Ursula Krechel Sizilianer des Gefühls

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Inhaltsangabe zu „Sizilianer des Gefühls“ von Ursula Krechel

Plötzlich, während einer Theatervorstellung, ist der Schauspieler Carlo Saager verstummt. Die Sätze wollten nicht mehr aus dem Mund. Die Erinnerung seines Lebensfadens soll Carlo Saager wieder zur Sprache verhelfen - er beginnt eine neue Karriere als Patient auf der Couch von Narcisa Roudinesco. Aber anstatt zu sprechen, umgarnt der homosexuelle Schauspieler die hinter ihm sitzende Frau mit einer Flut von Briefen. Sizilianer des Gefühls ist die Erzählung einer leidenschaftlichen Sprachwerdung aus den verschütteten Quellen einer Existenz, der die Lebens- und Zeitumstände die Gefühle verbieten wollen - und darin zugleich ein Stück deutscher Geschichte, gespiegelt in der Generationenfolge dreier Männer - Bruno, Joseph und Carlo. Ursula Krechels Prosa erzählt von Brunos kargem Posthalterdasein in einem kleinen Eifeldorf in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts; von seinem begabten Sohn Joseph, der in der Zeit des Nationalsozialismus als Beamter einen Mitläuferaufstieg schafft und nach dem Krieg in kirchlichem Dienst unterkommt; und von Carlo, dem Wunschsohn, in den der Vater alle Hoffnungen legt. Expressiv und einfühlsam schildert Ursula Krechel seinen Weg ins homosexuelle Außenseitertum im verklemmten Milieu des Nachkriegskatholizismus in deutscher Provinz.
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