Ursula K. Le Guin Kleiner Autoren-Workshop

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Inhaltsangabe zu „Kleiner Autoren-Workshop“ von Ursula K. Le Guin

'Ursula Le Guins Stil ist warmherzig und ermutigend, ihre Grundsätze, wie Schreiben zur Kunst wird, sind klar definiert und kompromisslos … In hohem Maße empfohlen.' (Library Journal)

Die Wichtigkeit von Sprachmelodie und Ineinandergreifen von Einzelaspekten auf den Punkt gebracht

— bibliophilist1985

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  • Rezension zu "Kleiner Autoren-Workshop" von Ursula K. Le Guin

    Kleiner Autoren-Workshop

    bibliophilist1985

    15. January 2015 um 21:49

    Ein großer Fokus des Werks liegt auf dem Ineinandergreifen von Perspektiven, Charakteren und Satzkonstruktionen, um dynamische und mitreißende Szenerien erschaffen zu können. Es wird deutlich, wie wichtig und schwierig ein Abwägen der richtigen Reihenfolge aller Aspekte ist, um Leerlauf zu vermeiden und einen Roman als ein komplex verschachteltes Konstrukt zu erkennen. Aus dieser Erkenntnis abgeleitet seziert Le Guin Ausschnitte bekannter Literatur und zeigt, was genau der Autor mit welchen Stilmitteln erreicht. Manch andere Schreibratgeber binden Schnipsel berühmter Vorbilder eher nur zur Veranschaulichung des Inhalts des jeweiligen Kapitels oder als Motivation ein, ohne genauer auf die Szenerie und Charaktere einzugehen. Im „Kleinen Autoren Workshop“ hingegen werden die Motive der Schriftsteller zur Inszenierung genannt und der erzielte Effekt detailliert beschrieben. Speziell beim wiederholten Lesen steigert sich durch diese Informationen der persönliche Nutzen, da man schnell die Wirkungsweise einzelner Schreibtechniken veranschaulicht bekommt und so auch gut memorieren kann. Die großteils aus Werken der Weltliteratur gewählten Beispiele sind zwar eindrucksvoll, haben jedoch das kleine Manko einer schlechten Anwendbarkeit im heutigen Literaturbetrieb. Ein Leiden, an dem die meisten Schreibratgeber aus Kostengründen kranken. Fast niemand, der heute so schreiben würde wie vor einigen Jahrzehnten üblich, könnte im einträglichen Bereich des Buchsektors Fuß fassen. Von daher wäre es längst an der Zeit für einen Ratgeber, der anhand lebender erfolgreicher Autoren deren Stilmittel analysiert, was aufgrund der zusätzlichen Kosten bei noch urheberrechtlich geschützten Werken aber leider unwahrscheinlich ist. Der Nutzen aus einem oder mehreren, vielleicht auch noch genrespezifischen Werk(en), wäre beträchtlich. Die Tricks und Kniffe aktueller Bestsellerautoren messerscharf analysiert, seziert und erklärt. Daraus könnte man viel lernen. Der Hauptfokus liegt auf dem Verstehen von Mechanismen, die den individuellen Stil prägen und der Vermittlung der Tatsache, wie wichtig flüssiges Erzählen, Prägnanz, Techniken, Sprachmelodie und ein stets kritischer Blick auf das eigene Werk sind. Dabei wird deutlich, wie zentral die richtige Mischung aus kurzen und langen Sätzen, Perspektivenwechseln, Zusammenschmelzen, einer steten Überprüfung der Erzählperspektive; Widerholungen und Stilmitteln ist, um Glaubwürdigkeit und Spannung zu erzeugen. Man sieht, wie die Wahl von Zeiten, Perspektiven und Satzformen sich unmittelbar auf die Eindrücke und den gewünschten Effekt beim Leser sowie Klang und Struktur der Sprache auswirken. Was man der Autorin anmerkt, ist ein gesundes Maß an Skepsis sowohl am aktuellen Literaturbetrieb als auch an den Dogmen und Moden, die sich in das Genre der Belletristik einnisten und immer mächtiger werden. Ein seltenes Alleinstellungsmerkmal ist die deutliche und auch immer schriftlich angekündigte Abgrenzung der Lerninhalte von ihrer subjektiven Meinung. Allein durch die rigide Trennung der Konzepte und Übungen von persönlichen Vorlieben und Ansichten bleibt an großes Maß an Objektivität gewahrt. Le Guin drängt damit nie auf die Erhöhung eigener Arbeitsmuster und lässt den Leser unbeeinflusst seine eigenen Entscheidungen, aus den zur Verfügung gestellten Optionen, treffen. Einzig mit ihrer zweimal deutlich hervorgehobenen Abneigungen widerspricht sie sich. Hemingway zu schmähen ist ein gewagtes Unterfangen und wodurch sich die Fokussierung auf einen Plot oder eine Handlung so große Unbeliebtheit verdient hat, geht nicht klar hervor. Sicher kann die einseitige Fokussierung auf die Strukturierung eines Handlungsablaufs oder einer Prämisse den Schreibfluss gerade am Anfang hindern und stocken lassen. Aber weder ein zuviel an Planung noch ungezielten Drauflosschreibens ist der Weisheit letzter Schluss. Alles in allem ein praktischer Helfer bei der Vermeidung von Stilbrüchen und unnötigen Fehlern, der sich einen der zentralsten Aspekte von Literatur konzentriert. Der Schönheit der Sprache in all ihren Nuancen und unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten.

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  • Rezension zu "Kleiner Autoren-Workshop" von Ursula K. Le Guin

    Kleiner Autoren-Workshop

    Bernard

    30. June 2009 um 15:21

    Hier handelt es sich nicht so sehr um einen Ratgeber im eigentlichen Sinne, obwohl auch Tipps gegeben werden. Der Schwerpunkt liegt auf den Übungen - wer keine Lust hat, ein gutes Dutzend Übungstexte zu verfassen, während er dieses Buch durcharbeitet, dem wird es nichts bringen. Die Übungen setzen sich mit verschiedenen Erzähltechniken auseinander, zum Beispiel mit der Erzählperspektive. Es geht hier um das "Doing" des Schreibens, nicht um die vorbereitenden Tätigkeiten wie das Plotten oder um die nachfolgenden wie die Suche nach einem Verlag für ein fertiges Manuskript. Da das Buch aus den Erfahrungen von Schreibworkshops heraus entstanden ist, gibt es auch Anregungen dazu, wie man die Übungen in einer Schreibgruppe sinnvoll absolvieren und auswerten kann. Das Buch krankt an der Tatsache, dass es sich um eine Übersetzung aus dem Amerikanischen handelt. Dies wirkt sich in mehrfacher Hinsicht negativ aus. Zunächst einmal wirken manche Erzähltechniken im Englischen anders als im Deutschen, auch die Gepflogenheiten sind anders. Während man im deutschen Literaturbetrieb die Länge eines Textes nach "Anschlägen" zählt, werden im englischsprachigen Raum "Wörter" gezählt, die Längenangaben in "Wörtern" sind also ungewohnt. Nun hat aber auf Grund der anderen Struktur der Sprache ein Text in Deutsch eine andere (gefühlte) Länge als ein Text in Englisch, auch wenn sie die gleiche Anzahl an Wörtern (oder Zeichen) aufweisen. Das macht die Längenangaben für die Übungen etwas unzuverlässig. Wesentlicher ist der Umstand, dass sich die zahlreichen Beispiele, die in dem Buch herangezogen werden, aus der englischsprachigen Literatur bedienen. In der deutschen Ausgabe sind zwar die entsprechenden Übersetzungen abgedruckt, aber die verlieren immens, wenn es um solche Themen wie "Lautmalerei" geht. Zudem kann eine Übersetzung generell kaum das Ziel verwirklichen, einen originalsprachlichen Text in stilistischer Hinsicht zu erreichen. Die Idee des Buches ist also gut, die Kompetenz der Autorin unbestreitbar, aber die Übertragung ins Deutsche verliert.

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