblich religiös begründete Streben nach Macht auf die Weltsicht der nachfolgenden Generationen gehabt haben.
Die protoaufklärerischen Ideen und die Selbstverständlichkeit, mit der arabische Gelehrsamkeit und die damals liberale islamische Religionslehre(n) in die Wahrnehmung der Gelehrten im Okzident jener Zeit hineinspielen, sind ein echtes Highlight dieser Geschichte, die auf so vielen verschiedenen Ebenen Reisen und Entwicklungen nachzeichnet und am Ende zwar keine fertige Antworten liefert, aber eines sehr deutlich zeigt:
Wer einfache Antworten erwartet und einfordert, der will und wird betrogen werden.

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Cover des Buches Die Spur des Emirs: Ein apulischer Roman (ISBN: 9781983207525)StillerStillers avatar

Rezension zu "Die Spur des Emirs: Ein apulischer Roman" von Ursula Janßen

Eine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt!
StillerStillervor 2 Jahren

Die Spur des Emirs ist eine schwer zu beschreibende Mischung unterschiedlicher Genres, im Grunde aber 'einfach' eine Erzählung über das Leben. Das klingt nicht spannend? Ist es aber!

Die Geschichte lenkt den Blick auf die scheinbar alltäglichen Geheimnisse und Entscheidungen und zeigt, wie sehr das eigene Leben wächst, wenn man sich auf Abenteuer einlässt. Zugleich wird so unaufgeregt und ehrlich über die sehr authentischen Figuren des Romans berichtet, dass sie absolut glaubwürdig vor das geistige Auge des Lesers treten. Nicht als perfekte, sondern als reale Persönlichkeiten.

Die Autorin verschmilzt in ihrer Erzählung geschickt das Hier und Jetzt mit der Vergangenheit - was mir dabei am meisten imponiert hat: Es ist nicht die Ebene des mittelalterlichen Erzählers, sondern die Gegenwart, die vor allen Dingen fremd erscheint. Das einfache Leben in Apulien als krasser Bruch mit dem ganz und gar gewöhnlichen Leben der Hauptfigur in Deutschland wirft ein Schlaglicht auf die Frage nach dem, was uns glücklich macht, und was für uns wirklich einen Wert besitzt.
Auf der anderen Seite spiegeln die historischen Rückblenden (bei aller Exotik) extrem viel Vertrautes wider: Kriege, Konflikte, kulturelle Vorherrschaft und politische Verschränkunge zwischen Orient und Okzident.

Das Ende der Erzählung war einerseits spannend und führte die historische Spurensuche zu einem befriedigenden Ende, andererseits mied es einfache Antworten. Ich würde mich freuen, wenn Die Spur des Emirs nicht Lias letzte Geschichte bliebe.

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