Ursula Keller

 4.4 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Eine Ehe in Briefen, Sofja Andrejewna Tolstaja und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ursula Keller

Ursula Keller hat Slavistik und Germanistik studiert; zahlreiche Forschungsaufenthalte in Rußland. Sie lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ursula Keller

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Cover des Buches Eine Ehe in Briefen (ISBN:9783458357865)

Eine Ehe in Briefen

 (6)
Erschienen am 19.09.2011
Cover des Buches Sofja Andrejewna Tolstaja (ISBN:9783458174080)

Sofja Andrejewna Tolstaja

 (3)
Erschienen am 06.10.2009
Cover des Buches Die schönsten Liebesgeschichten (ISBN:9783458363583)

Die schönsten Liebesgeschichten

 (2)
Erschienen am 13.08.2018
Cover des Buches Sofja Tolstaja (ISBN:9783458353454)

Sofja Tolstaja

 (2)
Erschienen am 16.08.2010
Cover des Buches Madame Blavatsky (ISBN:9783458175728)

Madame Blavatsky

 (2)
Erschienen am 01.07.2013
Cover des Buches Iwan Turgenjew und Pauline Viardot (ISBN:9783458177692)

Iwan Turgenjew und Pauline Viardot

 (1)
Erschienen am 12.11.2018
Cover des Buches Die Farben der Nacht (ISBN:9783737407168)

Die Farben der Nacht

 (0)
Erschienen am 28.09.2015
Cover des Buches Lew Tolstoj (ISBN:9783499507175)

Lew Tolstoj

 (0)
Erschienen am 01.11.2010

Neue Rezensionen zu Ursula Keller

Neu

Rezension zu "Die schönsten Liebesgeschichten" von Ursula Keller

Zauberhaft
Pongokatervor einem Jahr

Die Erzählungen Turgenjews stehen den Roman in nichts nach. Ein großer Realist des 19. Jahrhunderts, der nicht nur zu seinem 200. Geburtstag gelesen werden sollte. Für Einsteiger ist diese Sammlung bestens geeignet.

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Rezension zu "Iwan Turgenjew und Pauline Viardot" von Ursula Keller

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte
Sikalvor einem Jahr

Als die Sopranistin Pauline Viardot mit 22 Jahren zum ersten Mal in Russland auf der Bühne steht, sitzt der angehende Schriftsteller Iwan Turgenjew im Publikum. Die Sängerin fasziniert ihn dermaßen, dass er sein künftiges Leben zum Großteil nach ihr ausrichtet und eine tiefe Verbundenheit ein Leben lang anhält.

 

"Seit jenem Augenblick, seit jener schicksalhaften Minute, gehörte ich nur noch ihr."

 

Dass Pauline Viardot zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem viel älteren Louis Viardot verheiratet ist, dürfte die beiden nicht sonderlich gekümmert haben. Eine Ménage à trois entwickelt sich im Laufe der Zeit und bleibt zeitlebens. Turgenjew bezeichnet die Viardots als seine Familie, geht mit Louis beispielsweise auch auf die Jagd, während er dessen Frau den Hof macht.

 

Die beiden Autorinnen Ursula Keller und Natalja Sharandak haben eine lesenswerte Doppelbiographie geschrieben, in der die Verbindungen der beiden Künstler aber auch der jeweilige künstlerische Werdegang behandelt wird.

 

Pauline Viardot hätte ihren Mann für Turgenjew nie verlassen, sie konnte aber wohl auch nicht ohne den Schriftsteller leben. Für diese Zeit damals möchte man meinen, dass ein großer Skandal daraus erfolgte. Doch irgendwie scheint es, dass dieses Liebesverhältnis eine Selbstverständlichkeit hatte. Man begegnet vielen bekannten Namen, wie beispielsweise Clara Schumann, Chopin, Liszt, Flaubert, Tolstoj, Dostojewski, … - alle haben die Verbindung der beiden offensichtlich als gegeben hingenommen.

 

Man darf sich hier keine umfassende aufschlussreiche Biographie erwarten – das wäre in diesen knapp 250 Seiten auch nicht machbar. Was mich etwas gestört hat, waren viele Wiederholungen von Ereignissen und so manche Zeitensprünge, die den Lesefluss etwas gehemmt haben. Ansonsten ein sehr diskreter Einblick in diese ungewöhnliche Liebe.

 

Alles in allem ein interessant zu lesendes Doppelporträt, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

 

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Rezension zu "Die schönsten Liebesgeschichten" von Ursula Keller

Ein schönes, erfüllendes Leseerlebnis. Klare Leseempfehlung!
Wedmavor einem Jahr

„Die schönsten Liebesgeschichten“ von Iwan Turgenew (1818-1883) habe ich sehr gern gelesen und empfehle sie auch gern weiter. Ein schönes Geschenk an die Leser zu seinem 200. Jubiläum.

Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut: „Iwan Turgenjews Prosawerke gehören zusammen mit den Romanen Lew Tolstojs und Fjodor Dostojewskis zu den Höhepunkten des russischen Realismus im 19. Jahrhundert. Neben Lyrik, Dramen und seinem berühmten Roman Väter und Söhne hat Turgenjew zahlreiche Erzählungen verfasst. Seine melancholischen Liebesgeschichten nehmen dabei einen besonderen Rang ein. Dieser Band enthält die schönsten davon. Ausgangspunkt ist zumeist ein psychologisch besonderer Fall, oft mit geheimnisvoller Komponente – wofür in den Romanen des Zeitkritikers kaum Platz war.“

Es sind neun Geschichten insg. Die ersten zwei sind eher kurz, 13 und 15 S., die weiteren fallen länger, 35-80 S., und deutlich komplexer aus.

Mir war, als ob ich Russland 1840-1860 Jahre besucht hätte.

Gerade die ersten Geschichten bezaubern durch Naturbeschreibungen, die nicht nur von ihrer Schönheit ein Lied singen, vielmehr legen sie Zeugnis von der wohl geübten Beobachtungsgabe des Autors und seinem schriftstellerischen Können ab.

Bei den Naturbeobachtungen bleibt es wohl freilich nicht. Jede der neun Geschichten hat zutreffende Aussagen, was menschliche Natur anbetrifft, damals wie heute, viele tragen auch einen gesellschaftskritischen Charakter, was man oft eher zwischen den Zeilen herausliest. Die Rolle der Frau wurde allerdings sehr deutlich thematisiert.

Oft fiel Turgenews Lebensweisheit auf, die er mit seinen Lesern gern teilt, z.B. in „Faust“, der Geschichte, die in Briefform verfasst ist, was auch den Inhalt optimal zum Leuchten bringt. Da schreibt ein Gutsbesitzer mittleren Alters, der irgendwo in russischer Provinz auf seinem Gut lebt, seinem Freund, was ihm im Sommer 1850 passiert war. Natürlich ist es eine Liebesgeschichte, psychologisch fein, mit subtil steigender Spannung, die mich bis zum Schluss gefesselt hielt, auch weil ich erfahren wollte, wie sich das ganze Gebilde aus neu entflammter Liebe, Pflichtgefühlen, neu gewonnenen Einsichten usw. auflöst. Wie so oft im Realismus gab es kein besonders glückliches Ende, was diese Werke wiederum stimmig und lebensecht macht.

In allen Geschichten war ich sehr beeindruckt von Turgenews Art, die Frauen, ob jung oder reif, so authentisch zu zeichnen, dass sie mir zum Greifen nah erschienen. Von „Asja“, spielt übrigens in Deutschland am Rein, dort wo die Weinreben die umliegenden Berge zieren, unter den jungen vermögenden Kleinadeligen, die sich dort zufällig treffen und eine Art Freundschaft anfangen, war ich hin und weg. Hier ist Turgenew nicht nur ein komplexer Frauencharakter gelungen, er vermochte die Liebe und die Unmöglichkeit ihrer Erfüllung so in Worte zu fassen, dass all dies noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite nachhallte.

In der letzten Geschichte (Klara Militsch) beweist Turgenew nicht nur seine Beobachtungsgabe, sondern auch seinen Humor. Fein ironisch zeichnet er so manchen möchte-gern-Künstler, die am Anfang auftreten. Diese Gestalten standen sofort klar vor meinem inneren Auge. Ich musste paarmal schmunzeln und nicken: Passt. Wie dem wahren Leben entsprungen. Die Geschichte nahm einen eher mystischen Verlauf. Sehr gekonnt erzählt.

Eine Geschichte pro Abend, genüsslich langsam gelesen, erwies sich als ein guter Ansatz: Einerseits um genug Raum diesen Meisterwerken zu geben, damit sie sich zur vollen Größe entfalten können, andererseits um zu gewährleisten, dass das Buch nicht allzu schnell durchgelesen wird. Ich freute mich, abends zu diesem Band zurückzukehren, um in diese vergangene Epoche wieder einzutauchen.

Das Coverbild passt hier übrigens sehr gut, denn diese Atmosphäre durchdringt viele der hier zusammengefassten Geschichten.

Paar Sätze fürs Zitatenheft:

„Mit dem Glück verhält es sich wie mit der Gesundheit: Wenn wir es nicht bemerken, heißt es, dass wir es haben.“ S. 116.

„Jeder ist also Schöpfer und zugleich Geschöpf seines Schicksals.“ S. 145.

„Der Verstand einer Frau ist besser als viele Gedanken.“ S. 154.

„Das Glück ist nicht im Sturm zu erobern. Aber man sollte nie vergessen, dass nicht das Glück, sondern die Würde des Menschen das wichtigste Ziel im Leben ist.“ S. 160.

Es gibt noch viel mehr davon. Sie entfalten aber ihre Aussagekraft, wenn man sie eingebettet in der jeweiligen Geschichte liest.

Mir hat es viel Spaß gemacht, Turgenew (wieder) zu lesen: In die damalige Zeit einzutauchen; die Welt durch die Augen seiner Figuren zu sehen; zu begreifen, was für sie wichtig war und warum; was ihnen Leid oder Freude bereitete; wie viel für sie Liebe bedeutete uvm.

Nach einer Pause lese ich das Buch bestimmt nochmals. Ein schönes, erfüllendes Leseerlebnis.

5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Taschenbuch, 426 Seiten, Insel Verlag, 13.08.2018.

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