Ursula K. Leguin Das Wort für Welt ist Wald - Science Fiction-Roman.

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Inhaltsangabe zu „Das Wort für Welt ist Wald - Science Fiction-Roman.“ von Ursula K. Leguin

Sie kommen als Konquistadoren, die sich eine neue Welt untertan machen wollen. Der New Tahiti getaufte Planet ist gerade einmal 27 ...

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  • Das Wort für Welt ist Wald, rezensiert von Henning Kockerbeck

    Das Wort für Welt ist Wald - Science Fiction-Roman.
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    04. December 2014 um 16:33

    "Ein Arkadien, dessen Könige wir sein wollen", schrieb enthusiastisch der englische Wissenschaftler Joseph Banks über das im achtzehnten Jahrhundert neu entdeckte Tahiti. Ähnlich muss den irdischen Kolonisten, die Ursula K. Le Guin in diesem Roman beschreibt, der neu entdeckte Planet vorgekommen sein. Mit 27 Lichtjahren ist er in "erreichbarer Nähe", gleichzeitig aber weit genug weg, so dass eine Antwort von der Erde auf eventuelle Fehler und Verstöße gegen Befehle beruhigende 54 Jahre auf sich warten lässt. Dazu ist er geradezu überwuchert mit dem wertvollsten Rohstoff überhaupt, nach dem die Heimat giert, und darunter befinden sich ganze Kontinente noch unerschlossenes Farmland. Und das alles liegt vor ihnen, sie brauchen es sich nur zu nehmen. Kein Wunder, dass die Neuankömmlinge ihr neues Reich "New Tahiti" nennen. Und sie nehmen es sich ohne Rücksicht auf irgendetwas. Die meisten denken wie der Armeeoffizier Davidson: Er betrachtet die Dinge gern "aus der richtigen Perspektive, von oben nach unten, und oben, das sind bis jetzt immer noch die Menschen". Jetzt sind die Kolonisten auf dem Planeten, also hat sich der gefälligst an sie anzupassen. Also werden die einheimischen Humanoiden, die "Creechies", zusammengetrieben und eingepfercht, um "freiwillige Hilfsarbeiten" zu verrichten. Wenn sie nicht richtig spuren, werden ein paar abgeknallt, das wird den restlichen schon eine Lehre sein. Und wenn die sexuell frustrierten Erdlinge in einer Welt fast ohne menschliche Frauen mal ein Creechie-Weibchen vergewaltigen, ist das auch nicht weiter schlimm. Gleichzeitig wird der überall wachsende Wald radikal abgeholzt bis auf den letzten Quadratmeter. Denn warum sollte man kostbaren Platz vergeuden, auf dem man auch Sojabohnen anbauen kann? Auf der anderen Seite schildert der Roman die Sicht der Eingeborenen auf die "Humaner", wie sie uns nennen. Die "Athsheaner", was wohl die beste Übertragung ihrer Bezeichnung für sich selbst in unsere Sprache wäre, können kaum glauben, dass die Neuankömmlinge tatsächlich Menschen sein sollen. Nicht nur sind sie äußerlich ziemlich anders, viel größer und beinahe haarlos. Sie träumen fast nicht, und wenn, dann nur während des Schlafes. Die Ureinwohner kennen neben der "Weltzeit", die für die Humaner die einzige Realität ist, noch die "Traumzeit". Das ist ein spezieller Bewusstseinszustand, der dabei hilft, die emotionale und psychische Belastung durch die Weltzeit auszubalancieren. Sind die Humaner vielleicht einfach wahnsinnig, weil sie nicht träumen? Auf jeden Fall können sie nicht über jemandem singen, also durch einen ritualisierten Sangeswettstreit Konflikte ohne Gewalt lösen. Und die Gesten, mit denen ein Verwundeter um sein Leben bittet, achten sie ebenfalls nicht. Die Amerikanerin Ursula K. Le Guin schreibt seit fast sechzig Jahren. Auf der Suche nach einen Gebiet, auf dem ihre Werke eine Chance auf Veröffentlichung hätten, wandte sie sich Anfang der 1950er der Science Fiction zu. Im Laufe der Jahre sollten ihre Werke das Genre mit prägen. Außerdem hat sie Fantasy, realistische Fiktion, Bücher für Kinder und Jugendliche, Drehbücher, Essays, Texte für Musiker und Sprecher und Gedichte veröffentlicht. In ihrer Bibliografie finden sich sieben Gedichtbände, 21 Romane, über 100 Kurzgeschichten, vier Essay-Sammlungen, zwölf Kinderbücher und vier Bände mit Übersetzungen. Hinzu kommt sprachwissenschaftliche Fachliteratur. Die Tochter des Anthropologen Alfred Kroeber und der Schriftstellerin Theodora Kroeber studierte französische und italienische Geschichte und erwarb einen Master-Abschluss an der University of Columbia. Ihr Durchbruch in der Science Fiction kam 1969 mit "Winterplanet", für den sie als erste Frau gleichzeitig die beiden wichtigsten Preise des Genres, den Hugo und den Nebula Award erhielt. Beide Auszeichnungen erhielt sie später noch für andere Werke, darunter auch einen Hugo Award für "Das Wort für Welt ist Wald". Außerdem konnte sie jeweils mehrfach den World Fantasy Award, den James Tiptree Jr. Award, den Endeavour Award und den Asimov's Readers' Poll Award gewinnen. Drei Mal war sie für den Pulitzer-Preis nominiert. Seit 1979 ist sie "Grand Master of Fantasy" als Ehrung für ihr Lebenswerk. In der Fantasy ist sie vor allem für ihren "Erdsee"-Zyklus bekannt, der für einige auf der gleichen Stufe wie "Der Herr der Ringe" steht. Rest lesen unter: http://www.splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/12543

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