Ursula Krechel Landgericht

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Inhaltsangabe zu „Landgericht“ von Ursula Krechel

Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt »Landgericht« den Figuren späte Gerechtigkeit widerfahren. »Landgericht«, der Roman mit dem doppeldeutigen Titel, handelt von einer deutschen Familie, und er erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik.

Etwas langatmische Story.

— buchhase

Der Roman ist einer der besten, die ich zur Thematik gelesen habe, die Autorin hat den Spagat zwischen Fiktion und Realität gut geschaffen.

— HEIDIZ

Eine gänzlich emotionslose, Abhandlung (Roman?), das mich, obwohl das Thema sehr inter-ressant ist, nie gefangen hat. Ich war enttäuscht.

— TheBook

tieftraurige jüdische Familiengeschichte

— wiebeke

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  • Bester Roman einer Familie zur Nazizeit und darüber hinaus

    Landgericht

    HEIDIZ

    07. March 2017 um 15:06

    "Landgericht" - der Film kam neulich im TV - ich hatte schon vorher das Buch gelesen - Ursula Krechel ist die Autorin - und habe es mir nun nochmals zu Gemüte geführt. Es gibt ja auch noch passend das Buch "Shanghai fern von wo" - heute möchte ich euch allerdings erst einmal "Landgericht" vorstellen.   Das Buch wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2012 ausgezeichnet - zurecht, wie ich finde !!!   Hauptcharakter ist Richard Kornitzer - seines Zeichens Richter - und Jude !!! Wir befinden uns mittendrin in der Nazzizeit. Kornitzer ist mit einer Nichtjüdin verheiratet, die Familie - mit ihren beiden Kindern - bekommt die Schikanen dieser Zeit am eigenen Leib zu spüren. Die Kinder können sie zum Glück in die Kinderlandverschickung verbringen, sie haben natürlich Sehnsucht nach ihnen, aber immerhin sind sie in Sicherheit bis zu einem gewissen Zeitpunkt, aber dort, wo sie sind fühlen sie sich nicht wohl (mehr möchte ich zu diesem Thema nicht verraten ...) ansonsten schafft es Richard, eine Ausreise zu bekommen, leider nicht für seine Frau, die in Deutschland bleibt ... Was ihr passiert, was Richard in der Ferne passiert - all das wird spannend aufbereitet dem Leser präsentiert.   Die Charaktere - gut und böse - werden sehr einfühlsam und bildhaft dargestellt. Der Roman ist tiefsinnig emotional geschrieben, gibt aber auch irgendwie sachlich das zum Besten, was damals Tag für Tag passierte. Man kann sich hineinfühlen, soweit dies überhaupt möglich ist.   Die Familie und ihr Umfeld, die wahnsinnigen Änderungen, die alles anders machten, dass Richard nach Havanna geht ... werden sehr spannend und aufwühlend beschrieben, das Buch hat mich nachdenklich zurück gelassen. Das Buch habe ich gefesselt gelesen und die bedrückende Stimmung wahrlich gespürt.   Es sind aber nicht nur die romanhaft fiktiven Schilderungen während der Nazizeit, die eine Familie erdulden musste, die jüdisch war, sondern auch die tatsächlichen Schwierigkeiten von Rückkehrern und von Wiedergutmachung im Nachkriegsdeutschland, die ich gelesen habe, die mich unterhalten haben, aber, die mich vor allem so zurück gelassen haben, dass ich mir denke, so etwas darf nie wieder passieren und es ist gut, dass die Autorin diesen Roman geschrieben hat. Er ist einer der besten, die ich je zur Thematik gelesen habe, die Autorin hat den Spagat zwischen Fiktion und Realität gut geschaffen.

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  • Ein deutsches Landgericht

    Landgericht

    UteSeiberth

    01. August 2015 um 19:47

    Mir hat die Figur des jüdischen Richters Dr. Richard Kornitzer  sehr gut gefallen.Er musste während der Nazizeit nach Kuba emigrieren um nicht getötet zu werden und muss seine arische Frau in Deutschland alleine zurücklassen,denn die beiden Kinder wurden zu ihrer Sicherheit mit einem Kindertransport nach England geschickt.Sein Leben und seine Familie sind also vollständig auseinandergerissen und das setzt ihm sehr zu.Nach dem Krieg stellt seine Frau einen Suchantrag nach ihm,er wird gefunden und kommt in das zerstörte Deutschland zurück.Zuerst hausen er und seine Frau in einem kleinen Zimmerchen am Bodensee und er versucht sich zur Wehr zu setzen um einen neuen Richterposten zu bekommen.Das gelingt ihm zwar,aber er muss nach Mainz zum Landgericht gehen.Es dauert lange,bis sie eine Wohnmöglichkeit haben und zu den Kindern in England Kontakt aufnehmen können.Als Sohn und Tochter sie besuchen kommen,sind sie sich sehr fremd und die Kinder wollen lieber in England bleiben und das ist sehr schwer für die Eltern.Nebenbei erfährt man akribisch genau in welcher Situation die Deutschen nach dem 2. Weltkrieg waren und wie der Wiederaufbau funktionert hat.Am meisten hat mich die Schilderung des Lebens von Robert Kornitzer beeindruckt und ich finde es gut,dass dieses Buch 2012 den Deutschen Buchpreis bekommen hat.Allerdings muss man etwas Ausdauer mitbringen,denn es ist sprachlich manchmal ganz schön anstrengend.

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  • Neustart?

    Landgericht

    dominona

    23. October 2014 um 14:48

    Das große Thema Fremdheit mit dem politischen Stempel. Richard Kornitzer ist jüdischer Richter und emigriert 1939 nach Kuba, die Kinder kommen nach England. 1949 wird die Familie wieder zusammengeführt und der Richter tritt seinen Beruf wieder an - wenn alles doch so leicht wäre, wie es sich hier schreiben lässt. Krechel schreibt manch bittere Wahrheit aus und mir gefällt ihr "Erleben beim Schreiben"-Stil, soll heißen, der Denkende verbessert sich häufig selbst und sucht in Erklärungen nach sich und seinen Gefühlen. Ein Buch, das richtet, über die Justiz selbst, über Verbrecher und Entscheidungen.

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  • Landgericht, Ursula Krechel

    Landgericht

    wandablue

    02. August 2013 um 11:19

    Deutscher Buchpreis 2012. Lesenswert für Anspruchsvolle. Gute Sprache. Super Recherche. Preis ist verdient. Lesenswert heisst nicht, dass ich es mit Vergnügen lese, weder mit wirklichem noch mit hinzukommendem, jedoch ohne nennenswerte Anstrengung (für preisgekrönte Bücher heisst das schon was!). Am Anfang ist es langweilig. Irgendwie kommt man dennoch in die Geschichte hinein vom heimkehrenden Richter Richard Körnitzer aus dem Exil und seiner Frau Claire, die den Krieg zuhause überlebt hat – irgendwie. Eindrücklich wird die Entfremdung zu den (inzwischen erwachsenen) zu ihrer eigenen Sicherheit verschickten Kleinkindern Selma und Georg(e) geschildert. Wunden, die niemals vernarben... Die Rückblenden in die Zeit der Emigration nach Kuba Richards und in die Anfangszeit ihrer Ehe, als Claire Geschäftsführerin einer Werbefima war, – die die Nazis ihr wegenommen und heruntergewirtschaftet haben – sind einigermassen fesselnd. Mühsamer zu lesen wird der armselige und vergebliche Kampf Kornitzers um Wiedergutmachung – vielleicht ist das Mühsame des Lesens deshalb gewollt, um seine Mühsal zu unterstreichen, hier erinnert mich das Buch absolut an Kafkas Prozeß (viele Briefe Kornitzers an diverse Ämter). Gegen Ende wird es deshalb sehr bürokratisch und zäh. Im Kapitel „DIE TAT“ kommt es zur lächerlichen Klimax, die in ihrer Lächerlichkeit auch so gewollt ist. Trotz der "hohen Kunst" - oder vielleicht gerade wegen der "hohen Kunst", kann ich mich zu mehr als drei Sternen nicht durchringen.

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  • Packende Handlung, gute Recherche als Roman aufgearbeitet

    Landgericht

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. July 2013 um 04:38

    Packende Handlung, gut geschrieben und aufwendig recherchiert. Ursula Krechel versteht es ausgezeichnet die historische Recherche in eine packende Roman Handlung einzubetten. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und kann es zur Lektüre sehr empfehlen. Es ist kein Happy End Roman, zeichnet aber eindrucksvoll den Lebensweg des Protagonisten nach.

  • Erschütternde Lebensgeschichte eines jüdisch Remigranten

    Landgericht

    UteSeiberth

    22. June 2013 um 18:06

    Es ist die parabelhafte Geschichte des jüdischen Richters Richard Kornitzer und seiner deutschen Frau Claire und ihrer Familie , die während des 3. Reiches auseinandergesprengt worden sind. Er muss als Jude 10 Jahre nach Kuba emigrieren , sie verliert als seine Ehefrau ihre Arbeit und um die beiden Kinder zu retten werden diese nach England geschickt. Erschütternd zeichnet Ursula Krechel die Versuche Kornitzers nach nach seiner Rückkehr Wiedergutmachung zu bekommen . Sie zeichnet damit ein unangenehmes Bild von dem Deutschland der Nachkriegsjahre. Ich habe noch nie so bewußt etwas über diese Entwicklungen im Nachkriegsdeutschland gelesen wie hier in diesem Roman, in dem Geschichte und Fiktion sich gekonnt vermischt haben. Ich war damals ja noch ein Kind und wusste über vieles nicht Bescheid und das hat sich jetzt nach diesem Buch wesentlich verändert und mein Wissen erheblich erweitert.

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  • Rezension zu "Landgericht" von Ursula Krechel

    Landgericht

    Gert

    18. January 2013 um 20:40

    Der Plot und Hintergrund des Romans ist bekannt. Mein großes Problem ist die Sprache. Bis zur Hälfte des Romanfand ich es ja noch interessant aber dann ging mir die pingelige Jurastil doch auf die Nerven. Es fiel zunehmend schwer, des "Pudels Kern" in den Kapiteln zu finden. Denn es wurde sehr, shr langatmig erzählt. Es ging dann nuir noch seitenweise um alle möglichen Karrierestufen von Juristen. Das erfordert erhebliches Stehvermögen vom Leser. Der Roman ist mal wieder eine Geschcihte des Aufbaun und natürlich der revanchistischen Konservativen. Gott ja, nicht bersonders neu und Sutoren wie Wolfgan Koeppen, Böll, Uwe Tellkamp und viele andere haben diese aufgegriffen. Die Story basiert auf einer wahren Begebenhei und es eindrucksvoll, dass die Autorin 10 Jahre Recherchen durchgestanden hat.

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  • Rezension zu "Landgericht" von Ursula Krechel

    Landgericht

    Schrei-ei-ei

    15. January 2013 um 13:37

    Ursula Krechel hat einen tollen historischen Roman geschrieben: Spannende Figuren, äußerst interessanter Stoff, faszinierende Recherche - und hervorragend gemacht. Landgericht eröffnet den Blick auf die deutsche Nachkriegszeit, der vieles Übersehene oder Überhörte sichtbar und hörbar macht. Spät - für viele zu spät - und immer noch eine Offenbarung.

  • Rezension zu "Landgericht" von Ursula Krechel

    Landgericht

    WinfriedStanzick

    28. November 2012 um 17:00

    Sorgfältigen Beobachtern der deutschsprachigen Literaturszene ist die Schriftstellerin Essayistin und Lyrikerin Ursula Krechel schon lange ein Begriff. Schon in ihrem letzten Buch „Shanghai fern von wo“, in dem sie sich zum ersten Mal an einem Roman versucht hatte, hatte sie das Schicksal jüdischer Emigranten in Shanghai detailliert beschrieben, und viele Jahre dafür recherchiert. Das Buch hatte sie auf eine auch sprachlich und künstlerisch gelungene Weise aus zahllosen authentischen Berichten zusammengefügt, die sie vor allem in der Wiener Library in London, aber auch in vielen anderen Archiven gefunden hat. Entstanden war so 2008 ein wunderbarer , großer und ernster Roman, der sich liest wie ein Geschichtsbuch und der in der Reihe der Literatur des jüdischen Exils nach 1938 einen ganz besonderen Platz einnehmen und auch behalten wird. In Rahmen der Recherchearbeiten zu ihrem ersten Roman fiel ihr auch Material in die Hände, das sie nun nach jahrelanger Arbeit in den Roman „Landgericht“ gefasst hat, der in diesem Jahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Erzählt wird die Geschichte des jüdischen Richters Richard Kornitzer, der dem Holocaust der Nazis rechtzeitig entkommen konnte. Während seine beiden Kinder Selma und Georg in England bei Pflegefamilien aufwachsen, lebt Kornitzer von seiner Frau Claire getrennt zehn Jahre bis 1947 im kubanischen Exil. Dort geht aus einer Beziehung zu einer Frau eine weitere Tochter hervor. Als Richard Kornitzer 1947 zurück nach Deutschland kommt, kehrt er zu seiner immer noch geliebten Ehefrau Claire zurück. Doch als er seine beiden Kinder aus England zurückholen möchte, weigern diese sich. Sie wollen in England bleiben, weil sie zu ihren Pflegeeltern nach zehn Jahren eine viel intensivere Bindung haben als zu ihren leiblichen. Doch nicht nur im familiären Umfeld muss der Richter, der sich in einer ihm fremd gewordenen Heimat zurechtfinden will, Enttäuschungen erleben. In Kohlhaas`scher Weise kämpft er für eine Wiedergutmachung des Leids, das ihm und seiner Familie durch die Nazis geschehen ist. Unerbittlich und immer erbitterter verfolgt er dieses nur von wenigen Erfolgen gekrönte Engagement bis in das Jahr 1970, in dem er stirbt. In vielen Rückblicken in die Vergangenheit lässt Ursula Krechel ihre Leser an einem authentischen Leben einer jüdischen Familie teilhaben. Der zeitliche Bogen, den sie spannt, reicht von den dreißiger Jahren bis zu den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In einer nüchternen, stellenweise lakonischen Weise erzählt Ursula Krechel die Geschichte von Richard Kornitzer, der nicht mehr wollte als Gerechtigkeit und der seit seines Lebens versuchte, in Deutschland, das ihm so über mitgespielt hat, seine Heimat zu sehen. Der ehe kühle, stellenweise essayistische Stil ihres Schreibens, der zudem noch immer wieder von eingeflochtenen Originaldokumenten unterbrochen wird, nötigt dem Leser einige Aufmerksamkeit ab. Ursula Krechel ist es nach ihrem ersten Buch noch einmal hervorragend gelungen, aus Archivdokumenten einen bewegenden und beeindruckenden Roman zu machen, der den Deutschen Buchpreis zu Recht verdient hat.

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  • Rezension zu "Landgericht" von Ursula Krechel

    Landgericht

    Heike110566

    25. November 2012 um 08:51

    Ich bin hin- und hergerissen. Vom literarischen Niveau ist dieser Roman, der vor wenigen Wochen auf der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Buchpreis 2012 erhielt, wirklich ganz herausragend. Ursula Krechel ist zweifellos eine Schriftstellerin, die ihr Handwerk beherrscht. Aber: zeitgeschichtlich und historisch betrachtet, ist dieses Buch eine Zumutung. Frau Krechel konstruierte ihre Geschichte rund um eine wahre Begebenheit, wie sie inzwischen verlauten ließ, die Rückkehr eines jüdischen Exilanten in das westliche Zonengebiet (die spätere BRD) und deren weitere Entwicklung in den darauffolgenden Jahrzehnten. Dokumentarisch sind dabei besonders die offiziell aktenkundigen Schriftsätze, die sie immer wieder in den Text einbaut. Daneben gibt es aber auch andere Ebenen. Dies ist durchaus legitim. Es handelt sich ja um einen Roman, eine fiktive Geschichte. Und Frau Krechel ist auch in diesen Bereichen eine Autorin, die durch exzellenten Gebrauch von literarisch-stilistischen Mitteln überzeugt. Fragwürdig wird dies aber dann, wenn sie beginnt antikommunistisch-propagandistisch zu wirken und dabei weit über den Roman-Rahmen hinausgeht, ihn missbraucht, um ihre Position kundzutun und sogar Geschichtsklitterung betreibt. > Beispiel: ihre antikommusinstischen Tiraden gegen den Sieg der kubanischen Befreiungsarmee unter Fidel Castro und seinen Gefährten. Eine andere Form von Geschichtsklitterung, die Ursula Krechel in diesem Roman meisterhaft zelebriert, ist ihr schlichtes Weglassen von zeitgeschichtlichen / historischen Kontexten. Verweise darauf, dass es auch eine sowjetische Zone und später einen zweiten deutschen Staat, einen sozialistischen gab, in dem nicht Faschisten, das Kapital und all die anderen Kräfte, die verantwortlich waren für das Elend des Zweiten Weltkrieges, erneut das Sagen hatten wie in der BRD (worüber sich der Romanheld Kornitzer zu recht echauffiert), sucht man vergebens. - Nun könnte man sagen: 'Naja, vielleicht hat sich Kornitzer ja auch dazu keinerlei Gedanken gemacht.', aber ein solches "Argument" wäre unglaubwürdig. Kornitzer ist ein politisch und gesellschaftlich sehr interessierter Charakter. Dass er, angesichts der geschilderten Verhältnisse in den Westzonen und der BRD, die in diesem Roman immer wieder von ihm angeprangert werden, in seinen Gedanken und auch bei Diskursen mit anderen niemals die Entwicklung in dem anderen Teil Deutschlands einezog und diese für ihn keine Rolle spielten, ist schlicht nicht vorstellbar und verletzt dann doch in letzter Instanz ein sehr wichtiges Kriterium für einen guten zeitgeschichtlichen Roman, nämlich das, dass die fiktive Story eine reale Möglichkeit wäre, die so stattgefunden haben könnte. Das Weglassen ist schriftstellerisch und storymäßig nicht zu rechtfertigen. Es ist bewusste Geschichtsklitterung. Nach diesem Roman hat es die durch die UdSSR befreite Zone und die spätere DDR nicht gegeben. > Dies entspricht zwar der Diktion der Herrschenden in der BRD, die am 3. Oktober 1990 die DDR annektierten, aber es entspricht nicht der historischen Wahrheit.

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